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  • 30.07.2010 – Jugend

    Istanbul im Kopf, Faak in den Beinen

    Istanbul im Kopf, Faak in den Beinen Nur wenig Zeit zum Genießen: Patrick Franziska (Foto: Steinbrenner)

    Faak/Österreich. Nach dem Erfolg ist vor dem Erfolg. Allzu viel Zeit, seinen Triumph zu genießen und sich auf den Lorbeeren des EM-Titels auszuruhen, blieb Patrick Franziska nach seiner Rückkehr aus Istanbul am Montagnachmittag nicht. Ein kurzer Abstecher zu seiner Familie - das wars. Keine 24 Stunden später startete schon wieder der Flieger gen Faak am See. Beim Konditionslehrgang in Österreich schindet sich der frischgebackene Jugend-Europameister gemeinsam mit der Herren-Nationalmannschaft noch bis morgen für die kommende Saison. „Am Sonntag haben wir in Istanbul noch ein bisschen gefeiert. Da hatte ich dann schon die Zeit um zu realisieren, was mir da gelungen ist“, bestätigt der 18-jährige Nationalspieler, der im vergangenen Jahr in Stuttgart schon EM-Luft bei den Erwachsenen schnuppern durfte.

    Heißer Anwärter auf Gold

    Als Nummer eins der U18-Europarangliste und topgesetzter Spieler galt Franziska in Istanbul als einer der heißesten Anwärter auf Gold. Entsprechend hoch war die Erwartungshaltung vor seinen letzten Jugend-Europameisterschaften. Dieses Jahr sollte es mit dem Titel endlich klappen. „Ich habe schon einen besonderen Druck verspürt, den ich mir aber hauptsächlich selbst gemacht habe. In der einen oder anderen Situation hat mir deshalb etwas die Lockerheit gefehlt. Vielleicht lag es in den ersten Runden auch am mangelnden Selbstvertrauen. Nach dem Team-Wettbewerb waren wir alle ziemlich angeschlagen.“
    Mit einem 3:1 Erfolg hatten zuvor die Kroaten die deutschen Hoffnungen auf den Mannschafts-Titel im Semi-Finale unsanft beendet. Für Patrick Franziska und die DTTB-Auswahl eine herbe Enttäuschung. „Im Einzel wollte ich es dann unbedingt besser machen." Und das tat er. Obwohl er spielerisch im gesamten Turnier nie zu seiner Bestleistung fand, konnte sich der DTTL-Profi der TG Hanau von Runde zu Runde steigern. „Spielerisch war es sicher nicht mein bestes Tischtennis. Das Gefühl hat mir über das gesamte Turnier gefehlt. Aber ich habe immer an mich gegDer Moment des Triumphes: Europameister Patrick Franziska (Foto: Steinbrenner) laubt und war vor allem physisch und psychisch sehr stark.“

    Für den zweifachen Europe Youth Top 10 Sieger ist dieser EM-Titel die Krönung seiner Erfolge im Nachwuchsbereich. „Anders als beim Europe Youth 10 stehst du bei einer EM aufgrund des K.O.-Systems von der ersten Runde an unter Druck. Ein schlechtes Spiel und du bist ausgeschieden. Ich freue mich riesig über die Goldmedaille und wäre schon sehr enttäuscht gewesen, wenn es nicht geklappt hätte. Obwohl ich, wenn man bedenkt wie das Turnier für mich gelaufen ist, mit etwas Abstand sicher auch mit Silber oder Bronze zufrieden gewesen wäre.“

    „Die Chinesen werden stark sein“

    Sonderlich viel Zeit zum Durchschnaufen gönnt sich Franziska bis zum DTTL-Auftaktspiel seiner TG Hanau am 29. August gegen die Tischtennisfreunde aus Ochsenhausen nicht. „Mitte Mai war ich mit meiner Freundin eine Woche in Tunesien. Müde oder ausgebrannt fühle ich mich nicht. Vielmehr freue ich mich schon auf den Saisonstart.“ Neue Ziele sind bereits definiert: „Ich möchte mich weiter bei den Herren etablieren, in der Rangliste weiter nach oben klettern und mit der TG Hanau natürlich die Klasse halten.“

    An seinen letzten großen Auftritt im Jugendbereich denkt er derweil noch nicht. „Über die Jugend-Weltmeisterschaften im Dezember mache ich mir derzeit keine Gedanken. Das ist ja noch ein halbes Jahr hin. Für Ziele oder Prognosen ist es jetzt noch zu früh. Die Asiaten und ganz besonders die Chinesen werden auf jeden Fall wieder stark sein.“ Patrick Franziska sicher auch.
     

    MO

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