Suppliers' Pool:

Partner:

 
  • 07.10.2013 – Europameisterschaften in Schwechat - Spezial

    Historischer Abend in Schwechat: Erster Doppel-EM-Titel für deutsche Teams

    Historischer Abend in Schwechat: Erster Doppel-EM-Titel für deutsche Teams Historischer Triumph: Beide DTTB-Teams gewinnen den EM-Titel (Fotos: Schillings)

    Schwechat. Es war ein historischer Abend im Multiversum Schwechat. Noch nie in der 55-jährigen Geschichte von Tischtennis-Europameisterschaften haben beide deutsche Mannschaften beim selben Turnier den Titel gewinnen können. Am Montag war es soweit. Nach dem Triumph der Damen (3:1 gegen Rumänien) zogen die Herren nach und bezwangen das EM-Überraschungsteam Griechenland in einem nicht viel minder spannenden Endspiel mit 3:1. Nur Ungarn ist es bisher gelungen, Gold mit seinem Herren- und seinem Damen-Team zu gewinnen - in den Jahren 1960, 1978 und 1982. "Gemeinsam" in Endspielen standen DTTB-Mannschaften bereits zwei Mal: 2000 in Bremen und 2002 in Zagreb, als es jeweils Silber gab.
    Für die deutschen Damen war es das erste EM-Gold seit 1998, für die Herren der sechste Titel in Folge und der erste ohne Timo Boll. 

    Herren holen auch ohne Timo Boll zum sechsten Mal hintereinander EM-Gold / „Wir haben dem Druck standgehalten“

    Die deutschen Herren waren vor dem Endspiel gewarnt. Griechenland war das Überraschungsteam dieser Europameisterschaften, die Südeuropäer hatten im Viertelfinale zunächst die hoch gehandelten Portugiesen und in einem Halbfinal-Krimi Weißrussland aus dem Turnier geworfen. Vergleiche zu 2004 drängten sich auf, als die griechischen Fußballer unter dem deutschen Trainer

    Jubel über einen wichtigen Punkt: Dimitrij Ovtcharov zeigte sich im Finale auch mental bärenstark

    Otto Rehhagel Europameister wurden. Eine weitere sportliche Sensation wusste die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf aber zu verhindern und setzte sich selbst zum sechsten Mal in Serie Europas Krone auf. „Es war ein großes Finale. Jeder hat von uns den Titel erwartet und wir haben den Druck standgehalten. Unser Hauptziel ist es aber, an die Chinesen heranzukommen. Solch knappe Finals, die purer Stress sind, helfen uns da weiter. Wir können uns nun einige Tage erholen und ab Freitag versuchen, noch ein paar Kronen zu sammeln“, sagte Roßkopf.

    „Wer im Finale steht, der hat gezeigt, wie gut er ist“
     

    Das Endspiel war deutlich spannender, als es einige Experten vielleicht im Vorfeld vermutet hatten. Die DTTB-Herren mussten ihr erstes Spiel bei dieser EM überhaupt abgeben, am Ende behielt Dimitrij Ovtcharov gegen Abwehrass Panagiotis Gionis die Nerven und setzte sich in vier engen Sätzen teilweise nach Rückständen gegen den furios aufspielenden Griechen durch. „Wer im Finale steht, der hat gezeigt, wie gut er ist. Gionis hat im Halbfinale mit Samsonov einen der besten Spieler überhaupt gegen Abwehr geschlagen. Ich bin froh, heute mein schweres Match gewonnen zu haben und bin stolz, Teil dieses tollen Teams zu sein“, sagte Ovtcharov, der das deutsche Team anfangs mit einem glatten 3:0 über den 41-jährigen Routinier Kalinikos Kreanga in Führung gebracht hatte.

    Die unglaubliche Form von Panagiotis Gionis ließ Griechenlands Hoffnung auf Gold lange keimen


    Im Anschluss sah es zwei Sätze lang so aus, als würde Deutschland recht schnell den EM-Pokal in die Höhe stemmen können. Patrick Baum gewann die ersten beiden Sätze gegen Defensivkünstler Gionis, wenn auch knapp. Doch ab dem dritten Satz kippte das Match total, der 25-jährige Deutsche, in den Runden zuvor eine Bank gegen die gegnerische Nummer eins, unterlag in fünf Sätzen. „Da ist total der Faden gerissen, am Ende war ich mental nicht mehr so stark wie am Anfang“, erklärte Baum.

    Patrick Franziska, der zuvor stets bei einer 2:0-Führung in die Box ging, musste nun bei 1:1 das wichtige dritte Einzel bestreiten. Nach leichten Problemen in den ersten beiden Durchgängen spielte der Youngster die Partie sicher nach Hause. „Erst mal möchte ich meinen Mitspieler danken, dass ich fast immer bei 2:0 in die Box durfte. Außer im Finale. Mein Gegner hat in ersten beiden Sätzen gut gespielt, danach hatte ich das Match unter Kontrolle“, sagte der Fuldaer Bundesligaspieler.

    Nach 2007, 2008, 2009, 2010, 2011 hat die deutsche Mannschaft zum sechsten Mal hintereinander Team-Gold bei einer EM gewonnen. Ein Novum zu den bisherigen Titeln: Diesmal war zum ersten Mal Timo Boll nicht mit dabei. Der Weltranglistenfünfte und Rekord-Europameister hatte seinen EM-Start aufgrund einer Grippe absagen müssen. Zuvor hatte Boll seit 1998 an jeder EM teilgenommen.

    EM geht ab Dienstag mit der Qualifikation weiter / Nur Duda und Franziska gefordert
     

    Guter Zuspruch von Trainer Roßkopf und Kumpel Dima halfen nicht mehr: Patrick Baum verlor im Finale den Faden

    Am Dienstag gehen die Europameisterschaften mit der Einzel-Qualifikation weiter. Von den 13 deutschen EM-Teilnehmern müssen lediglich Youngster Benedikt Duda sowie das Doppel Duda/Patrick Franziska durch die Mühlen der Quali, welche von Dienstag bis Donnerstag stattfindet. Am Freitag beginnen die Hauptrunden in den Einzel- und Doppel-Wettbewerben.

    Deutschland - Griechenland 3:1

    Geschafft: Patrick Franziska bringt sein Team mit einem Sieg über Papagiorgiu mit 2:1 in Führung

    Dimitrij Ovtcharov - Kalinikos Kreanga 3:0 (3,11,6)
    Patrick Baum - Panagiotis Gionis 2:3 (9,10,-7,-3,-3)
    Patrick Franziska - Konstantinos Papageorgiou 3:1 (7,-8,7,3)
    Dimitrij Ovtcharov - Panagiotis Gionis 3:1 (-8,10,10,6)
    Bastian Steger - Kalinikos Kreanga

    Deutschland
    Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazproma Orenburg/Russland, 25 Jahre, Weltrangliste: 6 - Stand: Oktober 2013)
    Patrick Baum (Borussia Düsseldorf, 26 Jahre, Weltrangliste: 20)
    Bastian Steger (1. FC Saarbrücken TT, 32 Jahre, Weltrangliste: 29)
    Patrick Franziska (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, 21 Jahre, Weltrangliste: 45)
    Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, 25 Jahre, Weltrangliste: 81)

    Griechenland
    Panagiotis Gionis (33 Jahre, Weltranglistenposition: 64)
    Kalinikos Kreanga (41 Jahre, 68)
    Konstantinos Papageorgiou (WR: 171)

    FL

    Weitere Informationen: