In Fulda überzeugte Aleksandar Karakasevic. Der SV Plüderhausen hofft, dass der Serbe am Sonntag auch in Biberach brilliert (Archivfoto: Roscher). Sonntag, 14:00 Uhr: TTF LIEBHERR Ochsenhausen – SV Plüderhausen
Knapp 40 Stunden nach dem ersten internationalen Auftritt der jungen, neu formierten Ochsenhausener Mannschaft in der Champions League bei Pontoise Cergy geht es zum zweiten Mal in dieser Saison um Punkte in der DTTL. Die TTF-Heimpremiere in der noch taufrischen Saison 2010/11 darf man zudem als Derby bezeichnen, stehen sich doch die beiden im Oberhaus verbliebenen Teams aus Baden-Württemberg gegenüber, auch wenn deren Spielstätten geographisch circa 140 Kilometer trennen.
Die Johansson-Truppe hat beim 3:0 in Hanau eine Woche zuvor einen beachtlichen Einstand gefeiert, bei dem sich auch die eingesetzten Neuzugänge Seiya Kishikawa und Marcos Freitas schon bestens integriert gezeigt hatten. Aber auch Plüderhausen wusste zu gefallen und musste nach erbitterter Gegenwehr eine unglückliche 2:3-Niederlage beim Zweiten der DTTL-Punktrunde 2009/10 Fulda-Maberzell hinnehmen. Während die TTF-Cracks heute Abend in der europäischen Eliteklasse aufschlagen, haben die Mannen aus dem schwäbischen Remstal zunächst ein weiteres Bundesliga-Kräftemessen vor der Brust. Gegner Hanau dürfte sich auf Augenhöhe bewegen.
Andererseits hat wohl auch das Abschneiden der jungen Ochsenhausener Mannschaft in Frankreich Auswirkungen auf deren Auftritt im Derby. So erhofft sich TTF-Präsident Rainer Ihle von einem Erfolg in der Champions League einen positiven Effekt für die Liga, speziell für das Derby: „Die Psyche vom Freitag spielt auch eine Rolle für den Sonntag. Es wäre natürlich fantastisch, mit zwei Siegen in der Liga und einem in der ECL erfolgreich in die Saison zu starten, das würde der jungen Mannschaft richtig Auftrieb geben.“
In der Vergangenheit tat sich Ochsenhausen öfters schwer mit dem Derbygegner aus dem Remstal. So gab es oft lange Spiele, die mit knappen Siegen, aber auch hin und wieder mit Niederlagen endeten. Dennoch darf man die TTF-Truppe als zumindest leicht favorisiert betrachten. Rainer Ihle jedenfalls geht von einer echten Herausforderung aus: „Leung ist immer gefährlich, „Wundertüte“ Karakasevic ebenso. Wir müssen von Anfang an selbst unser Spiel machen und aggressiv zu Werke gehen, um Plüderhausen schlagen zu können.“ Die Grundstimmung des TTF-Machers ist aber positiv: „Die Trainingseindrücke sind sehr gut, Anders Johansson arbeitet sehr konzentriert mit den Jungs. Wir hoffen zum Saisonauftakt in heimischer Halle auf rund 1.000 Zuschauer, die der jungen, neuen Mannschaft den Rücken stärken.“
SVP-Sportkoordinator Ulrich Engele sieht Ochsenhausen als eindeutigen Favoriten an: „In dieser Partie sind wir klarer Außenseiter, denn nicht umsonst werden die Oberschwaben als stärkster Verfolger der Übermannschaft Düsseldorf im Meisterschaftsrennen genannt. Allerdings ist der Respekt unserer Akteure hoffentlich nicht so groß, dass Sie vor lauter Angst den Schläger nicht halten können. Wir werden auch in diesem Match alles versuchen, dem Gegner unerwartet ein Bein zu stellen, was uns ja eben gegen unsere Freunde schon öfters gelungen ist. Warten wir's mal ab.“
Sonntag, 15:00 Uhr: TTC Zugbrücke Grenzau – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Beide Mannschaften sind erfolgreich in die Saison gestartet und haben ihren Anspruch, Play-Off-Anwärter zu sein, untermauert. Beide hatten hart zu kämpfen, um sich in Bremen beziehungsweise gegen Plüderhausen knapp zu behaupten. Fulda-Maberzell ist ein gern gesehener Gast in Grenzau: „Vor heimischem Publikum haben wir gegen Fulda noch nie verloren, aber jedes Spiel läuft anders“, wie Zugbrücken-Chef Manfred Gstettner zu berichten weiß.
Natürlich wollen sich die Osthessen mit diesem Nimbus nicht abfinden, zumal es ja lediglich eines einzigen Auswärtssieges bedarf, um Grenzau vom Angstgegner-Podest zu stürzen. Mit „Leader“ Wang Xi, Tischtennis-Genie Jan-Ove Waldner, seinem Landsmann Robert Svensson und Spielertrainer Qing Yu Meng - eins zu eins die Erfolgsbesetzung der Vorsaison - sind die Maberzeller an sich gut genug bestückt, um auch die Zugbrückenhalle mit einem Erfolgserlebnis verlassen zu können. Allerdings hat Grenzau an Qualität zugelegt: Robert Gardos scheint ohne Anlaufschwierigkeiten in der DTTL angekommen zu sein, Kenji Matsudaira hat großes Potenzial und Lucjan Blaszczyk war in Bremen bärenstark.
Beide Mannschaften müssen sich zunächst am Freitagabend in der Champions League mit den russischen Giganten - Orenburg und Jekaterinburg - messen. Wer am meisten Selbstvertrauen mitnehmen kann, hat einen Pluspunkt gesammelt. Grundsätzlich darf man davon ausgehen, dass die Tagesform das brisante Duell der beiden Topteams entscheiden wird.
Manfred Gstettner zollt dem Gegner im Vorfeld Respekt: „Fulda wird ein heißer Tanz, die Zuschauer können sich auf ein tolles Spiel freuen. Besonders die Begegnungen mit dem chinesischen Abwehrspezialisten Wang Xi versprechen spektakuläre Ballwechsel. Zudem kann Fulda mit der Kombination Jan-Ove Waldner und Qing Yu Meng ein perfekt eingespieltes Doppel aufweisen.“ Dennoch setzt der Grenzauer Präsident auf Sieg: „Unseren guten Start in Bremen wollen wir mit einem Heimsieg gegen Fulda fortsetzen.Gespannt darf man sein, ob es uns wieder gelingt, Abwehrass Wang zu schlagen. Unser Heimnimbus gegen Fulda soll gewahrt bleiben.“
Robert Gardos ist der gleichen Meinung: „Fulda wird ein sehr schweres Spiel werden. Wir haben viele verschiedene Möglichkeiten bei der Aufstellung, aber es wird harte Arbeit sein, dieses Match zu gewinnen.“ Lucjan Blaszczyk schließlich zeigt sich ebenfalls vorsichtig optimistisch: „Fulda spielt seit Jahren sehr ausgeglichen und stabil. Es wird ein sehr spannendes Spiel, aber ich glaube, Fulda liegt uns ganz gut. Allerdings müssen wir erneut unsere beste Leistung abrufen.“
Sonntag, 17:00 Uhr: 1. FC Saarbrücken – TTC Ruhrstadt Herne
In der Düsseldorfer Tonhalle gingen die im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga ambitionierten Saarbrücker leer aus, allerdings hätten die ersten beiden Einzel – Bastian Steger und Bojan Tokic verloren jeweils im Entscheidungssatz – durchaus auch einen anderen Verlauf nehmen können. Nun wäre es also Zeit für den ersten Saisonsieg und das in heimischer Halle.
Allerdings ist der Gegner alles andere als leicht auszurechnen. Aufsteiger Ruhrstadt Herne gibt zum ersten Mal in Deutschlands Eliteliga seine Visitenkarte ab. Allerorts ist man mächtig gespannt auf das Bundesligadebüt eines 22-jährigen Chinesen, dessen Namen vor einigen Monaten hierzulande nur absolute Insider kannten. Zhou Bin, der sich in Ochsenhausen in der Johansson-Trainingsgruppe fit hält und auch das TTF-Trainingslager im Kleinwalsertal mit absolviert hat, wird erstmals für Herne aufschlagen. Man hört Wunderdinge über den Linkshänder, der direkt aus der chinesischen Superliga den Weg in die DTTL gefunden hat. In der Joachim-Deckarm-Halle wird nicht zuletzt die Frage im Fokus stehen, ob der ehemalige Juniorenweltmeister aus dem Reich der Mitte die hochgesteckten Erwartungen auf Anhieb erfüllen kann.
Mit Routinier Petr Korbel, zuletzt in Charleroi unter Vertrag, hat der Aufsteiger eine weitere Trumpfkarte vorzuweisen, wodurch Prognosen für den Sonntag äußerst schwierig werden. Bei aller Fixierung auf Zhou Bin sollte aber auch nicht übersehen werden, dass die beiden übrigen Akteure Hernes aus der letztjährigen Aufstiegstruppe zwischenzeitlich hart und konzentriert an sich gearbeitet haben. Teodor Yordanov und Erik Bottroff haben sich mit besonderem Eifer auf ihre erste Bundesligasaison vorbereitet. Yordanov hat in seiner Heimat die WM-Vorbereitung des bulgarischen Nationalteams mitgemacht, während der 2,04-Meter-Riese Bottroff etliche Sonderschichten im Düsseldorfer DTTZ eingelegt hat.
Der stets gut informierte 1.FCS-Trainer Matthias Landfried will demenstprechend auch nichts von einer Pflichtübung für die Saarländer hören: „Das Spiel gegen Herne nehmen wir sehr ernst. Wer denkt, dass man gegen einen Aufsteiger grundsätzlich leichtes Spiel hat, wird sich insbesondere massiv verschätzen, wenn dieser Aufsteiger mit Hochkarätern wie Petr Korbel und Zhou Bin besetzt ist! Petr Korbel ist immer noch zu Weltklasseleistungen fähig und nicht nur verschiedene chinesische Spieler gaben die Rückmeldung, dass Zhou Bin in der Ersten Bundesliga fast unschlagbar sei und lediglich von Timo Boll und einem Christan Süß in Toptagesform zu gefährden wäre.“ Allerdings ist Landfried erst recht von der Qualität seiner Truppe überzeugt: „Da ich meinen Spielern aber zutraue, bei vergleichbarer Tagesform, auf demselben Leistungsniveau spielen zu können wie Christian Süß, bin ich mir sicher, dass auch meine Jungs Zhou Bin gefährden - und damit auch besiegen - können. Ich bin mir auch sicher, dass alle Zuschauer in der Halle absoluten Spitzensport sehen werden.“
Gelassen steuert man in Herne auf den Saisonauftakt zu. Vorsitzender Peter Kukovic sieht das Team nicht unter Druck: "Als Aufsteiger sehen wir der Saison relativ entspannt entgegen, da wir keinen Erfolgsdruck haben und das ganze „Neuland“ auf uns zukommen lassen werden. Dennoch existiert ein gewisser Ehrgeiz, so dass das Saisonziel natürlich ein schneller Klassenverbleib ist." TTC-Trainer Jens Stötzel zeigt sich selbstbewusst: „Wir haben auf jeden Fall eine gute Truppe zusammen. Wir werden zwar nicht regelmäßig Favorit sein, aber einige etablierte Teams wollen wir schon ärgern." Vor dem namhaften Auftaktgegner zeigt Stötzel aber schon Respekt: „Mit Bastian Steger, Bojan Tokic und Joao Monteiro sind die an den ersten drei Positionen sehr stark besetzt. Saarbrücken ist am Sonntag der Favorit, deshalb können wir da ohne Druck aufspielen.“
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher
1. Damen-Bundesliga / 2. Bundesligen
04.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Fortuna Passau – TTC matec Frickenhausen 2
04.02.2012, 15:00 Uhr
SV Siek – BV Borussia Dortmund
04.02.2012, 18:00 Uhr
1. FC Saarbrücken Tischtennis 2 – ASV Grünwettersbach
04.02.2012, 18:30 Uhr
TV Busenbach – NSC Watzenborn-Steinberg
04.02.2012, 19:00 Uhr
TTC Zugbrücke Grenzau 2 – TTC Seligenstadt
05.02.2012, 14:00 Uhr
TuS Bad Driburg – SV DJK Holzbüttgen
05.02.2012, 14:00 Uhr
TV 1879 Hilpoltstein – TTC Fortuna Passau
05.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Hagen – SV Siek
05.02.2012, 14:30 Uhr
TTC Seligenstadt – TTC matec Frickenhausen 2
05.02.2012, 15:00 Uhr
TTC indeland Jülich – Hertha BSC Berlin
TTBL
(1. Herren-Bundesliga)
Abonnieren Sie den Newsletter Sportentwicklung des DTTB:
Mit Wirkung vom 1. Mai hat Deutschland seinen Arbeitsmarkt für acht mittel- und osteuropäische Staaten geöffnet. Deren Staatsangehörige haben somit freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Dies hat Auswirkungen auf die Wettspielordnung des DTTB.