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  • 23.09.2014 – International

    Team-EM beginnt: Herren-Trio gegen Österreich / Damen zweimal gefordert

    Team-EM beginnt: Herren-Trio gegen Österreich / Damen zweimal gefordert Timo Boll, Patrick Franziska und Steffen Mengel beim Training, Bundestrainer Roßkopf im Telefonkontakt mit Spieler Nummer vier (Foto: ms)

    Lissabon. Die Team-EM in Lissabon beginnt am Mittwoch mit zwei Gruppenspielen für die Damen (14 Uhr deutscher Zeit gegen Frankreich, 20 Uhr gegen Österreich) und einem für die Herren (17 Uhr Österreich). Die deutschen Mannschaften sind topgesetzt und gehen als Titelverteidiger in das Turnier, aber gerade bei den Herren könnten die Vorzeichen besser sein. Am Dienstagnachmittag fand das Abschlusstraining in der MEO Arena statt.

    Jetzt ist es amtlich: Die deutschen Herren werden zumindest die Vorrunde bei den Team-Europameisterschaften in Lissabon definitiv nur mit drei Spielern bestreiten: Timo Boll, Patrick Franziska und Steffen Mengel. Patrick Baum hatte das Turnier wegen eines Trauerfalls am Montagmorgen abgesagt, Dimitrij Ovtcharov stößt erst am Donnerstagabend zur Mannschaft und sitzt eventuell im dritten Gruppenspiel gegen Ungarn auf der Bank. Nach einer Weisheitszahn-OP werden beim Weltranglistenfünften die Fäden erst am morgigen Mittwoch gezogen, zudem hat der amtierende Europameister nach dem Eingriff Trainingsrückstand. Einen Spieler nachzumelden ist laut Regularien nicht möglich. „Die Regelung ist sehr hart und sie trifft ja nicht nur uns, sondern auch die Österreicher oder Schweden, die ebenfalls nur zu dritt sind. Ich musste jetzt viele gute Spieler zu Hause lassen. Wir müssen das Beste aus der Situation machen“, sagt Bundestrainer Jörg Roßkopf.

    Der Auftaktgegner Österreich hat es gleich in sich, obwohl beim WM-Viertelfinalisten und Olympia-Vierten von 2008 mit Stefan Fegerl (Viruserkrankung) ebenfalls ein Leistungsträger fehlt. Robert Gardos (Weltranglisten-Position: 31), Daniel Habesohn (75) und Chen Weixing (59) gehen für Österreich an den Tisch. „Für den Start ist das ein schwieriges Spiel. Wir müssen von Anfang an Vollgas geben und 100 Prozent bringen, um zu gewinnen. Österreich ist ein Team mit viel Erfahrung, jeder von den Spielern hat gegen unsere auch schon gewonnen“, warnt Roßkopf. "Klar, die Situation ist schwierig für die Spieler. Groß taktieren können wir momentan mit drei Spielern auch nicht. Wir sind nicht mit den besten Voraussetzungen angereist, wollen das aber nicht als Ausrede gelten lassen.“ Das letzte Duell gegen Österreich gewannen die DTTB-Herren im vergangenen Jahr bei der EM in Schwechat mit 3:0.

    Boll: "Wir haben immer noch genügend Qualität"

    Am Dienstagnachmittag absolvierte die deutsche Mannschaft geschlossen das Abschlusstraining in der MEO Arena. „Die Halle ist groß, aber es ist alles ok und lässt sich gut spielen hier“, erklärte Timo Boll, auf dessen Schultern nun ein ungleich höherer Druck lastet. „Meine Form ist anständig. Ich habe alle Bundesligaspiele gewonnen. Das war gut fürs Selbstvertrauen, nachdem es in China ja am Ende nicht mehr so gut lief für mich. Körperlich bin ich fit, auch die Frische ist da trotz des langen Sommers ohne Pause“, sagt der Düsseldorfer und betont: "Auch wenn wir nur zu dritt sind, hat sich das Ziel für uns nicht geändert. Wir haben immer noch genügend Qualität, um die Gruppe zu überstehen und auch den Titel zu gewinnen. Vor Österreich müssen wir keine Angst haben." Das Fehlen von Baum und zunächst auch von Ovtcharov kommentierte der Rekord-Europameister so: "Patti war zuletzt ganz stark drauf, Dima ist eh eine Bank. Er hat die Mannschaft letztes Jahr zum Titel geführt und ist Europameister im Einzel geworden. Ich hoffe, dass er bald nachkommt", sagt Boll, dessen Vertrauen in das deutsche Trio groß ist. „Patrick und Steffen sind selbstbewusste Spieler, die wissen, was sie können. Sie haben eine gute WM gespielt und wichtige Erfahrungen gesammelt. Ihnen muss man gar nicht viel erzählen.“

    DTTB-Damen endlich da und zuversichtlich vor dem Doppelprogramm
     

    Konzentriertes Training unter den Augen von Bundestrainerin Jie Schöpp: Han Ying und Irene Ivancan (Foto: ms)Jie Schöpp konnte man die Erleichterung förmlich ansehen. Ein bisschen nervös sei sie zuvor schon gewesen anlässlich der verspäteten Anreise ihrer gesamten Mannschaft. Hintergrund: Der EM-Kader um Han Ying, Shan Xiaona, Irene Ivancan, Petrissa Solja und Sabine Winter plus Nationalspieler Steffen Mengel hatte am Vorabend stundenlang am Düsseldorfer Flughafen festgesessen, ehe der Flug komplett auf den nächsten Morgen verschoben wurde. In die Maschine hatte ein Blitz eingeschlagen. Am Dienstagmittag kam die „Reisegruppe II“ dann endlich in Lissabon an. „So etwas passiert schon sehr selten. Ich bin jetzt froh, dass sie angekommen sind und alle Spielerinnen die geplanten Trainingszeiten wahrnehmen konnten. Die Spielerinnen machen einen fitten Eindruck, der Zwischenfall am Flughafen scheint sie nicht groß beeindruckt zu haben“, sagte Schöpp, deren Mannschaft zum EM-Auftakt ein Doppel-Programm zu absolvieren hat.
    Am Mittwoch heißen die Gegner Frankreich (14 Uhr deutsche Zeit) und Österreich (20 Uhr). „Das erste Spiel ist immer schwer, da müssen wir ins Turnier finden. Gegen Österreich erwarte ich ein offenes Spiel. Ich kann mir vorstellen, dass wir sie im Laufe des Turniers auch noch mal als Gegner bekommen“, sagt die Bundestrainerin.
    „Gegen Frankreich stehen die Chancen 70:30. Sie haben mit Li Xue eine gute Nummer eins, fallen danach aber etwas ab. Wir sind hingegen von Position eins bis fünf gut aufgestellt“, betonte Han Ying, im vergangenen Jahr die Garantin für den EM-Titel und als Nummer neun der Welt die Führungsspielerin im deutschen Team. Österreich mit Topspielerin Liu Jia (Weltranglistenposition: 12), Sofia Polcanova (31) und der Schwester von Petrissa Solja, Amelie (50), zählt für die Abwehrspielerin zu einem der Turnierfavoriten. „Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass wir sie schon in der Gruppe haben. Dann können wir uns auf sie besser einstellen“, sagt Han.
    Sicherheit sollte dem deutschen Team das letzte Aufeinandertreffen geben. Im EM-Viertelfinale 2013 setzte sich die Mannschaft von Bundestrainerin Jie Schöpp mit 3:0 gegen den damaligen Gastgeber durch.
     

    EM-Zeitplan* und deutsche Spiele

    Mittwoch, 24. September
    14 Uhr, Damen-Mannschaft
    Gruppe A: Deutschland – Frankreich, Österreich – Türkei

    17 Uhr, Herren-Mannschaft
    Gruppe A: Deutschland – Österreich, Portugal – Ungarn

    20 Uhr, Damen-Mannschaft
    Gruppe A: Deutschland – Österreich, Frankreich – Türkei

    Donnerstag, 25. September
    14 Uhr, Herren-Mannschaft
    Gruppe A: Deutschland – Portugal, Österreich – Ungarn

    17 Uhr, Damen-Mannschaft
    Gruppe A: Deutschland – Türkei, Österreich – Frankreich

    20 Uhr, Herren-Mannschaft
    Gruppe A: Deutschland – Ungarn, Portugal – Österreich

    Freitag, 26. September
    15 Uhr, Damen-Mannschaft: Viertelfinals
    19 Uhr, Herren-Mannschaft: Viertelfinals

    Samstag, 27. September
    11 Uhr, Damen-Mannschaft: 1. Halbfinale
    15 Uhr, Damen-Mannschaft: 2. Halbfinale
    15 Uhr, Herren-Mannschaft: 1. Halbfinale
    19 Uhr, Herren-Mannschaft: 2. Halbfinale

    Sonntag, 28. September
    15 Uhr, Damen-Mannschaft: Finale
    19 Uhr, Herren-Mannschaft: Finale

    Hinweise:
    * Alle Uhrzeiten sind in deutscher Zeit angegeben. Portugal liegt eine Stunde zurück, z.B. 19 Uhr Deutschland = 18 Uhr Portugal.

    Die EM-Delegation des DTTB

    Herren
    Dimitrij Ovtcharov (Fakel Gazproma Orenburg/Russland, Weltrangliste: 5)
    Timo Boll (Verein: Borussia Düsseldorf, Weltrangliste: 9)
    Steffen Mengel (TTC Schwalbe Bergneustadt, Weltrangliste: 36)
    Patrick Franziska (Borussia Düsseldorf, Weltrangliste: 40)

    Damen
    Han Ying (KTS Zamek Tarnobrzeg/Polen, Weltrangliste: 9)
    Shan Xiaona (ttc berlin eastside, Weltrangliste: 24)
    Petrissa Solja (ttc berlin eastside, Weltrangliste: 38)
    Irene Ivancan (Fenerbahce Istanbul, Weltrangliste: 44)
    Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor, Weltrangliste: 52)

    Trainer, Betreuer und Schiedsrichter
    Sportliche Leitung

    Dirk Schimmelpfennig (DTTB-Sportdirektor)

    Trainerteam
    Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer)
    Zhu Xiaoyong (Assistenztrainer Herren)
    Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)
    Wan Guohui (Assistenztrainer Damen)

    Medizinische Betreuung
    Dr. Antonius Kass (Mannschaftsarzt, Düsseldorf)
    Birgit Schmidt (Physiotherapeutin, Olympiastützpunkt Hessen)
    Lisa Stark (Physiotherapeutin, Köln)

    Organisationsleitung
    Christian Back (DTTB-Referat Leistungssport)

    Schiedsrichter
    Gerhard Schnabel (Karlsfeld, Deputy Referee), Rainer Hoffmann (Vlotho), Nico Keiser (München), Dr. Hubertus Reiner (Bad Hersfeld), Jürgen Schödel (Engen), Dr. Holger Schwarze (Bremerhaven), Gert Selig (Hannover), Hans-Peter Wörner (Steinheim)

    FL

    Bildergalerie

    Weitere Informationen: