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  • 25.10.2014 – International

    LIEBHERR Men's World Cup: Boll besiegt Ovtcharov und steht im Halbfinale gegen Zhang Jike

    LIEBHERR Men's World Cup:  Boll besiegt Ovtcharov und steht im Halbfinale gegen Zhang Jike Unterlag Timo Boll: Dimitrij Ovtcharov (Foto: ms)

    Düsseldorf. Beim LIEBHERR Men's World Cup in Düsseldorf stehen die Halbfinalisten fest. Am Sonntag kämpfen Timo Boll und Zhang Jike sowie Ma Long und Jun Mizutani um den Einzug in das Endspiel des mit 150.000 US-Dollar dotierten Turniers. Im deutschen Viertelfinal-Duell behielt Timo Boll nach zuletzt mehreren Niederlagen gegen Dimitrij Ovtcharov klar mit 4:0 die Oberhand.

    Der Internet-Sender des Weltverbandes ITTF, itTV, bietet in bewährter Qualität ein kostenloses Live-Streaming von allen Spielen an.
     

    LIEBHERR Men’s World Cup 2014

    Hauptrunde am Samstag

    Viertelfinale
    Timo Boll - Dimitrij Ovtcharov 4:0 (8,8,5,1)
    Es war eine überraschend klare Angelegenheit vor gut 4000 Zuschauern im ISS DOME. Timo Boll zehn, Dimitrij Ovtcharov sieben. So hatte die Bilanz im direkten Vergleich der deutschen Nationalteamkollegen vor dem Match gelautet. Doch in den vergangenen beiden Jahren war Ovtcharov bei den großen Turnieren immer einen Tick besser: bei World Cup und German Open 2013 sowie Europe Cup und Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr.

    Ma Long CHN - Tiago Apolonia POR 4:0 (10,8,6,1)
    In den ersten beiden Sätzen hielt der Außenseiter Apolonia stark dagegen. "Ich war da nicht wirklich nervös", sagte Ma Long. "Es war eher deswegen, weil wir noch nie vorher gegeneinander gespielt hatten. Wir brauchten beide etwas Zeit, um uns aufeinander einzustellen. Ich habe auch ein bisschen die Taktik umgestellt, um aus der passiven Situationen besser herauszukommen", sagte der topgesetzte Chinese.
    "In den ersten beiden Sätzen war wirklich etwas drin, nach einer 4:0-Führung im ersten und 6:3-Führung im zweiten Satz. Ich spielte wirklich gut, konnte die Chancen aber nicht nutzen. Je länger das Spiel dauerte, desto sicherer wurde Ma Long“, sagte der Portugiese Apolonia nach seinem ersten Match gegen Ma Long übrhaupt.

    Jun Mizutani JPN - Chuang Chih-Yuan TPE 4:1 (-5,11,6,6,13)
    Nach druckvollem Beginn des Olympia-Vierten Chuang wurde Mizutani immer sicherer und ergriff selbst mehr die Initiative. Nach dem etwas glücklichen Ende im zweiten Satz spielte Mizutani groß auf und gewann insbesondere die entscheidenden Vorhand-Rallys. "Ich hatte Glück, den zweiten Satz zu gewinnen, den hätte ich nach 10:5-Führung fast noch aus der Hand gegeben. Danach hatte ich genug Selbstvertrauen und es lief immer besser. Zum Schluss hatte ich mit einigen Netzrollern Glück, aber das gehört dazu", sagte der Weltranglisten-Siebte Jun Mizutani. Angesprochen auf den Halbfinalgegner Ma Long sagte der Japaner: „Ich habe bislang alle Matches gegen ihn verloren, das wird also morgen sehr schwer."

    Zhang Jike CHN - Quadri Aruna NIG 4:2 (-6,7,4,7,-8,8)
    Erst der Weltmeister und Olympiasieger Zhang Jike hat den Siegeszug des Überraschungs-Viertelfinalisten Quadri Aruna gestoppt. Dazu musste der Favorit aber Schwerstarbeit verrichten. In sechs Sätzen setzte sich Zhang Jike letztlich gegen den Weltranglisten-73. und gegen das Publikum im ISS DOME durch, das Aruna spätestens nach dem Achtelfinale in sein Herz geschlossen hatte. "Aruna, Aruna"-Rufe schallten durch die Arena, vohr, während und auch nach der Partie. "Gegen Zhang Jike zu spielen war eine große Ehre für mich. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, am Samstag bei den Topstars dabei zu sein. Das war großartig hier", sagte Aruna im Gespräch mit Hallensprecher Marcel Piwolinski, ehe der Nigerianer eifrig Autogramme schreiben musste.

    Halbfinale am Sonntag
    Ma Long - Jun Mizutani
    Timo Boll - Zhang Jike

    Die Halbfinals finden um 11.30 und um 12.15 Uhr statt

    ---Pause---

    15.00 Uhr: Spiel um Platz drei
    15.45 Uhr: Finale
     

    Achtelfinals am Samstag
    Ma Long CHN – Kenta Matsudaira JPN 4:0 (7,4,4,2)
    Ohne großen Probleme gewann der World-Cup-Favorit sein Auftaktmatch gegen Kenta Matsudaira. "Alles ist normal gelaufen. Wir haben schon ein paarmal gegeneinander gespielt und wir kennen uns gut. Kenta hat in jedem Satz zu Beginn etwas Neues probiert. Es hat immer ein bisschen gedauert, bis ich mich darauf eingestellt habe. Gegen Apolonia habe ich bislang noch nicht gespielt. Ich denke, das wird schwerer", sagte der topgesetzte Ma Long im Hinblick auf das Viertelfinale.

    Tiago Apolonia POR – Marcos Freitas POR 4:0 (6,9,2,5)
    Im Duell der beiden Team-Europameister aus Portugal setzte sich der Saarbrücker Bundesligaspieler Tiago Apolonia überraschend klar gegen seinen Landsmann Marcos Freitas durch. "4:0 klingt deutlich, aber es war kein einfaches Spiel, die gibt es auf diesem Level nicht mehr. Ich hatte den Vorteil, gestern schon zwei Spiele bestritten zu haben, er kam kalt ins Turnier und er fand nicht rein, aber ich habe auch gut gespielt. Es ist mir gelungen, sehr agressiv zu spielen", erklärte der Weltranglisten-17. Apolonia. 
    Im Viertelfinale trifft der Gewinner der Austria Open 2010 zum ersten Mal in seiner Karriere auf Ma Long. "Ich werde alles versuchen und das Beste geben", so Apolonia zu seiner Außenseiterrolle. Zu einem etwaigen Sensation gegen den Topgesetzten Ma sagte der Portugiese: "Ein Erfolg gegen ihn wäre nicht nur für mich wichtig. Auch das Verhältnis Europa vs. China würde sich verbessern."

    Chuang Chih-Yuan TPE – Chen Chien-An TPE 4:2 (8,3,-2,-9,8,10)

    Jun Mizutani JPN – Panagiotis Gionis GRE 4:0 (2,10,11,3)
    "Ich habe im ersten Satz sehr schlecht begonnen. Ich habe mich auch von gestern noch etwas müde gefühlt und die Halle und der Boden liegen mir nicht. Trotzdem kam ich noch ins Spiel und habe im zweiten Satz mit 6:2 deutlich geführt, konnte ihn jedoch nicht gewinnen. Danach war es sehr schwer für mich", sagte Abwehrmann Gionis von Borussia Düsseldorf.
    Der Gewinner Jun Mizutani resümierte: "Ich tue mich normal schwer gegen Abwehr und Gionis hat einen guten Schnitt in seinen Bällen. Aber ich habe mich in Japan gut auf Abwehr vorbereitet. Trotzdem war es nicht einfach und ich musste hier jeden Ball ganz konzentriert spielen."

    Dimitrij Ovtcharov – Kamal Achanta IND 4:3 (-9,7,6,-8,5,-11,10)
    Umarmung nach dem Fight: Dima Ovtcharov, Kamal Achanta (Foto: ms)Welch ein Krimi: Im sechsten Satz vergibt Dimitrij Ovtcharov beim 10:8 zwei Matchbälle. Es geht in den Entscheidungssatz. Auch dort hat der Deutsche beim 10:9 einen Matchball, Achanta kann aber zum 10:10 ausgleichen. Danach macht "Dima" den Sieg perfekt. "Das Spiel war für die erste Runde ok, ich bin zwar wieder richtig fit, aber durch meinen Trainingsrückstand, wegen Urlaub, Infekt und Zahn-OP fehlt mit doch etwas Selbstvertrauen, das erst durch einige Siege wiederkehrt", sagt Ovtcharov. "Das Spiel gegen Timo, sollte es so sein, wird sehr schwer und nur durch Nuancen entschieden werden. Es spricht zwar für mich, dass ich die letzten fünf Partien gewonnen habe, aber er ist in glänzender Form und topmotiviert. Es wird schwer.“
    Der Unterlegene, Kamal Achanta von Borussia Düsseldorf, zeigte eine gute Leistung, betonte jedoch: "Verloren ist verloren. In meinem Alter verliert man besser 0:4, als in der Verlängerung im siebten Satz. Dennoch habe ich gut gespielt, wir kennen uns aber auch sehr gut. Allerdings war dies erst das zweite offizielle Match gegeneinander. Das erste verlor ich deutlich mit 0:4, es wird also enger", sagte Achanta.

    Tang Peng HKG – Quadri Aruna NIG 2:4 (7,-9,-10,-8,9,-3)
    Happy Aruna, mit Trainer Adomeit (Foto: ms)Am Freitag überraschte Quadri Aruna bereits mit Siegen über Japans Matsudaira und Russlands Shibaev, in der Hauptrunde hat der Nigerianer nun dem nächsten Favoriten ein Bein gestellt. Der 26-jährige Weltranglisten-73. bezwang den 16. des Rankings, Tang Peng (Hongkong), in sechs Sätzen. Der  Publikumsliebling brachte mit seinem Auftreten und mit der weiteren Sensation den ISS DOME zum Toben. "Das war mein größter Sieg bisher. Mein Timeout bei 11:10 im dritten Satz hat ihn mir gebracht. Wenn ich diesen Satz verliere, geht das ganze Spiel weg. Ich habe mich gut gefühlt und mutig gespielt, habe alles ausprobiert, war konzentriert und hatte viel Selbstvertrauen. So habe ich gewonnen", sagte Aruna. Sein deutscher Coach Martin Adomeit meinte: "Er spielt gut und so locker. Das muss man sich erstmal trauen, beim Spielstand von 11:10 frech in die Vorhand zu spielen. Es passt alles und er hat Spaß.“

    Timo Boll – Adrien Mattenet FRA 4:1 (-9,13,7,9,9)
    Timo Boll besiegt Adrien Mattenet (Foto: ms)„Es war ein etwas holpriger Start, der erste Satz geht weg und den zweiten habe ich glücklich gewonnen. Aber ich kam dann besser ins Spiel. Mattenet hat weitergekämpft und kam immer wieder ran“, sagte Boll nach dem Auftakterfolg.
    Angesprochen auf das Viertelfinale gegen "Dima" Ovtcharov sagte der Düsseldorfer: "Ich hoffe auf das bessere Ende für mich, auch wenn die Bilanz der letzten zwei Jahre gegen mich spricht. Wir sind gute Kumpels, haben uns auch zusammen eingespielt. Mal sehen, wer die Nase heute vorne hat.“
    "Wenn man bei einem solchen Turnier kalt im Achtelfinale beginnt, ist es immer schwierig. Da Timos Gegner bereits gestern gespielt hat und mit den Verhältnissen vertraut ist, hat Timo es erwartet, dass der Start nicht einfach wird, aber er ist gut hinein gekommen", erklärte Bundestrainer Jörg Roßkopf.

    Zhang Jike CHN – Adrian Crisan ROU 4:0 (8,9,11,8)
    Adrian Crisan hielt gegen den Olympiasieger und Weltmeister ordentlich dagegen, konnte jeden Durchgang eng gestalten, zu einem Sazgewinn reichte es aber nicht. Die chinesische Fan-Gruppe im ISS DOME war zufrieden. "Ich war überrascht, dass so viele chinesische Fans hier sind. Das motiviert mich sehr. Ich hoffe, dass sich weiter mehr Personen im Tischtennis und für Tischtennis engagieren", sagte der an Position zwei gesetzte Zhang Jike.
     

    Der "Shot of the day" der ITTF an Tag eins des LIEBHERR Men's World Cup

    Bea Pfaffendorf / Chen Zhang / Bernd Frank / Günter Burow / FL

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