3B-Spitzenspielerin Song Ah Sim steht in Bingen und Saarlouis-Fraulautern vor schweren Aufgaben (Foto: Roscher)
Frankfurt/Main. 3B Berlin Tischtennis plagen noch die Verletzungssorgen. Spielertrainerin Tanja Hain Hofmann macht mit ihrem Tennisarm keine erfreulichen Fortschritte. „Ich habe es bei der Deutschen Meisterschaft im Doppel probiert, im Einzel habe ich schon gleich verzichtet, damit die Belastung nicht zu hoch wird. Ich wollte die Priorität auf die Bundesliga legen, da wir gleich zwei schwere Spiele am Wochenende haben. Ich laboriere daran seit November, und seit Januar trainiere ich nur sehr wenig. Diese Situation ist sehr unbefriedigend für mich. Ich dachte, es ist eine Standardgeschichte, Trainingsverbot erteilten mir die Ärzte nicht, auch von einer chronischen Angelegenheit spricht niemand. Ende des Monats habe ich nun einen Termin bei Dr. Müller-Wohlfahrt, der mir schon einmal bei einer Knieverletzung sehr geholfen hat“, berichtet Hain-Hofmann. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass noch einmal Guo Pengpeng ihre Vertretung übernehmen müsse. „Guo hat eine sehr gute Deutsche Meisterschaft gespielt. Der Sieg gegen die Titelverteidigerin Elke Schall, Guo spielte viel mutiger als sonst, hat ihr Selbstvertrauen sicher gestärkt. Es freut mich sehr für sie. Guo ist stets bemüht, sich weiter zu entwickeln, sie ist sehr eifrig beim Training und sehr aufmerksam in unseren Gesprächen“, sagt die 3B-Trainerin. In Trier habe sie fast wie im Training agiert. Einen Erfolg hat auch Georgina Pota zu vermelden, die mit Li Bin (TuS Bad Driburg) ungarische Meisterin im Doppel wurde.
In der Hinrunde überrollten die Bundeshauptstädterinnen den Aufsteiger BFV Hassia Bingen bei seinem ersten Auftritt mit einem 3:0 und 9:0. Diese Schlappe und sicherlich schlechteste Saisonleistung, wird der BFV, der sich inzwischen voll akklimatisiert hat, nicht noch einmal über sich ergehen lassen wollen. In der Hinrunde kam es deshalb nicht zu dem Duell zwischen Abwehrass Ding Yaping und 3B-Spitzenspielerin Song Ah Sim. „Das war auch ganz gut so, denn Song hat diesen Vergleich noch nie gewonnen“, weiß Hain-Hofmann. „Unsere Mannschaft war seinerzeit neu zusammengestellt, und alle haben gleichermaßen schlecht gespielt. Doch das ist inzwischen vergessen, denn wir haben gerade in der jüngsten Vergangenheit mit dem 2:3 gegen Kroppach und dem 3:2 gegen Böblingen bewiesen, dass wir besser sind. Außenseiter sind wir sicher auch diesmal, aber wir wollen unseren Fans wie immer ein gutes und vor allem knapperes Spiel servieren“, erklärt BFV-Abteilungsleiter Joachim Lautebach. Ein Einsatz der Thailänderin Nanthana Komwong sei eventuell für die Spiele im April geplant, sie sei derzeit nicht vor Ort. „Zhang Ying gibt alles und sie kämpft um jeden Ball, auch wenn sie selbst weiß, dass die 1. Liga inzwischen zu hoch für sie ist. Gegen Böblingen holte Zhang Ying den wichtigen Punkt im Doppel“, unterstreicht Lautebach wie wertvoll die 36-Jährige für die Mannschaft ist. Dana Hadacova zeigte zuletzt ansteigende Tendenzen, die sie mit Platz eins bei der tschechischen Meisterschaft im Doppel und zwei Bronzemedaillen im Einzel und Mixed untermauerte.
Sonnabend, 15 Uhr: DJK TuS Essen-Holsterhausen – MTV Tostedt
Bereits zum letzten Heimspiel in dieser Saison wappnet sich die DJK TuS Essen-Holsterhausen, wenn der MTV Tostedt zu Gast ist. „Wir möchten an unser gutes Ergebnis gegen 3B Berlin Tischtennis anknüpfen und gewinnen. Noch haben wir die Chance uns auf den dritten Tabellenplatz vorzuarbeiten, diese wollen wir nicht ungenutzt lassen“, sagt DJK-Manager Hans-Willi Frohn. Mit Kathrin Mühlbach präsentiert der Gastgeber eine frischgebackene Deutsche Meisterin. Die 18-Jährige sorgte am vergangenen Wochenende in Trier gemeinsam mit Mädchen-Nationalmannschaftskollegin Sabine Winter (TSV Schwabhausen) für die Überraschung im Doppel gegen die Deutsche Einzelmeisterin von 2009 und ihre derzeitige Teamkameradin Elke Schall und Europameisterin Wu Jiaduo vom Deutschen Meister FSV Kroppach. „Leider konnte ich Kathrin persönlich nicht erreichen, aber ich habe ihr selbstverständlich ganz herzlich per SMS zu der tollen Leistung gratuliert“, erklärt Frohn. Ob dies nun ein Grund sei, ihr am Wochenende einen Einsatz zu geben, könne er nicht sagen, da diese Entscheidung bei Trainer Wang Zhi liege. „Elke Schall und Zhenqi Barthel wollten am Montag einen trainingsfreien Tag nach der Deutschen Meisterschaft einlegen. Danach soll die Konzentration wieder unseren Spielen gehören. Wir müssen vor jedem Gegner auf der Hut sein, und MTV-Spitzenspielerin Han Ying ist immer für zwei Punkte gut. Ich bin aber ganz zuversichtlich, dass unser Team trotz des derzeit vollen Terminkalenders auch für unseren Verein eine gute Vorstellung gibt“, meint Frohn. Die Partie der Hinrunde gewann die DJK mit 3:1, allerdings hatten Aya Umemura nach einem 0:2-Satzrückstand gegen Nadine Bollmeier und Elke Schall nach einem 1:2 gegen Irene Ivancan, Mühe ihre Einzel zum positiven Abschluss zu bringen.
Beim MTV Tostedt steht hinter dem Einsatz von Nadine Bollmeier diesmal noch ein großes Fragezeichen. „Nadine hat einen Gelenkerguss in ihrer operierten Hüfte. Das deutet nicht wieder auf eine lange Pause hin, aber der Heilungsprozess braucht Zeit. Deshalb verzichtete sie auch auf die Deutsche Meisterschaft. Sie ist schmerzfrei, deshalb hoffen wir noch. Eventuell steht unser Coach Tanja Kostromina oder Svenja Obst zur Verfügung“, erklärt MTV-Manager Friedel Laudon. Ohne Nadine sei die Mannschaft sicherlich geschwächt, und nach der Niederlage in der Hinrunde sei etwas Gegenteiliges nicht zu erwarten. „Das wäre schon eine Überraschung, doch es gibt ja auch noch ein nächstes Jahr“, prophezeit Laudon. Personell scheinen sich beim derzeitigen Tabellensiebten zur kommenden Saison keine Veränderungen zu ergeben, denn Laudon dementierte nicht.
Sonnabend, 18.30 Uhr: TV Busenbach – TuS Bad Driburg
Zum zweiten Mal in Folge stellt der TV Busenbach die Deutsche Meisterin. Für die Wachablösung von Elke Schall (jetzt DJK TuS Essen-Holsterhausen) sorgte Kristin Silbereisen. „Kristin ist schon seit über einem Jahr so gut dabei. Mit dem Titelgewinn hat sie ihre starke Form bestätigt. Nach dem Halbfinalsieg gegen Europameisterin Wu Jiaduo war der Erfolg auch verdient. Da ich zum Schiedsgericht gehörte, musste ich Kristin ganz offiziell zur Dopingkontrolle bringen, so dass ich ihr erst in den Gängen unter Ausschluss der Öffentlichkeit meine Glückwünsche zukommen lassen durfte. Wir freuen uns mit ihr, und diese Woche gehört ihr zum Feiern, denn Kristin hat am Sonntag Geburtstag. Sie wird 25 Jahre alt“, berichtet TV-Geschäftsführerin Sabine Schlatterer. Die Aufstellung gegen den Tabellenneunten TuS Bad Driburg sei noch offen, aber mit einem Sieg wolle die Mannschaft in der Tabelle weiter oben dran bleiben.
„Wir sind nach wie vor guter Dinge und wollen die Saison vernünftig zu Ende bringen. Aufgegeben haben wir uns noch nicht, aber wir müssen unbedingt etwas für unser Spielverhältnis tun. Allerdings befürchte ich, dass uns das in Waldbronn nicht gelingen wird. Andererseits haben wir auch nichts zu verlieren“, sagt TuS-Manager Franz-Josef Lingens. Shi Qi habe sich in einem Leistungszentrum in Kassel vorbereitet und auch viel mit Elena Waggermayer trainiert. Li Bin zeigte an der Seite von Georgina Pota (3B Berlin Tischtennis, siehe Text oben) in Ungarn eine ausgezeichnete Vorstellung.
Sonntag, 10.30 Uhr: SV Böblingen – TuS Bad Driburg
Die Stimmung beim Tabellendritten SV Böblingen ist nach Aussagen von Manager Frank Tartsch gut. „Wir sind mit der Leistung unserer Spielerinnen zufrieden, denn unserem Ziel, den vierten Rang am Ende der Saison zu belegen, sind wir sehr nahe. Ich wurde oft wegen dieser Vorgabe belächelt und natürlich war es schön, zwischenzeitlich die Spitzenposition inne zu haben, aber in dieser Saison, wo jeder jeden schlagen kann, war die Deutsche Meisterschaft nicht geplant“, betont Tartsch. Das Team sei vor der Partie gegen TuS Bad Driburg hoch motiviert. „Und wir wollen gewinnen“, sagt der SV-Manager. „Aber Favoriten gibt es vor keiner Begegnung. Bad Driburg hat Bingen 3:0 besiegt, wir haben gegen Bingen 2:3 verloren“, gibt SV-Trainer Volker Ziegler zu Bedenken.
„Für uns zählt jeder Gegenpunkt, und in der Hinrunde haben wir uns gegen Böblingen recht teuer verkauft. Wir hatten sogar Möglichkeiten das Doppel zu erreichen. Mit Qianhong Gotsch besitzt die SV aber eine für uns unüberwindbare Hürde, da müssten die restlichen Spiele schon ganz optimal laufen“, lässt TuS-Manager Franz-Josef Lingens einen Hauch von Zuversicht erkennen.
„Hongi geht immer mit der Gewissheit an den Tisch, dass sie jede andere Spielerin besiegen kann. Sie bringt jeder Kontrahentin gleich viel Respekt entgegen, nur so kann sie wahrscheinlich die derzeit beste Akteurin der Liga sein“, sagt Ziegler.
Sonntag, 14 Uhr: TTSV Saarlouis-Fraulautern – 3B Berlin Tischtennis
„Mit Freude können wir bekannt geben, dass Petrissa Solja weiter für unseren Verein aktiv ist. Am Rande der Deutschen Meisterschaft fand ein klärendes Gespräch mit Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig, Vater Pavel Solja und mir statt“, informiert Manager Heinz Falk vom TTSV Saarlouis-Fraulautern. Es sei eine Einigung erzielt worden, die Petrissa ermögliche ihre Schule in Saarlouis zu beenden. „Sie muss auch nicht immer in Düsseldorf trainieren. Hält sie die klaren Absprachen ein, dann kommt ihr die Damenförderung weiterhin zu Gute. Der zweite Schritt war dann, dass sie bei uns bleibt“, war die Erleichterung bei Falk deutlich zu spüren. Das unbeschwerte Aufspielen bei der Deutschen Meisterschaft führte der Manager ebenfalls darauf zurück. Mit Laura Matzke vom Schlusslicht Hannover 96 teilte Falk eine weitere Personalie mit. „Wir wollen weiter verstärkt auf junge deutsche Spielerinnen setzen“, meint Falk.
Im sportlichen Bereich gehe es nicht mehr um ganz so viel, aber die Partie gegen 3B Berlin Tischtennis sei ein direktes Verfolgerduell. „Wir haben positive Erfahrungen gegen unsere Gäste, was nicht heißen soll, dass wir auch ein zweites Mal gewinnen. Wir freuen uns auf schöne Spiele, und ich sehe die Chancen bei 50:50. Da die Akteurinnen schauen immer auf ihre eigenen Bilanzen, und deshalb wird die Leistung noch stimmen“, glaubt der TTSV-Manager.
In der ersten Saisonhälfte fiel das Kind für die Bundeshauptstädterinnen beim 1:3 schon gleich im ersten Einzel in den Brunnen, als die Nummer eins Song Ah Sim gegen Petrissa Solja scheiterte. „Das war in einer selbstkritischen Phase von Song. Ich bin optimistisch, dass sie nicht noch einmal verliert. Ich traue Song in unseren Wochenendespielen durchaus drei Punkte zu“, sagt 3B Spielertrainerin Tanja Hain-Hofmann.
Sonntag, 15 Uhr: Hannover 96 – DJK TuS Essen-Holsterhausen
Die Saison zieht sich für Schlusslicht Hannover 96 nun langsam ganz schön in die Länge. Bei erst einem Erfolgserlebnis ist es nicht einfach für die Mannschaft, sich immer wieder zu motivieren und mit einer guten Einstellung zu glänzen. „In Böblingen waren diese Voraussetzungen wohl nicht gegeben, aber die junge Truppe hat auch schon viele Nackenschläge einzustecken gehabt. Auch gegen Essen sind wir natürlich wieder Außenseiter, vor allem, weil unsere Japanerin Misaki Morizono nicht in Hannover ist. Aber wir freuen uns mit der DJK eine hochattraktive Mannschaft begrüßen zu dürfen, die mit Elke Schall und Zhenqi Barthel gleich zwei Nationalspielerinnen aufbietet“, berichtet Hans Teille, Abteilungsleiter bei 96. Es seien einige Freikarten verteilt worden, um das Interesse bei den Fans zu fördern. Noch nicht abschließend geklärt ist, ob Rosalia Stähr bis zum Wochenende fit wird. „Rosalia laboriert an einer Bronchitis, deshalb spielte sie auch nicht bei der Deutschen Meisterschaft. Sie konnte schon so lange nicht mehr kontinuierlich trainieren, deshalb fehlt ihr als Abwehrspielerin auch absolut die Sicherheit“, bedauerte Teille. Doch in Bad Driburg habe 96 gezeigt, wie gefährlich sie auch mit Ersatz sein könnten.
„Wir wollen unseren Bonus, den wir uns mit dem Sieg gegen 3B erkämpft haben in Hannover keinesfalls verspielen. Wir gehen nicht von einer Niederlage aus“, gab sich Hans-Willi Frohn, Manager der TuS Essen-Holsterhausen selbstbewusst.
Martina Emmert
03.09.2010, 19:00 Uhr
Borussia Düsseldorf – SV Werder Bremen
03.09.2010, 19:30 Uhr
FSV Kroppach – TTSV Saarlouis-Fraulautern
03.09.2010, 19:30 Uhr
SV Plüderhausen – TG 1837 Hanau
04.09.2010, 14:00 Uhr
MTV Tostedt – DJK TuS Essen-Holsterhausen
04.09.2010, 15:00 Uhr
FC Tegernheim – TTC Fortuna Passau
04.09.2010, 15:00 Uhr
SV Siek – BV Borussia Dortmund
04.09.2010, 15:30 Uhr
BFV Hassia Bingen – FSV Kroppach
04.09.2010, 18:00 Uhr
1. FC Saarbrücken 2 – TTC matec Frickenhausen
05.09.2010, 11:00 Uhr
DJK TuS Essen-Holsterhausen – TSV Schwabhausen 1929
05.09.2010, 11:00 Uhr
Kaltenkirchener TS – SC Poppenbüttel
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