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  • 03.05.2015 – Einzel-WM 2015

    Die Spiele am Sonntag: Ma Long triumphiert erstmals im Einzel / Doppel-Titel ist kleiner Trost für Liu Shiwen

    Die Spiele am Sonntag: Ma Long triumphiert erstmals im Einzel / Doppel-Titel ist kleiner Trost für Liu Shiwen Hatte im Viertelfinale beim Jahrhundertspiel viel zu jubeln: Timo Boll (Foto: ms)

    Suzhou. Mit Ausnahme eines Damen-Doppels war Asien am Schlusstag der 53. Weltmeisterschaften in Suzhou unter sich. Die niederländisch-polnische Kombination Li Jie/Li Qian unterlag im Halbfinale chancenlos den Topfavoritinnen Ding Ning/Li XIaoxia. Ihre Knöchelverletzung aus dem Damen-Finale am Samstagabend hatte die Weltranglisten-Erste Ding offenbar gut verkraftet. Das Einzel-Endspiel gegen Liu Shiwen hatte sie trotzdem gewonnen und danach angekündigt, sie wolle im Doppel auf jeden Fall antreten. Ihr - Zhu Yuling an der Seite - steht sie nun auch im Doppel-Finale gegenüber.

    Im Herren-Einzel war China unter sich. Fan Zhendong musste die Klasse Ma Longs in fünf Sätzen anerkennen. Patrick-Franziska-Bezwinger Fang Bo dagegen hat den amtierenden Weltmeister entthront.

    Damen-Doppel, Halbfinale
    Ding Ning/Li Xiaoxia CHN - Li Jie/Li Qian POL 4:0 (5,2,7,6)
    Liu Shiwen/Zhu Yuling CHN - Feng Tianwei/Yu Mengyu SIN 4:1 (-9,9,6,7,4)

    Finale
    Ding/Li - Liu/Zhu 3:4 (8,-8,3,-8,11,-8,-8)

     

    Herren-Einzel, Halbfinale und Finale
    Ma Long CHN - Fan Zhendong CHN 4:1 (1,7,8,-7,5)
    Zhang Jike CHN - Fang Bo CHN 1:4 (-5,-7,5,-9,-10)

    Finale
    Ma - Fang 4:2 (7,-7,4,8,-11,4)

     

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    Rückblick: Die Spiele am Samstag

    Herren-Einzel, Viertelfinale
    Timo Boll - Fan Zhendong CHN 2:4 (-10,-9,8,-7,13,-7)
    Timo Boll hielt fast immer auch dem höchsten Druck stand (Foto: ms)Boll über das Spiel gegen Fan: So ein Spiel haben mir sicher viele nicht mehr zugetraut. Es ist eine meiner Stärken, dass ich mich dem Niveau meiner Gegner anpassen kann, wenn ich die Spannung halten kann und dazu getrieben werde. Es war ein großartiges Spiel, das riesen Spaß gemacht hat. Ich habe sogar die chinesischen Zuschauer auf meine Seite gezogen. Das macht mich stolz, denn das bedeutet, dass ich in meiner Karriere wohl nicht viel falsch gemacht habe.
    Fan Zhendong ist ein saustarker Spieler. Ich habe starke Bälle gespielt, auf die er eine noch bessere Antwort hatte. Da musste ich manchmal selbst staunen und den Punkt auch einfach mal abnicken. Es war ein gutes Match und er am Ende einen Tick stärker. Man muss gegen ihn sehr vorausschauend spielen und viel Druck machen. Ich habe heute oft die richtige Entscheidung getroffen, deshalb sah es auch so gut aus. Dafür muss man im Tunnel sein, wie wir Sportler sagen.
    Ich bin sehr froh, dass ich auf diesem Niveau gespielt habe. Es hätte mich nicht zufrieden gestellt, wenn ich bei der WM nur rumgegurkt hätte.
    Es waren schwere äußere Verhältnisse. Ich habe auch mit dem Schweiß gekämpft, vor allem mit meiner nassen Hand hier in diesem schwül-warmen Hexenkessel. Direkt nach der Handtuchpause habe ich die Rückhand immer besser getroffen, als später wenn alles schon wieder so schmierig und pappig war. Für ihn waren es aber die gleichen Umstände. Nach jedem Schlag habe ich Tropfen fliegen sehen, es war eine richtige Hitzeschlacht.

    Jörg Roßkopf fieberte auf der Bank mit (Foto: ms)Bolls WM-Fazit: Im Doppel haben wir ein super Spiel gemacht. Xu Xin und Zhang Jike mussten auch ihr bestes Spiel machen, um gegen uns zu gewinnen. Schade, dass es schon die zweite Runde war. Es war ein sehr hohes Niveau; wenn die Nummern zwei und drei so spielen, ist es für die Nummern eins und sieben schwer.
    Ich habe auch im Einzel bewiesen, dass ich immer noch dazu gehöre und mit ein bisschen mehr Glück die besten Chinesen schlagen kann. Es war wieder mal ein neuer Anlauf, traurig nur, dass es nicht geklappt hat.
    Dieses Spiel motiviert mich auf jeden Fall, vor allem, wenn mein Körper gut funktioniert und ich mich gut bewege. Es war ähnlich wie im Viertelfinale der WM in Paris vor zwei Jahren gegen Ma Long oder beim World Cup in Düsseldorf gegen Zhang Jike. Leider brechen einem die Sätze, die man gegen die Chinesen nicht gewinnt, am Ende das Genick.

    Bundestrainer Jörg Roßkopf: Es war ein Spiel auf einem hohen Level, das in beide Richtungen hätte gehen können. Fan Zhendong hat Timo ständig bombardiert, hat mit viel Power gespielt und kurzen Bewegungen. Das bewundern auch die Chinesen an ihm. Timo hat bis zum letzten Ball den Druck aufrecht erhalten.
    Es war ein unglaublich hohes Niveau. Bei allen Turnieren, die Timo spielt, ist er gut, deshalb müssen wir uns um Rio 2016 bei ihm keine Gedanken machen. Bei den großen Turnieren kann er alles rausholen.
    Jeder Spieler hat Respekt vor ihm. Nach diesem Spiel heute auch die Chinesen.

    Patrick Franziska - Fang Bo CHN 1:4 (-5,-9,8,-5,-5)
    Patrick Franziska kann stolz auf seinen Viertelfinaleinzug sein (Foto: ms)Franziska: "Nervös war ich eigentlich nicht so sehr, nur das Niveau der Chinesen ist noch mal höher als das der Nicht-Chinesen. Am Anfang ging mir alles zu schnell. Ab dem zweiten Satz bin ich besser ins Spiel gekommen, habe aber leider knapp verloren. Den Dritten habe ich dann gewonnen, und im Vierten und Fünften am Anfang ein bisschen geführt.
    Beim Aufschlag-Rückschlag-Spiel war ich so gut wie er, vielleicht sogar einen Tick dominanter, aber wenn er dann den ersten Ball gezogen hat, war eine unglaubliche Wucht dahinter. Ich muss noch an der Schnelligkeit arbeiten. Die Chinesen zeigen einem klar auf, wo man kleine Defizite hat.
    Rossi war zufrieden mit mir. Er hat mir nach dem Spiel gesagt, ich solle mich nicht zu sehr ärgern und zu hart mit mir ins Gericht gehen, sondern genießen, dass ich hier im Viertelfinale gestanden habe.
    Meine WM-Bilanz ist auf jeden Fall positiv. Natürlich wurmt mich, dass ich eine Medaille verpasst habe, wenn ich schon so kurz davor war. Aber jetzt weiß ich wenigstens, woran ich arbeiten muss.
    Erst einmal gucke ich nun Timos Spiel und drücke ihm alle Daumen."

    Jörg Roßkopf: "Nach seiner Verletzung bei der EM war er hier in einer sehr guten Form. Im ersten Satz war er extrem nervös. Ab dem zweiten war seine Leistung dann gut, aber man hat gesehen, dass noch viel fehlt und er an einigem arbeiten muss. In einem WM-Viertelfinale zu stehen, ist gut fürs Selbstvertrauen und für die Weltrangliste."

    Ma Long CHN - Tang Peng HKG 4:0 (7,9,6,1)
    Zhang Jike CHN - Jun Mizutani JPN 4:1 (4,6,-10,5,9)


    Herren-Doppel, Halbfinale
    Xu Xin/Zhang Jike CHN - Lee Sangsu/Seo Hyundeok KOR 4:2 (-9,6,9,6,-4,3)
    Fan Zhendong/Zhou Yu CHN - Koki Niwa/Kenta Matsudaira JPN 4:0 (6,7,6,6,)

    Finale
    Xu/Zhang - Fan/Zhou 4:2 (-12,7,9,-9,7,9)

     

    Damen-Einzel, Halbfinale
    Ding Ning CHN - Mu Zi CHN 4:3 (-9,6,10,-5,6,-1,6)
    Li Xiaoxia CHN - Liu Shiwen CHN 1:4 (-6,-8,9,-7,-8)

    Finale
    Ding - Liu 4:3 (-7,13,7,9,-9,-4,8)

     

    Rückblick: Die Spiele der Deutschen am Freitag

    Herren-Einzel, Achtelfinale am Freitag
    Timo Boll - Wong Chun Ting HKG 4:1 (9,8,-3,10,13)
    Boll: Ich hatte heute viel Selbstvertrauen, habe nicht ängstlich gespielt, sondern bin auch die Bälle draufgegangen. Ich habe nicht alle getroffen, aber viele. Es ist wichtig zu wissen, dass man sich auf seine Schläge verlassen.
    Ich bin ein Perfektionist. Ich sehe jeden Fehler im Spiel, jede Kleinigkeit. Aber im Vergleich zu gestern, sollte ich heute mal zufrieden sein.
    Gegen Fan Zhendong aber ich mal in der chinesischen Liga gespielt. Ich habe 0:3 verloren, aber zwei Sätze waren knapp. Er ist jung und will hier zeigen, wie gut er ist, dass er zu den zwei, drei Topleuten gehört. Deswegen hat er jede Menge Druck. Ich hoffe, dass ich das ausnutzen kann. Gegen ihn muss ich noch mehr riskieren. Vorher verloren gebe ich die Partie nicht.
    Bundestrainer Jörg Roßkopf: Zwei Spieler im Viertelfinale einer WM - das ist schon mal was. Timo hat sehr gut gespielt. Es war eine wichtige Steigerung gegenüber gestern, und die war gegen Wong auch nötig. Er hat ein gutes Spiel gemacht, hatte ein gutes Gefühl und hat sich gut bewegt. Dass er sich im Laufe eines Turniers steigert, ist nichts Ungewöhnliches für ihn. Ich hoffe, dass schafft er morgen gegen Fan Zhendong noch einmal.
    Patrick hat bisher ein Wahnsinnsturnier gespielt. So viele Spieler, auch von den ganz guten, schaffen es nicht in ein WM-Viertelfinale. Fang Bo und er haben beide noch nie in einem Viertelfinale bei einer WM gestanden. Einer von beiden wird sich eine Medaille abholen. Da ist er näher dran, als er vor seinem Turnier gedacht hätte.

    Patrick Franziska - Kou Lei UKR 4:2 (-7,-8,8,6,9,8)
    Patrick Franziskas diebische Freude über den Viertelfinaleinzug (Foto: ms)Franziska: Ich kann noch nicht realisieren, dass ich hier im Viertelfinale stehe. Vor der WM war mein Ziel, gegen einen in der Weltrangliste über mir Platzierten zu gewinnen. Dass es jetzt so läuft, hätte ich nie gedacht. Ich habe zwar zum Schluss in der Bundesliga gut gespielt, wusste aber nach der Verletzung trotzdem nicht genau, wo ich stehe.
    Kou Lei war wieder sehr stark heute. Ich habe in den ersten zwei Sätzen schnell und fest und ihm damit in die Farbe gespielt. Bei 0:2 haben Rossi und ich die Taktik gewechselt. Ich habe weicher, cleverer und mit mehr Rotation gespielt. Dass ich den fünften Satz noch gewonnen habe, obwohl ich immer zurücklag, war wichtig. Ich habe mich dann sicher gefühlt, vorher hatte ich einfach zu doof gespielt.
    Gegen Fang Bo habe ich öfter in der Jugend gespielt und verloren. Morgen werde ich wieder kämpfen wie ein Schwein und versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.
    Nochmal ein Dank Richtung Fans für die Unterstüzung: Patrick Franziska (Foto: ms)Jörg Roßkopf: Schon gegen Basti hat Kou Lei unglaublich gut gespielt. Patrick ist sehr nervös gewesen und hat ein bisschen Anlaufzeit gebraucht. Nach dem 0:2 ist er ruhiger geworden. Am Anfang war er zu gierig. Diese Sachen muss er noch lernen.
    Wenn er schon im Viertelfinale steht, warum sollte es dann nicht noch weitergehen? Beide haben noch nicht in einem WM-Viertelfinale gestanden. Es ist für beide eine neue Situation. Patrick wird morgen sicher nicht schlecht gegen Fang Bo spielen. Die Frage ist, wie gut sich Fang Bo darauf einstellen kann. Vielleicht geht was, wenn Patrick das Spiel eng halten kann und nicht gleich mit 0:6 zurückliegt.
    Timo Boll: Es freut mich für Patrick auch wegen seiner Verletzung zum Anfang der Saison. Vielleicht hatte die auch ihr Gutes: Jetzt ist er frisch und nicht so überspielt wie einige andere. Ich schätze ihn auch gegen Fang Bo nicht als chancenlos ein. Ich habe mit Fang Bo in China in einer Mannschaft gespielt. Er ist nicht immer der Nervenstärkste.
    Es ist jetzt schon mal schön, dass zwei Odenwälder im Viertelfinale der WM stehen. Das gab's noch nie.

    Viertelfinale am Samstag
    Franziska - Fang Bo CHN, 9 Uhr deutscher Zeit (15 Uhr CHN)
    Boll - Fan Zhendong CHN, 10 Uhr (16 CHN)
    Ma Long CHN - Tang Peng HKG, 8 Uhr (14 CHN)
    Zhang Jike CHN - Jun Mizutani JPN, 12.45 Uhr (18.45 CHN)

    Halbfinale und Finale am Sonntag

     

    Damen-Einzel, Achtelfinale am Freitag
    Irene Ivancan - Ding Ning CHN 0:4 (-4,-7,-9,-8)
    Gut gespielt, aber im Achtelfinale gegen die Favoritin verloren: Irene Ivancan (Foto: ms)Ivancan: Ich würde gerne häufiger gegen solche Spielerinnen antreten. Es macht Spaß. Ich habe zwei Sätze gebraucht, um mich an das Niveau zu gewöhnen. Im Dritten habe ich am Ende geführt und dann zwei Aufschläge gefressen. Das hätte nicht sein müssen.
    In den letzten 16 zu stehen, ist schon toll, aber natürlich hätte ich mir gewünscht, noch mehr zu schaffen. Ich habe gegen die Nummer eins der Welt gespielt, aber sie ist nicht gerade der Crack gegen Abwehr, wie man gesehen hat, und wenn es knapper gestanden hätte, hätte sie wahrscheinlich auch nicht Bälle getroffen wie zum Schluss.
    Mir tun auch solche Niederlagen immer weh, aber ich kann gut damit leben.

    Viertelfinale am Freitag um 12.45/13.45 Uhr (18.45/19.45 CHN)
    Halbfinale und Finale am Samstag

     

    Rückblick: Die Spiele der Deutschen am Donnerstag

    Herren-Einzel, 3. Runde (32)
    Patrick Franziska - Marcos Freitas POR 4:1 (11,7,10,-5,6)
    Kann es selbst kaum glauben: Franziska besiegt Freitas mit 4:1 (Foto: ms)Franziska: Es ist schwer zu sagen, ob es mein bestes Spiel überhaupt war, aber es war definitiv eins meiner besten. Es hat alles gepasst. Ich habe mich gut bewegt, so gut wie noch nie. Ich hatte keine großen Konzentrationslöcher, außer vielleicht im Vierten, war immer präsent am Tisch. Ich habe schon im ersten Satz gemerkt, dass heute was geht. Auch dass ich den dritten Satz bei 8:10 noch gedreht habe, hat mir weiteres Selbstvertrauen gegeben. Richtig realisiert habe ich aber erst beim Matchball, dass ich gewinnen würde.
    Gegen Freitas muss ich aggressiv spielen, muss diese Bälle aber auch treffen und darf sie ihm nicht einfach diagonal auf den Schläger spielen. Dann blockt er mir die Bälle rein. Ich muss druckvolle Bälle spielen und die dann gut platzieren. Das gelingt mir nicht immer.
    Meinen Gegner in der nächsten Runde gucke ich mir gleich noch an. Sie sind beide keine Top-10-Spieler wie Freitas, stehen aber zu Recht in dieser Runde. Kou Lei hat unter anderem Basti geschlagen, Pattantyus Chuang Chih-Yuan.
    Freitas: Natürlich bin ich mit meinem Auftritt nicht zufrieden. Ich hatte mir für die WM viel vorgenommen. Ein paar kleine Chancen hatte ich, zum Beispiel im ersten Satz und die 10:8-Führung im dritten. Die habe ich nicht genutzt. Patrick war mir heute in allen Belangen überlegen.
    Bundestrainer Jörg Roßkopf: Patrick hat sensationell gut gespielt. Zum Glück hat er sich nicht zu viel von dem Video seines letzten Spiels gegen Freitas angesehen. Da ist er ziemlich eingegangen. Gegen einen Top-10-Spieler zu gewinnen, ist sehr schwierig. Es gab nur eine Phase, den vierten Satz, in dem er schlecht gespielt hat, sonst war er immer am Limit oder lag sogar darüber.

    Timo Boll - Joao Monteiro POR 4:3 (5,-7,-10,12,7,-3,10)
    Timo Boll jubelt, ebenso im Hintergrund Teamarzt Toni Kass (Foto: ms)Boll: Ein verdienter Sieg war es heute nicht, aber auch kein glücklicher. Es war einfach eine enge Partie, und ich habe sie halt gewonnen.
    Ich musste mich ganz schön quälen und gegen meinen Körper ankämpfen. Ich hatte Probleme, mich so richtig in Wallung zu bringen. Gerade gegen einen Linkshänder, der sich so schnell bewegt, muss man mit hoher Spannung spielen. Zwischendurch war ich froh, wenn ich einfach nur den Ball auf den Tisch gebracht habe. Ich hatte Konzentrationslöcher und habe mich aus hohen Führungen unnötig selbst in Stress gebracht, nur weil er mal zwei Punkte hintereinander gemacht hat. Glücklicherweise war ich am Ende ruhig und habe mit dem Selbstvertrauen gespielt, das mir fehlte, als ich geführt habe.
    Morgen muss ich von Anfang an giftiger, spritziger sein. Wong ist brandgefährlich. Man darf ihn nicht zu seinem Vorhand-Topspin kommen lassen. Er ist richtig gut geworden. Ich hoffe, dass ich morgen eine Schippe drauflegen kann.
    Bundestrainer Jörg Roßkopf: Das ganze Spiel war schwierig. Punkt für Punkt war eine richtige Quälerei für Timo. Aber zum Schluss hat er ein paar sehr gute Bälle gespielt. Wichtig war, dass er so oft geführt hat, anders als Dima gestern, der immer Rückständen hinterher gelaufen ist. Monteiro hat hier auch in den Runden davor sehr gut gespielt.
    Timo hat sich nicht gut bewegt und hatte Probleme mit seinem eigenen Aufschlag. Es verunsichert einen Spieler, wenn schon der Anfang eines Ballwechsels nicht klappt. Dass er das Spiel trotzdem noch gewonnen hat, sollte ihm für morgen Auftrieb geben. Ich hoffe, dass die Partie morgen weniger Kraft kostet. Es sind hier lange Tage für ihn mit schweren Spielen gegen Dyjas und Monteiro.

    3. Runde (32) am Donnerstag
    Ivancan - Park Youngsook KOR 4:3 (7,-7,-9,7,9,-8,8)

    Spielerisch ist bei Irene Ivancan nach ihrem Geschmack Luft nach oben. "Ein richtiges Spiel würde ich das nicht unbedingt nennen. Sie war tierisch aufgeregt, und ich war auch unglaublich aufgeregt", beschrieb die 31-jährige Nummer 41 der Welt die Partie gegen Park Youngsook. "Vieles lief über das Aufschlag-Rückschlag-Spiel. Wer besser returniert hat, hat den Punkt gemacht. Am Ende habe ich gewonnen, weil ich krummer gespielt habe." Irene Ivancan beschäftigte die WM-Finalistin von Paris im Mixed mit der großen Bandbreite ihrer Spinvariationen. "Wenn es knapp wird und man sowieso nervös ist, ist es schwieriger, sich darauf einzustellen als bei 0:0", erklärte sie den Schlüssel zum Erfolg.

    Irene Ivancan (Foto: ms)Am Freitag gegen Chinas Turnierfavoritin Ding Ning

    Das Ergebnis dieser auch mentalen Energieleistung wollte sie damit nicht relativiert wissen: "Ich bin total glücklich, dass ich gewonnen habe, aber das ging heute eben nur übers Kämpfen, nicht übers Schönspielen."

    Bei ihrer dritten Einzel-WM-Teilnahme ist dies bereits jetzt ihr größter Erfolg. Am Freitag wartet allerdings eine noch größere Aufgabe auf die EM-Finalistin von 2011 im Einzel: Dann trifft Irene Ivancan auf die an Position eins gesetzte Chinesin Ding Ning. "Schade, dass es Ding Ning ist. Aber natürlich will ich gewinnen, auch wenn die Chancen sehr gering sind. Ich bin schließlich nicht hierher gekommen, um gegen sie zu verlieren." Einen direkten Vergleich der beiden hat es noch nicht gegeben. "Ich werde mich gegen sie austesten und versuchen zu überraschen", so Ivancan.

    Rückblick: Die Spiele der Deutschen am Mittwoch

    Damen-Einzel, 2. Runde (64)
    Irene Ivancan - Manca Fajmut SLO 4:0 (5,8,2,5)
    Ivancan: Sie hat es sich verdient, in der zweiten Runde zu stehen. Gegen Prokhorova gestern hat sie ein richtig gutes Spiel gemacht. Aber sie ist keine Spezialistin gegen Abwehr. Gefühlt hat sie in den vier Sätzen drei Topspins gezogen.
    Es war mein erstes Spiel in der großen Halle. Der Ball springt hier besser als in der Nebenhalle. Und die härteren Beläge, die ich wegen der Wärme hier benutze, sind echt gut. Es macht Spaß, und ich mache hier hoffentlich noch ein paar Spiele mehr.
    Gegen Park Youngsook in der nächsten Runde habe ich noch nie gespielt. Ich werde sie mir in der Videoanalyse genau ansehen. Ich kann mich über das Los nicht beschweren, schließlich hätte es auch eine Chinesin sein können.

    Petrissa Solja - Katarzyna Grzybowska POL 3:4 (-3,7,8,-8,-3,8,-5)
    Enttäuschte Petrissa Solja (Foto: ms)Solja: Ich weiß nicht, wer diesen Zeitplan gemacht hat. Ich bin nach dem Mixed von Box zu Box gerannt, musste ja noch das Trikot wechseln und meinen Schläger abgeben. Das kann man nicht gerade die optimale Vorbereitung nennen. Der erste Satz ging dann zu schnell weg.
    Ich habe viel zu passiv gespielt, und sie war ziemlich gut. Natürlich bin ich unzufrieden, denn ich hätte gewinnen müssen. Ich habe überhaupt nicht gut gespielt.
    Ich bereue nicht, hier in allen drei Wettbewerben angetreten zu sein. Natürlich war es blöd, das Mixed und das Einzel so kurz hintereinander spielen zu müssen. Normalerweise ist es gut für mich, viel zu spielen und dadurch immer drin zu bleiben. Wenn wir im Mixed eine Medaillen hole, werde ich das Einzel bestimmt vergessen.
    Schade, ich habe in letzter Zeit so gut gespielt und konnte das ausgerechnet bei der WM nicht abrufen. Ich hatte zu viele Höhepunkte, da kann man das Niveau leider nicht so lange halten.
    Bundestrainerin Jie Schöpp: Als ich Peti im Mixed so gut habe spielen sehen, hatte ich fürs Einzel schon meine Bedenken. Im Mixed hat Peti wahnsinnig gut gespielt.
    Sie spielt hier viel Doppel und Mixed. Meiner Erfahrung nach macht es das fürs Einzel schwer, wenn man so sehr auf Doppel und Mixed eingestellt ist. Mixed noch einmal mehr, weil man dann auch noch mit Männern spielt. Du änderst deinen Rhythmus fürs Doppel und Mixed, spielst zum Beispiel kürzere Ballwechsel. Du gewöhnst dich daran und bleibst dann im Einzel plötzlich früher stehen. Im Mixed gerade hat Peti über ihren eigenen Verhältnissen gespielt. Beim Einzel direkt danach ist es für den Kopf schwer, sich umzugewöhnen. Sie hat viele leichte Fehler gemacht und konnte den Ball nicht richtig fühlen.

    Sabine Winter - Feng Tianwei SIN 0:4 (-9,-2,-6,-8)
    Kämpfte, aber blieb ohne Erfolg: Sabine Winter (Foto: ms)Winter: Ich war heute einen Tick schlechter als in den letzten beiden Spielen gegen sie, in denen ich sehr gut gegen sie gespielt habe. Sie hatte mir damals schon mit einem bestimmten Aufschlag das Genick gebrochen. Diesmal wusste sie von Anfang an, welcher das ist. Dadurch war ich bei jedem Rückschlag im Nachteil. Ich wusste nicht, wie ich da rauskommen sollte und war deshalb auch bei meinem eigenen Aufschlag verunsichert. Ich habe nicht geschafft, mein Spiel zu spielen. Das geht eigentlich besser. So war sie mir heute deutlich überlegen.

    Nina Mittelham - Elizabeta Samara ROU 2:4 (-11,13,-3,-7,9,-9)
    Nina Mittelham hatte ihre Chancen (Foto: ms)Mittelham: Beim letzten Mal habe ich gegen sie gewonnen. Ihr Spiel liegt mir eigentlich. Aber ich habe zu viele leichte Fehler gemacht, habe mich nicht getraut, auf ihren Aufschlag anzufangen. Ich hatte Probleme mit ihrem Aufschlag, mein Rückschlag war nicht so gut, und so hat sie mich oft in der tiefen Vorhand erwischt. Ich habe so wenig trainiert und hatte trotzdem meine Chancen. Hätte ich nicht bei 10:7 im ersten Satz einen Netzball machen können?
    Seit den German Open in Bremen im März habe ich nach meiner Verletzung nur einmal am Tag trainiert. Das war nicht besonders viel, aber in diesem Jahr war es schon besser als im letzten. Da habe ich hochgerechnet ein halbes Jahr pausiert, alles in allem.
    Meine erste WM war eine gute Erfahrung, diese Halle ist etwas ganz anderes, als ich es bisher kannte. In den Spielen selbst habe ich die WM aber nicht als ein anderes Turnier empfunden als sonst. Bei einer WM will jeder gewinnen, das ist bei jedem Turnier gleich. Aber die Atmosphäre war anders, viele Zuschauer auf der Tribüne, diese Spielboxen waren neu für mich, und es war so warm. Schon wenn ich nur am Tisch stand, ist der Schweiß an mir herunter gelaufen. Ich konnte manchmal kaum den Schläger halten. Das hatte ich noch nie.
    Bundestrainerin Jie Schöpp: Nina hat sehr ordentlich Doppel gespielt. Im Einzel hatte sie selbst das Gefühl, dass sie Chancen liegengelassen hat. Natürlich war die Feuchtigkeit sehr hoch, die Bälle sind in der Haupthalle anders gesprungen, die große Halle insgesamt war neu für sie. Das macht natürlich alles etwas aus. Viel mehr ins Gewicht fällt aber ihr Trainingsdefizit. Zwar hat sie sich zuletzt im Training besser und besser gefühlt, ballsicherer. Aber im Spiel weißt du nicht, wohin der Ball kommt, die Gegnerin versucht dich auszuspielen, und im Wettkampf ist viel mehr Spannung. Bei dem Trainingsdefizit ist es kein Zufall, dass im Spiel noch die Ballsicherheit fehlt. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man merkt, dass man trotzdem an der Gegnerin dran ist.

     

    Gemischtes Doppel, Achtelfinale
    Solja/Mengel freuen sich über den Viertelfinaleinzug (Foto: ms)Steffen Mengel/Petrissa Solja - Jiang Tianyi/Lee Ho Ching HKG 4:1 (-7,11,12,5,7)
    Mengel: Wir hatten uns schon vor dem Turnier einiges vorgenommen. Ich weiß ja, dass Peti eine gute Doppelspielerin ist. Bis zum Achtelfinale war unsere Auslosung ordentlich. Davor haben wir schon gegen die Spanier gespielt und waren überrascht, dass es so gut für uns lief.
    Im Achtelfinale waren wir von der Papierform gegen die an zwei Gesetzten die Außenseiter und haben auch nicht gut angefangen. Wir lagen 0:1 und 6:9 hinten, doch dann haben wir noch in der Verlängerung gewonnen, den dritten auch und ihnen damit den Zahn gezogen. Wir waren dann auch im Aufschlag-Rückschlag-Spiel variabler. Am Ende haben wir verdient gewonnen.
    Peti steht dicht am Tisch, ich weiter hinten. Mit Männern Doppel zu spielen, die weiter hinter dem Tisch stehen, ist schon etwas anderes, aber unsere Abstimmung ist inzwischen ganz gut.
    Die nächste Runde wird wieder schwer: Xu Xin ist ein super Doppelspieler und im Einzel einer der besten der Welt. Er und Yang sind motiviert, hier den Titel zu gewinnen. Wir werden aber alles geben, denn jetzt geht es um eine Medaille.

    Viertelfinale um 15.30 (21.30)
    Mengel/Solja - Xu Xin/Yang Haeun CHN/KOR 0:4 (-11,-6,-9,-7)
    Mengel: So was nenne ich einen "gebrauchten Tag" - zwei Spiele, zwei Niederlagen. Das Einzel und das Mixed kamen für mich nicht unbedingt zu schnell hintereinander. Ich habe mich komplett neu motivieren können. Wir hatten unsere Chancen. Haben im ersten Satz 7:3 und 10:8 geführt, bis zur Mitte des zweiten war alles offen. Den Dritten haben wir mit zwei Punkten Unterschied verloren. Wir hatten unsere Chancen, haben sie aber leider nicht genutzt.
    Solja: Xu Xin hat die Punkte gemacht, Yang hat die Bälle nur auf den Tisch gespielt. Er hat mit der Vorhand sehr fest gespielt, und sein Rückschlag ist Wahnsinn. Mal spielt er die Rückhand-Banane halblang und richtig flach, mal spielt er mit total viel Unterschnitt. Im zweiten Satz hat er einen Ball gespielt, den ich noch nie gesehen habe. Er hat aus allen Lagen getroffen und konnte auch den Ball kurz legen, wann immer er wollte.
    Es ist schade: Wenn man schon mal so weit gekommen ist, will man auch eine Medaille, und wir hatten wirklich unsere Chancen.

     

    Herren-Einzel, 2. Runde (64)
    Timo Boll - Jakub Dyjas POL 4:2 (9,-7,-6,5,7,13)
    Boll: Ich hatte gestern schon ein sehr gutes Gefühl, habe mich gut bewegt und hatte einen guten Touch für den Ball.
    Ich kannte ihn vorher nicht gut, hatte noch nie gegen ihn gespielt, ich war überrascht, wie stark er war. Bei 1:2 hatte ich das Gefühl, das Spiel könnte weggehen. Er hatte auf meine Bälle ein unglaublich gutes Gefühl. Ich habe keine einfachen Punkte bekommen, musste richtig viel arbeiten. Das hat sich gelohnt.
    Am Schluss war ich nervös, weil ich den Sack unbedingt zumachen wollte. Ich war nämlich nicht sicher, ob ich einen Siebten gewinnen würde. In der Verlängerung hatten wir immer Topspin-Duelle mit vielen Kontakten.
    Ich kenne das Gefühl, in der zweiten Runde bei einer WM auszuscheiden. Das ist mir vor zwölf Jahren passiert. Das brauche ich nicht wieder.
    Bundestrainer Jörg Roßkopf: Fast jeder Satz stand auf der Kippe, es war ein super Spiel. Er hatte ein gutes Gefühl für Timos Bälle, eine gute Kontrolle. Timo musste für jeden Ball sehr viel arbeiten. Es war sehr gut, dass Timo gewonnen hat, jetzt hat er den Rest des Tages Zeit, sich auf morgen vorzubereiten. Gestern im Doppel beim Quasi-Finale hat er viel Kraft verloren. Heute hat er sich aus der engen Situation gut herausgezogen.

    Dimitrij Ovtcharov - Lee Sangsu KOR 3:4 (-6,-9,4,8,-6,3,-6)
    Ovtcharov: Er hat ganz stark gespielt und das über alle sieben Sätze. Ich habe zu lange gebraucht, um mich seinem hohen Niveau anzupassen. Mit diesem hohen Level hatte ich nicht gerechnet. Ich bin immer Rückständen hinterhergelaufen. Da war ich dann zu verkrampft, gar nicht mehr leichtfüßig.
    Ich hadere nicht mit der Auslosung, sondern mit meiner eigenen Leistung. Ich hätte einfach besser starten müssen.
    Ich habe viel investiert in den letzten Monaten. Bei den letzten WMs war ich im Achtelfinale und bin jetzt in der zweiten Runde ausgeschieden. Das ist das Schöne an unserem Sport: Es gibt schlechte Tage, aber auch gute. Darum spielen wir alle Tischtennis.
    Bundestrainer Jörg Roßkopf: Der Grund, warum beide Medaillenhoffnungen schon ausgeschieden sind, ist, dass beide Medaillenhoffnungen gegen Granaten gespielt haben, Timo im Doppel mit Ma Long und Dima jetzt im Einzel. Bei den Qatar Open hatte Dima schon nur ganz knapp mit 4:3 gegen Lee gewonnen. Wir waren auf seine Klasse vorbereitet, Dima war vorbereitet, trotzdem hat er mit seiner starken Form überrascht. Von Koreanern ist bekannt, dass sie mit Führungen im Rücken extrem gut spielen.
    Dima hat ihn oft in der Rückhand angespielt, nicht so sehr in der Mitte wie er gesollt hätte. Ich kenne das aus eigener Erfahrung: In wichtigen Phasen kommt man darauf zurück, womit man sich wohlfühlt. Dima mag die Rückhand-Duelle. Aber heute hat sich sein Gegner damit noch besser gefühlt. Das ist ein Anhaltspunkt für die Taktik beim nächsten Mal.
    Wenn man sich die Ballwechsel anguckt, war das eine hochklassige Partie. Dima ist natürlich jetzt so enttäuscht wie Timo es gestern war. Er hat sich auf die WM so vorbereitet wie auf Olympia. Nur hat es bei Weltmeisterschaften bisher für ihn noch nicht geklappt. Er darf nicht vergessen, dass auch Timo lange auf seine WM-Medaille gewartet hat. Dima ist noch jung, er wird noch viele Chancen bekommen.

    Patrick Franziska - Steffen Mengel 4:1 (9,-9,6,3,6)
    Franziska: Ich bin mit seinen Aufschlägen heute gut zurecht gekommen und bin dadurch direkt gut ins Spiel gekommen. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe super Bälle getroffen. So gut wie heute habe ich schon lange nicht mehr gespielt. Auch vor der Fußverletzung kann ich mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so gespielt habe.
    Es ist immer doof, wenn man gegen jemanden spielt, den man schon so gut und lange kennt. Wir teilen uns bei jedem Turnier ein Zimmer, hier auch, und haben in Hanau sogar mal zusammen gewohnt. Ich habe heute einen besseren Tag erwischt als er. Es ist normal, dass er enttäuscht ist. Das wäre ich an seiner Stelle auch. Heute Abend im Zimmer wird es relativ ruhig sein zwischen uns, aber morgen beim Frühstück ist dann alles wieder beim Alten.
    Steffen Mengel: Natürlich bin ich direkt nach so einem Spiel enttäuscht. Wir kennen uns in- und auswendig. Er kam heute sehr gut mit meinem Aufschlag klar und hat mich direkt unter Druck gesetzt. So bin ich nie zu meinem Spiel gekommen. Ich habe mir durch meinen Aufschlag gar keinen Vorteil verschaffen können. Bis zum 5:5 im Dritten war es ausgeglichen, dann hat er noch einmal aggressiver gespielt. Ich hätte gerne noch mehr Gegenwehr geleistet, aber diese Leistung muss man anerkennen.

    Bastian Steger - Kou Lei UKR 2:4 (4,12,-8,-9,-8,-4)
    Steger: Ich hatte ihn eigentlich ganz gut im Griff und habe auch nicht schlecht gespielt. Mein Fehler war, dass ich den Sack nicht zugemacht habe. Ich habe im vierten Satz 9:6 geführt und bei 2:2 mit 8:4. Wenn du solche Sätze nicht nach Hause bringst, kannst du einfach nichts machen. Im Sechsten hat er dann gespielt wie im Rausch und alles getroffen. Mit einem 3:2 im Rücken spielt es sich eben besser als mit einem 2:3-Rückstand.


    Damen-Doppel, Achtelfinale
    Die beiden Rechtshänderinnen Silbereisen/Winter wurden heute einige Male in der weiten Vorhand ausgespielt (Foto: ms)Silbereisen/Winter - Ai Fukuhara/Misako Wakamiya JPN 2:4 (-10,-4,7,-10,-4)
    Silbereisen: Sie sind hier an Nummer eins gesetzt und eines der besten Doppel der Welt. Sie spielen ein super schnelles Doppel. Man merkt, dass sie Doppel zusammen trainieren und bei Turnieren oft zusammen spielen. Ihre Spielzüge sind aufeinander abgestimmt. Wir haben sie im Training beobachtet und wussten, dass Wakamiya gerne aus der Vorhand in die tiefe Rückhand spielt. Doch selbst, wenn du das weißt, ist der Ball noch super schnell und für uns aus der Halbdistanz kaum zu kriegen. Mit mehr Erfahrung hätten wir 50-50 gegen sie spielen können, vielleicht sogar gewinnen. Dass wir die 9:4-Führung im ersten Satz verspielt haben, war ärgerlich.
    Wir haben hier drei gute Spiele gemacht und können darauf aufbauen, dass für uns im Doppel noch mehr drin ist.
    Winter: Sie sind ein sehr gutes Doppel. Wir haben es ihnen nicht leicht gemacht. Den ersten Satz hätten wir gewinnen müssen, dann hätte es anders laufen können.

    Mittelham/Solja - Ding Ning/Li Xiaoxia CHN 0:4 (-9,-2,-2,-3)
    Solja: Gegen die beiden war nicht viel zu holen. Im ersten Satz haben wir sie noch überraschen können, dann haben sie gewusst, wie wir spielen. Sie hatten unsere Schwächen sehr schnell raus.
    Mein Fokus liegt jetzt auf dem Mixed. Es geht um eine Medaille.

     

    Die Spiele, Ergebnisse und Kommentare vom Dienstag

    Gemischtes Doppel, 3. Runde (32) um 4.30 Uhr deutscher Zeit (10.30 Uhr CHN)
    Steffen Mengel/Petrissa Solja - Carlos Machado/Shen Yanfei ESP 4:1 (9,-7,7,7,7)

     

    Damen-Doppel, 1. Runde (64), 5.45 Uhr (11.45 Uhr)
    Kristin Silbereisen/Sabine Winter - Barbora Balazova/Eva Odorova SVK 4:2 (12,-5,8,7,-9,7)
    Winter: Wir sind gut gelaufen. Das war wichtig, denn bisher hatten wir öfter das Problem, dass wir uns im Weg standen. Hier ist uns das in sechs Sätzen nur einmal passiert. Darauf können wir aufbauen. Wir haben gute Spielzüge hinbekommen und waren sehr konzentriert. Ein paar Bälle haben wir liegen lassen, aber das ist normal im ersten Spiel bei einem großen Turnier. Fürs erste Spiel hat es schon ganz gut gepasst, und steigern können wir uns auch noch. Ich freue mich schon auf die nächste Runde heute Abend.

    Nina Mittelham/Petrissa Solja - Rimma Gufranova/Regina Kim UZB 4:1 (-10,6,1,7,7)
    Mittelham: Es hat sich nicht unbedingt angefühlt wie ein WM-Debüt. Im Spiel war es ein ganz normales Doppel. Mal abwarten, wie es im Einzel sein wird.
    Solja: Ich hätte mir fast gewünscht, es wären bessere Gegnerinnen gewesen, dann hätten wir längere Ballwechsel gehabt und die Spannung besser halten müssen. So machst du manchmal sieben Punkte hintereinander, und dann ist es zu einfach.
    Bilenko/Gaponova sind ein Abwehr-Doppel. Das ist schwer, wenn man nicht miteinander eingespielt ist. Zusammen mit Sabine habe ich schon mal gewonnen, und ich habe gehört, dass Nina auch Bomben ziehen kann. Wir müssen volle Pulle spielen.

    2. Runde (32), 14.30 Uhr (20.30 Uhr)
    Silbereisen/Winter - Chen Szu-Yu/Liu Hsing-Yin TPE 4:0 (8,8,6,7)
    Silbereisen: Wenn man sich die anderen Spiele so anguckt, hatten wir in den ersten beiden Runden zwei ganz harte Brocken. Wir hätten auch eine leichtere Auslosung bekommen können. Aber bisher lief es so richtig gut bei uns.
    Ich bringe mit meinem Rückschlag Sabine ins Spiel, Sabine schlägt so zurück, dass ich zum Angriff komme. Sobald wir zum offenen Ballwechsel kommen, sind wir echt stark. Die Taiwanesinnen kannten uns auch nicht so gut wie unsere Gegnerinnen heute morgen. Das war ein Vorteil für uns.
    Jetzt spielen wir gegen die an eins Gesetzten (Anmerkung: Ai Fukuhara/Misako Wakamiya JPN). Meine Erfahrung aus einem Doppel mit "Dudu" (Anmerkung: Ex-Europameisterin Wu Jiaduo) ist, dass sie zu Recht an eins gesetzt sind. Aber wenn wir weiter so spielen, brauchen wir uns nicht zu verstecken.
    Winter: Ich war sehr zufrieden mit diesem Doppel. Wir haben gut harmoniert und standen uns diesmal sogar nicht ein einziges Mal im Weg. Gegen die Japanerinnen habe ich schon mal zusammen mit Peti gespielt. Da haben sie das Tempo bestimmt. Ich hoffe, dass morgen wir es sind, die das Tempo vorgeben.
    Körperlich überbeansprucht wurde ich heute nicht, trotzdem war es ein langer Turniertag. Aber sobald man am Tisch steht, ist die Müdigkeit vergessen.

    Mittelham/Solja - Tetyana Bilenko/Ganna Gaponova UKR 4:1 (10,9,9,-11,8)
    Solja: Wir hatten einen sehr guten Kopf, deshalb haben wir die ersten drei Sätze gewonnen, obwohl wir im Satzverlauf meistens hinten waren. Der nächste Gegner? Keine Ahnung, wir gewinnen einfach!
    Mittelham: Am Anfang war ich etwas nervös und dachte, es wird schwer. Aber dann lief alles ganz gut.

     

    Herren-Doppel, 1. Runde (64), 6.30 Uhr (12.30)
    Patrick Franziska/Bastian Steger - Miikka O'Connor/Benedek Olah FIN 4:1
    (8,5,-9,6,7)
    Franziska: Die erste Runde ist immer schwer, gerade wenn man auch seinen Doppelpartner noch nicht so gut kennt. Wir haben zwar vorher miteinander trainiert, wissen aber nach diesem ersten WM-Spiel noch besser, wo der Partner die Bälle hin platzieren wird. Aber wir müssen und werden uns noch steigern für die nächsten Runden.
    Steger: Das Wichtigste neben dem Sieg war für uns, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden. Die Klasse des Gegners hat zugelassen, dass wir uns gut aufeinander einstellen konnten, ohne die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Wie schnell passieren kann, die Kontrolle zu verlieren, haben wir im dritten Satz gesehen, den wir verloren haben, und dann stand es im Vierten plötzlich 5:5.

    Timo Boll/Ma Long CHN - Ibrahim Gunduz/Gencay Menge TUR 4:0 (4,9,3,5)
    Boll: Im Vorfeld haben wir ja schon miteinander trainiert, und es hat ganz gut geklappt. Im Match ist es aber immer anders, und schwächere Gegner spielen auch ein ganz anderes Tempo als unsere Trainingspartner Fan Zhendong und Zhou Yu.
    Ma Long ist ein cleverer Spieler. Er weiß, wie ich ticke. Ich weiß umgekehrt auch, was er mag. Außerdem spricht er mittlerweile passables Englisch, also können wir die Taktik auch direkt absprechen.
    Es ist ein ungewohntes Gefühl für mich, mit einem so starken Partner Doppel zu spielen. Da willst du natürlich nicht blöd dastehen, sondern gute Bälle spielen.
    Die zweite Runde könnte von der Paarung her natürlich das Finale sein. Aber in irgendeiner Runde hätten wir uns wahrscheinlich eh gegenüber gestanden. Also ist es egal; wir nehmen, wie es kommt.
    Zhang Jike ist ein sehr kompletter Spieler, der alles kann. Sein Rückhand-Flip ist auch im Doppel gefürchtet. Xu Xin ist sowieso ein guter Doppelspieler. Er spielt mit vielen Finten. Bei ihm weiß man nie genau, was kommt. Die beiden werden uns schon mächtig unter Druck setzen.

    2. Runde (32), 15.15 Uhr (21.15 Uhr)
    Franziska/Steger - Masataka Morizono/Yuya Oshima JPN 2:4 (11,-9,-6,-2,9,-3)
    Steger: Wir haben gegen ein sehr gutes Doppel verloren. Wir haben nicht schlecht gespielt, vor allem am Anfang.
    Franziska: Wir waren gut, aber die Japaner waren sehr gut. Um gegen sie zu gewinnen, müssen wir in vier Sätzen gut spielen. Trotzdem können wir zufrieden sein.

    Hohe Intensität, hohes Niveau, aber Niederlage im vorweggenommenen Finale: Timo Boll/Ma Long (Foto: ms)Boll/Ma - Xu Xin/Zhang Jike CHN 2:4 (9,7,-6,-4,-8,-9)
    Boll: Klar ist man direkt nach dem Spiel enttäuscht, aber wir können uns keinen großen Vorwurf machen. Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Man darf nicht vergessen, dass wir hier zwei Weltmeistern gegenüber gestanden haben.
    Wir sind am Anfang super reingekommen und haben die ersten beiden Sätze gewonnen. Dann haben sie gemerkt, dass sie mit sicherem Spiel allein gegen uns nicht bestehen können und haben mehr riskiert. Sie haben uns dann ziemlich beschäftigt und auch auf meine Topspins attackiert. Sie haben beide auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Das muss man anerkennen.
    Auf der einen Seite ist es ein gutes Gefühl, dass ich weiß, dass ich gut in Form bin. Auf der anderen Seite ist da die Enttäuschung, die Chance auf den Titel vergeben zu haben. Es war aber klar, dass das Doppel kein Selbstläufer wird. Das Spiel hat Kraft und Konzentration gekostet. Jetzt müssen Ma Long und ich keine weitere Energie lassen, sondern können uns aufs Einzel konzentrieren.
    Zhang Jike: Als wir 0:2 hinten lagen, wurde es so richtig schwer. Das hatten wir nicht erwartet. Da waren wir extrem unter Druck.
    Xu Xin: In den ersten beiden Sätzen waren wir einfach zu passiv. Wir haben dann besser returniert und insgesamt aggressiver gespielt. Zhang Jike ist so richtig heißgelaufen. Das hat ihnen das Leben so richtig schwer gemacht. Die guten Rückschläge haben uns unser Selbstvertrauen zurückgegeben.

     

    Damen-Einzel, 1. Runde (128)
    Irene Ivancan - Angela Guan USA 4:0 (7,10,4,9)
    Ivancan: Das war sicherlich noch kein Maßstab, wenn man an die kommenden schwereren Runden denkt, aber ich habe mich wie im Training hier vor Ort sehr gut gefühlt, und so fielen auch einige leichte Fehler, die ich gemacht habe, nicht ins Gewicht. Der Ball fällt hier recht schnell nach unten. Darauf muss ich mich in den nächsten Partien noch besser einstellen. Meine kommende Gegnerin, Fajmut, hatte ich bisher noch nicht auf dem Schirm, bin aber ganz zuversichtlich.

    Nina Mittelham - Jennifer Jonsson SWE 4:0 (7,8,6,7)
    Mittelham: Das Doppel war zum Einspielen ja nicht so gut. Im ersten Satz war ich plötzlich direkt 1:6 hinten. Bei 2:6 habe ich dann zwei direkte Aufschlag-Punkte gemacht. Danach habe ich mich sicherer gefühlt und tierisch gut gespielt. Jie hatte mich auch schon darauf vorbereitet, dass es passieren könnte, dass ich erst einmal zurückliege, und dass ich ruhig bleiben sollte.

    Kristin Silbereisen - Mu Zi CHN 1:4 (-1,-10,-12,7,-14)
    Silbereisen: In zwei Sätzen habe ich 10:9 geführt und im letzten mit 9:4. Das Spiel hätte ganz anders laufen können. Das ist einfach ärgerlich.
    Die halblangen Bälle springen in der Haupthalle ganz anders als in der Nebenhalle und in der Trainingshalle. Daran musste ich mich im ersten Satz erst einmal gewöhnen.
    Im zweiten und dritten Satz habe ich einige leichte Fehler gemacht, aber trotzdem 10:9 geführt. Mir sind auch viele clevere Spielzüge gelungen. Trotzdem haben manchmal 180-prozentige Bälle nicht ausgereicht. Da ziehe ich eine Bombe nach rechts, dann nach links und denke, irgendwann muss ich doch durchkommen!
    Gegen Asiaten habe ich im offenen Ballwechsel keinen Nachteil. Ich kann gegen alle gut mithalten. Die entscheidenden beiden Punkte verliere ich beim Aufschlag-Rückschlag-Spiel, aber auch das habe ich gegen Mu am Ende besser hinbekommen.
    Schade, bei einer anderen Auslosung hätte ich im Einzel ein gutes Turnier spielen können.

    Petrissa Solja - Lee Rou You MAS 4:0 (3,9,4,6)
    Solja: Ich hatte sie vorher noch nie gesehen und habe mir erst einmal ihren Schläger zeigen lassen. Beim Einspielen habe ich gemerkt, dass sie vorhandorientiert und schnell spielen will, typisch asiatisch.
    Ich bin zufrieden mit meiner Leistung. Fürs erste Einzel war es ganz gut. Das lag wohl auch daran, dass ich vorher schon Mixed und Doppel gespielt hatte. Ich habe ein paar schöne Bälle gespielt und die langen Ballwechsel meist gewonnen.
    Gegen Grzybowska habe ich bei den Russian Open 4:0 gewonnen, aber bei der WM wird das sicher ein ganz anderes Spiel

    Sabine Winter - Lady Ruano COL 4:0 (9,3,2,7)
    Winter: Im Spiel war ich so souverän, wie es von außen aussah. Für ein knappes Spiel war die Gegnerin nicht stark genug. Ich bin gleich mit 7:3 in Führung gegangen, dann aber in den alten Fehler verfallen, es zu locker angehen zu lassen. Plötzlich habe ich mit 7:9 zurückgelegen. Das sollte mir in einem solchen Spiel eigentlich nicht passieren. Trotzdem musste ich nicht mein bestes Tischtennis zeigen, um den Satz und das Spiel noch zu gewinnen.
    Ich hoffe, dass in der nächsten Runde meine Negativserie gegen Feng Tianwei abreißt. Die WM wäre ein ganz guter Zeitpunkt dafür.

    2. Runde (64) am Mittwoch
    Ivancan - Manca Fajmut SLO
    Mittelham - Elizabeta Samara ROU
    Solja - Katarzyna Grzybowska POL
    Winter - Feng Tianwei SIN

     

    Herren-Einzel, 1. Runde (128)
    Dimitrij Ovtcharov - Padasak Tanviriyavechakul THA 4:1 (6,2,5,-11,3)
    Ovtcharov: Ich habe von Anfang an Druck gemacht. Der Gegner war zwar kein ganz großer Maßstab, hat aber schon ein paar gute Leute geschlagen und ab dem vierten Satz besser und besser gespielt.
    Ich habe mich gut bewegt, hatte ein gutes Gefühl, habe mit aktiv und passiv gut variiert. Es war insgesamt ein guter Mix in meinem Spiel. Das ist besser, als wenn man sich so durchkämpfen muss.
    In der zweiten Runde habe ich das härteste Los, das ich kriegen konnte. So ist das eben im K.-o.-System: Wenn du verlierst, ist es vorbei, deshalb muss ich das Spiel so nehmen wie ein Finale. Ich bin für die großen Aufgaben hierher gekommen. Wenn es morgen für die zweite Runde nicht reichen sollte, hätte es hier auch nicht für mehr gereicht.

    Timo Boll - Carlos Machado ESP 4:0 (7,7,5,3)
    Boll: Für mein erstes Einzel war das schon in Ordnung. Machado spielt mit Druck, ist sehr sicher und hat ganz gute Aufschläge. Einen Killerschlag hat er nicht, daher sind die Ballwechsel meist lang; da musste ich mich gut bewegen. Es war ein guter Gegner zum Reinkommen. Und der Turniertag ist für mich noch nicht beendet.

    Patrick Franziska - El-Sayed Lashin EGY 4:0 (8,9,15,5)
    Franziska: Ich hatte mir vorher noch das Video von Bastis Niederlage beim World Team Cup gegen ihn angeguckt und wusste, dass er gefährlich ist und nie aufgibt. Deshalb war es wichtig, dass ich die Sätze zwei und drei noch knapp gewonnen haben. Eine Dankeschön an Richie (Anmerkung: Richard Prause - der Ex-Bundestrainer kehrt im Sommer als Sportdirektor zum DTTB zurück), dass er als Coach eingesprungen ist, weil wir gerade zu dritt parallel gespielt haben.

    Steffen Mengel - Ivan Katkov UKR 4:3 (-3,-7,5,5,11,-7,7)
    Mengel: Ich habe sehr schlecht ins Spiel gefunden. Meine Aufschläge waren alle halblang, dadurch konnte er direkt druckvoll spielen. Die ersten beiden Sätze war ich immer passiv und konnte auch seine Aufschläge nicht gut flippen. Als ich im Dritten 0:2 hinten gelegen habe, habe ich umgestellt und Rückhand-Aufschläge probiert. So hat es mit meinem ersten Ball dann besser geklappt.
    Es war kein hochklassiges Spiel, aber wir haben beide gekämpft, und ich habe irgendwie am Ende gewonnen. Katkov steht nicht hoch in der Weltrangliste, weil er nicht viele Turniere spielt, aber er ist ein solider Spieler, der wenige Fehler macht und sehr sicher ist.
    Morgen brauche ich eine bessere Leistung, um gegen meinen Zimmerpartner zu gewinnen. Wir knobeln später, wer vor morgen ausziehen muss.

    Bastian Steger - Marc Duran ESP 4:2 (9,-6,7,-6,9,5)
    Steger: Ich hätte lieber ein leichteres Los für die erste Runde gehabt. Bei 2:2 und 9:9 habe ich aus der Ballonabwehr noch einen draufgehoben, der hinten auf die Linie ging. Hätte ich 2:3 hinten gelegen, wäre es sauschwer geworden. Ich war eigentlich nicht so schlecht. Er hat gut gespielt, hat unheimlich viel Druck gemacht. Er ist ein Spieler, der viel riskiert. Er hatte gegen mich ja auch nichts zu verlieren. Wenn einer hohes Risiko geht und trifft, hat es jeder gegen ihn schwer. Am Ende haben nur ein paar Punkte den Unterschied gemacht. Das war eine schwere Aufgabe, und ich bin froh, gewonnen zu haben.
    Ich würde zwar jetzt gerne direkt zurück ins Hotel, aber es steht noch das Doppel an. Nachdem "Franz" und ich beide unsere Einzel gewonnen haben, können wir jetzt mit Selbstvertrauen ins Doppel gehen. Es wird schwer genug gegen die Japaner.

     

    Montag

    Gemischtes Doppel, 1. Runde (128)
    Steffen Mengel/Petrissa Solja - Pierre-Luc Theriault/Zhang Mo CAN 4:2 (5,-4,4,7,-8,5)

    2. Runde (64)
    Mengel/Solja - Thavisack Phathaphone/Seangdavieng Douangpanya LAO 4:0 kampflos

    SH

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