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  • 11.04.2010 – Deutsche Tischtennis Liga

    Der letzte Spieltag: Grenzau in den Play-Offs, Ochsenhausen auf Platz 3, Hanau schafft Klassenerhalt

    Der letzte Spieltag: Grenzau in den Play-Offs, Ochsenhausen auf Platz 3, Hanau schafft Klassenerhalt Wang Xi, TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, aktuelle Ligabilanz 27:5 (Foto: Roscher).

    TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell - TTC Frickenhausen 3:1

    Densivkünstler Wang Xi ließ DTTB-Nationalspieler Bastan Steger vor 680 Zuschauern in der Wilmingtonhalle beim 11:6, 11:3, 11:9 keine Chance. Damit war der sportliche Klassenerhalt für den "Tälesklub" nicht mehr möglich, der anschließend befreit aufzuspielen schien. Fabian Akerström jedenfalls gewann - nach einer 0:11-Bilanz - sein erstes Saisonspiel gegen seinen Landsmann Robert Svensson in vier Sätzen. Jan-Ove Waldner brachte aber die Osthessen wieder auf Kurs durch einen Fünfsatzsieg über Kenta Matsudaira. Wang Xi konnte nun den Sieg für Maberzell gegen Akerström perfekt machen und sein 27. Einzel in dieser Saison gewinnen. Und das tat der drahtige, 1,80 Meter große Chinese denn auch souverän (11:6, 11:6, 11:4) und beendete damit die vorerst letzte Partie des TTC Frickenhausen im Oberhaus nach einer Gesamtspielzeit von exakt zwei Stunden. Eine katastrophale Rückrunde mit 0:18 Punkten hatte den fast tragischen Absturz des Meisters von 2006 und 2007 zur Folge. Auch ohne Tan Rui Wu hätte man einer Mannschaft mit Steger und Matsudaira einiges mehr zugetraut.

    Nun geht es für die Osthessen in die Play-Offs und zwar gegen Ochsenhausen, die eine ganz starke Rückserie gespielt und nur zwei Partien verloren haben, eine davon gegen die Waldner-Truppe. Das Hinspiel findet am kommenden Samstag in Biberach statt, das Rückspiel ist am 30. April angesetzt. Vorsitzender Stefan Frauenholz nimmt es gelassen: "Das ist uns eigentlich egal, gegen wen es geht. Wir nehmen was kommt. Ochsenhausen ist ein schwieriger Gegner aber machbar." Auch zu Personalfragen will sich der Maberzeller Boss noch nicht abschließend äußern. „Entschieden ist noch nichts“, sagte Frauenholz auf die Frage, ob man das Tischtennis-Genie aus Schweden eine weitere Saison in der Rhön wird spielen sehen. 

    Frickenhausens Trainer Jian Xin Qiu war nach dem Spiel trotz des nicht geschafften Klassenerhalts nicht völlig unzufrieden: „Fabian hat Gott sei Dank noch ein Spiel gewonnen, das ist für ihn sehr wichtig. Letztendlich war meine Mannschaft chancenlos, da Xi Wang einfach zu stark war. Wir müssen jetzt weiter nach vorne schauen und hoffen, dass es für uns doch noch eine Chance gibt, in der DTTL zu bleiben.“

    1. FC Saarbrücken - TG 1837 Hanau 1:3

    Toller Erfolg für die Youngster-Truppe um "Leitwolf" Jörg Roßkopf: Durch ein überzeugendes 3:1 des Außenseiters aus Hessen beim 1. FC Saarbrücken brachte der DTTL-Seiteneinsteiger - trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Spitzenspieler Chiang in den letzten fünf Partien - den sportlichen Klassenerhalt auf dem achten Platz unter Dach und Fach. "Rossi", der am Freitagabend gegen Fulda triumphal verabschiedet worden war, kann damit beruhigt den Staffelstab an seine Nachfolger übergeben, da das Projekt Ligaverbleib mit ihm als Motor eindrucksvoll in die Realität umgesetzt wurde. Rein theoretisch hätte der letzte Spieltag noch zur Stolperfalle werden können, doch die Brüder-Grimm-Städter lösten ihre Aufgabe im Saarland in beeindruckender Manier.

    Zunächst jedoch das 1:0 für Saarbrücken: Andrej Gacina schlug Jörg Roßkopf in dessen (diesmal wirklich) letztem DTTL-Einzel nach einem 1:2-Rückstand noch in fünf Sätzen (11:4, 8:11, 11:13, 11:4, 11:8). Die TGH glich aus durch ihren scheidenden Defensivspezialisten Ruwen Filus, der einen wirklich starken Tag erwischt hatte und in seinem ersten Einzel keinen Geringeren als Bojan Tokic 11:6, 6:11, 11:7, 11:8 bezwang. Damit konnte der 1.FCS den vierten Play-Off-Platz definitiv nicht mehr erreichen. Nach der Pause ging Hanau sogar in Führung: Der baumlange Siegerländer Steffen Mengel zeigt sich gut erholt von seinen beiden Niederlagen gegen Fulda im Hessenderby und schlug Leung Chu Yan 11:8, 8:11, 11:9, 11:8. Filus ließ seinen zweiten famosen Auftritt an der Saar folgen und besiegte den Kroaten Andrej Gacina in der Neuauflage des EM-Achtelfinales von Stuttgart noch mit 3:2, nachdem er phasenweise klar im Hintertreffen war. 11:7, 0:11 (!), 6:11, 14:12 und 11:9 aus Sicht des Noch-Hanauers hieß es am Ende in diesem Thriller. Hanau durfte jubeln, wenngleich man es in gemäßigtem Stil tat und sich in erster Linie einfach erleichtert über den guten Saisonabschluss auf Platz acht mit 14:22 Punkten zeigte. Bundesliga-Gründungsmitglied Saarbrücken hatte vor Wochen bei einer komfortablen Tabellensituation noch beste Chancen auf einen "Platz an der Sonne", leistete sich dann aber fünf Niederlagen in Folge und hatte als Fünfter am Ende zwei Punkte zu wenig auf dem Konto.

    Hanaus Trainer Helmut Hampl: "Der Verlauf der Saison war nicht top, da mit Chiang und bei der guten Entwicklung unserer jungen Spieler sicher ein besserer Platz möglich gewesen wäre. Gemessen an der Konstellation, so wie sie sich in den letzten Wochen dargestellt hat, ist für uns aber der Klassenerhalt auf einem sportlichen Nichtabstiegsplatz wie eine deutsche Meisterschaft. Die Mannschaft hat sich stark gesteigert und bis zum Schluss sehr diszipliniert gespielt. Zudem sind wir der einzige Verein, der die letzten fünf Saisonspiele nur mit deutschen Spielern bestritten hat." Manager Johannes Herrmann: "Wir sind happy, die Jungs haben sich heute alle nochmal richtig ins Zeug gelegt. Wir sind froh, dass wir unseren vielen Fans weiterhin Bundesliga-Tischtennis bieten können und denken, dass wir sportlich, aber auch durch unsere neuen Wege und Ideen "neben der Platte" die Liga weiterhin bereichern können." "Mister Tischtenis" Jörg Roßkopf: "Es war schon ein etwas eigenartiges Gefühl, nach dem tollen Freitag heute nochmals am Tisch zu stehen. Ein bißchen leer war ich innerlich noch und ganz froh, als nach meinem dritten Satz gegen Gacina die Nachricht aus Fulda kam, dass wir durch waren." Ruwen Filus: "Ich freue mich natürlich sehr, dass ich heute in meinem letzten DTTL-Spiel für die TG Hanau beide Einzel gewinnen konnte. Ich habe gut gespielt, allerdings haben mir die Halle und der Tisch auch gut gelegen. Hanau ist ein toller Verein, es hat sehr viel Spaß gemacht, hier zu spielen. Nun freue ich mich aber auch auf meine neue Aufgabe in Ochsenhausen."

    TTC Zugbrücke Grenzau - TTF LIEBHERR Ochsenhausen 1:3

    Zunächst das 1:0 für Grenzau: Kenji Matsudaira besiegte vor 400 Zuschauern in der Zugbrückenhalle Pär Gerell 3:1. Doch dann kam Ochsenhausens große Zeit: Erst egalisierte der Taiwanese Chuang Chi-Yuan, der Lucjan Blaszczyk in vier Durchgängen bezwang. Im Anschluss gewann Tiago Apolonia ein sehenswertes Fünfsatz-Spiel gegen Patrick Baum. Damit war rechnerisch bereits Platz drei für die Oberschwaben "eingetütet". Dem starken Chuang blieb es vorbehalten, durch ein ungefährdetes 3:0 gegen Kenji Matsdaira (11:6, 11:6, 11:7) die Partie zu beenden. Nach zweieinhalb Stunden waren im Brexbachtal die letzten Play-Off-Entscheidungen gefallen. Beide Teams stehen in der Halbfinalrunde um die Deutsche Meisterschaft 2009/10 - Ochsenhausen muss sich mit Fulda-Maberzell auseinandersetzen, Grenzau mit Rekordmeister Düsseldorf.

    TTC-Trainer Michele Comparato: „Wir hatten durchaus noch die Möglichkeit, gegen Ochsenhausen einen 3:1-Sieg einzufahren. Die Chancen waren da. Aber dann hat Chuang im zweiten Einzel gegen Lucjan seine ganze Klasse ausgespielt. Aber wir haben die Play-Offs erreicht, damit hätte doch noch vor 14 Tagen niemand gerechnet.“ Lucjan Blaszczyk: „Ein großes Kompliment an die Mannschaft für diese Leistung. Am Anfang des Jahres hatte es uns erwischt, wir steckten in einem Leistungstief. Daraus haben wir uns befreit, Saarbrücken ist in ein solches gefallen. Nur so war diese Überraschung noch möglich.“ TTF-Präsident Rainer Ihle: „Chuang und Apolonia haben sich beide heute erneut in sehr guter Form präsentiert. Wir sind auch in Grenzau sehr selbstbewusst und souverän aufgetreten, wie schon die gesamte Rückrunde.“ Tiago Apolonia: "Wir wollten unbedingt den dritten Platz verteidigen und waren heute sehr konzentriert." 

    SV Werder Bremen - TTC indeland Jülich 3:1

    1:1 stand es in Bremen zur Pause in einem munteren DTTL-Spiel: Zunächst besiegte Jens Lundquist Filip Szymanski ungefährdet, dann schlug aber der Linkshänder aus Singapur, Yang Zi, in vier Sätzen gegen Taku Takakiwa zu. Dann die erneute Führung für Werder: Lars Hielscher schlug Marcos Freitas in drei engen, umkämpften Sätzen. Jens Lundquist machte nach einer Gesamtspieldauer von gut zwei Stunden alles klar für die Norddeutschen durch ein gegen 11:9, 11:7, 11:9 gegen Yang Zi.

    Bremen hat damit Tabellenplatz sechs sicher, Jülich wird nächste Saison auf eigenen Wunsch in der 2. Bundesliga Nord spielen, wäre nach dem heutigen Tabellenstand als Neunter jedoch auch sportlich abgestiegen. Dennoch hat die Mannschaft aus der westlichen Grenzregion, die vor der Runde als schwächster Bundesligist eingeschätzt worden war, mit insgesamt sechs Siegen gewiss nicht enttäuscht. Jülichs Trainer Johannes Dimmig wäre aber zu gerne bis zum Schluß auf einem sportlichen Nichtabstiegsplatz geblieben: "Ich bin mit unserer Leistung in dieser Saison zufrieden, aber nicht mit dem Ergebnis. Aber das Ergebnis zählt - leider!"

    Rosiger sehen die Perspektiven bei den Norddeutschen aus. Werders Team-Manager Sascha Greber zog ein kurzes Fazit: „Unsere Jungs haben noch mal alles gegeben und sich voll reingehangen. Ich denke, dass unser Teamgeist in der nächsten Saison ein großer Vorteil sein kann.“ Als Abgang steht Taku Takakiwa fest - der Japaner wurde vor der Partie verabschiedet. Greber deutete an, dass ein spielstarker Neuzugang demnächst unterschreiben wird: „Wir haben uns auf Takus Abschied natürlich vorbereitet und werden diese Woche einen Neuzugang präsentieren. Ich kann noch nicht zu viel verraten, ich glaube aber, dass er sowohl sportlich als auch persönlich ideal zu uns passen wird.“ Im nächsten Jahr soll der Blick verstärkt nach oben gerichtet werden. Lars Hielscher: „Wenn sich bei uns keiner verletzt oder längerfristig ausfällt, haben wir durchaus Potential für mehr. Gerade gegen Ende der Saison konnten wir zeigen, dass wir in der DTTL absolut konkurrenzfähig sind. Wenn wir diese Form über eine ganze Saison zeigen können, werden unsere Fans sicherlich viel Freude in der neuen Halle haben.“

    Borussia Düsseldorf - SV Plüderhausen 3:0

    Vor 740 Zuschauern im ARAG CenterCourt stellte der SVP, der verletzungsbedingt mit nur einem erstligatauglichen Akteur und zwei Verbandsklassen-Spielern angereist war, keine echte Herausforderung für den Ligaprimus da. Allerdings hatte Seiya Kishikawa schwer zu kämpfen, um den einzigen Stammspieler der Schwaben, Jakub Kosowski, mit 11:9 im fünften Satz niederzuhalten. Der untersetzte Japaner, der Düsseldorf zum Saisonende verlassen wird, belohnte sich mit einer 15:4-DTTL-Bilanz nach Punktrunden-Abschluss, die ihm vor der Saison nicht allzu viele Experten zugetraut hätten. Zuvor hatte Christian Süß locker das 1:0 für die Rheinländer markiert, dabei aber seinen Gegenspieler Fabian Rieger immerhin etwas mitspielen lassen. Ebenso im Schongang konnte Trinko Keen im dritten Einzel des Tages bereits alles klarmachen. In 90 Minuten inklusive Pause war alles vorüber. Borussia-Trainer Dirk Wagner: "Das war heute ein einseitiges Spiel. Dennoch haben sich die Jungs reingehängt und den Zuschauern einiges geboten. Jetzt freuen wir uns auf das Halbfinale gegen Grenzau. Das wird ein sehr interessantes Duell, bei dem die Fans voll auf Ihre Kosten kommen werden."

    DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher

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