Die Ungarin Agnes Kokai wird zum Joker für den TSV Schwabhausen
Der TSV Schwabhausen hat mit dem 5:5 bei der DJK TuS Essen-Holsterhausen ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Maßgeblich an dem Erfolg beteiligt war die Ungarin Agnes Kokai, die im Doppel und mit zwei Einzelsiegen triumphierte. Für das i-Tüpfelchen sorgte Kathrin Mühlbach, die an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte gegen Marta Golota das Remis rettete. Der ttc berlin eastside wurde seiner Favoritenrolle gegen die SV Böblingen mit einem 6:3 gerecht.
DJK TuS Essen-Holsterhausen – TSV Schwabhausen 5:5:
Essen. Abwechslungsreich begann die Auftaktphase zwischen der DJK TuS Essen-Holsterhausen und Aufsteiger TSV Schwabhausen. Dabei hatte der Gastgeber Mühe ein erneutes 0:2 in den Doppeln, wie tags zuvor beim MTV Tostedt, zu vermeiden. Die neue Kombination mit Elke Schall/Kelly Sibley lieferte sich gegen die Deutschen Meister Sabine Winter/Kathrin Mühlbach ein Auf und Ab, mit dem positiven Ende von 11:6 im fünften Satz. Shi Qi/Marta Golota unterlagen 10:12, 10:12, 8:11 gegen Yang Ting/Agnes Kokai. In Durchgang eins ließ das DJK-Duo zwei Satzbälle liegen und nach einem 6:3 im zweiten Satz folgte die Talfahrt zum zwischenzeitlichen 6:8.
In der ersten Einzelrunde dominierte Elke Schall mit einem 3:0 gegen Yang Ting. Die Chinesin wusste aus der Erstligasaison mit Hannover 96 was sie erwartet. Im Gegenzug trumpfte Nationalspielerin Sabine Winter, bei ihrer Feuertaufe in der Eliteliga, gegen Shi Qi auf. Die Nummer eins des TSV stellte sich nach einem 8:11 gut auf ihre Gegnerin ein und besaß beim 11:4, 11:7 und 11:9 keine Probleme den zweiten Punkt an Land zu ziehen.
Für die erste Überraschung sorgte dann auf Seiten des Neulings die Ungarin Agnes Kokai, die Marta Golota locker mit einem 3:0 abservierte. Für die Engländerin Kelly Sibley galt nun die Auflage gegen Kathrin Mühlbach, die im vergangenen Jahr noch in Essen unter Vertrag stand, den Ausgleich vor der Pause zu markieren. Nach einem 4:11 wurde sie den Anforderungen mit einem 11:7, 11:2 und 11:9 mehr als gerecht. Im entscheidenden Satz stellte sie wiederum ihre Kampfstärke unter Beweis, denn sie lag 1:4 und noch 7:8 hinten.
Agnes Kokai knüpfte an ihre gute Leistung aus der ersten Runde an und erspielte sich ein lockeres 11:4, 11:7 gegen Kelly Sibley, doch im dritten Satz musste auch sie sich nach einem 9:5 der Aufholjagd der Engländerin zum 10:12 beugen. Im vierten Satz drehte Kokai den Spieß dann um und holte sich nach einem 6:9 noch ein knappes 12:10. Dieser Sieg erhielt aber nur Gültigkeit, wenn am Nebentisch auch Kathrin Mühlbach für Schwabhausen punktete. Und ihr Match hing gegen Marta Golota am seidenen Faden. Mühlbach kämpfte sich in den fünften Satz, dort sah sie sich aber erst einmal einem 7:9 gegenüber, ehe vier Punkte ein vielumjubeltes 11:9 brachten. In Abwesenheit von Spitzenspielerin Seok Ha Jung und Bao Di ein bemerkenswertes Unentschieden, das Manager Helmut Pfeil zu einem Freudentänzchen veranlasste.
„Insgeheim haben wir schon auf ein Remis spekuliert. Wir sind super zufrieden“, sagte der Manager. Trainer Alexander Yahmed fand selbstverständlich ebenfalls positive Worte: „Agnes Kokai spielte überragend. Sie ist sehr kampfstark, verfügt über einen kühlen Kopf, denn sie jammert nie, und konzentriert sich auch nach leichten Fehlern schnell wieder auf den nächsten Ball. Sie agiert auf der Rückhandseite mit einem Noppenbelag. Damit hatten ihre Gegnerinnen Probleme, das war aber nicht ausschließlich entscheidend. Für Yang Ting war es als Abwehrspielerin ungemein schwer zu punkten, weil sie auch die ganze Woche in Düsseldorf mit Elke Schall und Shi Qi trainierte. Sabine wusste, dass sie gegen Elke einen hohen Level an den Tag legen musste. Elke hat einen Riesennamen, spielt vorausschauend und schlau. Ich bin ein absoluter Fan von ihr. Sehr gefreut habe ich mich für Kathrin, die in letzter Zeit viele knappe Niederlagen hinnehmen musste. Zum 11:9 gegen Marta Golota hat sie zwei schwere Bälle sicher verwandelt und verdient gewonnen. Wir sind froh über diesen Punkt und glücklich über den guten Einstand.“
Wenig Begeisterung ließ die Gegenseite erkennen, denn statt der kalkulierten 3:1 Punkte wurden 1:3 an diesem Wochenende daraus. „Wir sind realistisch, der Blick geht nach unten. Die Doppel haben wir umgestellt und so wenigsten einen knappen Sieg verbucht. Teilweise haben wir unsere Chancen nicht konsequent ausgenutzt. Shi Qi versuchte gegen Sabine Winter mit der Brechstange zu punkten. Elke qualifizierte sich einmal mehr als Führungsspielerin, die auch Sabine Winter sicher im Griff hatte. Nach diesem ersten Doppelspieltag sind wir erst einmal maßlos enttäuscht. Das waren ganz schön bittere Pillen, denn heute hätten wir gewinnen müssen“, sagte DJK-Manager Hans-Willi Frohn.
ttc berlin eastside – SV Böblingen 6:3:
Für den Durchbruch zum 4:2 zwischen dem ttc berlin eastside und der SV Böblingen zeichneten die beiden Zugänge Petra Lovas und Andrea Bakula verantwortlich, die ihre Gegnerinnen Rosalia Stähr und Xu Yanhua weitestgehend kontrollierten. Abwehrspielerin Rosalia Stähr, neu bei den Gästen, erspielte sich zwar ein 11:6 im ersten Satz, danach fuhr der Zug non stop Richtung der Ungarin ab, die 11:3, 11:5 und 11:6 siegte. Nach einem 6:11 ließ sich Xu ein 9:6, 10:8 sowie 14:13 noch zum 14:16 aus der Hand nehmen. Das 11:6 im dritten Durchgang änderte nicht mehr viel an der Niederlage, denn beim folgenden 5:11 war die Kroatin von Beginn an spielbestimmend.
Anfangs gestaltete sich die Partie erst einmal ausgeglichen. Jede Seite verbuchte einen Punkt im Doppel. Song Ah Sim/Bakula für Berlin gegen das Abwehrduo Qianhong Gotsch/Stähr, und Nicole Struse/Xu nach einem 1:2-Satzrückstand mit 11:6 im Fünften gegen Tanja Hain-Hofmann/Georgina Pota für Böblingen. Song Ah Sim, Nummer eins der Gastgeberinnen, benötigte Satz eins zum Warm werden, was für sie allerdings nicht ungewöhnlich ist. Mit 11:8, 11:6 und 11:3 lief danach gegen Struse alles glatt. Pota zeigte sich gegen Gotsch gut eingestellt scheiterte aber letztendlich doch 2:3.
Auf der Kippe stand die Begegnung dann aus Sicht der SV, weil Struse beim 6:11, 4:11 für Pota nicht allzu viel Gegenwehr parat hatte. Im dritten Satz sah sie sich erneut beim 5:10 einem hohen Rückstand gegenüber, doch mit viel Einsatz bäumte sich Struse noch einmal auf. Die 39-Jährige vereitelte die Matchbälle und legte zum 11:10 den sechsten Punkt in Folge nach. Die Ungarin sammelte sich gerade noch rechtzeitig, um mit einem 15:13 den Sieg einzufahren. Song Ah Sim kämpfte zu diesem Zeitpunkt noch verbissen gegen Gotsch, doch nach einem 5:11, 13:11, 7:11, 11:6 kam dann mit 8:11 das Aus. Song setzte Hongi nach einem 5:10 noch einmal unter Druck, aber eine Nuance fehlte.
Nach diesem Gegenpunkt, aber immer noch 5:3-Zwischenstand zu Gunsten der favorisierten Berlinerinnen, erhielt das Match zwischen Lovas und Xu noch einmal Gewicht. Nach einem 11:8 und 12:10, bei dem die Böblingerin ein 1:5 aufarbeitete, lag auf einmal der vierte Gegenpunkt in Reichweite. Doch wie gewonnen so zerronnen, Lovas glich mit einem 11:6, 11:7 aus. Der Zusammenbruch von Xu folgte, die mit einem 3:11 die Niederlage nicht verhindern konnte.
„Es hat für uns nicht ganz gereicht, obwohl leise Hoffnung nach dem 2:0 von Yanhua gegen Petra Lovas bestand, dass noch etwas passiert. Doch wir wussten vorab, dass es für uns in Berlin schwer wird, denn dort haben wir uns noch nie mit Ruhm bekleckert. Die Mannschaft ist in diesem Jahr einfach sehr ausgeglichen besetzt. Wir haben vier Spiele im fünften Satz gesehen, wobei wir sogar drei davon gewinnen konnten. Deshalb, alle Spielerinnen haben gekämpft und ihr Bestes gegeben. Spielerisch ist Nicole auf einem guten Weg, ihr fehlt derzeit noch die Matchpraxis, aber das wird wieder. Unsere Neuverpflichtung Rosalia Stähr hat versucht sich während der Partien zu entwickeln und etwas auf die Reihe zu bekommen. Ihre Gegnerinnen waren diesmal noch nicht der Maßstab. Bei jungen Akteurinnen ist oft Geduld gefragt. Unsere ehemalige Spielerin Mie Skov gibt ein sehr positives Beispiel dafür ab.“, berichtete SV-Betreuer Henning Meier. Die Dänin nimmt inzwischen die Nummer 85 der Weltrangliste ein. Fulya Özler stand dem Team wegen der EM-Vorbereitung mit der türkischen Nationalmannschaft nicht zur Verfügung.
„Wir sind natürlich sehr zufrieden mit dem Start. Song glaubt immer vom Kopf her, dass sie gegen Hongi nicht gewinnen kann. Aber sie war zumindest dicht dran. Georgina machte ein gutes Spiel gegen Gotsch, auch wenn sie verloren hat. Nach der sehenswerten Partie von Andrea gegen Yanhua war ich schon etwas ruhiger. Da waren tolle Ballwechsel dabei. Petra ist das erste Mal längere Zeit in Deutschland. Es war alles sehr anstrengend für sie, auch das Spiel gegen Rosalia Stähr. Letztendlich hat sie einen hervorragenden Einstand gegeben, vor allem nach dem 0:2 gegen Yanhua“, fand ttc-Trainerin Irina Palina nur Lob.
Martina Emmert Foto: Marco Steinbrenner
1. Damen-Bundesliga / 2. Bundesligen
04.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Fortuna Passau – TTC matec Frickenhausen 2
04.02.2012, 15:00 Uhr
SV Siek – BV Borussia Dortmund
04.02.2012, 18:00 Uhr
1. FC Saarbrücken Tischtennis 2 – ASV Grünwettersbach
04.02.2012, 18:30 Uhr
TV Busenbach – NSC Watzenborn-Steinberg
04.02.2012, 19:00 Uhr
TTC Zugbrücke Grenzau 2 – TTC Seligenstadt
05.02.2012, 14:00 Uhr
TuS Bad Driburg – SV DJK Holzbüttgen
05.02.2012, 14:00 Uhr
TV 1879 Hilpoltstein – TTC Fortuna Passau
05.02.2012, 14:00 Uhr
TTC Hagen – SV Siek
05.02.2012, 14:30 Uhr
TTC Seligenstadt – TTC matec Frickenhausen 2
05.02.2012, 15:00 Uhr
TTC indeland Jülich – Hertha BSC Berlin
TTBL
(1. Herren-Bundesliga)
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