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  • 12.02.2010 – Tischtennis Bundesliga

    Topspiel in Hagen: Der Rekordmeister will sich den Spitzenreiter vorknöpfen

    Topspiel in Hagen: Der Rekordmeister will sich den Spitzenreiter vorknöpfen Taku Takakiwa wartet noch auf seinen ersten DTTL-Einzelsieg 2010. Will Bremen die Grenzauer bezwingen, wird auch der wendige Japaner wieder punkten müssen (Foto: Roscher).

    Sonntag, 14:00 Uhr: Borussia Düsseldorf – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (Phoenix-Halle, Färberstraße, 58119 Hagen)

    Frech und Selbstbewusst thronen die Maberzeller seit Wochen an der Tabellenspitze und genießen die angenehme Höhenluft. Auch vor dem Gipfeltreffen in Hagen, in dem der Rekordmeister mit Hilfe des Weltranglistenvierten Timo Boll zu gerne die Verhältnisse gerade rücken möchte, gibt man sich nicht kleinlaut, sondern versprüht Gelassenheit und Zuversicht. Schon das Hinspiel hatten die Osthessen mit 3:1 gewonnen, allerdings musste man damals keinen Boll, der geschont wurde, auf der Rechnung haben. Nun ist man so gut geworden, dass ein Boll-Einsatz obligatorisch ist – irgendwie auch eine Art von Kompliment für Wang Xi & Co.

    Allerdings wird der Ausnahmekönner aus dem Odenwald auch deshalb zum zweiten Mal innerhalb von weniger als 48 Stunden das Borussia-Dress tragen, um den vielen treuen Fans aus Hagen und Umgebung das Aushängeschild der DTTL nicht vorzuenthalten. Die Niederlage in Saarbrücken – monatelang durfte sich Fulda in der Rolle des einzigen Düsseldorf-Bezwingers wohlfühlen – hat den Druck auf den Rekordmeister vor dem Gipfel ein wenig erhöht, der auch ein Stück Wiedergutmachung anstrebt.

    Borussia-Manager Andreas Preuß freut sich auf das Spitzen-Event: „Die Phoenix-Halle ist eine sehr schöne Arena und für Tischtennis optimal, dort spielen auch die Bundesliga-Basketballer aus Hagen. Wir werden von dort tolle Fernsehbilder zu sehen bekommen. 1.000 Zuschauer werden erwartet. Wir haben in den letzten drei Jahren bereits jeweils ein Spiel im Hagen ausgetragen. Das ist mittlerweile eine eingespielte Partnerschaft mit unserem Kooperationspartner TTC Hagen. Die Veranstaltungen werden professionell organisiert, das Publikum liebt uns und wir fühlen uns in Hagen immer wieder wohl. Mit Timo Boll und Jan-Ove Waldner präsentieren wir außerdem die wohl erfolgreichsten Spieler Europas.“ Trainer Dirk Wagner beleuchtet die sportlichen Konstellationen: „Wir haben am Dienstag in Saarbrücken nicht schlecht gespielt, aber Gacina und Tokic waren an diesem Tag einfach etwas besser. Für das Wochenende haben wir uns natürlich viel vorgenommen. Timo wird, wie schon in der ECL gegen Roskilde, auch in Hagen zum Einsatz kommen. Sicherlich erwartet auch dort jeder einen Sieg, aber auch dieser muss hart erarbeitet werden. Ich denke, wir sind in guter Verfassung.“ Timo Boll, der bekundet „immer wieder gerne nach Hagen“ zu kommen, erwartet eine sehenswerte Spitzenpartie: „Es sind sicherlich die zwei derzeit stärksten Mannschaften in Deutschland. Und Fuldas chinesischer Super-Spieler Wang Xi ist allein das Eintrittsgeld wert. Ich selbst habe beim Europe TOP 12 sehr gut gespielt, bin aber noch nicht zu hundert Prozent in Topform.“

    Maberzells „Vize“ Claus-Dieter Schad demonstriert Selbstbewusstsein und macht deutlich, dass Wang Xi & Co. nicht in der Rolle des Opferlamms in den Westen reisen: „Wir haben uns schon einiges vorgenommen. Unser Team ist nervenstark genug, auch in der Höhle des Löwen bestehen zu können. Natürlich ist Düsseldorf mit Timo Boll kaum zu schlagen, aber der Rekordmeister steht nach der Niederlage in Saarbrücken doch etwas unter Druck, will man am Ende der Saison aus eigener Kraft die Tabellenführung zurückerobert haben. Genau das ist unsere Chance. Unsere Jungs haben über Monate hinweg unglaublich viel Selbstbewusstsein getankt und sich in der laufenden Saison in schon verloren geglaubte Spiele immer wieder zurückgekämpft. Darin liegt eine unserer größten Stärken: Wang Xi spielt beinahe wie ein Schweizer Präzisionsuhrwerk, Svensson gibt bis zum letzten Ball kein Spiel verloren, "Waldi" ist wieder schmerzfrei und hat momentan unglaublich viel Lust auf Tischtennis und wir haben seit längerem wieder ein erstaunlich stabiles, verlustpunktfreies Doppel. Wir haben gegen Düsseldorf nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Bereits jetzt ist es die erfolgreichste Saison unserer noch jungen Vereinsgeschichte in der Bundesliga. Mein Tipp: Schaffen wir es ins Schlussdoppel, holen Meng/Waldner den Siegpunkt für den TTC RhönSprudel.“

    Das TV-Spiel dieses Spieltags wird im Deutschen Sportfernsehen (DSF) am Montag, 15.02.2010, ab 17:00 Uhr, zu sehen sein. Wer die von Ligapartner contenthouse in Zusammenarbeit mit PLAZAMEDIA produzierten, qualitativ hochwertigen bewegten Bilder live sehen möchte und nicht selbst in der Phoenix-Halle sein kann, ist herzlich dazu eingeladen, sich den Internet-Livestream anzuschauen.


    Sonntag, 15:00 Uhr: SV Werder Bremen – TTC Zugbrücke Grenzau

    Im Hinspiel war es eine klare Angelegenheit für die Westerwälder, die mit 3:0 triumphierten. Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Damals hatten Baum & Co. einen Lauf, während sich das Schicksal pünktlich mit dem Beginn des Jahres 2010 wendete und fünf teilweise kaum erklärbare Pflichtspiel-Niederlagen in Serie quittiert werden mussten. Bremen hat sich dagegen etwas freigeschwommen und zuletzt das ungemein wichtige Kellerduell in Hanau für sich entschieden.

    Einen Favoriten gibt es folglich nicht. Ganze zwei Pluspunkte trennen den Sechsten aus dem Westerwald vom derzeitigen Tabellenachten von der Weser. Zum vorerst letzten Mal wird am Sonntag die Bremer Uni-Sporthalle Schauplatz für Bundesliga-Tischtennis sein. Durch den Umzug in die neue Werder-Halle Anfang April wird die Begegnung gegen Grenzau zur Abschiedsvorstellung, die die Grün-Weißen natürlich nur zu gerne mit zwei wichtigen Zählern garnieren würden. Auch der Gast nimmt die Begegnung sehr ernst. Man wird bereits am Samstag nach Bremen anreisen, um sich bestmöglich auf das Spiel vorzubereiten.

    Werder-Trainer Cristian Tamas hofft auf einen Erfolg seines Terzetts: „Der wichtige Sieg in Hanau ist uns nur mit unglaublicher Moral und Kampfkraft gelungen. Wenn wir den Schwung in das Spiel gegen Grenzau mitnehmen können, wäre das ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt.“ 

    Grenzaus Chef Manfred Gstettner macht unmissverständlich deutlich, dass im hohen Norden gepunktet werden muss: “Das Spiel in Bremen wollen wir gewinnen. Dort werden wir an die tolle Leistung gegen Düsseldorf anknüpfen, um wieder an die Play-Off-Plätze heranzurücken. Alle Spieler sind fit und wir werden mit unserem stärksten Team antreten.“ TTC-Coach Michele Comparato schätzt die Lage so ein: „In Bremen erwartet uns eine schwere Aufgabe. Bremen hat sich gefangen, deren Nummer eins Jens Lundquist ist in richtig guter Form. Die werden absolut heiß sein auf dieses Spiel – aber das sind wir auch.“ Lucjan Blaszczyk pflichtet bei: „Ein absolut richtungsweisendes Spiel. Gewinnen wir dort, dann ist alles wieder möglich, vielleicht auch in Richtung Play-Offs. Wenn wir aber verlieren, dann stecken wir mittendrin im Abstiegskampf.“


    Sonntag, 16:30 Uhr: SV Plüderhausen – TTF LIEBHERR Ochsenhausen

    Schwabenderbys sind fast immer spannend und emotional und folgen in der Regel eigenen Gesetzen. Das Hinspiel endete allerdings mit 3:0 ungewöhnlich deutlich zugunsten Ochsenhausens, obwohl Ex-Weltmeister Jörgen Persson beim SVP mitspielte – es handelte sich damals um einen der bisher wenigen „Sahne-Tage“ von Chuang, Crisan und Apolonia in der Liga, während man in der Champions League eine Reihe solcher Klasseauftritte zeigte.

    Die Oberschwaben, die zunächst am Freitagabend die Champions-League-Hürde Hennebont überspringen müssen, reisen zuversichtlich ins Remstal, auch weil man erstmals seit langem wieder gemeinsam 14 Tage in der Heimat trainieren konnte. Keine strapaziösen Reisen zu Turnieren oder Lehrgängen störten das Trainingsprogramm von Trainer Anders Johansson. Ohne eigenes Zutun kletterte man zuletzt auf den vierten Tabellenplatz, der in der Endabrechnung so wichtig wäre – die Konkurrenz hatte schlicht und einfach im Sinne der TTF gespielt. Direkt im Nacken sitzen Apolonia & Co. die Remstaler auf Rang fünf, die ebenso viele Pluspunkte wie der Rivale bei einem mehr ausgetragenen Spiel vorzuweisen haben.

    Für Plüderhausen ist das Derby ein Schlüsselspiel, wie Sportkoordinator Ulrich Engele erklärt: „Selbstverständlich gilt unsere gesamte Konzentration dem DTTL-Match am Sonntag, denn dieses ist ja extrem wichtig für den weiteren Saisonverlauf. Sollten wir verlieren, stecken wir erneut wieder im heißen Abstiegskampf, nachdem jetzt nicht weniger als sieben Mannschaften nur um zwei Pluspunkte getrennt sind. Dies gilt aber auch für Ochsenhausen, was viel überraschender ist. Beide sind also stark unter Druck, der Sieger ist wieder im Play-Off-Rennen, der Verlierer eben im Abstiegskampf. Mit entscheidend wird sicherlich sein, wie gut unsere Spieler die äußerst strapaziöse Reise in den Ural verkraften, bei der wir ja von Donnerstagfrüh bis Samstagabend nur unterwegs sind und zwischendurch dann auch noch gegen Samsonov und Co. antreten müssen. Wir können nur hoffen, dass Jakub, „Kara“ und Paul einigermaßen fit an den Tisch gehen, denn nur dann haben wir gegen die TTF eine kleine Chance - Favorit sind aber auf jeden Fall unsere oberschwäbischen Freunde.“

    Beim Gegner zeigt man sich tendenziell optimistisch. Generalmanager Kristijan Pejinovic sagt: „Wir haben ein gutes Gefühl, aber nur auf Gefühle können wir nicht bauen. Die Jungs haben sehr gut trainiert in den letzten Wochen und sich seelisch und körperlich gut vorbereitet auf die zwei Begegnungen in Hennebont und Plüderhausen. Beide Spiele sind bedeutend und wichtig. Wir sind guter Dinge und werden hoffentlich eine Punktlandung machen.“


    Sonntag, 18:00 Uhr: 1. FC Saarbrücken – TTC Frickenhausen

    Die Vorzeichen sind klar, Saarbrücken ist nach der überzeugenden Vorstellung gegen Düsseldorf Favorit und will zwei weitere Punkte auf dem Weg in die Play-Offs einsammeln, während der sportlich angeschlagene „Tälesklub“ auf einen Außenseiter-Coup spekuliert. Schon das Hinspiel ging mit 3:1 relativ deutlich an den starken Aufsteiger - nur Bastian Steger konnte damals Leung Chu Yan schlagen.

    Nach dem Rausschmiss von Tan Rui Wu bleiben den Schwaben keine größeren personellen Variationsmöglichkeiten mehr. Der bislang glücklose Fabian Akerström muss sich durchbeißen, zudem kann man nur auf eine gute Tagesform von „Basti“ Steger und Kenta Matsudaira hoffen. Bei Saarbrücken ist dagegen alles im tiefgrünen Bereich, Gacina (11:5) und Tokic (10:5) zählen inzwischen zu den Topspielern der Liga und präsentieren sich konstant und zuverlässig. Man wird sehen, ob Leung wieder einsatzfähig ist, der gegen die Düsseldorfer infolge eines steifen Nackens die Bank drückte.

    1.FCS-Trainer Matthias Landfried will schon im Ansatz jeden eventuell aufkommenden Schlendrian vermeiden: „Nach der Partie gegen Düsseldorf hatten wir eine Mannschaftsbesprechung und waren uns einig, dass wir noch nicht viel erreicht und noch nicht einmal die halbe Play-Off-Miete haben. Folglich müssen wir genau so weiterspielen und hoch konzentriert in jedes Match gehen. In diesem Sinne nehmen wir Frickenhausen am Sonntag todernst, zumal wir wissen, was Steger und Matsudaira an guten Tagen leisten können. Außerdem sind angeschlagene Gegner oft besonders gefährlich."

    Schockiert hatte die Führungsetage der Schwaben auf die 1:3-Schlappe gegen Hanau reagiert: "So kann es nicht weitergehen, sonst steigen wir ab“, sagten unisono TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann und Manager Jürgen „Max“ Veith. Veith fügte hinzu: „Irgendwo müssen wir noch mindestens zwei Punkte herbringen. Am Sonntag in Saarbrücken sind wir ja Gott sei Dank Außenseiter, vielleicht klappt's ja dann.“ Nach drei Niederlagen am Stück ist man ziemlich ernüchtert und hofft nun, in der Außenseiterrolle - ähnlich wie zuvor die Hanauer im Neuffener Tal - dem saarländischen Favoriten ein Bein stellen zu können. Gänzlich aussichtslos ist dieses Unterfangen gewiss nicht, wenngleich der Tabellendritte bislang in jeder Partie auch kämpferisch überzeugt hat und Spieler, Trainer und Management sich als verschworene Gemeinschaft präsentieren, der nur schwer beizukommen ist.

    DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher

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