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  • 05.08.2014 – Spezial

    Michael Zwipp einer von weltweit neun "Advanced International Referees"

    Michael Zwipp einer von weltweit neun Angesehene Schiedsrichter: das deutsche Olympia-Team in London mit Michael Zwipp, Claudia Möller und Dr. Torsten Küneth (Foto: privat)

    Neu-Isenburg. Michael Zwipp aus Langen bei Frankfurt/Main hat die höchstmögliche Karrierestufe im internationalen Schiedsrichterwesen erreicht. Der 61-Jährige darf sich "Advanced International Referee" nennen. Zwipp ist einer von weltweit nur neun Internationalen Referees, die die dreijährige Fortbildung meisterten. Bekannt ist der Regel-Experte, dessen Höhepunkt die Olympischen Spiele 2012 in London waren, auch aus dem Unterhaltungs-Fernsehen. Kürzlich fungierte Zwipp als Tisch-Schiedsrichter bei der Pro-7-Sendung "Schlag den Star".

    „Are you ready for London?“ Die Frage des ITTF-Präsidenten Adham Sharara an Michael Zwipp hat inzwischen Kultstatus. Sharara überraschte den Deutschen seinerzeit bei der WM 2010 in Moskau mit der Nominierung zum Oberschiedsrichter der Olympischen Spiele. „London 2012 war mein absoluter Höhepunkt, darüber hinaus geht nichts“, sagt Michael Zwipp heute. Bereits 2006 bei der Team-WM in Bremen sowie bei den Europameisterschaften 2009 in Stuttgart hatte er die Funktion des Oberschiedsrichters inne. Der 61-Jährige aus Langen gilt nicht nur wegen seiner großen internationalen Erfahrung als einer der angesehensten Referees der Welt – seit kurzem befindet er sich in einem weiteren erlauchten Kreis. Als einer von neun Schiedsrichtern weltweit darf sich Zwipp „Advanced International Referee“ (AIR) nennen. „Der Titel ist mir nicht wichtig. Ich freue mich einfach, dass ich das geschafft habe und meine Erfahrungen an Kollegen weitergeben kann“, betont Zwipp.

    Workshops, Hausarbeiten, E-Mails, Evaluationen – insgesamt drei Jahre Fortbildung

    Das AIR-Projekt war 2011 ins Leben gerufen worden, mit dem Ziel, die Qualität der Oberschiedsrichter zu steigern. Von ursprünglich zwölf ausgewählten International Referees (Oberschiedsrichter) blieben am Ende noch neun übrig. Ronald Wee wurde in der Zwischenzeit Chairman des URC (Umpires and Referees Committee) und verzichtete, zwei Kandidaten gaben aus Zeitgründen auf halber Strecke auf. „Wie viel Zeit ich in dieses Projekt gesteckt habe, kann ich gar nicht genau sagen, aber es waren eine Menge E-Mails und darüber hinaus zwei Hausarbeiten“, berichtet Zwipp.
    Die für das AIR-Projekt zwölf ausgewählten Personen wurden von den Competition-Managern der ITTF vorgeschlagen. Die Fortbildung begann mit einem gemeinsamen Workshop in Wien, bei dem unter anderem Ziele definiert, Fälle durchgespielt und kritische Situationen beleuchtet wurden. „Die Regeln hat jeder Kandidat perfekt drauf, es geht vielmehr um deren Anwendung“, sagt Zwipp. Hausarbeiten, reger E-Mail-Austausch und zwei Evaluationen bei zwei internationalen Top-Veranstaltungen folgten auf den ersten Workshop. Michael Zwipp wurde bei den Olympischen Spielen in London 2012 und den World Tour Grand Finals in Dubai 2014 evaluiert. „Mein Evaluator Richard Scruton war immer dabei, er hat sich genau angeschaut, wie ich mich in Meetings verhalte, wie meine Ansprache, meine Planung und das Verhalten in kritischen Situationen ist“, erzählt Zwipp.
    Beim diesjährigen Abschlussseminar in Kopenhagen waren dann die AIR-Kandidaten und alle Evaluatoren anwesend. Eine schriftliche Prüfung, eine Gruppenarbeit und ein einstündiges Einzel-Interview mussten die Teilnehmer überstehen. In dem Workshop spielte die Abwägung einzelner Situation eine große Rolle. Eine Frage war zum Beispiel: Was passiert, wenn ein Spieler nach dem verwandelten Matchball auf den Tisch springt und sich das Trikot auszieht? „Das Ausziehen des Trikots ist im Tischtennis nicht als sportgerechte Präsentation zu verstehen, dennoch sollte der Schiedsrichter in diesem Fall nach einem großen Erfolg/Titelgewinn die gelbe Karte besser nicht zeigen“, erklärt Zwipp.

    Berater für junge Kollegen / Ausflüge ins Showgeschäft

    Solche und ähnliche Fälle spielt der Langener auch mit den Kollegen durch, die auf dem Weg zum International Referee sind. Seit 2009 ist Zwipp in der Schiedsrichter-Ausbildung der ITTF involviert. Der studierte Betriebswirt mit dem Schwerpunkt Informationstechnik gibt seine Erfahrung und sein Wissen an junge Kollegen weiter, fungiert als Unterstützer und Mentor. „Ausbildung und Beratung sind einfach Dinge, dir mir Spaß machen. Und die ITTF bietet mir die Möglichkeit dazu.“
    Neben seiner Lehr-Funktion wird Michael Zwipp weiterhin als Oberschiedsrichter bei großen Turnieren tätig sein. Zwischendurch darf sich der Regel-Fachmann über ein bisschen Abwechslung im Show-Geschäft freuen. Zwipp ist ein bekanntes Gesicht bei den Pro-7-Sendungen „Schlag den Raab“ und „Schlag den Star“. Immer, wenn in den Shows Tischtennis gespielt wird, zieht die Redaktion den Mann aus Langen als Schiedsrichter und Experte zu Rate. Kürlich leitete Zwipp im Rahmen von „Schlag den Star“ die Partie zwischen Schauspieler Axel Stein und Schlagersänger Michael Wendler. Über Stefan Raab, den er schon mehrmals in dessen Shows erlebte, sagt Zwipp: „Der Raab ist ein ehrgeiziger Kämpfer, der niemals aufgibt.“

    Advanced International Referees:
    Michael Zwipp (GER), Steen Andersen (DEN), Petr Bohumsky (CZE), Cheong-Ki Chan (HKG), Kirill Mazaev (RUS), Francesco Nuzzo (ITA), Egils Purinsh (LAT), Stuart Sherlock (ENG), Werner Thury (AUT)

    FL

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