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  • 11.01.2016 – Events in Deutschland

    Vor den German Open: Petrissa Solja besucht Biesalski-Schule in Berlin / "Traue mir die Top Ten zu"

    Vor den German Open: Petrissa Solja besucht Biesalski-Schule in Berlin / Peti Solja mit Andres Keller, dreifacher Olympiamedaillengewinner (Foto: FL)

    Berlin. Gut drei Wochen vor Beginn der German Open in der Max-Schmeling-Halle (27.-31. Januar) hat Nationalspielerin Petrissa Solja am vergangenen Freitag die Biesalski-Schule in Berlin-Dahlem besucht, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „körperliche und motorische Entwicklung“. Die Weltranglisten-15. und frischgebackene Pokalmeisterin mit dem ttc berlin eastside nahm sich viel Zeit, mit den Schülern Tischtennis zu spielen, sorgte für freudige Gesichter und hatte auch ein paar Eintrittskarten für die German Open im Gepäck. "Ich finde toll, wenn gerade Kinder mit einem Handicap, die sonst eher im Hintergrund sind, mit einbezogen werden. Das Spielen mit ihnen hat mir sehr viel Spaß gemacht." Beeindruckt war die Weltranglisten-15. nach einigen Ballwechseln im Sitzen mit Paralympics-Medaillengewinner und Rolli-Spieler Jan Gürtler. " Das Timing ist ganz anders. Auf einem Stuhl sitzend hätte ich keine Chance gegen ihn", musste die 21-Jährige feststellen.

    Bei den German Open Ende Januar in der Max-Schmeling-Halle misst sich Solja mit der europäischen und asiatischen Elite. „Für mich sind die German Open das schönste Turnier. Ich weiß, dass es auch bei den anderen Sportlern sehr beliebt ist.“ Im vergangenen Jahr in Bremen tauften Journalisten die German Open kurzerhand in „Solja Open“ um. Die 21-Jährige gewann Gold im U-21- und Doppel-Wettbewerb (mit ihrer Berliner Teamkollegin Shan Xiaona) und holte Silber im U-21-Wettbewerb hinter der Japanerin Mima Ito. In Berlin will Solja beim Spielen mit Paralympics-Ass Jan Gürtler (Foto: FL)die World-Cup-Dritte, Deutsche Meisterin und Team-Europameisterin wieder angreifen. „Es wird verdammt schwer, in diesem Jahr ähnlich gut zu sein, aber ich bin gut drauf und nähere mich meiner Bestform. Im Doppel mit Shan haben wir sicher gute Chancen, im Einzel traue ich mir an einem guten Tag zu, jede zu schlagen. Aber das ist sicher keine Selbstverständlichkeit“, sagte Solja vor Journalisten und Schülern in der Biesalski-Schule. Die Berlinerin hält auch einen Angriff auf die Top Ten der Weltrangliste für möglich: „Letztes Jahr habe ich mir die Top 20 vorgenommen, das habe ich geschafft. Es ist möglich, dass ich es in die Top Ten schaffe. Das traue ich mir zu. Meine Leistung muss aber noch konstanter werden.“

    Ein weiteres Ziel Soljas sind die Olympischen Spiele. Auf einer kürzlich erworbenen Weltkarte hat Solja schon ein rotes Fähnchen auf Rio de Janeiro platziert. Einen Olympia-Tipp erhielt Solja von Andreas Keller, Mitglied der erweiterten Schulleitung der Biesalski-Schule und dreifacher Olympia-Medaillengewinner mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft. Keller wünsche ihr etwas Gelassenheit, um bei dem Großevent nicht zu verkrampfen. Peti Solja mit Dr. Ehrhart Körting, Präsident des Berliner Behindertensportverbands (Foto: FL)Der aus einer Hockey-Familie stammende Keller berichtete unter anderem von dem breiten Sport-Angebot der Biesalski-Schule, in dem Tischtennis eine große Rolle spielt. Der 16-jährige Schüler Dennis Mielke, selbst begeisterter Tischtennis-Spieler beim TTC Düppel, leitet eine Tischtennis-AG an der Schule. „Gerade im Bereich der Inklusion kann der Sport viel leisten“, betonte Andreas Keller.

    Weitere Gast bei dem Termin in der Biesalski-Schule war Dr. Erhart Körting. Der frühere Innen- und Sportsenator Berlins und Präsident des Berliner Behindertensportverbands stellte die Kampagne „Ungehindert. de Janeiro.“ vor, die Berliner Athleten auf dem Weg zu den Paralympics unterstützt. Nach der offiziellen Pressekonferenz konnten Schüler der Biesalski-Schule mit Petrissa Solja oder untereinander Tischtennis spielen. Unter anderem tat dies Felix Heilmann vom RSC Berlin, einer der besten Nachwuchs-Rollstuhl-Tischtennisspieler. Irina Palnia, Trainerin des besten deutschen Damenclubs ttc berlin eastside, gab den Kindern und Jugendliche erste Technik-Tipps.

    Tickets für die German Open 2016 gibt es noch im Vorverkauf oder an der Tageskasse. Infos hier: http://www.tischtennis-tickets.de/GermanOpen2016/Tickets-Online/
     

    Die Statements aus der Pressekonferenz

    Solja über die German Open
    Für mich ist es das schönste Turnier. Ich weiß, dass es auch bei den anderen Sportlern sehr beliebt ist. Ich hoffe, dass ich ähnlich gut spiele wie im vergangenen Jahr.

    Petrissa Solja über den German-Open-Termin Ende Januar

    Wegen Olympia wurden einige Turniere nach vorne verlegt. Zwischen den Jahren hatte ich ein paar Tage länger frei, das hat mir gutgetan. Jetzt habe ich das Training wieder aufgenommen. Bei 100 Prozent bin ich noch nicht, aber bereit. Für mich ist der German-Open-Termin angenehm. Da weiß ich gleich, wo ich im Hinblick auf die Olympia-Quali stehe.

    Solja über die von Journalisten getauften „Solja-Open“ 2015, als sie in drei Finals stand und im Doppel und U21-Wettbewerb Gold holte
    Nach dem Turnier habe ich mich zunächst über das verlorene Finale im Damen-Einzel geärgert. Mit etwas Abstand konnte ich mich dann über meine Leistung freuen. Ich habe schon viele schöne Momente im Sport erlebt, diese German Open zählen sicher zu den Top drei. Es wird verdammt schwer, diese Erfolge in diesem Jahr zu bestätigen. Zwar sind die beiden Top-Chinesinnen nicht am Start, dafür wird aber Chinas B-Kader mit dabei sein. Ein großer Fanclub von mir reist von zuhause an. Schon deshalb hoffe ich, dass ich möglichst viele Spiele machen werde, damit sich die Reise für den Fanclub auch lohnt. Im Doppel mit Shan Xiaona haben wir sicher gute Chancen, im Einzel traue ich mir an einem guten Tag zu, jede zu schlagen. Aber das ist sicher keine Selbstverständlichkeit.

    Solja über ihre Entwicklung und ihr Angriff auf die Top Ten der Welt
    Nach oben hin ist alles möglich. Beim World Cup in Japan konnte ich schon zwei Top-Ten-Spielerinnen schlagen. Die anderen kochen auch nur mit Wasser. Meine Leistung muss aber noch konstanter werden. Ich darf mir weniger Ausrutscher nach hinten erlauben und werde versuchen, weiter besser platzierte Spielerinnen zu schlagen.

    Solja über ihre Ziele 2016
    Letztes Jahr habe ich mir die Top 20 vorgenommen, das habe ich geschafft. Es ist möglich, dass ich es in die Top Ten schaffe. Das traue ich mir zu. Es wäre auch schlimm für einen Sportler, wenn er dieses Selbstvertrauen nicht hätte und sagen würde, dass das nicht geht. Ich weiß aber auch, dass ich noch Schwächen habe. Das stimmt mich aber positiv, dass ich noch viele Dinge verbessern kann.

    Solja über ihre Anfänge als Spielerin
    Ich habe mit fünf Jahren angefangen. Ich wollte auch schon mit drei Jahren an unserer Platte im Keller spielen, an der mein Vater mit meinen beiden Schwestern immer spielte. Aber ich sei noch zu klein, sagte mein Vater. Erst an meinem fünften Geburtstag dürfe ich an den Tisch. So habe ich erst mal nur für mich gespielt. An meinem fünften Geburtstag bin ich gleich zu meinem Vater, dann ging es los. Meinen Eltern habe ich viel zu verdanken, sie haben wie einige andere Trainer auch einen sehr großen Anteil. Mit meinem Vater stehe ich täglich in Kontakt. Er schaut sich auf itTV meine Spiele an, analysiert sie und sagt mir, was ich besser machen kann.

    Solja über ihre Globetrotter-Leben als Tischtennis-Profi
    Ich habe mir kürzlich eine Weltkarte zugelegt und jedes Land, in dem ich bereits war, mit einem Pin versehen. Da ist in den Jahren schon einiges zusammen gekommen. Oft sehe ich von dem Land nicht so viel, weil wir meistens in Halle und Hotel sind. Aber einen Eindruck kriegt man immer. Ein rotes Fähnchen habe ich auf Rio gesteckt, mein großes Ziel in diesem Jahr.

    Andreas Keller, Mitglied der erweiterten Schulleitung, über die Biesalski-Schule
    Wir haben hier eine sehr heterogene Schülerschaft. Die Schüler kommen aus ganz Berlin zu uns und haben unterschiedliche Förderschwerpunkte. Manche Schüler haben eine Lernschwäche, andere sind körperlich gehandicapt, haben organische Schädigungen oder Entwicklungsstörungen. Wir sind insgesamt ein bunter Haufen, und das ist alles nur im Team zu bewältigen aus Lehrern, Therapeuten, Erziehern, Sozialpädagogen und Krankengymnasten.

    Keller über den Stellenwert des Sports an der Biesalski-Schule
    Der Sport spielt eine enorme Rolle bei uns, gerade wenn es um Inklusion und heterogene Gruppen geht. Da kann der Sport sehr viel leisten Trotz unterschiedlicher Behinderungen können die Schüler gemeinsam Sport treiben. Wir bieten ein breites Spektrum an, vom Reiten, Schwimmen, Fußball, Tischtennis, Tanzen usw. Mir ist bei allem auch immer der Team-Charakter sehr wichtig. Diese Team-Fähigkeit sollen die Schüler auch mit auf den Weg bekommen.

    Der dreifache Hockey-Medaillengewinner Keller über Olympische Spiele und seine Tipps an Petrissa Solja
    Olympia ist sicher das größte, gerade für Hockeyspieler, die nicht so oft in den Medien vorkommen. Ich bin sportbegeistert und freue mich riesig auf Rio.
    Es ist schwierig, einer jungen Sportlerin pauschal Tipps zu geben. Ich denke, Hockey und Tischtennis sind etwas ähnlich, da es in beiden Sportarten über ein Turnier geht, in dem man sich hineinspielen und auch steigern kann. Wichtig ist meiner Meinung nach, eine gewisse Gelassenheit an den Tag zu legen. Manche Sportler trainieren monatelang auf Olympia hin und verkrampfen dann beim Höhepunkt. Ich drücke Petrissa ganz fest die Daumen.

    Dr. Ehrhart Körting, Präsident des Berliner Behindertensportverbands, über die Kampagne „Ungehindert. de Janeiro.“
    Wir möchten mit „Ungehindert. de Janeiro.“ den Sportlerinnen und Sportlern helfen, sich gut für Rio zu qualifizieren. Das heißt, wir ermöglichen ihnen die Teilnahmen an Qualifikationsturnieren oder speziellen Trainingsmaßnahmen. Wir bieten auch die Möglichkeit, Athletinnen und Athleten für ein bis zwei Monate von ihrem Job freizustellen und das Gehalt zu übernehmen, damit sie sich bestmöglich auf die Paralympics vorbereiten können. Im Zuge der Kampagne arbeiten wir eng mit der Wirtschaft und Firmen zusammen.
     

    Gruppenfoto mit Schülern und Teilnehmern (Foto: FL)

    FL

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