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  • 04.01.2015 – Deutsche Pokalmeisterschaft der Herren

    ttc berlin eastside alter und neuer Pokal-Champion bei den Damen

    ttc berlin eastside alter und neuer Pokal-Champion bei den Damen Titel erfolgreich verteidigt: der ttc berlin eastside (Foto: Petra Steyer)

    Berlin. Der alte Pokalsieger ist auch der neue. In eigener Halle am Anton-Saefkow-Platz wurde der ttc berlin eastside beim Final Four vor über 300 Zuschauern seiner Favoritenrolle gerecht. Im Endspiel bezwang der Bundesliga-Tabellenführer wie in der vergangenen Saison die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim nach hartem Kampf mit 3:1. Für den Triple-Sieger von 2014 ist es Titel Nummer eins im Jahr 2015, zwei weitere in der Bundesliga und Champions League könnten folgen.

    „Ich bin sehr erleichtert, das Adrenalin baut sich langsam ab“, betonte Berlins Präsident Alexander Teichmann unmittelbar nach der Siegerehrung. „Wir hatten hier ja eine Doppelfunktion, als Ausrichter und Teilnehmer. Beides hat sehr gut hingehauen. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Im vergangenen Jahr haben wir auch den Pokal gewonnen, dann die Champions League und die Meisterschaft. Es ist schön, jetzt schon mal einen Titel zu haben.“

    Das Finale war – anders als von manchen Experten gemutmaßt – keineswegs eine klare Angelegenheit. Im Gegenteil. Bingen spielte erwartungsgemäß stark, kämpfte aufopferungsvoll und wäre um ein Haar mit 2:0 in Führung gegangen, wenn die erfahrene Spitzenspielerin Ding Yaping ihre 5:0-Führung im Entscheidungssatz gegen Nationalspielerin Kristin Silbereisen genutzt hätte. In starker Manier zog die 29-jährige Berlinerin den Kopf noch aus der Schlinge und glich zum 1:1 für den Gastgeber aus. Zuvor hatte die Deutsche Meisterin Shan Xiaona überraschend gegen Bingens Nummer zwei Matelova das Nachsehen gehabt.

    Kristin Silbereisen dreht gegen Ding Yaping einen 0:5-Rückstand im Entscheidungssatz

    Die TTG Bingen zeigte eine starke Leistung (Foto: Petra Steyer)Berlins Coach Irina Palina hatte im Finale Kristin Silbereisen, die bekanntlich gut gegen Abwehr agiert, anstatt Georgina Pota auf Ding Yaping angesetzt. Es entwickelte sich eine hochklassige Angriff-Abwehr-Partie, in der die Bingerin schon klar auf der Siegerstraße lag. „Die letzten beiden Partien gegen sie in der Bundesliga hatte ich aber im fünften Satz verloren. Ich wusste, dass mein Spiel heute sehr entscheidend ist. Bei 0:5 im fünften dachte ich, jetzt läuft es so wie immer. Am Ende habe ich es noch gut umgebogen. Die Unterstützung durch die Zuschauer war klasse“, sagte Silbereisen, deren Sieg ein Schlüsselmoment war. Statt 2:0 für Bingen stand es 1:1. Die unterlegene Ding Yaping, mit China WM-Medaillengewinnerin im Doppel 1989 und 1991, war nach der Niederlage untröstlich, saß minutenlang regungslos da. „Bei 5:0 für mich im fünften Satz habe ich gedacht, dass es schon vorbei ist. Ich dachte nicht, dass sie noch mal zurückkommt. Das war eine Kopfsache. Am Ende hat sie aber auch gut gespielt“, sagte Ding Yaping.

    Im dritten vorentscheidenden Einzel wurde die amtierende Team- und Doppel-Europameisterin Petrissa Solja gegen Nachwuchs-Nationalspielerin Yuan Wan ihrer Favoritenstellung gerecht und besorgte die 2:1-Führung. Solja, seit dieser Saison Berlinerin, hat sich mit dem ersten Titel glänzend eingefügt. „Das ist der erste nationale Titel mit der Mannschaft für mich. Ich bin sehr glücklich. Es war eine geschlossene Mannschaftsleitung. Ich bin froh, dem Team helfen zu können“, sagte die 20-jährige Linkshänderin.

    „Uns haben heute nur vier Punkte gefehlt“


    Bezwang Ding Yaping nach 0:5-Rückstand im fünften Satz: Kristin Silbereisen (Foto: Petra Steyer)Mit dem Vorsprung im Rücken machte Berlins Topspielerin Shan im vierten Einzel gegen Ding Yaping alles klar – wobei auch dieses Match auf Messers Schneide stand. Im vierten Satz führte die Penholderspielerin mit 8:5 und verlor mit 8:11. Im Entscheidungssatz lag Ding Yaping wiederum mit 7:4 in Front, brachte aber auch diese Führung nicht nach Hause. „Bei 7:7 verschieße ich einen hohen Ball, das hat wehgetan. Insgesamt habe ich aber gut gespielt. Wir haben unser Ziel mit dem Finale erreicht. Normalerweise ist Berlin viel besser“, sagte Ding Yaping.

    Bingens Manager Joachim Lautebach kommentierte: „Das gehört zum Sport dazu. Im Prinzip haben uns heute nur vier Punkte zum Titel gefehlt. Wenn wir 2:0 in Führung gehen, ist vielleicht was drin. Unsere Mannschaft hat alles gegeben. Schade, wir waren nah dran, aber Berlin hat am Ende auch verdient gewonnen.“ Die Leistung des Bundesliga-Dritten ist umso bemerkenswerter einzuordnen, da mit der niederländischen Nationalspielerin Britt Eerland (Aufbautraining nach Patellasehnenentzündung im Knie) und Dana Cechova (erwartet in Kürze ihr erstes Kind) zwei Stammkräfte nicht zur Verfügung standen.

    TSV Schwabhausen liefert Bingen im Halbfinale harte Gegenwehr


    Bezwang die Deutsche Meisterin und Weltranglisten-21. Shan Xiaona: Hana Matelova aus Tschechien (Foto: Petra Steyer)Mit einem ungefährdeten 3:0-Erfolg in etwas mehr als einer Stunde war der Pokalsieger Berlin zuvor in das Finale eingezogen. Bei Gegner TV Busenbach kam überraschend Spitzenspielerin Tanja Krämer nicht zum Einsatz. "Ich bin nicht richtig fit", kommentierte die langjährige Berlinerin. So waren die ohnehin geringen Chancen der Karlsruher auf ein Minimum gesunken. Die Berlinerinnen, Triple-Sieger 2013, gaben sich keine Blöße und keinen Satz ab.

    Spannender ging es im zweiten Halbfinale zu, wo der TSV Schwabhausen dem Favoriten TTG Bingen/Münster-Sarmsheim einen harten Kampf lieferte. Mitentscheidend war das dritte Einzel, das Bingens 17-jähriges Nachwuchsass Yuan Wan gegen Eva-Maria Maier mit 3:1 gewann. "Wir haben schon öfter gegeneinander gespielt, es war oft 50:50. Ich lag im zweiten und dritten Satz vorn, hatte im dritten Satz Satzbälle. Eigentlich habe ich ganz gut gespielt, leider hat es nicht gereicht", sagte die 18-jährige Maier. Die Enttäuschung hielt sich bei den Bayern in Grenzen. "Wir sind jetzt nicht mit der Erwartung hingefahren, Bingen zu schlagen. Klar hatten wir die Hoffnung, aber wir können die Niederlage verkraften", so Maier lächelnd. "Bingen musste ganz schön beißen gegen uns. Wir konnten dem Favoriten einen harten Kampf liefern und sind zufrieden", resümierte Schwabhausens Trainer Alexander Yahmed.
    Bingen konnte sich im Halbfinale auf seine routinierte Spitzenspielerin Ding Yaping verlassen. Mit zwei Einzelsiegen brachte die Abwehrstrategin die TTG auf Endspielkurs. Im Endspiel gegen Berlin wurde die 47-Jährige aktuell beste Bundesligaspielerinn dann zur tragischen Figur.
     

    Final Four der Damen um die Deutsche Pokalmeisterschaft

    Finale
    ttc berlin eastside - TTG Bingen/Münster-Sarmsheim 3:1
    Shan Xiaona - Hana Matelova 1:3 (-4,9,-8,-9)
    Kristin Silbereisen - Ding Yaping 3:2 (-6,6,7,-5,10)
    Petrissa Solja - Wan Yuan 3:0 (9,5,6)
    Shan Xiaona - Ding Yaping 3:2 (-3,6,9,-8,8)

    Halbfinale
    ttc berlin eastside - TV Busenbach 3:0

    Shan Xiaona - Jessica Göbel 3:0 (9,8,6)
    Georgina Pota - Theresa Kraft 3:0 (5,8,5)
    Petrissa Solja - Jennie Wolf 3:0 (2,4,3)

    TTG Bingen/Münster-Sarmsheim - TSV Schwabhausen 3:1
    Ding Yaping - Andrea Bakula 3:1 (4,4,-5,4)
    Hana Matelova - Yang Ting 2:3 (11,-8,- 3,9,-9)
    Wan Yuan - Eva-Maria Maier 3:1 (-6, 9,12,4)
    Ding Yaping - Yang Ting 3:0 (8,12,7)

    FL

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