Eva Jeler im Kreise ihrer Silber-Mädchen (Foto: Steinbrenner) Frankfurt. Mit neun Medaillen (2xGold, 1xSilber und 6xBronze) im Gepäck kehrte die deutsche Delegation am Montag von den 53. Jugend-Europameisterschaften aus Istanbul zurück. Mit ihren Titeln im Jungen-Einzel und Mädchen-Doppel hatten Patrick Franziska und Sabine Winter einen Tag zuvor für einen aus deutscher Sicht goldenen Abschluss gesorgt. Im Interview mit tischtennis.de zieht Mädchen-Bundestrainerin und DTTB-Nachwuchskoordinatorin Eva Jeler eine erste organisatorische und sportliche Bilanz der kontinentalen Titelkämpfe.
tischtennis.de: Frau Jeler, wie fällt ihre erste Bilanz der EM aus?
Eva Jeler: Zunächst möchte ich dem türkischen Verband ein großes Kompliment aussprechen für die gelungene Veranstaltung unter sehr guten Bedingungen. Sicher gab es hier und da auch kleinere Pannen, aber man darf nicht vergessen, um was für eine riesige Veranstaltung es sich bei Jugend-Europameisterschaften handelt.
Und aus sportlicher Sicht?
Unsere neun Medaillen sind ein sehr gutes Ergebnis. Damit bin ich absolut zufrieden. Wenn man sich vor Augen führt, was für ein Aufwand für jede einzelne Medaille betrieben wird, von den Spielerin, dem Trainerteam, Betreuern und dem gesamten Umfeld, müsste man sich eigentlich für jede Medaille verbeugen, zumal die internationale Konkurrenz beispielsweise aus Rumänien oder Frankreich sehr stark ist. Insgesamt habe ich von uns viel Positives gesehen, auch wenn leider nicht alle ihr Potenzial voll ausschöpfen konnten. Die gezeigten Leistungen stimmen mich zuversichtlich, in Zukunft an diese Erfolge anknüpfen zu können.
Für die
Mädchen hat es trotz guter Leistungen leider nicht zum Titel im Teamwettbewerb gereicht.
Die Mädchen waren an Position eins gesetzt und sicher haben wir auf die Goldmedaille gehofft. Die Finalniederlage war natürlich ganz, ganz bitter, denn die Chance auf den Titelgewinn war da. Aber so ist das im Sport: Manchmal läuft es einfach nicht so. In einigen Situationen im Endspiel war das Glück vielleicht auch nicht unbedingt auf unserer Seite. Ich möchte nicht sagen, dass uns Glück gefehlt hat, aber zumindest Pech sollte man nicht haben. Die Mädchen hätten sich Gold durchaus verdient, da sie über das gesamte Turnier eine sehr gute Leistung gezeigt haben. Der niederländische Sportdirektor Achim Sialino hat nach dem Endspiel zu mir gesagt: „Wenn man eure Silbermedaille aufschneidet, ist ein goldener Kern darin.“ So sollten die Mädchen das sehen, denke ich.
Für Sabine Winter gab es im Mädchen-Doppel ja doch noch einen goldenen Abschluss der Titelkämpfe.
Sabine war nach dem frühen Aus in Runde zwei des Einzel-Wettbewerbs schon sehr enttäuscht. Sie hat aber auch gegen eine Gegnerin gespielt, die nahezu fehlerlos agiert hat. Zudem liegt ihr das System von Kristyna Mikulcova überhaupt nicht. Umso bemerkenswerter finde ich es, wie sie sich im Anschluss daran im Doppel präsentiert hat. Die Stärke, nach so einer schmerzhaften Niederlage noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und zurückzukommen, haben nicht viele. Mit dem Titel im Doppel hat sich Sabine für ihre tolle Moral belohnt. Das sehe ich sehr, sehr positiv.
Wie bewerten Sie den Titelgewinn von Patrick Franziska?
Patrick hat sich vom ersten bis zum letzen Ball an durch das Turnier gebissen. Spielerisch hat er nicht immer geglänzt, dies aber durch Einsatz und Kampfgeist wett machen können. Ich habe großen Respekt vor Patricks Leistung. Vor dem Hintergrund, dass er nicht sein ganzes spielerisches Potenzial abrufen konnte, ist sein Erfolg noch höher zu bewerten.
Während Patrick Franziska als Anwärter auf den Titel ins Turnier ging, war die Bronzemedaille von Qui Dang im Schüler-Einzel im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten.
Bei den Schülern habe ich insgesamt viel Positives gesehen, obwohl mir in einigen Situationen die richtige Einstellung gefehlt hat. Aber das können sie noch lernen. Spielerisch haben mich die Schüler hingegen weitestgehend überzeugt. Vor allem Qui Dang hat eine sehr positive Art Tischtennis zu spielen.
Eva Jeler, wir danken für das Interview. Alles Gute!
MO
1. Damen-Bundesliga / 2. Bundesligen
04.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Fortuna Passau – TTC matec Frickenhausen 2
04.02.2012, 15:00 Uhr
SV Siek – BV Borussia Dortmund
04.02.2012, 18:00 Uhr
1. FC Saarbrücken Tischtennis 2 – ASV Grünwettersbach
04.02.2012, 18:30 Uhr
TV Busenbach – NSC Watzenborn-Steinberg
04.02.2012, 19:00 Uhr
TTC Zugbrücke Grenzau 2 – TTC Seligenstadt
05.02.2012, 14:00 Uhr
TuS Bad Driburg – SV DJK Holzbüttgen
05.02.2012, 14:00 Uhr
TV 1879 Hilpoltstein – TTC Fortuna Passau
05.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Hagen – SV Siek
05.02.2012, 14:30 Uhr
TTC Seligenstadt – TTC matec Frickenhausen 2
05.02.2012, 15:00 Uhr
TTC indeland Jülich – Hertha BSC Berlin
TTBL
(1. Herren-Bundesliga)
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