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  • 16.06.2013 – mini-Meisterschaften

    Ella Brandt und Simon Winterstein sind die „mini“-Könige

    Ella Brandt und Simon Winterstein sind die „mini“-Könige mini-Bundessiegerin 2013: Ella Brandt (11) aus Thüringen (Foto: Bernd Müller)

    Bad Marienberg. Zwei Center Courts, vier Protagonisten, drum herum die anderen „minis“ und Zuschauer, Vorstellung der Finalisten durch den Hallensprecher: Die Endspiele des Bundesfinales der mini-Meisterschaften waren inszeniert wie bei den Profis. In solchen Situationen kann schon mal eine Spur Nervosität aufkommen, nicht aber bei Simon Winterstein aus Bruchköbel (Hessen). Der 9-Jährige blieb im Finale gegen Jakob Schmidt (Kornwestheim, TTVWH) kalt wie eine Hundeschnauze, war auch in brenzligen Momenten ruhig und gewann mit 3:0. „Ich war ganz entspannt“, sagte „Mr. Cool“ über das Finale. Winterstein gab am Wochenende lediglich zwei Sätze ab und war am Ende der verdiente Sieger. „Einfach gut zu werden“, lautet die Zielsetzung des Hobbyfußballers und Klavierspielers, der von seiner Mutter unterstützt wurde, erst seit neun Monaten Tischtennis spielt, mittlerweile aber schon dreimal pro Woche trainiert. Sein Finalgegner Jakob Schmidt zeigte im Endspiel eine tolle Moral und auch bei großen Rückständen Kampfgeist. Mit ein bisschen Abstand konnte sich der 9-Jährige aus Kornwestheim über den zweiten Platz beim Bundesfinale der besten 20 in Deutschland freuen.

    Mein Titel - mein Haus mit Garten?

    Bundessieger Simon Winterstein gab im ganzen Turnier nur zwei Sätze ab (Foto: Bernd Müller)Vor Aufregung hatte sie am Morgen kaum etwas gegessen, sich nur ein Brötchen „reingezwungen“. „Mein Trainer hat gesagt, wenn ich nichts esse, kriege ich Seitenstechen“, erzählt Ella Brandt (Großbreitenbach, TTTV), die Siegerin des Bundesfinales 2013. Das Brötchen half. Brandt gewann das Endspiel gegen Julia Stellpflug (Sundern, WTTV) mit 3:0. Beide waren schon in der Vorrunde aufeinandergetroffen, auch da hatte Brandt beim 3:1 die Oberhand behalten. Mit dem mini-Titel hat sich die 11-Jährige schon einen ihrer drei großen Wünsche erfüllt. „Das Bundesfinale gewinnen, sehr gut Tischtennis spielen und ein großes Haus mit Garten“, hatte Brand in ihrem Steckbrief angegeben. Gutes Tischtennis spielt die Thüringerin schon, jetzt fehlt nur noch das große Haus mit Garten. Dabei war vor Wochen noch ungewiss gewesen, ob Brandt überhaupt starten konnte. „Vor dem Landesentscheid habe ich mir den kleinen Finger gebrochen, ich wollte aber unbedingt zum Bundesfinale und habe mir ein spezielles Tape machen lassen. Mein Vater und ich sind halt richtige Tischtennis-Freaks“, betont das Talent. Bereits vier bis fünfmal Training die Woche haben sich ausgezahlt. „Ich will mal so gut werden wie Timo Boll“, sagt Brandt kess. In Bamberg bei den Deutschen Meisterschaften hat sie für sich und ihren Vater bereits ein Autogramm des besten deutschen Spielers geholt.

    Weit mehr als nur ein sportlicher Wettkampf

    Die Für die „minis“ gingen am Sonntagnachmittag drei erlebnisreiche Tage in Bad Marienberg zu Ende. Die 20 Mädchen und 20 Jungen vertraten nicht nur ihren jeweiligen Landesverband, sondern starteten auch stellvertretend für die 30.000, die seit September 2012 bundesweit bei Ortsentscheiden teilgenommen hatten. Über Kreis, Bezirk und Verband hatten sich 40 für das Bundesfinale qualifiziert. Bundesfinale der mini-Meisterschaften – das ist weit mehr als bloß ein sportlicher Wettkampf. Die Teilnehmer samt Familien und Fans verbringen das gesamte Wochenende miteinander, es entstehen Freundschafften. Am Samstag nahmen die Kinder an einer Schnitzeljagd im Bad Marienberger Wildpark teil, danach ging es zu einer spektakulären Greifvogel-Flugshow. Abends brachten zwei Clowns die Kids zum Lachen.

    DTTB-Präsident Thomas Weikert und Bundestrainerin Dana Weber zu Gast

    Erst Training, dann Autogramme: Bundestrainerin Dana Weber war zu Gast (Foto: Bernd Müller)Und dann waren da noch prominente Gäste: Vor Beginn des Bundesfinales absolvierten die 40 „minis“ unter Schülerinnen-Bundestrainerin Dana Weber eine knapp einstündige Trainingseinheit, erklärt und kommentiert von Hallensprecher und A-Lizenztrainer Wieland Speer. Dem obligatorischen Aufwärmprogramm folgten eine Technikschulung beim Schattentraining und Einspielen. Im Anschluss brachte die ehemalige tschechische Nationalspielerin den engagierten und interessierten „minis“ das Balleimertraining näher. „Mir macht das unheimlich viel Spaß, den Kindern etwas zu zeigen. Als ich nach Deutschland kam, habe ich in der Pfalz an der Basis angefangen. Mir macht das genauso viel Spaß wie der Leistungssport. Es gibt hier auch ein paar, die schon sehr weit sind“, sagte Weber, die im Anschluss noch jede Menge Autogramme gab. Ihr Tipp, um den Traum einer Sportlerkarriere zu verwirklichen? „Trainieren, trainieren, trainieren. Fleiß ist alles. Und sich nicht von Niederlagen runterziehen lassen“, betonte die Bundestrainerin, die mit ihren Schülerinnen am Montag in die gezielte Vorbereitung für die Jugend-Europameisterschaften in Ostrava (Tschechien) vom 12.-21. Juli einsteigt.

    Olympiafeeling bei der Eröffnung

    Ein Erlebnis: die Greifvogel-Flugshow am Samstag (Foto: Bernd Müller)Olympiafeeling bei der Eröffnung des mini-Bundesfinales: Die Mädchen und Jungen zwischen 7 und 11 Jahren liefen in Zweierteams mit dem Schild ihres Landesverbandes ein. „Wir haben etwas gemeinsam. Wir sind beide zum ersten Mal beim Bundesfinale“, sagte DTTB-Präsident Thomas Weikert in Richtung „minis“ und ergänzte: „Ein Bastian Steger hat es vom mini-Bundessieger zum erfolgreichen Nationalspieler geschafft. Vielleicht sieht man den einen oder anderen von euch später wieder. Wichtig ist aber, dass ihr hier Spaß habt, ihr seid jetzt schon alles Gewinner“, erklärte Weikert.

    1,4 Millionen Mädchen und Jungen in 30 Jahren

    Alles Gewinner: die 40 Franz Homscheid, der Geschäftsführer des mit organisierenden Tischtennis-Verbandes Rheinland (TTVR), sowie Peter Müller, Ressortleiter Breitensport im DTTB, hoben in ihren Begrüßungsworte die Bedeutung der mini-Meisterschaften hervor. In Bad Marienberg feierten die mini-Meisterschaften ihren 30. Geburtstag. In drei Jahrzehnten wurden 1,4 Millionen Mädchen und Jungen an den Tischtennissport herangeführt und 46.000 Ortsentscheide auf insgesamt 450.000 Tischen ausgetragen. 360.000 ehrenamtliche Helfer sorgten dafür, dass die Veranstaltungen von Ortsentscheid bis Bundesfinale organisiert werden konnten.
    Die mini-Meisterschaften sind eine Breitensportaktion des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), speziell entwickelt für Kinder im Alter von zwölf Jahren oder jünger, gleichgültig ob diese Minis noch nie, nur selten oder bereits häufig zum Schläger gegriffen haben. Nur am offiziellen Spielbetrieb, also an Meisterschaftsspielen oder Turnieren jeglicher Art, dürfen diese Mädchen und Jungen noch nicht teilgenommen haben.
     

    Ergebnisse mini-Bundesfinale 2013

    Endrunde und Zwischenrunde Mädchen

    Endrunde und Zwischenrunde Jungen

    Vorrunde Mädchen

    Vorrunde Jungen

    Hinweis: Einen größerer Bericht sowie Bilder vom Bundesfinale der mini-Meisterschaften 2013 erscheint in der Juli-Ausgabe des Magazins „tischtennis“.
     

    Unterstützt werden die mini-Meisterschaften von den Partnern des Deutschen Tischtennis-Bundes, ARAG und TSP.

    FL

    Bildergalerie

    Weitere Informationen: