Ochsenhausens Portugiese Tiago Apolonia blieb in Frankreich ungeschlagen und bezwang Zoltan Fejer-Konnerth und Chiang Peng-Lung (Foto: Roscher). A.S. Pontoise Cergy – TTF Liebherr Ochsenhausen 2:3
Ein schwieriges Auftaktspiel für die neu formierte Ochsenhausener Mannschaft mit einem Happyend. Im ersten Match des Abends traf Tiago Apolonia auf einen gut aufgelegten Zoltan Fejer-Konnerth und geriet relativ schnell in einen 0:2-Satzrückstand. Doch dann fing sich der Portugiese, biss sich in das Match gegen den deutschen Ex-Nationalspieler hinein und brachte die Oberschwaben doch noch in Front (5:11, 7:11, 11:9, 11:8, 11:7). Ein kolossal wichtiger Punkt für die TTF-Truppe.
Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen legte Seiya Kishikawa gleich einen guten Start hin und gewann die Sätze eins und zwei gegen Penholder-Ass Chiang Peng-Lung mit 11:6 und 11:5. Allerdings ging Durchgang drei an den Taiwanesen (11:9). Und dann verlor "Kishi" etwas den Faden - 6:11 in Satz vier. Der fünfte Durchgang verlief zwar ausgeglichener, ging aber dennoch mit 11:9 an Chiang zum 1:1-Pausenstand. Alles war völlig offen. Anschließend sahen die circa 400 bis 500 französischen Fans, die ihr Team in jeder Spielphase lautstark anfeuerten, das Debüt von Neuzugang Ruwen Filus im TTF-Dress gegen Adrien Mattenet. Es begann gut, endete aber schlecht für den EM-Viertelfinalisten von Stuttgart: 11:6, 9:11, 3:11, 6:11 lautete das Resultat aus Sicht des deutschen Defensivkünstlers, der im ersten Satz dominiert hatte, im weiteren Verlauf des Matchs aber zu passiv agierte.
2:1 für die Franzosen, nun mussten sich Seiya Kishikawa und Tiago Apolonia rasch eine gute Antwort einfallen lassen. Und der untersetzte Japaner hatte die richtigen Ideen und besiegte "Zolli" Fejer-Konnerth in einem etwas merkwürdigen Spiel 3:11, 12:10, 12:10 und 11:2. Im Schlusseinzel hatte Tiago Apolonia mit Chiang Peng-Lung gewiss keinen leichten Gegner, hatte das Match aber - bis auf eine kritische Phase im ersten Satz, als er eine 10:5-Führung verspielte und anschließend vier Satzbälle abwehren musste - recht gut im Griff. Mit 16:14, 11:9 und 11:6 behauptete sich der ältere der beiden TTF-Portugiesen und ließ den Ochsenhausener Tross nach einem fast dreieinhalbstündigen Krimi über den gelungenen Auftakt in der Champions League jubeln.
Ochsenhausens Trainer Anders Johansson war hoch zufrieden: „Das war ein schweres Spiel heute auswärts in der Champions League. Der Gegner hatte eine andere Qualität als Hanau im ersten Bundesligaspiel. Und die französischen Fans haben ihr Team sehr lautstark unterstützt, das hat es nicht leichter für uns gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit den Leistungen und dem Ergebnis. Ein 3:2 auswärts in der ECL ist immer gut. Es war ein richtig guter Start für uns.“
TTC Zugbrücke Grenzau – GAZPROM Fakel Orenburg 2:3
Ein rassiger Fight und eine ganz tolle Leistung der Truppe aus dem Westerwald, die am Ende aber doch mit leeren Händen abreisen musste. Die Partie wurde in der Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz in Berlin ausgetragen - und dies schien kein schlechtes Pflaster für den TTC zu sein.
Grenzaus Österreicher Robert Gardos unterlag vor über 1.000 Zuschauern zwar im Auftakteinzel DTTB-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov mit 8:11, 6:11, 7:11, anschließend jedoch brillierte Routinier Lucjan Blaszczyk und lieferte Vladimir Samsonov ein richtig tolles Match, das nach 9:11, 11:5, 7:11 und 13:11 im fünften Satz entschieden werden musste. Und der Grenzauer Pole krönte seinen sensationellen Auftritt durch ein 11:7 über den Weißrussen im Entscheidungsdurchgang - der Ausgleich für die Westerwälder!
Ging da etwa noch mehr? Kenji Matsudaira spielte zunächst wie im Rausch und führte gegen Alexei Smirnov 2:0 nach Sätzen (11:3, 12:10). Zwar verlor der Japaner dann Durchgang drei - einen Wahnsinnssatz! - mit 17:19, um sich dann aber mit 11:9 zur 2:1-Führung für die Grenzauer gegen den in Bestbesetzung angetretenen Topfavoriten zu behaupten. Großes Kino in der Bundeshauptstadt!
Doch dann zogen die Russen nochmals das Tempo an und feierten am Ende doch noch einen 3:2-Sieg - Samsonov hatte Gardos 11:6, 11:8, 3:11 und 12:10 bezwungen und Ovtcharov gegen einen Blaszczyk mit recht leerem Akku ungefährdet nachgelegt (11:7, 11:1, 11:6). Respekt aber für die Grenzauer, deren spielerische und kämpferische Leistung sich wahrlich sehen lassen konnte.
Überragend beim Gast aus Orenburg war DTTB-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov, der eindrucksvoll seine letztjährige Königsklassen-Bilanz von 16:2 untermauerte und sich unmitttelbar vor der EM im tschechischen Ostrava in Galaform präsentierte. Ohne "Dima" auf Seiten der Russen hätte Grenzau allerbeste Chancen gehabt, den hohen Favoriten zu schlagen.
TTC-Präsident Manfred Gstettner war hoch zufrieden mit der eindrucksvollen Darbietung seiner Recken: „Die Mannschaft hat einen tolles Spiel geboten und eine super Moral bewiesen. Das Spiel war wesentlich enger als vorher erwartet. Ausgerechnet der einzige Deutsche im Team der Russen hat uns den Schneid abgekauft, aber Ovtcharov hat sich wirklich in glänzender Verfassung präsentiert und sehr stark gespielt. Jetzt aber gilt die ganze Konzentration schon wieder unserem schweren Spiel am Sonntag gegen Fulda."
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Sport Club UMMC Jekaterinburg 0:3
Jekaterinburg trat mit Primorac, Maze und Shibaev - also ohne Verstärkung aus China - an. Mit einem Sieg von Abwehrkünstler Wang Xi im Rücken konnte also durchaus etwas gehen für die Osthessen, die es letzte Saison bis ins Europapokalfinale gebracht hatten. Doch der drahtige Chinese konnte seiner Mannschaft diesmal nicht helfen und unterlag im Auftaktmatch dem Routinier Zoran Primorac in vier Sätzen (6:11, 9:11, 11:5, 8:11). Dennoch agierte Wang über weite Strecken des packenden 30-Minuten-Duells, in dessen Satzpausen der 41-jährige Kroate insgesamt vier Energieriegel verdrückte, durchaus auf Augenhöhe.
Jan-Ove Waldner hatte nach 8:11 und 7:11 immerhin einen Satz gegen Europameister Maze gewonnen - mit 13:11 ging der dritte Durchgang an den "alten Schweden". Doch der Däne, der von einem richtig gut aufgelegten "Waldi" zu Bestleistungen gezwungen wurde, zog im vierten Satz nochmals das Tempo an und gewann diesen 11:7. Michael Maze, der im EM-Finale von Stuttgart keinen Geringeren als Timo Boll bezwungen hatte, zollte der Tischtennis-Legende anschließend ehrlich gemeinten Respekt: „Das ist unglaublich, wie Waldner noch spielt. Er ist immer gefährlich.“ 2:0 jedoch stand es für den hohen Favoriten zur Pause - die Chancen auf ein "Wunder von Fulda" schwanden.
Folglich lag es an Robert Svensson, gegen den 19-jährigen Alexander Shibaev seine Farben zurück ins Spiel zu bringen. Doch der Schwede sah nur im ersten Satz gut aus und verlor diesen unglücklich mit 12:14. Danach blieb er weitestgehend chancenlos (3:11, 7:11).
Die Sensation ist vor gut 500 Zuschauern - ohne die zeitgleiche Liveübertragung des Fußball-Länderspiels wäre die Wilmingtonhalle vermutlich ausverkauft gewesen - ausgeblieben. Nach zwei Stunden und sechs Minuten Gesamtspieldauer mussten die Osthessen den Gästen aus Russland zum verdienten, vielleicht aber einen Tick zu hoch ausgefallenen Sieg gratulieren.
Auch wenn er sich natürlich ein "sympathischeres" Endergebnis gewünscht hätte, kam TTC-Vorsitzender Stefan Frauenholz nicht umhin, ein positives Fazit zu ziehen: „Das war eine hochklassige Partie gegen den erwartet schweren Gegner." Etwas kritischer fiel die Bewertung von Cheftrainer Qing Yu Meng aus: "Natürlich bin ich mit einem 0:3 nicht zufrieden. Robert war nicht gut, hat zu viele leichte Fehler gemacht, Waldi spielte super, Wang Xi war okay.“ Tatjana Kutergina, Trainerin des Teams aus Jekaterinburg, zeigte sich erwartungsgemäß sehr zufrieden. „Das war heute Abend nicht leicht für uns. Jedes Match war harte Arbeit. Natürlich hatten wir uns einen Sieg erhofft, jedoch nicht geglaubt, dass es ein 3:0 wird.“
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher
1. Damen-Bundesliga / 2. Bundesligen
04.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Fortuna Passau – TTC matec Frickenhausen 2
04.02.2012, 15:00 Uhr
SV Siek – BV Borussia Dortmund
04.02.2012, 18:00 Uhr
1. FC Saarbrücken Tischtennis 2 – ASV Grünwettersbach
04.02.2012, 18:30 Uhr
TV Busenbach – NSC Watzenborn-Steinberg
04.02.2012, 19:00 Uhr
TTC Zugbrücke Grenzau 2 – TTC Seligenstadt
05.02.2012, 14:00 Uhr
TuS Bad Driburg – SV DJK Holzbüttgen
05.02.2012, 14:00 Uhr
TV 1879 Hilpoltstein – TTC Fortuna Passau
05.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Hagen – SV Siek
05.02.2012, 14:30 Uhr
TTC Seligenstadt – TTC matec Frickenhausen 2
05.02.2012, 15:00 Uhr
TTC indeland Jülich – Hertha BSC Berlin
TTBL
(1. Herren-Bundesliga)
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Mit Wirkung vom 1. Mai hat Deutschland seinen Arbeitsmarkt für acht mittel- und osteuropäische Staaten geöffnet. Deren Staatsangehörige haben somit freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Dies hat Auswirkungen auf die Wettspielordnung des DTTB.