Saarbrückens Matchwinner Bojan Tokic, der sich gegen Teodor Yordanov und Zhou Bin durchsetzte (Foto: Roscher). TTF LIEBHERR Ochsenhausen – SV Plüderhausen 3:1
Die neu formierte, junge Mannschaft von TTF Liebherr Ochsenhausen ist mit zwei Siegen in der DTTL und einem Erfolg in der Champions League in die neue Saison gestartet. Dem starken Auftritt am Freitagabend bei Pontoise Cergy in der europäischen Königsklasse ließ die Johansson-Truppe heute ein 3:1 im Bundesliga-Derby gegen den SV Plüderhausen folgen. Damit hat Ochsenhausen vorerst die Tabellenspitze in Europas stärkster Liga erobert.
Doch der noch sieglose SVP verlangte den TTF-Akteuren in der Biberacher BSZ-Sporthalle alles ab. Vor 600 Besuchern stand es zur Pause 1:1. Zunächst hatte sich Leung Chu Yan ein wenig überraschend in fünf Sätzen gegen Tiago Apolonia durchgesetzt (11:8, 7:11, 11:5, 7:11, 11:5). Dann aber der Ausgleich durch Apolonias Landsmann Freitas, der sich gegen Plüderhausens Tschechen Jiri Vrablik behauptete (8:11, 11:6, 11:9, 11:8). Das Schwabenderby versprach im weiteren Verlauf noch einiges an Spannung. Das Match zwischen Seiya Kishikawa und Aleksandar Karakasevic verlief auch phasenweise sehr eng, Ochsenhausens Japaner gewann schließlich mit 3:1 Sätzen (11:8, 12:14, 14:12, 11:7). Nun konnte Apolonia gegen Vrablik den gelungenen Saisonstart der Oberschwaben perfekt machen. Aber auch dieses Match verlief über weite Strecken recht ausgeglichen. Mit 13:11 gewann der Portugiese Satz eins, mit 11:7 Satz zwei. Doch in Durchgang drei machte Vrablik aus einem 3:6 noch ein 11:8 und hielt sich im Match. Auch im vierten Satz musste Apolonia alles geben, um schließlich mit 15:13 den 3:1-Sieg der TTF Liebherr Ochsenhausen nach zwei Stunden und fünfzig Minuten Gesamtspielzeit und somit den Traumstart seines Teams in die neue Saison perfekt zu machen.
TTF-Präsident Rainer Ihle zeigte sich sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Ich bin sehr einverstanden mit dem, was das Team heute wieder gezeigt hat. Das war in Ordnung, gerade auch wenn man bedenkt, dass das schwere Champions League-Spiel in Frankreich noch keine zwei Tage zurückliegt. Unser Saisonstart war perfekt, zwei Spiele in der Liga und eins in der Königsklasse auf Anhieb mit der jungen Mannschaft zu gewinnen, kann sich sehen lassen. Unsere nächsten wichtigen Auftritte folgen in drei Wochen. Wir wollen das Heimspiel gegen Niederösterreich in der Champions League sowie das Bundesligaspiel in Herne gewinnen. Dann hätten wir schon frühzeitig gute Karten, in der ECL das Viertelfinale zu erreichen, und hätten in der DTTL bereits ein gutes Polster.“
Trainer Anders Johansson zollte seinen Spielern Anerkennung: „Ich bin mit allen drei Spielern sehr zufrieden. Spielerisch und kämpferisch hat alles gepasst. Dabei hat Plüderhausen durchaus gefährliche Spieler wie Leung oder Karakasevic, die uns gefährden können, wenn sie einen guten Tag haben. Meine Spieler haben heute ihre Aufgaben wieder sehr gut gelöst.“
TTC Zugbrücke Grenzau – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 1:3
Fulda brach den Bann: Erstmals gewannen die Osthessen eine Partie in der Grenzauer Zugbrückenhalle. Vor überraschenderweise nur 380 Zuschauern - immerhin war es eine Partie zweier Spitzenmannschaften - war der Gastgeber zunächst durch Lucjan Blaszczyk in Führung gegangen, der sich gegen Jan-Ove Waldner 11:6, 11:13, 11:6, 11:9 durchgesetzt hatte.
Beim Gast aus Osthessen war diesmal Wang Xi überraschend als Dreier aufgestellt worden, während Robert Svensson Position eins einnahm. Ein interessantes Kapitel im Aufstellungspoker - es scheint, als hätten die Gäste damit kalkuliert, dass Grenzau den Wang-Xi-Bezwinger aus der letzten Begegnung, Tomas Pavelka, bringen und als Zweier aufstellen würde, doch Zugbrücken-Trainer Stefko hatte ein anderes Konzept. Fuldas jüngerer Schwede schlug tatsächlich Grenzaus Robert Gardos (11:5, 7:11, 11:5, 6:11, 11:7) - womit sich der aufstellungstechnische Schachzug seines Trainers Qing Yu Meng schon als gerechtfertigt erwiesen hatte.
Aber es sollte noch besser kommen für Svensson und die Truppe aus der Rhön. Zunächst aber gewann Wang Xi erst einmal in vier Sätzen gegen den Japaner Kenji Matsudaira (11:8, 6:11, 11:6, 12:10). Und dann der zweite bärenstarke Svensson-Auftritt: Gegen den zuletzt wirklich guten Blaszczyk behauptete sich der schwedische Linkshänder, der lange nicht mehr so überzeugend gespielt hatte, in vier Durchgängen (6:11, 11:8, 11:4, 11:7). Nach insgesamt 165 Minuten hatte das Duell ein Ende gefunden, mit dem nicht jeder Experte gerechnet hatte - gerade angesichts der vorausgegangenen schwarzen Serie der Maberzeller im Westerwald.
„Mit dieser Konstellation bei der Aufstellung müssen wir das Spiel eigentlich gewinnen“, sagte TTC-Trainer Anton Stefko nach der 1:3-Schlappe. „Wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass Gardos gegen Svensson gewinnen kann.“ Robert Gardos selbst war mit seiner Leistung ebenfalls nicht einverstanden: „Ich habe noch nie gegen Svensson verloren, aber heute nicht mein bestes Spiel abgeliefert. Dass wir am Ende das Spiel verloren haben, geht daher sicherlich auch zu großen Teilen auf meine Kappe. Aber die Saison ist noch lang, das darf uns jetzt nicht zu lange beschäftigen.“
1. FC Saarbrücken – TTC Ruhrstadt Herne 3:1
Aller Anfang ist schwer, eine Erfahrung, die auch Erstliga-Aufsteiger Ruhrstadt Herne machen musste. Die Truppe aus dem "Pott" enttäuschte nicht beim Play-Off-Kandidaten Saarbrücken, wirkte aber auch noch nicht als Einheit. Der Chinese Zhou Bin, dessen Ligadebüt mit Spannung erwartet worden war, wirkte bei seinem ersten Auftritt noch reichlich nervös. Petr Korbel sorgte für Hernes Ehrenpunkt gegen Joao Monteiro.
Bojan Tokic brachte die Saarländer vor 320 Zuschauern durch ein nie gefährdetes 3:0 (11:7, 11:2, 11:5) gegen den Bulgaren Teodor Yordanov in Führung. Gegen den Chinesen Zhou Bin, der zuletzt in der Superliga spielte, musste Bastian Steger sein ganzes Können aufbieten, um sich mit 3:1 Sätzen (12:10, 11:8, 7:11, 15:13) zu behaupten. Der hochgewachsene Zhou, der in seiner Statur ein wenig an Wang Liqin erinnert, deutete an, dass er noch Spielraum nach oben hat und erst einmal richtig in der DTTL ankommen muss. Nun konnte der portugiesische LinkshänderJoao Monteiro gegen den routinierten Petr Korbel bereits alles klar machen für den 1.FCS - das Match ging nach einem 2:2-Satzgleichstand (4:11, 11:8, 13:11, 11:13) in den Entscheidungsdurchgang. Doch der Tscheche feiert ein erfolgreiches Debüt im Herne-Dress und behauptet sich im Entscheidungssatz mit 11:6. Nun kam es zum Duell zwischen Bojan Tokic und Zhou Bin. Und der Slowene dominierte klarer als erwartet und siegte 11:3, 11:5 und 11:8. Der erste Sieg für die Saarländer in der neuen Saison.
Saarbrückens Trainer Matthias Landfried war rundum zufrieden: „Ich war schon froh, dass die Partie Gräfelfing vs. Herne verlegt wurde. Dadurch war es heute das erste Ligaspiel von Hernes Chinesen in Deutschland. Er wird sicher sehr gut spielen in der ersten Liga, aber heute war er schon ein bisschen nervös, was man gespürt hat. Mit meiner Mannschaft bin ich absolut zufrieden. Wir haben eine tolle Truppe und einen super Team-Spirit. Die Jungs sind altersmäßig sehr homogen und harmonieren prächtig. Da gilt wirklich das Motto „alle für einen, einer für alle“. Wir sind letztes Jahr Fünfter geworden, diesmal soll es mindestens Platz vier werden. Jetzt kommt ein richtungsweisendes Spiel gegen Bremen, danach wissen wir mehr.“
Auch Saarbrückens DTTB-Nationalspieler Bastian Steger zeigte sich sehr zufrieden: "Es hat mir schon sehr gut gefallen, was wir heute als Mannschaft gezeigt haben. Wir streben auf jeden Fall die Play-Offs an, haben es aber mit einer ganzen Reihe starker Konkurrenten zu tun. Gegen Zhou Bin habe ich schon 100 Prozent geben müssen, um zu gewinnen. Für uns war es heute vielleicht ganz gut, dass es sein erster Auftritt in der Bundesliga war. Er wird sicher noch besser."
Petr Korbel war nicht enttäuscht vom ersten Auftritt seiner neuen Mannschaft: "Wir wussten, das es am Anfang schwer wird. Saarbrücken ist eine Mannschaft, die in der Bundesliga oben mitspielen wird, wir streben im ersten Jahr nichts anderes als den Klassenerhalt an. Zhou Bin muss erst einmal richtig in der Liga ankommen, er wird sicher noch deutlich besser werden. Im Augenblick ist die Kommunikation mit ihm auch noch etwas schwierig. Es ist ein gutes Gefühl, zurück in der Bundesliga zu sein. In Belgien war die Liga zu schwach, da zählte nur die Champions League."
Auch Hernes Vorsitzender Peter Kukovic zeigte sich nicht wirklich unzufrieden: "Saarbrücken war heute zu stark für uns. Zudem ist die Mannschaft noch nicht richtig eingespielt und muss sich erst einmal finden. Wir konzentrieren uns auf andere Gegner, gegen die wir punkten können. Unser Spiel ist natürlich stark auf zwei Spieler fixiert, nämlich Petr Korbel und Zhou Bin. Gegen Bastian Steger hat Zhou Bin schon ein recht gutes Spiel abgeliefert, er wird aber noch besser werden und seinen Weg gehen. Vor dem Spiel hatten wir uns vorgenommen, dass wir auch nach einem 0:3 erhobenen Hauptes aus der Halle gehen würden. Nun ist es ein 1:3 geworden und wir haben einige ansehnliche Spiele geboten. Somit ist alles im grünen Bereich."
Hernes Trainer Jens Stötzel fand die Auftaktniederlage ebenfalls nicht allzu tragisch: „Saarbrücken war kein Gegner, bei dem wir punkten müssen, schon gar nicht zum Saisonauftakt. Jetzt müssen wir erst mal richtig ankommen, weiter an uns arbeiten und uns verbessern. Die Mannschaften, gegen die wir etwas reißen können, insbesondere auch zu Hause, kommen ja alle noch. Die Einstellung des Teams war schon ganz gut. Gefehlt hat uns natürlich ein Zhou Bin in Bestform. Man hat heute schon gesehen, dass er Tischtennis spielen kann. Er ist erst seit kurzem in Deutschland und seit dem letzten Mittwoch bei uns. Folglich muss er sich erst einmal akklimatisieren. Ich glaube, er war heute sehr nervös und angespannt und wollte sehr viel zeigen. Er verkrampfte etwas, als das nicht so geklappt hat. An der Kommunikation haperte es auch noch, wir arbeiten aber an einer Lösung. Bei uns im Westen gibt es ja auch noch einige Chinesen im Tischtennisbereich, die uns als Dolmetscher weiterhelfen könnten.“
Freuen sich auf die Saison: Hernes Spieler samt Coach, v.l. Erik Bottroff, Teodor Yordanov, Petr Korbel, Zhou Bin, Trainer Jens Stötzel.
Durchwachsenes Deutschland-Debüt: Zhou Bin.
Petr Korbel debütierte im Herne-Dress mit einem Sieg gegen Joao Monteiro (Fotos: Roscher).
DTTL-Mediendienst; Dr. Stephan Roscher
1. Damen-Bundesliga / 2. Bundesligen
04.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Fortuna Passau – TTC matec Frickenhausen 2
04.02.2012, 15:00 Uhr
SV Siek – BV Borussia Dortmund
04.02.2012, 18:00 Uhr
1. FC Saarbrücken Tischtennis 2 – ASV Grünwettersbach
04.02.2012, 18:30 Uhr
TV Busenbach – NSC Watzenborn-Steinberg
04.02.2012, 19:00 Uhr
TTC Zugbrücke Grenzau 2 – TTC Seligenstadt
05.02.2012, 14:00 Uhr
TuS Bad Driburg – SV DJK Holzbüttgen
05.02.2012, 14:00 Uhr
TV 1879 Hilpoltstein – TTC Fortuna Passau
05.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Hagen – SV Siek
05.02.2012, 14:30 Uhr
TTC Seligenstadt – TTC matec Frickenhausen 2
05.02.2012, 15:00 Uhr
TTC indeland Jülich – Hertha BSC Berlin
TTBL
(1. Herren-Bundesliga)
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Mit Wirkung vom 1. Mai hat Deutschland seinen Arbeitsmarkt für acht mittel- und osteuropäische Staaten geöffnet. Deren Staatsangehörige haben somit freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Dies hat Auswirkungen auf die Wettspielordnung des DTTB.