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  • 24.07.2011 – Jugend

    JEM: Die Kleinste war am Ende die Größte

    JEM: Die Kleinste war am Ende die Größte Nina Mittelham (rechts) besiegte im Schülerinnen-Endspiel ihre Teamkollegin Chantal Mantz (Foto: Steinbrenner)

    Kasan. Nina Mittelham sorgte am Finaltag der 54. Jugend-Europameisterschaften in Kasan mit dem Gewinn der Goldmedaille im Schülerinnen-Einzel für ein herausragendes Ergebnis. Im Endspiel setzte sich die Zweitligaspielerin der DJK Holzbüttgen ausgerechnet gegen ihre Team-Kollegin Chantal Mantz mit 11:8, 11:6, 11:7, 10:12 und 11:8 durch. Das im Vorfeld von Bundestrainerin Dana Weber erhoffte „Cappuccino-Finale“ kam damit tatsächlich zu Stande.

    Schülerinnen: Silbermedaille konnte Chantal Mantz nicht glücklich stimmen

    Dementsprechend ruhig und gelassen verfolgte Weber die Begegnung auf der Tribüne und war am Ende überrascht, wie deutlich Mittelham die Begegnung zu ihren Gunsten entschied. „Natürlich wollte auch Chantal dieses Spiel gewinnen. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass sie sich schon mit der Silbermedaille zufrieden gab.“ Dem war jedoch nicht so, denn die 15-jährige war im Anschluss an die Niederlage riesig enttäuscht. Erst rund 20 Minuten nach dem letzten Ballwechsel tauchte das Talent aus Bayern wieder in der Halle auf. „Es ist schon bitter, gerade im Endspiel so schlecht gespielt zu haben.“ Die zwei Vergleiche zuletzt bei den Internationalen Meisterschaften Portugal und bei den nationalen Schüler-Titelkämpfen endeten jeweils knapp für Mittelham, „so dass ich mir schon einige Chancen ausgerechnet hatte“, gestand Mantz. Auf der anderen Seite war Nina Mitttelham überglücklich. „Ich wollte unbedingt eine Medaille. Jetzt ist es sogar Gold geworden – einfach super!“ Die Freude nach dem unmittelbar verwandelten Matchball hielt sich allerdings in Grenzen. Eine geballte Faust und ein breites Grinsen waren zu vernehmen. Mehr nicht. „Es war ein besonderes Spiel, da sich Chantal und ich so gut kennen.“
    Die schwerste Aufgabe hin zum EM-Titel musste Nina Mittelham allerdings im Halbfinale gegen Daria Chernova (Russland) meistern. Zum zweiten Mal innerhalb von nur fünf Tagen kam es in Kasan zu diesem Aufeinandertreffen. Den ersten Vergleich im Rahmen des Mannschafts-Endspiels hatte die neue Europameisterin knapp mit 3:2 (nach 0:2-Satzrückstand) gewonnen. Auch diesmal musste die Schülerin des Tischtennis-Internats in Düsseldorf lange kämpfen, um am Ende mit 4:3 die Oberhand zu behalten. Für Dana Weber war der deutlich sichtbare Kräfteverschleiß von Chernova am Ende entscheidend. Auf der anderen Seite habe Nina Mittelham in den entscheidenden Momenten immer zulegen können. Am Nebentisch überzeugte auch Chantal Mantz und gewann, wie schon in der Team-Konkurrenz, gegen die Nummer sechs der U15-Europarangliste, Lea Rakovac (Kroatien), nach sechs Durchgängen. „Auch wenn Chantal letztlich Gold verlor, so hat sie Silber gewonnen“, resümierte Dana Weber.

    Mädchen: Petrissa Solja gibt ihre Goldmedaille noch aus der Hand

    Enttäuschung pur war bei Petrissa Solja nach dem verlorenen Einzel-Finale nicht zu übersehen (Foto: Steinbrenner)Als Bernadette Szocs gleich ihren ersten Matchball gegen Petrissa Solja zum 11:9-Sieg im siebten Satz verwandelte, rannte die Rumänien wie von der Tarantel gestochen zu ihrem Betreuer. Die 16-jährige konnte ihr Glück überhaupt nicht fassen. Blau-Gelber Jubel auf der Tribüne war nicht zu übersehen und schon gar nicht zu überhören. Auf der anderen Seite starrte Solja in Richtung Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig, der die Linkshänderin betreute. Welche Gedanken gingen der Mitfavoritin auf den Titel in diesem Moment durch den Kopf? Petrissa Solja setzte sich auf den Boden, den Kopf nach unten gerichtet. Jugendsport-Koordinatorin Eva Jeler rannte in die Box und richtete die Bundesligaspielerin des TTSV Saarlouis-Fraulautern wieder auf. „Ich kann es immer noch nicht begreifen, was passiert ist“, so eine erste Aussage rund 30 Minuten nach der Partie. „Am Kampfgeist hat es sicherlich nicht gelegen, dass ich heute meinen dritten EM-Einzeltitel so knapp verpasst habe.“ Aber woran dann? Einen plausiblen Grund fand die Unterlegene nur bedingt. „Mit der Rückhand sind mir sicherlich mehr Fehler unterlaufen als sonst. Aber irgendwie war auch alles nicht so gut.“ In einer äußerst spannenden Partie gewann jede Spielerin abwechselnd drei Sätze, so dass der siebte Durchgang die Entscheidung bringen musste. Petrissa Solja arbeitete sich schnell einen 5:2-Vorsprung heraus, lag auch anschließend noch mit 7:5 sowie 9:8 in Front. Doch nach der folgenden Auszeit des rumänischen Betreuers gelang kein Punktgewinn mehr. In einem „Endspiel auf Augenhöhe“, wie Schimmelpfennig das Duell der beiden Doppelpartnerinnen bezeichnete, habe Solja in den entscheidenden Situationen zu vorsichtig agiert. Das war im Halbfinale gegen die Europaranglisten-Erste Dora Madarasz (Ungarn) noch ganz anders. Der 4:0-Sieg täuscht zwar in der Deutlichkeit über den Verlauf der Begegnung hinweg, „doch in den wichtigen Phasen hatte Petrissa sehr gute Ideen und ging als verdiente Siegerin aus der Partie hervor“. Die Silbermedaille ist allerdings nur ein äußerst schwacher Trost. Auf ein Neues im Jahr 2012, wenn die 55. Jugend-Europameisterschaften im österreichischen Schwechat stattfinden werden. „Ich greife wieder an“, versprach Petrissa Solja und hatte bei dieser Aussage schon wieder ein, wenn auch nur leichtes, Lächeln im Gesicht.

    Eine Bildergalerie mit Fotos vom heutigen Einzel-Finaltag ist unten auf der Seite zu finden!

    Marco Steinbrenner

    Die DTTB-Einzel am Finaltag

    Schülerinnen-Einzel
    Finale
    Nina Mittelham - Chantal Mantz 4:1 (8, 6, 7, -10, 8)

    Halbfinale
    Nina Mittelham - Daria Chernova (RUS) 4:3 (11, -7, -10, 9, 8, -6, 7)
    Chantal Mantz - Lea Rakovac (HRV) 4:2 (8, -8, 8, 7, -11, 9)

    Mädchen-Einzel
    Finale
    Petrissa Solja - Bernadette Szocs (ROU) 3:4 (4, -6, 6, -7, 3, -5, -9)

    Halbfinale
    Petrissa Solja - Dora Madarasz (HUN) 4:0 (10, 11, 10, 8)

    Bildergalerie

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