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  • 04.10.2015 – Europameisterschaften, Herren

    Der Jubel als Statement: Dimitrij Ovtcharov ist und bleibt der König von Europa / Große Bildergalerie vom Finaltag

    Der Jubel als Statement: Dimitrij Ovtcharov ist und bleibt der König von Europa / Große Bildergalerie vom Finaltag Dima Ovtcharov: Spontaner Siegsprung (Foto: ms)

    Jekaterinburg. Dimitrij Ovtcharov hat seinen Europameistertitel erfolgreich verteidigt. Im Finale vor 2000 Zuschauern im Jekaterinburg-Expo besiegte der Topfavorit den an Position zwei gesetzten Portugiesen Marcos Freitas mit 4:1. Es ist Ovtcharovs zweiter Einzeltitel nach Triumph in Schwechat 2013. Im Finale zeigte Ovtcharov sein bestes Tischtennis und holte sich verdient den Sieg. Der 27-jährige Deutsche hatte zuvor im Halbfinale Freitas‘ Landsmann Tiago Apolonia ausgeschaltet. Für den DTTB ist es die zweite Goldmedaille bei dieser EM nach dem dritten Titel der DTTB-Damen. Dazu gab es Silber durch die Herren und Bronze durch das Doppel Han/Ivancan.

    Nach dem Matchball sprintet Dimitrij Ovtcharov los, springt über die Bande, läuft Richtung Siegerpodest, zieht sein Trikot aus, legt es auf das Treppchen und reißt seine Arme in die Luft. Der Spontanjubel war ein „Statement“, sagte der 27-Jährige später. Ein Statement, mit dem Ovtcharov unterstreichen wollte: Ich bin die Nummer eins von Europa. Nach dem Europe Top 16 Cup und den 1. Europaspielen in Baku ist er in diesem Jahr auch Europameister geworden – nach Schwechat 2013 zum zweiten Mal in seiner Karriere. „Ich danke allen, die mich unterstützt haben. Ich bin sehr stolz und glücklich, dass ich in diesem Jahr alle drei europäischen Turniere gewonnen habe. Das ist das Resultat täglicher harter Arbeit und gibt mir natürlich weiter Selbstvertrauen. Aber die asiatische Konkurrenz ist noch mal viel härter, die arbeiten sauhart, sind noch stärker. Da darf man selbst nicht zurückstecken“, betonte der neue und alte Kontinental-Champion mit Blick auf die Welt-Konkurrenz.
    Dimitrij Ovtcharov (Foto: ms)„Dima ist der beste Spieler in Europa, von der Weltrangliste her und wenn er sein Potenzial abruft. Bei den Turnieren in Europa sehe ich nicht viele Spieler, die ihn schlagen können. Der eine lag bei den European Games in Baku mit einer Magenverstimmung im Bett und musste hier aufgrund einer Knie-OP passen“, spielte Roßkopf auf den fehlenden Rekord-Europameister Timo Boll an.

    Ovtcharov wird zum Portugiesen-Schreck

    Am Finaltag dieser EM avancierte Ovtcharov zum Portugiesen-Schreck. Erst zog er ohne Satzverlust gegen Saarbrückens Topspieler Tiago Apolonia in das Finale ein, wo mit dem an Position zwei gesetzten Marcos Freitas der auf dem Papier ärgste Widersacher wartete. Beim Stande von 1:1 und 4:7 war Ovtcharov zwischenzeitlich ins Hintertreffen geraten, doch dann brannte der Olympia-Dritte von London 2012 ein wahres Tischtennis-Feuerwerk ab. Bundestrainer Jörg Roßkopf sagte später: „Die beiden besten Spieler des Turniers waren im Finale. Das waren Wahnsinns-Ballwechsel – von beiden. Dima hat dann, und das ist die Kunst eines guten Spielers, sein bestes Tischtennis gezeigt. Wenn Dima nur eine Sekunde nachgelassen hätte, wäre es schwierig gewesen für ihn, das Spiel zu gewinnen“, sagte Roßkopf.
    „Marcos hat das letzte von mir abverlangt, das waren super Rallyes. Ich habe anfangs seine Aufschläge schlecht gelesen. Der dritte Satz war wohl entscheidend. Als ich 4:7 hinten lag, da dachte ich mir nur: ‚komm‘ kämpfe einfach Punkt um Punkt‘. In den letzten beiden Sätzen habe ich dann fast fehlerfrei gespielt, sehr aggressiv“, erklärte Ovtcharov, für den es im 14 Turnier-Einzel der 14. Sieg war. Verdienter Europameister kann man da nur sagen. Im Mannschafts-Wettbewerb hatte es allerdings „nur“ zu Silber hinter Österreich gelangt.

    Empfang im Mannschaftshotel

    Der alte und neue Europameister: Dima Ovtcharov (Foto: ms)Abends im Team-Hotel gab es einen Empfang für die gesamte deutsche Delegation. DTTB-Präsident Michael Geiger und Sportdirektor Richard Prause hielten eine Ansprache, bedankten sich bei der Delegation für die geleistete Arbeit, gratulierten den Medaillengewinnern und schworen die Mannschaft auf 2016 ein, das mit der Team-WM in Kuala Lumpur und den Olympischen Spielen in Rio zwei Großevents bereithält. Als Dimitrij Ovtcharov während der Rede Geigers in den Saal kam, brandete Applaus auf. „Ich bin schon ganz schön platt, aber das eine oder andere Bier werde ich mir noch genehmigen“, sagte Ovtcharov und bestellte sich gleich eins. Dazu gab’s eine Siegerpizza. Am frühen Montagmorgen fliegen die Nationalspielerinnen -und Spieler über Moskau nach Hause. Daher fiel die Feier etwas kürzer aus.

    110 Medaillen bei 34. Titelkämpfen

    Zweimal Gold durch das Damen-Team und Dimitrij Ovtcharov, einmal Silber durch die Herren und einmal Bronze durch das Doppel Irene Ivancan/Han Ying – der Medaillensatz ist komplett. Es waren die Medaillen 107 bis 110 für den DTTB bei 34 Europameisterschaften. „Selbstläufer sind Titelgewinne bei Europameisterschaften für Deutschland nicht, aber wir werden weiterhin eine Nation sein, die Europa ihren Stempel aufdrückt“, betonte Sportdirektor Richard Prause.

    Erster Einzeltitel für Elizabeta Samara / Fegerl: „Wir wollten einfach nur ein bisschen Spaß haben, jetzt sind wir Europameister. Das ist Wahnsinn.“

    Emotionale Szenen spielten sich auch nach dem Frauen-Finale ab. Zum ersten Mal holte sich die Rumänin Elizabeta Samara durch ein knappes 4:3 über Li Jie (Niederlande) den EM-Einzeltitel, fiel ihrem langjährigen Trainer in die Arme und stieg auf den Tisch. Die Weltranglisten-21. Samara war 2005 Team- und 2009 Doppel-Europameisterin gewesen.
    Im Damen-Doppel gewannen Hu Melek/Shen Yanfei (Türkei/Spanien) den Titel durch ein 4:1 über Georgina Pota/Elizabeta Samara (Ungarn/Rumänien) Hu/Shen, die die Nachfolger von Petrissa Solja und Sabine Winter sind, hatten im Halbfinale das an Position zwei gesetzte deutsche Duo Han Ying und Irene Ivancan besiegt. Die beiden Abwehrspielerinnen nahmen am Sonntag die Bronzemedaille in Empfang.
    Im Herren-Doppel-Finale standen gleich drei österreichische Team-Europameister und mit Joao Monteiro ein Portugiese und Team-Europameister des vergangenen Jahres. Stefan Fegerl und Joao Monteiro setzten sich in sieben spannenden Sätzen gegen die Europameister von 2012, Robert Gardos und Daniel Habesohn, durch, die zum dritten Mal in Folge im Doppel-Finale gestanden hatten.
    „Wir haben hier zum ersten Mal zusammen Doppel gespielt“, betonte Stefan Fegerl in der Pressekonferenz. „Wir wollten einfach nur ein bisschen Spaß haben, jetzt sind wir Europameister. Das ist Wahnsinn.“
     

    Die Spiele am Final-Sonntag

    Damen-Einzel, Halbfinale
    Elizabeta Samara ROU – Polina Mikhailova RUS 4:1 (10,-6,12,6,4)
    Li Jie NED – Fu Yu POR  4:1 (9,-6,8,8,6)

    Finale
    Elizabeta Samara ROU – Li Jie NED 4:3 (6,-9,-3,7,-12,4,4)

    Herren-Einzel, Halbfinale
    Dimitrij Ovtcharov – Tiago Apolonia POR 4:0 (5,11,9,8)
    Marcos Freitas POR – Pär Gerell SWE 4:3 (-6,3,-8,-8,4,11,8)

    Finale
    Dimitrij Ovtcharov – Marcos Freitas POR 4:1 (12,-9,9,4,6)

    Damen-Doppel, Finale
    Hu Melek/Shen Yanfei TUR/ESP – Georgina Pota/Elizabeta Samara HUN/ROU 4:1 (4,7,9,-11,4)

    Herren-Doppel, Finale
    Stefan Fegerl/Joao Monteiro AUT/POR – Daniel Habesohn/Robert Gardos AUT 4:3 (9,12,-6,-8,-13,8,10)

    Die gesamte Bilder-Galerie vom Finaltag mit über 90 Bildern finden Sie auf der DTTB-Facebookseite

    FL

    Bildergalerie

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