Suppliers' Pool:

Partner:

 
  • 28.09.2015 – Europameisterschaften, Herren

    Überragender Ovtcharov führt Deutschland in das achte EM-Finale in Folge / 3:1-Erfolg über Frankreich

    Überragender Ovtcharov führt Deutschland in das achte EM-Finale in Folge / 3:1-Erfolg über Frankreich Dimitrij Ovtcharov kam selten in Bedrängnis und ließ Lebesson keine Chance (Foto: ms)

    Jekaterinburg. Beide DTTB-Teams stehen am Dienstag im Finale der Europameisterschaften von Jekaterinburg. Nachdem die Damen den dritten Endspieleinzug in Folge perfekt gemacht hatten (http://www.tischtennis.de/aktuelles/meldung/17389), lösten auch die Herren - angeführt von einem bärenstarken Dimitrij Ovtcharov - mit einem 3:1 über Frankreich das Ticket. Es ist das achte EM-Finale für Deutschland in Folge. Gegner am Dienstag (14 Uhr) ist Österreich.

    Der Zeigefinger ging nach oben und dann Richtung deutsche Bank. Der Mann des Spiels deutete mit der Geste an: Ich bin präsenter denn je und nah an der Topform. Mit zwei starken Einzel-Auftritten beim 3:1 im EM-Halbfinale gegen Frankreich brachte Dimitrij Ovtcharov die deutsche Mannschaft fast im Alleingang in das Endspiel.

    „Es wird schwer, mich zu schlagen“

    „Das war ein Halbfinale, daher auch etwas nervenaufreibender. Aber wenn man sich die Ergebnisse anschaut, war es am Ende ein klarer Sieg für uns. Dass wir zum achten Mal in Folge im Finale stehen, zeugt einfach von großer Klasse und Konstanz. Zweimal haben wir das Finale sogar ohne Timo (Timo Boll) erreicht. Ich selbst bin sehr fokussiert. Es wird schwer, mich zu schlagen“, sagte Ovtcharov.
    Machte gegen Quaiche den wichtigen Punkt zum 2:1: Pati Baum (Foto: ms)Gegen Frankreich wurde es die von Trainern und Spielern im Vorfeld erwartete „schwere Partie“. Dimitrij Ovtcharov bezwang zum Auftakt Emmanuel Lebesson, gegen den der 27-jährige Weltranglisten-Fünfte zuletzt bei den European Games in Baku verloren hatte. Hochkonzentriert ging der amtierende Europameister darum zu Werke und setzte sich mit 3:0 durch. Ovtcharov ließ Lebesson, der in der jüngeren Vergangenheit mit Siegen über Weltklassespieler wie Vladimir Samsonov, Marcos Freitas und eben Ovtcharov auf sich aufmerksam gemacht hatte, kaum zur Entfaltung kommen und erst recht nicht „heißlaufen“. 1:0 für Deutschland. „Bei den European Games habe ich gegen ihn verloren. Damals war ich aber in körperlich schlechter Verfassung. Ich habe ihn studiert, mir ihn genau angeschaut, war heute top vorbereitet“, so Ovtcharov.
    Bundestrainer Jörg Roßkopf hatte neben Ovtcharov, Ruwen Filus und Patrick Baum für das Halbfinale nominiert. Ovtcharov hatte zuletzt gegen Lebesson, Filus gegen Gauzy und Baum gegen Ouaiche verloren. Genau diese Partien traten ein. „Wir wussten, dass es so kommen kann und dass es ein hartes Spiel wird. Ich habe viel Vertrauen in meine Spieler und weiß, was sie können und weiß auch, dass sie sich steigern können“, erklärte Roßkopf.

    Filus lässt gegen Frankreichs Nummer eins Gauzy Chancen im dritten Satz liegen

    Ruwen Filus streckte sich gegen Gauzy nach jedem Ball, am Ende aber vergebens (Foto: ms)Ein regelrechter Krimi, gespickt mit hochklassigen Ballwechseln, entwickelte sich im zweiten Spiel zwischen den beiden Bundesliga-Profis Simon Gauzy (Ochsenhausen) und Ruwen Filus (Fulda-Maberzell). Beim Stande von 1:1 in den Sätzen vergab Abwehr-Allrounder Filus im dritten Durchgang bei 10:7-Führung drei Satzbälle und verlor mit 10:12. Im vierten Satz egalisierte der 27-Jährige deutsche Vizemeister eine Führung Gauzys und kämpfte sich in den Entscheidungssatz. Bei 7:8 nach Rückstand hatte der Deutsche wieder Oberwasser, doch Gauzy behielt die Nerven und glich für Frankreich aus. „Meine spielerische Leistung war ganz gut. Im dritten Satz hatte ich bei 10:7 die Chance, auf 2:1 zu erhöhen. Im fünften Satz habe ich vier, fünf einfache Fehler gemacht. Das darf mir nicht passieren. Phasenweise habe ich gut gespielt, aber eben nicht gut genug“, bekannte Filus.

    Baum gewinnt das wichtige Dreier-Duell

    Im so wichtigen Duell der beiden Dreier beim Stande von 1:1 standen sich Patrick Baum und Stephane Ouaiche gegenüber. Baum, der seit dieser Saison für Caen in der französischen Liga aufschlägt, kam nicht richtig in Tritt, sah sich einem 1:6-Rückstand gegenüber, machte diese aber wieder wett. In der Verlängerung wurde es kurios: Den achten Satzball nutzte Baum schließlich zum 19:17, nachdem er auch zwei abgewehrt hatte. Im zweiten Satz lag der EM-Zweite von 2010 und 2011 0:4 und 6:9 hinten, gewann aber auch diesen Durchgang und setzte sich am Ende doch sicher mit 3:1 durch. „Bei den Austrian Open habe ich 3:4 gegen ihn verloren. Zudem war es eine schwierige Situation, bei 1:1 in die Box zu müssen. Die ersten beiden Sätze waren richtig eng, am Ende bin ich froh, dass ich das Match gewonnen habe“, sagte der 28-Jährige.
    Mit einer 2:1-Führung im Rücken konnte Dimitrij Ovtcharov in die Box steigen. Im mit Spannung erwarteten Spitzeneinzel gegen Simon Gauzy war der 27-jährige Weltranglistenfünfte jederzeit Herr der Lage. In beeindruckender Manier ließ Ovtcharov dem Franzosen keine Chance und krönte seine starke Leistung. Was Gauzy auch versuchte, Ovtcharov hatte meist die bessere Antwort parat.

    Im Finale geht es nun am Dienstag (14 Uhr, deutsche Zeit, live bei Eurosport) gegen Österreich. Die DTTB-Herren haben noch eine Rechnung offen. Bei den European Games in Baku gab es im Spiel um Bronze eine 0:3-Niederlage. Allerdings mussten damals Ovtcharov und Baum – fast aussichtslos - alleine antreten, weil Timo Boll krankheitsbedingt fehlte. Ein Maßstab ist diese Partie daher nicht. „Für uns sind die Österreicher schwierig zu spielen. Sie haben mit Portugal den Titelverteidiger rausgehauen, stehen im Finale und haben dementsprechend viel Selbstvertrauen. Dennoch würde ich sagen, dass wir leicht favorisiert sind“, so Roßkopf. Das Finale am Dienstag wird live bei Eurosport übertragen. Spielbeginn ist um 14 Uhr deutscher Zeit.

    Deutschland - Frankreich 3:1
    Dimitrij Ovtcharov - Emmanuel Lebesson 3:0 (3,8,10)
    Ruwen Filus - Simon Gauzy 2:3 (9,-4,-10,9,-7)
    Patrick Baum - Stephane Ouaiche 3:1 (17,9,-5,4)
    Ovtcharov - Gauzy 3:0 (5,6,10)

    Finale am Dienstag (14 Uhr, live bei Eurosport)
    Deutschland - Österreich

    Aufgebot Deutschland
    Dimitrij Ovtcharov (WR: 5)
    Patrick Baum (31)
    Patrick Franziska (42)
    Ruwen Filus (48)
    Ricardo Walther (102)

    Aufgebot Frankreich
    Simon Gauzy (WR: 27)
    Emmanuel Lebesson (76)
    Antoine Hachard (92)
    Stephane Ouaiche (113)
    Tristan Flore (168)

    Das deutsche Aufgebot für die EM in Jekaterinburg in der Übersicht

    Herren

    • Dimitrij Ovtcharov (Verein: Fakel Gazprom Orenburg (Russland), Weltrangliste: 5, Länderspiele: 85)
    • Patrick Baum (Verein: TTC Caen (Frankreich), Weltrangliste: 31, Länderspiele: 44)
    • Patrick Franziska (Verein: Borussia Düsseldorf, Weltrangliste: 42, Länderspiele: 23)
    • Ruwen Filus (Verein: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, Weltrangliste: 48, Länderspiele: 9)
    • Steffen Mengel (Verein: TTC Schwalbe Bergneustadt, Weltrangliste: 49, Länderspiele: 15)
    • Ricardo Walther (Verein: TTC Schwalbe Bergneustadt, Weltrangliste: 102, Länderspiele: 2)

    Mannschaft: Ovtcharov, Baum, Franziska, Walther, Filus
    Einzel: Ovtcharov, Baum, Franziska, Walther, Filus, Mengel
    Doppel: Filus/Walther, Baum/Franziska

    Damen

    • Han Ying (Verein: KTS Zamek Tarnobrzeg (Polen), Weltrangliste: 11, Länderspiele: 12)
    • Shan Xiaona (Verein: ttc berlin eastside, Weltrangliste: 14, Länderspiele: 13)
    • Petrissa Solja (Verein: ttc berlin eastside, Weltrangliste: 36, Länderspiele: 22)
    • Irene Ivancan (Verein: Fenerbahce Istanbul (Türkei), Weltrangliste: 43, Länderspiele: 25)
    • Sabine Winter (Verein: SV DJK Kolbermoor, Weltrangliste: 54, Länderspiele: 24)

    Mannschaft: Han, Shan, Solja, Ivancan, Winter
    Einzel: Han, Shan, Solja, Ivancan, Winter
    Doppel: Shan/Solja, Han/Ivancan

    Betreuer

    Sportliche Leitung
    Richard Prause (Sportdirektor)

    Trainer
    Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Zhu Xiaoyong (Assistent des Herren-Bundestrainers), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin), Wan Guohui (Assistent der Damen-Bundestrainerin)

    Medizinische Abteilung
    Dr. Antonius Kass (Mannschaftsarzt, Düsseldorf)
    Annette Zischka, Peter Heckert (Physiotherapeuten, Olympiastützpunkt Hessen in Frankfurt am Main)

    Organisationsleitung
    Christian Back

    Schiedsrichter

    Stellvertretender Oberschiedsrichter: Markus Baisch (Mainz)
    Rainer Hoffmann (Vlotho), Michael Keil (Grevenbroich), Gert Selig (Hannover), Stefan Wollschläger (Hamburg)

    FL

    Bildergalerie

    Weitere Informationen: