Volle Hütte: Die Nachwuchssorgen gehören in Großbreitenbach der Vergangenheit an. Großbreitenbach. Daran, dass der TTC Großbreitenbach im Jahre 2009 den Breitensportpreis des Deutschen Tischtennis-Bundes gewinnen würde, war wenige Jahre zuvor nicht im Entferntesten zu denken. Die Jugendarbeit des Tischtennisclubs aus dem 3000 Seelen Städtchen in Thüringen lag bis 2002 nahezu brach. „Wir hatten ganz einfach keine eigene Halle, in der wir ein organisiertes Jugendtraining hätten anbieten können“, berichtet Ralf Tresselt, seit 2004 1. Vorsitzender des TTC. Die Halle im Nachbarort Böhlen, in die der Verein seine Trainingszeiten zwangsläufig verlegen musste, war für die unmotorisierten Kinder und Jugendlichen kaum zu erreichen, so dass nie mehr als drei oder vier Mädchen und Jungen in die Halle kamen. Im Böhlener Exil verschwand der TTC nach und nach aus dem Bewusstsein der Großbreitenbacher und immer seltener verirrten sich neue Gesichter ins Training. Die Vorzeichen änderten sich schlagartig mit dem Bau einer neuen Zweifeldhalle in Großbreitenbach, die optimale Vorrausetzungen bot, dem Verein wieder neues Leben einzuhauchen.
Die Kinder in der Schule abholen
Aber wie? „Wir standen plötzlich vor der Frage, wie an die Kinder und Jugendlichen ranzukommen war, für die Tischtennis in Großbreitenbach praktisch nicht mehr stattfand“, erinnert sich Tresselt.
Die Lösung lag auf der Hand. Man beschloss, den Nachwuchs dort abzuholen, wo er einen Großteil seines Tages verbrachte: In der Schule. Der damalige Vorsitzende Jürgen Macholdt wandte sich an seinen Vereinskollegen Gerd Welsch, der bereits lange Jahre als Übungsleiter im Wintersport aktiv war und in dieser Zeit enge Kontakte zur örtlichen Grund- und Regelschule geknüpft hatte. Diese galt es zu nutzen. „Die Kooperation verlief von Beginn an sehr konstruktiv, da die Schulen in der bekannten Wintersportregion eh sehr sportlich ausgerichtet sind“, so Welsch. Schnell war ein Vertrag Schule-Sportverein geschlossen und die Arbeit konnte beginnen. Anfangs beschränkte sich das Angebot auf eine Arbeitsgemeinschaft Tischtennis am Nachmittag für die Grundschüler, doch nach und nach baute Welsch, der parallel seine C-Trainerausbildung absolvierte, das Angebot aus.
Mit Kindern und Jugendlichen aus dem Verein organisierte er an den Nachmittagen regelmäßig stattfindende Schnupperstunden. In die bestehende Angebotspalette der Ergänzungsstunde, einem von jedem Schüler individuell wählbaren Pflichtfach, integrierte er Tischtennis. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Viele Schülerinnen und Schüler ließen sich von Welsch` Tischtennisbegeisterung anstecken und schnupperten ins Jugendtraining des Vereins hinein. Heute spielen 40 Mädchen und Jungen im TTC Großbreitenbach Tischtennis, darunter 20 Kinder, die jünger als elf Jahre alt sind. An zwei Nachmittagen in der Woche organisieren vier Übungsleiter das Nachwuchstraining. Für die Leistungsstärkeren wird darüber hinaus eine zusätzliche Einheit angeboten.
Angebot an den Schülern ausrichten
Anders als im Vereinstraining setzt Welsch in seinem Schulangebot verstärkt auf offene, freie Spielformen. „Dort ein Systemtraining aufzubauen, ist aus meiner Erfahrung nicht der richtige Weg. Wir machen gerade in der Grundschule viele Spiele mit unterschiedlichen Bällen oder auch Luftballons. Man muss die Kinder immer wieder neu begeistern und überraschen.“ Seit 2002 haben an die 100 Kinder und Jugendliche beim TTC Großbreitenbach mit dem Tischtennis begonnen.
Ein Magnet für sportbegeisterte Mädchen und Jungen sind auch die mini-Meisterschaften, deren Orts, Kreis und Bezirksentscheide der TTC seit 2002 regelmäßig ausrichtet. Zwei Mädchen aus dem Verein haben es dabei sogar bis in die Endrunde geschafft, zuletzt Ivonne Grudnick, die 2008 den 4. Platz belegte. Für die Durchführung dieser und weiterer Aktionen aus dem Breitensportangebot des Deutschen Tischtennis-Bundes, wurde der Verein mit dem Breitensportpreis 2009 des DTTB, in Kooperation mit andro, JOOLA und Butterfly ausgezeichnet. Der Preis wurde im letzten Jahr erstmalig an sechs Vereine vergeben, die mit kreativen und innovativen Ideen hilfreiche Impulse zur Mitgliedergewinnung und Mitgliederbindung geben. Der Breitensportpreis ist mit insgesamt 3000 Euro dotiert. Auch zur kommenden Saison kann sich jeder Verein im DTTB bewerben.
Die Preisträger 2009
SV Frankonia Lengfurt e.V. 1921
TTC Großbreitenbach
TTF Kißlegg
SV Germania Helmstedt
TTC DJK Dreiborn
TV Jahn Rehburg
Weitere Informationen zum Breitensportpreis des Deutschen Tischtennis-Bundes
MO
03.09.2010, 19:00 Uhr
Borussia Düsseldorf – SV Werder Bremen
03.09.2010, 19:30 Uhr
FSV Kroppach – TTSV Saarlouis-Fraulautern
03.09.2010, 19:30 Uhr
SV Plüderhausen – TG 1837 Hanau
04.09.2010, 14:00 Uhr
MTV Tostedt – DJK TuS Essen-Holsterhausen
04.09.2010, 15:00 Uhr
FC Tegernheim – TTC Fortuna Passau
04.09.2010, 15:00 Uhr
SV Siek – BV Borussia Dortmund
04.09.2010, 15:30 Uhr
BFV Hassia Bingen – FSV Kroppach
04.09.2010, 18:00 Uhr
1. FC Saarbrücken 2 – TTC matec Frickenhausen
05.09.2010, 11:00 Uhr
DJK TuS Essen-Holsterhausen – TSV Schwabhausen 1929
05.09.2010, 11:00 Uhr
Kaltenkirchener TS – SC Poppenbüttel
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Schüler/Jugendliche
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