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  • 17.11.2013 – German Open 2013

    Ovtcharov unterliegt Fan Zhendong im Finale / Triumph für Boll/Franziska / Bronze für Han Ying

    Ovtcharov unterliegt Fan Zhendong im Finale / Triumph für Boll/Franziska / Bronze für Han Ying Fan Zhendong gewinnt die German Open vor Dimitrij Ovtcharov

    Berlin. Chinas Jungstar Fan Zhendong hat die German Open 2013 gewonnen. Der erst 16-jährige Jugend-Weltmeister besiegte im Endspiel vor 5000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle Titelverteidiger Dimitrij Ovtcharov klar mit 4:1. und streicht 16.000 US-Dollar Siegprämie ein. Ovtcharov bleiben 8.000 US-Dollar.
    Für Fan ist es der zweite World-Tour-Titel in Folge. Vergangene Woche hatte der Jugendliche schon die Polish Open gewonnen. Mit 16 Jahren ist er der jüngste Sieger auf der World-Tour im Herren-Einzel aller Zeiten. "Fan kannte ich vor einem Jahr noch gar nicht und jetzt kann er schon bald Herren-Weltmeister werden“, sagte Ovtcharov über den Wunderknaben.
    Den ersten Satz verlor der Europameister in der Verlängerung und stand direkt unter Druck gegen den beidseitig aggressiv spielenden Fan. Im vierten Durchgang musste Ovtcharov sogar ein 1:11 hinnehmen. "Das 1:11 im vierten Satz habe ich schnell abgehakt und war nicht entscheidend für den Spielausgang. Hauptproblem war der erste Satz, in dem ich lange in Führung gewesen bin und nicht gewinnen konnte. Dabei ist eine Führung gegen die Chinesen sehr wichtig", resümierte Ovtcharov.

    Der 25-Jährige spielte wahrlich nicht schlecht, doch der Jugend-Weltmeister hatte meist eine bessere Antwort parat. "Fan hat enorm schnell gespielt. Dadurch konnte ich nur selten die Initiative übernehmen. Phasenweise hat mir die Aggressivität gefehlt. Trotzdem war es aus meiner Sicht ein gutes Spiel von mir. Ich bin auch mit dem Turnier insgesamt sehr zufrieden. Immerhin hatte ich eine sehr harte Auslosung und so viele hochkarätige Gegner wie vermutlich

    Aus jeder Position brandgefährlich: Dimitrij Ovtcharov mit eingesprungenem Überkopf-Rückhand-Topspin

    noch nie. Zweimal stand ich sehr knapp vor einer Niederlage und habe mich rausgerissen", betonte Ovtcharov, der im Juli in der chinesischen Super League knapp gegen Fan verloren hatte. Seinen Mut im Hinblick auf die Duelle mit China hat der Dimitrij Ovtcharov auch trotz der herben Finalniederlage nicht verloren. "Ich glaube, dass ich nach den Chinesen der beste europäische Spieler bin. Ich glaube auch daran, dass wir irgendwann die Chinesen schlagen, sonst müsste ich aufhören", sagte der zweifache Olympiamedaillengewinner von London 2012.

    "Das deutsche Team ist immer noch die größte Gefahr für China"

    German-Open-Sieger Fan Zhendong ist das Wunderkind aus dem Reich der Mitte. Die Jugend-WM in Indien im Dezember 2012 war sein erstes Turnier im Ausland. Dort gewann er gleich drei Titel, Einzel, Mixed und Team, außerdem Platz zwei im Doppel. Selbst für chinesische Verhältnisse ist sein Aufstieg rasant. Wenige Monate nach seinem Jugend-WM-Erfolg siegte er beim internen Relegationsturnier im Nationalteam und stieg dadurch in den Kader der Erwachsenen auf. Bereits drei Jahre zuvor war General-Cheftrainer Liu Guoliang von seinem Trainerstab der Name als große Nachwuchshoffnung genannt worden.
    "Die German Open waren sehr wichtig für mich, weil ich international noch nicht so oft gespielt habe. Im Laufe des Turniers konnte ich meine Leistung steigern. Die Möglichkeit, auch gegen Europas Topleute zu spielen, war eine gute Erfahrung für mich. Ohne meinen Coach hätte ich den Sieg aber nicht geschafft", erklärte Fan Zhendong nach seinem zweiten Turniererfolg binnen

    Fan Zhedong, unbezwingbar in Berlin.einer Woche. Vor der deutschen Mannschaft hat der 16-Jährige Respekt. "Das deutsche Team ist immer noch die größte Gefahr für China. Deutschland hat zwei Topspieler mit Timo und Dima und wird in Zukunft der größte Konkurrent für uns sein", betonte Fan, der im Viertelfinale seinen Landsmann Zhang Jike, den Weltmeister und Olympiasieger, ausgeschaltet hatte. „Es war das erste Mal, dass ich ihn bei einem internationalen Turnier geschlagen habe. Ich bin darauf sehr stolz. Das wird mein Selbstvertrauen sehr steigern.“ Im Halbfinale hatte der Rechtshänder den Weißrussen Vladimir Samsonov in sechs Sätzen besiegt.
    Auszeit bringt Ovtcharov im Halbfinale gegen Kumpel Boll auf die Siegerstraße
    Im zweiten Halbfinale hatte Dimitrij Ovtcharov in der Neuauflage des Endspiels von 2012 in Bremen seinen Kumpel Timo Boll in sechs Sätzen bezwungen. Es war der dritte Sieg in Folge von Ovtcharov über Boll, zuletzt hatte er beim World Cup im belgischen Verviers die Partie um Platz drei gewonnen. Vor 5000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle lieferten sich der Weltranglistenfünfte Ovtcharov und der Weltranglistensechste Boll über weite Strecken einen offenen Schlagabtausch. Zwischenzeitlich sah es sogar eher nach einem Sieg von Boll aus. Der Düsseldorfer führte mit 2:1 in Sätzen und lag auch im vierten Satz in Front. Erst eine Auszeit Ovtcharovs brachte die Wende - in dem Satz und dem ganzen Match.
    „Entscheidend war vielleicht, dass er mich im vierten Satz mit der Auszeit etwas aus dem Rhythmus gebracht hat. Ich war bis dahin ganz gut in Fahrt und stabil am Tisch und er schon etwas verzweifelt. In der Mitte des Spiels habe ich zu viele einfache Punkte abgegeben. Das darf ich mir gegen ihn nicht leisten", sagte der unterlegene Rekord-Europameister, der die Schwächephase im vierten Satz so erklärt. „Eine von Dimas Stärken ist es eben, den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. Das ist ihm hier in Berlin schon öfter gelungen. Gegen Leute wie Dima muss man die Spannung am Tisch unbedingt fünf bis sechs Sätze aufrecht erhalten. Das habe ich heute noch nicht geschafft. Ich bin aber auf einem guten Weg. Ich wollte hier vor allem zeigen, dass ich wieder konkurrenzfähig bin. Das ist mir gelungen. Insofern bin ich nicht unzufrieden", sagte Boll.

    Ai Fukuhara im Damen-Einzel-Endspiel ohne Chance
     

    Unterlag Japans Star Fukuhara in sieben Sätzen: Han YingDen Einzel-Titel bei den Damen hat Wen Jia (China, Weltrangliste: 37) durch ein klares 4:0 über Ai Fukuhara (Japan, WR: 14) gewonnen. Wen behauptete sich im Endspiel deutlich mit 4:0 und kam nicht mal in die Nähe eines Satzverlustes. Für Wen war es der zweite Erfolg auf der World Tour nach den China Open in Shenzen 2011.
    Die deutsche Nummer eins, Han Ying, hatte das Finale der German Open knapp verpasst. Die 30-jährige Abwehrspielerin musste sich Japans Star Fukuhara in sieben Sätzen geschlagen geben. Die EM-Dritte im Einzel und Europameisterin mit Team Deutschland, Han, hatte mit 2:0 geführt und den dritten Satz im Entscheidungssatz verloren. Dann kippte das Match. Den sechsten Durchgang konnte die Weltranglisten-21. noch für sich entscheiden, im siebten Satz war die 25-jährige Fukuhara klar am Drücker.

    Wie bei der EM in Schwechat vor einem Monat holte Han Bronze. „Fukuhara hat am Anfang einige leichte Fehler gemacht. Das brachte mir einen Vorteil“, sagt sie bescheiden. „Doch dann hat sie sehr gut gespielt. Das waren meine ersten German Open. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, auch wenn ich natürlich gerne ins Finale gekommen wäre“, sagt die ehrgeizige B-Kader-Athletin, die mit den deutschen Nationalspielerinnen im Deutschen Tischtennis-Zentrum (DTTZ) in Düsseldorf trainiert. „Ich bin erst seit April in der Trainingsgruppe in Düsseldorf. Davor habe ich nur Bundesliga gespielt. Seit Juli bin ich nun auch im B-Kader. Seither habe ich mich sehr gesteigert. So kann es weitergehen“, sagt die 30-jährige Abwehrspielerin.

    Titel im Herren-Doppel für Boll/Franziska

    Im Herren-Doppel gab es am Finaltag doch noch einen Titel für Deutschland: Timo Boll und Patrick Franziska rangen im Finale die Taiwanesen Chiang Hung-Chieh/Huang Sheng-Sheng mit 3:2 nieder. Bereits im Viertel- und Halbfinale hatten Boll/Franziska über fünf Sätze gehen müssen. Im Endspiel behielten sie erneut die Nerven. Dabei hatten die beiden gebürtigen Odenwälder schon hoch zurückgelegen. Beim 1:2 und 5:9 in Durchgang vier standen die Taiwanesen kurz vor dem Titelgewinn, doch das deutsche Duo bog

    Erster gemeinsamer Start, erster Titel: Tolles Debüt für Timo Boll und Patrick Franziska

    den Rückstand noch um und nutzte im fünften Satz den dritten Matchball zum umjubelten Erfolg. "Wir haben hier in Berlin zum ersten Mal zusammengespielt und auch vorher kaum trainiert. Ich habe den Eindruck, dass wir gut zusammen passen. Die Abstimmung können wir noch verbessern. Es ist toll, mit Timo zu spielen. Er gibt mir Selbstvertrauen und hilft mir über manchen Hänger hinweg. Ohne ihn hätten wir auch das Finale nicht gewonnen", sagte Patrick Franziska. Der Fuldaer Bundesligaspieler kann sich auch über das Preisgeld von 4000 US-Dollar freuen. "Das ist eine willkommene Beigabe. Der Titel war wichtiger und den kann uns keiner nehmen."
    Der Doppelstart hat sich gelohnt. Wir haben ein paar Chancen ausgelassen, aber insgesamt sehr gut gespielt. Wir können das noch besser, aber für unser erstes Turnier war das schon ziemlich gut“, sagte Boll, für den es der dritte Doppel-Erfolg bei German Open war. 2004 und 2009 hatte er an der Seite von Christian Süß triumphiert. Im Einzel stand er bislang viermal ganz oben auf dem Siegerpodest.

    Wen Jia und Zhao Yan drehen Finale

    Die Einzelsiegerin Wen Jia setzte sich zusammen mit Partnerin Zhao Yan auch die Krone im Doppel auf. Wen/Zhao sind damit die Nachfolgerinnen von Sabine Winter und Petrissa Solja, die 2012 in Bremen triumphierten. In diesem Jahr wurde das Europameister-Doppel Winter/Solja Dritte.
    Im Finale sahen die Japanerinnen Ai Fukuhara/Misako Wakamiya zunächst wie die sicheren Sieger aus. Das Duo führte 2:0 und war im dritten Satz dem Triumph ganz nah. Doch Wen Jia/Zhao Yan holten sich diesen Satz mit 15:13 und dann noch das ganze Match. "Wir sind sehr glücklich. Der Trainer hat uns davon überzeugt, dass wir in das Spiel zurückkommen können, wir haben auch daran geglaubt, das Spiel doch noch zu gewinnen“, sagte Wen.

    Sieger und Platzierte der German Open 2013

    Herren-Einzel
    1. Fan Zhendong (CHN)
    2. Dimitrij Ovtcharov
    3. Vladimir Samsonov (BLR)
    3. Timo Boll

    Damen-Einzel
    1. Wen Jia (CHN)
    2. Ai Fukuhara (JPN)
    3. Lee Ho Ching (HKG)
    3. Han Ying

    Herren-Doppel
    1. Timo Boll/Patrick Franziska

    2. Chiang Hung-Chieh/Huang Sheng-Sheng (TPE)
    3. Kim Minseok/Seo Hyundeok (KOR)
    3. Kim Donghyun/Lee Jungwoo (KOR)

    Damen-Doppel
    1. Wen Jia/Zhao Yan (CHN)
    2. Ai Fukuhara/Misako Wakamiya (JPN)
    3. Iulia Necula/Bernadette Szocs (ROU)
    3. Sabine Winter/Petrissa Solja

    U-21 Herren
    1. Masataka Morizono (JPN)
    2. Quentin Robinot (FRA)
    3. Hugo Calderano (BRA)
    3. Liam Pitchford (ENG)

    U-21 Damen
    1. Lee Ho Ching (HKG)
    2. Petrissa Solja
    3. Zhou Jian (SIN)
    3. Yui Hamamoto (JPN) 
     

    Die Spiele und Ergebnisse am Sonntag - Finaltag

    Herren-Einzel

    Halbfinale
    Timo Boll - Dimitrij Ovtcharov 2:4 (-11,7,-4,9,5,9)
    Fan Zhendong CHN - Vladimir Samsonov BLR 4:2 (-3,2,-4,8,9,8)

    Finale
    Ovtcharov - Fan Zhendong CHN 1:4 (-11,-7,6,-1,-9)

    Damen-Einzel

    Halbfinale
    Han Ying - Ai Fukuhara JPN 3:4 (11,5,-10,-8,-6,8,-4)
    Lee Ho Ching HKG - Wen Jia CHN 2:4 (-10,7,-10,9,-7,-5)

    Finale
    Ai Fukuhara JPN - Wen Jia CHN 0:4 (-5,-6,-7,-6)

    Herren-Doppel

    Finale
    Timo Boll/Patrick Franziska - Chiang Hung-Chieh/Huang Sheng-Sheng TPE 3:2 (8,-7,-8,11,10)

    Damen-Doppel

    Finale
    Ai Fukuhara/Misako Wakamiya JPN - Wen Jia/Zhao Yan CHN 2:3 (3,8,-13,-8,-7)

    Klaus Fischer / Willi Baur / Günter Burow / Barbara Link / Barbara Speckner / Matthias Gehrmann / FL

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