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  • 08.03.2015 – Personalie

    Emotionaler Abschied: "Danke, Mr. President" / Thomas Weikert legt nach zehn Jahren sein Amt nieder

    Emotionaler Abschied: Hans Wilhelm Gäb eröffnete mit seiner Rede die Abschiedszeremonie für Thomas Weikert

    Chemnitz/Limburg. Für das Jahr 2017 hatte er sich diesen Schritt offen gehalten, nun machte er ihn schweren Herzens zwei Jahre früher: Am 10. März übergibt Thomas Weikert nach zehn Jahren als Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes sein Amt an Michael Geiger, der bis zum Bundestag im November zunächst kommissarisch den Verband führen wird. Heute bereitete der DTTB in Chemnitz im Rahmen der 83. Deutschen Meisterschaften vor 3000 Zuschauern seinem scheidenden Präsidenten einen emotionalen Abschied, an dem Vertreter des Präsidiums, des Generalsekretariats, der Landesverbände, der Tischtennis Marketing GmbH, der Bundestrainer sowie für die Sportler Timo Boll und Kristin Silbereisen teilnahmen.

    Mit großem Einsatz und umfassenden Kenntnissen für den DTTB gearbeitet

    Ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt als Präsident des Weltverbandes ITTF gibt Weikert vorzeitig den Vorsitz des DTTB an Geiger weiter. Die doppelte Präsidentschaft sah der der 53-jährige Anwalt aus Limburg als nicht mehr miteinander vereinbar an. „Ich hatte gehofft, zumindest bis 2017 beide Ämter parallel ausüben zu können. In meiner Funktion als ITTF-Präsident habe ich allerdings nach der Nominierung des DTTB als Ausrichter der Weltmeisterschaften 2017 festgestellt, dass viele Verbände einen Interessenkonflikt sehen, wenn der DTTB mit der ITTF Verträge über dieses Turnier abzuschließen hat“, erklärte Weikert. „Der Rücktritt fällt mir extrem schwer. Der DTTB und seine Mitstreiter in den Mitgliedsverbänden sind mir in den zehn Jahren meiner Präsidentschaft sehr ans Herz gewachsen. Vielleicht kann ich den Verband ja als Justiziar weiter unterstützen“, so Weikert.

    Timo Boll verabschiedet seinen PräsidentenDer ehemalige Bundesligaspieler, der am 12. Juni 2005 erstmals zum Präsidenten gewählt wurde, hinterlässt seinem Nachfolger ein bestelltes Feld.  Der Teamplayer Weikert, der Wert auf Harmonie legt, aber genauso trefflich konstruktiv streiten kann, lenkte den DTTB mit seiner Fähigkeit zum Dialog, fachlicher und sozialer Kompetenz, Durchsetzungsvermögen und seinem unermüdlichen Engagement nach stürmischen Zeiten umsichtig zurück in ruhigere Gewässer. Den Kurs des Präsidiums und der Verbände machte Weikert wieder zu einem gemeinsamen: Beim Bundestag im Dezember 2013 in Halle an der Saale erhielt er dafür zum fünften Mal hintereinander alle Stimmen der Delegierten. DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb, der von 1981 bis 1994 den Verband geführt hatte, formuliert es treffend: „Nie zuvor hat ein Präsident unseres Verbandes mit ähnlichem Einsatz und mit so umfassenden Kenntnissen wie Thomas Weikert für den Tischtennissport gearbeitet.“

    Thomas Weikert hinterlässt ein bestelltes Feld

    Thomas Weikert und seine Präsidiumskollegen Heike und Jürgen Ahlert sowie Michael Geiger (im Hintergrund)Weikert, seit 2002 Justitiar des DTTB, meisterte aber nicht nur mit Ausgleich und Integrationsfähigkeit den Spagat zwischen Basis, Breiten- und Spitzensport mit Bravour, wie beispielsweise bei den unterschiedlichen Regelungen bei der Einführung des Plastikballs. Er arbeitete auch unaufhaltsam daran, das internationale Renommee der Sportart zu verbessern. Sein Konzept, „Tischtennis durch regelmäßige Top-Events in Deutschland auf höchstem Niveau zu präsentieren“, setzte er konsequent um. Mit der Team-WM 2012 in Dortmund, der Team-WM 2006 in Bremen und den Europameisterschaften 2009 in Stuttgart fielen neben zahlreichen anderen Top-Events drei Großveranstaltungen in seine Amtszeit, zudem etablierten sich die deutschen Nationalmannschaften deutlicher als je zuvor an der Weltspitze und wurden bei den Herren sowohl bei Olympia wie auch bei Weltmeisterschaften nur noch von China besiegt. Auch sportpolitisch verschaffte sich Weikert, der seine Funktionärslaufbahn 1995 als Vorsitzender des DTTB-Kontrollausschusses begann, Profil und Respekt. So basiert u.a. die noch heute auf höchsten Ebenen diskutierte Neuausrichtung der Spitzensportförderung in Deutschland auf einem Vorstoß des DTTB nach den Olympischen Spielen in London. Auf internationaler Ebene machte sich Weikert spätestens 2009 einen Namen, als er Vizepräsident des Weltverbandes ITTF wurde.

    Michael Geiger ist die richtige Wahl

    Das Präsidium musste nicht lange nachdenken, um den, zunächst kommissarischen, Nachfolger Weikerts zu bestimmen, der ab dem 10. März Michael Geiger heißem wird. Läuft alles nach Plan, dann stellt sich der 49-jährige, der seit 2010 als Vizepräsident über die Finanzen des DTTB wachte, den Delegierten beim Bundestag am 21. und 22. November zur Wahl. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen meiner Präsidiumskollegen und vieler Verbände, das sie mir in Hintergrundgesprächen signalisiert haben. Sie sind letzten Endes die Wähler“, so Geiger. "Michael Geiger ist für uns die richtige Wahl“, sagt Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb. „Er ist in allen Bereichen des DTTB zuhause, er verfolgt den Spitzensport so intensiv wie den Breitensport, er kennt die internationale Szene von seiner Schiedsrichter-Tätigkeit im internationalen Verband ITTF, er ist Wirtschaftsfachmann, und er liebt den Sport.“

    Thomas Weikert bedankt sich beim Publikum und seinen Weggefährten

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