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  • 05.01.2014 – Deutsche Pokalmeisterschaft der Herren

    Frauen des ttc berlin eastside Deutscher Pokalmeister

    Frauen des ttc berlin eastside Deutscher Pokalmeister So sehen Sieger aus: der ttc berlin eastside war nicht zu schlagen (Foto: Petra Steyer)

    Baiersbronn. Sie waren die großen Favoriten und hielten dem Druck in bravouröser Manier stand. Der erste Pokalsieger nach 29 Jahren Pause heißt ttc berlin eastside. Shan Xiaona, Georgina Pota, Kristin Silbereisen und Irene Ivancan waren beim Final Four in Baiersbronn im Schwarzwald am Sonntag nicht zu schlagen. Nach dem Halbfinalerfolg gegen den SV Böblingen gewann der Bundesliga-Spitzenreiter (16:0 Punkte) auch das Endspiel gegen den Bundesliga-Zweiten TTG Bingen/Münster-Sarmsheim mit 3:1. Shan Xiaona holte zwei Punkte, den dritten Zähler steuerte Irene Ivancan bei. Ding Yaping hatte für Bingen durch ein 3:2 über Georgina Pota die zwischenzeitliche 1:0-Führung besorgt.
    „Das war ein klasse Finale, gerade für die Zuschauer. Den Druck bin ich ja schon aus Kroppacher Zeiten gewöhnt. Aber eine Last fällt schon ab. Wir wollten vor der Saison aus drei Wettbewerben mindestens zwei Titel holen. Der Pokalsieg gibt jetzt ein bisschen Sicherheit“, sagte Kristin Silbereisen. Die Team-Europameisterin war vor der Saison zusammen mit Nationalmannschaftskollegin Shan Xiaona vom FSV Kroppach an die Spree gewechselt. Die Deutsche Einzelmeisterin, Shan, avancierte mit 4:0-Siegen beim Final Four zur Matchwinnerin. „Ich habe schon Druck gespürt. Das erste Jahr im neuen Verein ist nicht so leicht. Ich habe heute einen guten Kopf gehabt, hatte mich gut vorbereitet. Das war entscheidend. Im zweiten Einzel im Finale wollte ich unbedingt gewinnen, um ein fünften Einzel zu vermeiden“, sagte die EM-Zweite im Einzel. Für ihre Teamkolleginnen Georgina Pota und die EM-Zweite von 2011, Irene Ivancan, ist der Pokalsieg der erste Triumph nach dem Champions-League-Gewinn 2012. Jetzt peilen die Berlinerinnen noch die Deutsche Meisterschaft an, und auch in der Champions League steht das Team von Coach Irina Palina bereits im Halbfinale. Eine spontane Feier ob des Pokalerfolges wird es nicht geben. „Ich muss morgen um 8 Uhr wieder arbeiten. Wir müssen ja noch nach Hause fahren. Das wird eine kurze Nacht“, betonte Kristin Silbereisen.
    Zum ganz großen Coup reichte es nicht, aber Vize TTG Bingen/Münster-Sarmsheim kann mit dem zweiten Platz sehr gut leben. Vor allem Altmeisterin Ding Yaping (46), für China 1991 und 1989 WM-Bronzemedaillengewinnerin im Doppel, überzeugte am Sonntag mit zwei Erfolgen im Halbfinale gegen Busenbach und dem Sieg über Berlins Pota, immerhin mehrfache ungarische Meisterin. „Wir wollten in das Pokalfinale einziehen. Das haben wir geschafft, von daher sind wir zufrieden. Die Partie gegen Busenbach war ja schon auf Messers Schneide. Berlin ist halt unheimlich ausgeglichen und Shan hat heute überragend gespielt“, erkannte Bingens Vorsitzender Joachim Lautebach die Leistung des Pokalchampions an. Bingens Nummer zwei, Dana Cechova, erklärte: „Jeder ist schlagbar. Wir greifen in der Bundesliga gegen Berlin wieder an. Ich möchte mich ganz herzlich bei unseren Fans bedanken, die uns die zwei Tage hier begleitet haben.“
    Dass Bingen und Berlin im Endspiel standen, war keine allzu große Überraschung. Berlin (16:0 Punkte) und Bingen (14:2) sind auch in der Bundesliga derzeit das Maß aller Dinge. Das Vorrunden-Duell in der Liga entschieden die Berlinerinnen im September mit 6:3 für sich.

    Finalisten setzen sich in den Halbfinals jeweils 3:1 durch / Positives Resümee der Veranstaltung


    Spielte stark auf: ding Yaping (Foto: Petra Steyer)Im Final-Four-Halbfinale hatte sich der ttc berlin eastside gegen den SV Böblingen mit 3:1 durchgesetzt. Zweimal Shan Xiaona und einmal Kristin Silbereisen punkteten für die Hauptstädter. Böblingen musste im Duell gegen den Topfavoriten Berlin den Ausfall seiner etatmäßigen Nummer zwei verkraften. Xu Yanhua hatte sich im letzten Bundesliga-Spiel gegen Kolbermoor das Knie verdreht. "Der Meniskus ist beschädigt. Wie lange sie ausfällt, können wir noch nicht sagen. Wenn die Nummer zwei ausfällt, wiegt das natürlich schwer", sagte Coach Ingo Gotsch.
    Den Ehrenpunkt für Böblingen besorgte die frühere Weltklasse-Abwehrspielerin Qianhong Gotsch durch ein 3:0 über die Ungarin Georgina Pota. "Berlin ist eine starke Mannschaft. Man hat gesehen, dass sie sich auf die Veranstaltung gezielt vorbereitet haben", sagte Gotsch, die 2000 für den DTTB Einzel-Europameisterin wurde und im gleichen Jahr in Sydney eine olympische Medaille nur knapp verpasste. Erstaunlich ist, dass Gotsch mit mittlerweile 45 Jahren noch zu großen Leistungen fähig ist. "Es wird aber immer schwieriger für mich, das Niveau zu halten. Manchmal möchte der Kopf, aber der Körper macht nicht mehr mit. Solange es mir noch Spaß macht, werde ich spielen", sagt die frühere Deutsche Meisterin und Europe-Top-12-Siegerin.
    Im zweiten Halbfinale wurde Bingen seiner Favoritenrolle gegen Busenbach beim 3:1 gerecht. Ding Yaping (2) und Hana Matelova tüteten den Sieg für Bingen ein. Für Busenbach glich Jessica Göbel durch eine kämpferische Energieleistung nach 0:2-Rückstand gegen Dana Cechova zum zwischenzeitlichen 1:1 aus. Im ersten Match hatte Tanja Krämer gegen Abwehrspielerin Ding Yaping im zweiten und dritten Durchgang Satzbälle ausgelassen. "Man ist immer enttäuscht nach einer Niederlage. Ich hatte meine Chancen, leider habe ich sie nicht genutzt. Wir hatten damit gerechnet, das Spiel an Position drei offener gestalten zu können. Leider hat es nicht sollen sein", sagte Krämer.
    Nach 29 Jahren war die Deutsche Pokalmeisterschaft bei den Damen in dieser Spielzeit wieder ins Leben gerufen worden. In der Saison 1984/1985 hatte letztmalig der ATSV Saarbrücken triumphiert. „Die Wiedereinführung war nach fast 30 Jahren die absolut richtige Entscheidung. Das Final Four in Baiersbronn war eine sehr gelungene Veranstaltung und absolute Werbung für die Damen-Bundesliga. Ein großes Dankeschön an den SSV Schönmünzach, der für sehr gute Rahmenbedingungen für Spieler und Zuschauer gesorgt hat. Mit dem ttc berlin eastside hat sich die beste Mannschaft verdientermaßen durchgesetzt“, sagte Jens Hecking, Spielleiter Bundesligen beim DTTB.
     

    Final Four in Baiersbronn

    Finale

    TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – ttc berlin eastside 1:3
    Ding Yaping – Georgina Pota 3:2 (-8,7,-6,6,6)
    Hana Matelova – Shan Xiaona 1:3 (9,-7,-7,-4)
    Britt Eerland – Irene Ivancan 0:3 (-8,-5,-7)
    Ding Yaping – Shan Xiaona 1:3 (-6,-7,6,-9)

    Halbfinale

    ttc berlin eastside – SV Böblingen 3:1
    Shan Xiaona – Anja Schuh 3:0 (4,6,6)
    Georgina Pota – Qianhong Gotsch 0:3 (-6,-6,-9)
    Kristin Silbereisen – Alexandra Urban 3:0 (9,6,1)
    Shan Xiaona – Qianhong Gotsch 3:0 (10,6,8)

    TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TV Busenbach 3:1
    Ding Yaping – Tanja Krämer 3:1 (-7,13,12,2)
    Dana Cechova – Jessica Göbel 2:3 (4,4,-6,-8,-4)
    Hana Matelova – Theresa Kraft 3:0 (5,8,7)
    Ding Yaping – Jessica Göbel 3:1 (-15,4,7,5)

    Modus:
    Gespielt wird nach dem System, das auch in der Herren-Bundesliga zum Einsatz kommt: mit Dreier-Mannschaften, ohne Doppel, bis zum dritten Siegpunkt. Die Aufstellung ist frei wählbar. Die Spielreihenfolge lautet A1-B2, A2-B1, A3-B3, A1-B1, A2-B2. Eine vierte Spielerin kann vor dem dritten Einzel noch als A1/B1 oder A2/B2 eingesetzt werden.

    FL

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