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  • 08.03.2015 – National

    NDM in Chemnitz: Bolls zehnter Titel ein Rekord für die Ewigkeit/Solja überglücklich

    NDM in Chemnitz: Bolls zehnter Titel ein Rekord für die Ewigkeit/Solja überglücklich

    Chemnitz. Mit sehenswerten Halbfinal- und Finalspielen sowie mit einem Rekord für die Ewigkeit gingen am Sonntagabend die 83. Nationalen Deutschen Meisterschaften zu Ende. Höhepunkt des Schlusstages vor 3.000 Zuschauern in der Chemnitz Arena war der historische Triumph von Superstar Timo Boll, der an seinem 34. Geburtstag seinen zehnten Einzeltitel gewann und nun allein die ewige Bestenliste vor den in den 70er- und 50er Jahren neunmal erfolgreichen Stars Eberhard Schöler und Conny Freundorfer anführt. Erstmals Meisterin im Damen-Einzel wurde die 20-jährige Petrissa Solja, die zudem im Doppel mit Sabine Winter ihr zweites Gold gewann und damit zur erfolgreichsten Spielerin des Turniers avancierte. Seinen ersten nationalen Titel im Doppel sicherte sich das Duo Steffen Mengel/Benedikt Duda.

    Hart erkämpfter Triumph für die Geschichtsbücher

    Die Zufriedenheit stand Timo Boll nach dem Endspiel ins Gesicht geschrieben. Nach dem verwandelten Matchball winkte der Rekord-Europameister lächelnd ins Publikum und setzte sich lächelnd und tiefenentspannt auf den Stuhl des Betreuers, auf den der Superstar in Chemnitz ganz verzichtet hatte.  Boll: "Ich freue mich darüber, dass ich diesen Titel gewonnen habe, aber Ruwen hat es mir auch ganz schön schwer gemacht. Aber es wäre ja auch noch schöner gewesen, wenn ich heute an meinem Geburtstag nicht das Endspiel gewonnen hätte." Im Halbfinale gegen seinen Düsseldorfer Vereinskollegen Patrick Franziska hatte Boll sich noch kurz am Knie behandeln lassen. "Es hatte kurz gezwickt, hat sich aber dann nicht als Problem herausgestellt. Mit jetzt 34 Jahren sollte ich vielleicht doch nicht mehr so tief in die Knie gehen", schmunzelt das Geburtstagskind.

    Petrissa SoljaNach zwei verlorenen Finalspielen bei den Meisterschaften 2013 und 2014 gelang Timo Boll im dritten Anlauf der zehnte Titelgewinn, der nun seinen Platz in den Geschichtsbüchern des Sports findet. Für seinen Erfolg musste der zweimalige World-Cup-Sieger, der bis zum Endspiel keinen Satz verloren hatte, allerdings äußerst hartnäckigen Widerstand von Abwehrass Ruwen Filus brechen. Der Fuldaer war nicht nur in Weltklassemanier mit einem 4:3-Erfolg über den Weltranglisten-27. Steffen Mengel in das Finale eingezogen, drei Sätze lang hielt er gegen Weltstar Boll das Matchvollkommen offen. Trotz seiner 2:4-Niederlage war der mit seiner attraktiven Spielweise zum Publikumsliebling avancierte Filus glücklich über sein Abschneiden: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung bei dieser DM und freue mich riesig über die Silbermedaille. Einen Dank auch an das Publikum, das mich so toll unterstützt hat."

    Nach der Finalniederlage gegen Boll hatte Filus an der Seite von Ricardo Walther noch die Chance, sich zumindest im Doppel die deutsche Meisterschaft zu sicheren. Doch auch das zweite Unternehmen Goldmedaille schlug fehl, obwohl der Fuldaer und der Hagener gegen das Duo Steffen Mengel/Benedikt Duda bereits mit 2:0 in Sätzen und 9:7 im dritten Durchgang geführt hatte. Doch die Bergneustädter, die bereits im Vorjahr das Finale erreicht, aber verloren hatten, drehten das Match und sicherten ihre erste Goldmedaille im Doppel: "Wir haben schlecht angefangen, aber dann haben wir den dritten Satz noch geklaut. Das war der Knackpunkt."

    Petrissa Solja glücklich über ihren ersten Meistertitel

    Benedikt Duda/Steffen MengelDie 20-jährige Petrissa Solja dominierte bei den Damen das Turnier zusammen mit ihrer Finalgegnerin Sabine Winter, an deren Seite sie im Doppel ihr zweites Gold holte. Die für Berlin spielende Pfälzerin, die von ihrem Vater Pavel zum Titel gecoacht wurde, war nach dem Matchball überglücklich: "Dieser Titel bedeutet mir sehr viel. Das Endspiel einer Deutschen Meisterschaft zu gewinnen, das ist etwas ganz besonders. Das schaffen nicht so viele Spielerinnen, und mir ist es nun bereits mit 20 Jahren gelungen." In der Vorschlussrunde hatte sich die Zweite des Europe Top 16 von Baku gegen ihre an Position zwei gesetzte Vereinskollegin Kristin Silbereisen durchgesetzt, die 2010 das Turnier gewonnen hatte.

    Weniger glücklich die Unterlegene. Sabine Winter konnte sich trotz ihrer starken Leistung im Halbfinale mit einem Erfolg über Ex-Europameisterin Wu Jiaduo zunächst nicht so recht über die Silbermedaille freuen: "Nach der Niederlage in einem Finale kann ich nicht zufrieden sein, denn ich wollte ja den Titel gewinnen. Da hilft es im Moment auch wenig, dass ich ein gutes Turnier gespielt habe."

    Im Doppel setzten sich die befreundeten Europameisterinnen, die sich "vor dem Finale eine halbe Stunde aus dem Weg gegangen" (Winter) sind, gegen Wu Jiaduo und Kristin Silbereisen durch und gewannen damit nach 2013 zum zweiten Mal Gold in dieser Disziplin.

    DM-Bilanz: Chemnitz ein hervorragender Gastgeber / Nun folgen die German Open

    Sabine Winter/Petrissa SoljaChemnitz war wie schon 2007 ein exzellenter Gastgeber der Deutschen Meisterschaften und erfüllte in jeder Hinsicht alle Erwartungen. "Diese Meisterschaften tragen das Prädikat hervorragend. Man hat überhaupt nicht bemerkt, dass es im Vorfeld Absagen gab", sagte Thomas Weikert, der in Chemnitz verabschiedet wurde, bei seiner letzten Pressekonferenz als DTTB-Präsident. Am Dienstag legt der 52-jährige Jurist, der auch Präsident des Weltverbands ITTF ist, sein Amt nach zehn Jahren in die Hände des bisherigen Vizepräsidenten Finanzen, Michael Geiger. Wie hoch die sportliche Qualität des Turniers war, unterstrich Heike Ahlert, die Vizepräsidentin Leistungssport des DTTB: "Wir haben exzellente Leistungen der Sportler gesehen. Unsere WM-Fahrer haben sich hier hervorragend präsentiert." Thomas Neubert, in Personalunion Präsident des Sächsischen TTV und Organisationschef dieser Meisterschaften, war ebenfalls hochzufrieden. "Aus unserer Sicht war alles perfekt, inklusive der Zahl von fast 6000 zahlenden Besuchern in drei Tagen."

    Die Reihe an hochwertigen Veranstaltungspause geht beim Deutschen Tischtennis-Bund schon in etwas mehr als einer Woche weiter. Dann treffen sich Deutschlands Medaillengewinner von Chemnitz und zahlreiche internationale Stars, darunter der Weltrangliste-Erste Ma Long und Olympiasieger Zhang Jike (beide China) in Bremen zu den mit 220.000 dotierten German Open (18. bis 22. März), einem von sechs Highlights der World Tour Super Series.

    Bilanz-Pressekonferenz mit DTTB-Vizepräsidentin Leistungssport Heike Ahlert, dem Vizepräsidenten Finanzen und künftigen DTTB-Präsidenten Michael Geiger, DTTB- und ITTF-Präsident Thomas Weikert und dem Präsidenten des Sächsischen TTV, Thomas Neubert (v.l.)

    Hier können Sie sich die kompletten Ergebnisse der 83. Deutschen Meisterschaften im PDF-Format herunterladen:

    Übersicht Medaillengewinner aller Wettbewerbe

    Herren-Einzel K.O. Runde
    Damen-Einzel K.O Runde
    Herren-Einzel Qualifikation
    Damen-Einzel Qualifikation

    Herren-Doppel

    Damen-Doppel

    Die Ergebnisse des Finaltags

    Herren-Einzel

    Halbfinale
    Boll - Franziska 4:0 (-6,-7,-8,-6)
    Filus - Mengel 4:3 (12,-7,9,-5,7,-7,10)
    Finale
    Boll - Filus 4:2 (3,-5,-9,3,5,1)

    Damen-Einzel

    Halbfinale
    Wu Jiaduo - Winter 3:4 (8,-9,15,-9,-11,-6)
    Solja - Silbereisen 4:1 (-5,12,10,11,8)
    Finale
    Winter - Solja 1:4 (-8,-12,10,-4,-3)

    Herren-Doppel

    Halbfinale (12.15 Uhr)
    Franziska/Floritz - Mengel/Duda 2:4 (-5,-10,9,-9,-9)
    Ort/Qiu - Filus/Walther (10,-8,-8,7,-5,6,7)
    Finale
    Mengel/Duda - Filus/Walther 4:2 (-6,-7,9,3,9,9)

    Damen-Doppel

    Halbfinale
    Wu/Silbereisen - Obst/Matzke 4:0 (4,3,3,6)
    Winter/Solja - Krämer/Bollmeier 4:3 (-8,10,-5,5,3,-5,5)
    Finale
    Winter/Solja - Wu/Silbereisen 4:2 (3,-5,-4,8,9,5)

    ms

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