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  • 20.01.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Kriminal-Tango zwischen Kolbermoor und Bingen

    Kriminal-Tango zwischen Kolbermoor und Bingen Sabine Winter steht mit dem SV DJK Kolbermoor vor einem interessanten Rückrundenbeginn (Aufnahme: Holger Straede)

    Neu-Isenburg. Zum Auftakt in die Rückrunde bittet der SV DJK Kolbermoor gleich die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim zum sicher munteren Tänzchen mit viel Spannung. Auch wenn die TTG schon mit gebührendem Abstand auf Tabellenplatz drei rangiert, so bleibt der Vizemeister aus dem Vorjahr stets gefährlich. Spitzenreiter ttc berlin eastside ist wegen der Teilnahme der Deutschen Meisterin Petrissa Solja und Shan Xiaona an den Hungarian Open in Major spielfrei. Die vorgesehene Begegnung gegen den TuS Bad Driburg wurde auf den 20. Februar verschoben. Funken sprühen zwischen dem Siebtplatzierten TV Busenbach und den LTTV Leutzscher Füchsen 1990, denn die Leipzigerinnen wollen unbedingt ihre Durststrecke, nach neun teilweise sehr knappen Niederlagen, beenden. Der TSV Schwabhausen gibt sich kleinlaut gegen den TUSEM Essen, und der TTV Hövelhof freut sich auf die beste Spielerin der Liga Qianhong Gotsch, die mit der SV Böblingen eintrifft.

    Sonnabend, 14.30 Uhr: TSV Schwabhausen – TUSEM Essen

    Gäste wollen punkten

    Beim TSV Schwabhausen spielt Eva-Maria Maier in der zweiten Saisonhälfte fest in der 1. Bundesliga. Das 19-jährige Eigengewächs hatte in der Hinrunde noch zusätzlich die zweite Mannschaft in der 3. Bundesliga Süd verstärkt. Auf Platz drei soll Maier nun zunehmend versuchen die Lücke von Andrea Bakula zu schließen, die freigestellt wurde. „In unserem zweiten Team klappt es auch ohne Eva-Marie prima. Für sie ist es aber nicht ganz leicht Ausbildung, Training, Punktspiele und Privates unter einen Hut zu bekommen“, weiß TSV-Coach Alexander Yahmed um die Schwierigkeiten, die zu einer 2:6-Bilanz in der Liga führten.

    An den ersten Vergleich beim TUSEM Essen erinnert sich der Trainer Yahmed beim Tabellenneunten durchaus gern: „Dem 3:6 ging eine wirklich gute Eva-Maria Maier vom TSV Schwabhausen hat in der Liga einen schweren Stand (Aufnahme: Holger Straede)Mannschaftsleistung voraus, auch wenn bei den Essenerinnen seinerzeit Barbora Balazova fehlte. Wir freuen uns in erster Linie darauf mit einem Heimspiel zu starten, sind uns unserer Position vollends bewusst. Wenn wir wieder analog dem Hinspiel Paroli bieten können sage ich hipp, hipp, hurra.“

    Mit Platz zwei bei der Landesmeisterschaft war die Schwabhausenerin Chantal Mantz auf dem Podest vertreten, ein schöner Erfolg zum Auftakt in das neue Jahr. Ein 1:0 gegen ihre ehemalige Mannschaftskameradin Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor) reichte im Endspiel jedoch nicht zum ganz großen Wurf.

    Ob sich diesmal bei den Essenerinnen Balazova präsentiert bleibt abzuwarten, denn auch die Slowakin ist in Ungarn dabei. „Wir kalkulieren mit Barbora, obwohl ich es ihr wirklich gönnen würde, weit zu kommen. Gerade weil unsere Nummer zwei exzellent gegen Abwehr agiert, hätte ich sie gegen Yang Ting gern dabei. Alle anderen sind soweit fit, ich hoffe, dass das auch so bleibt. Wir gehen von einem Erfolg zu unseren Gunsten aus, aber jede Partie muss erst einmal gespielt werden. Alena Lemmer konnte beim Final Four in Hannover weiter Selbstvertrauen sammeln. Ihr 3:2 gegen Defensivakteurin Aimei Wang (TTV Hövelhof) trug maßgeblich zu unserem Endspieleinzug bei“, gibt sich TUSEM-Teammanager Klaus Ohm recht relaxt.

    Sonnabend, 18.30 Uhr: TV Busenbach – LTTV Leutzscher Füchse 1990

    Debora Vivarelli hat eine Rechnung offen

    Der Zopf der Niederlagen ist beim Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 bei 0:18 Punkten lang. Auch wenn sich die Spielerinnen immer wieder aufbäumen, ein gewisser Grad Müdigkeit wäre in der vierten Ligasaison im Tabellenkeller verständlich. Der zweifache sächsische Landestitel für Anna-Marie Helbig im Einzel und Doppel mit Teamkollegin Houng Do Thi lässt die 24-Jährige aufblühen. „Mir hat der Erfolg gezeigt, dass ich die Schwerpunkte an denen ich seit dem Sommer arbeite, endlich im Wettkampf umsetzen konnte. Und ich körperlich fit genug war, bis zum Ende ein hohes Niveau zu spielen. Das sind Punkte, die mir natürlich Selbstvertrauen geben, auch für das Spiel beim TV Busenbach. Trotzdem hängt Tischtennis oft vom Spielsystem und der Tagesform ab, deshalb ist beim Tabellensiebten wieder alles möglich“, lässt die Nummer drei Zuversicht erkennen. Gedanklich sei ihr Team auf jeden Fall in der 1. und nicht etwa schon in der 2. Liga. „Wir wollen eine gute Rückrunde spielen, was danach kommt werden wir sehen. Ich persönlich sehe die 2. Liga als etwas Positives, eine Chance auch die Debora Vivarelli vom TV Busenbach will sich revanchieren (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Schwester von Huong mehr und mehr in unsere Mannschaft zu integrieren. Also egal wie es kommt, es wird gut werden“, ergänzt Helbig.

    „Der überraschende Sieg von Anna bringt vielleicht noch einmal einen Schub. Hoffentlich konserviert sie diese Form. Wir bauen auf Huong, die gegen Debora Vivarelli ein unglaubliches Feuerwerk abbrannte. Es geht gleich ins Eingemachte. Wir haben eine wichtige Aufgabe vor der Brust, die hohe Konzentration erfordert. Wir vertrauen dem bewährten Quartett. Maria Pia Lorenzotti aus Uruguay, ist nicht vor Ort. Lediglich die sehr weite Fahrt könnte sich negativ auswirken, doch ein 5:5 ist immer möglich“, sagt LTTV-Pressesprecher Christian Heck.

    Auch die Baden-Württembergerinnen wissen um die Bedeutung, denn die Messestädterinnen sollen keinesfalls näher rücken. Für Freitag ist deshalb ein gemeinsames Training in Busenbach anberaumt. Debora Vivarelli bereitet sich vorab in Ungarn vor. „Unser Ziel ist ein Sieg, aber die Mannschaft kennt die Situation. Wir mussten uns immer strecken, der Verlauf war nie klar. Wir erwarten eine Partie auf Augenhöhe. Debora war gegen Huong gefühlt gar nicht am Tisch. Mit unseren Fans im Rücken sollte es besser laufen. Die Tabelle sagt gar nichts aus. Um die Vorgabe zu erfüllen, muss schon eine gute Leistung von allen her. Unsere Gäste wissen genau an welchen Gegnern sie sich orientieren müssen, und wollen bei uns sicher etwas bewegen“, geht TV-Manager Manfred Schwab von einer engen Partie aus.

    Sonntag, 14 Uhr: TTV Hövelhof – SV Böblingen

    Defensive Spielweisen prägen das Spiel

    Aufsteiger TTV Hövelhof fasste auf Anhieb Fuß und absolvierte mit 10:8 Spitzenspielerin Svetlana Ganina vom TTV Hövelhof will mit einem Sieg in die Rückrunde starten (Aufnahme: Holger Straede)Zählern eine ausgezeichnete erste Saisonhälfte. Die Teilnahme am Final Four war ein zusätzliches Bonbon, auch wenn am Ende nur Platz vier heraussprang. Das Hinspiel gegen die SV Böblingen war von hoher Intensität, dauerte fast vier Stunden. Das 6:3 zu Gunsten des Neulings spiegelte nicht den wahren Verlauf wider. Die zahlreichen Abwehrduelle erforderten viel taktische Raffinesse. Während für die Gäste Qianhong Gotsch zweimal gewann, fuhren Svetlana Ganina und Aimei Wang entscheidende Siege gegen Rosalia Stähr ein. Ein 2:0 in den Doppeln war die zusätzliche Trumpfkarte für den TTV, die allerdings am seidenen Faden hing. „Der raue Bundesliga-Alltag hat uns wieder. Die Pokalendrunde war nicht unbedingt ein Gradmesser. Mit einem positiven Punktekonto stehen wir glänzend da, und mit einem knappen Sieg wäre die Welt zum Start in die Rückrunde in Ordnung. Es ist schon außergewöhnlich, dass sich im oberen Paarkreuz vier Abwehrspielerinnen gegenüberstehen. Wir wollen versuchen wieder gegen Stähr zu gewinnen, denn gegen Gotsch wird wohl kaum ein Sieg möglich sein. Darum hoffen wir auf ein 1:1 in den Doppeln und ein Übergewicht im hinteren Paarkreuz“, gewährt TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier einen Einblick in seine Kalkulation.

    Der Tabellenachte aus Böblingen musste zur Rückrunde eine personelle Veränderung vornehmen. Die Nummer zwei Anja Schuh rutschte aufgrund ihrer Dauererkrankung nach unten, Stähr rückte auf. Die Variante, dass Schuh ihre Spiele kampflos abgibt, um Abwehrspielerin Stähr als Verstärkung für das hintere Paarkreuz zu nutzen, funktioniert nicht mehr. Eine Sternstunde erlebte bei der Sportvereinigung Theresa Kraft mit dem 11:9 im fünften Satz gegen die niederländische Nationalspielerin Linda van de Leur-Creemers.

    Sonntag, 16 Uhr: SV DJK Kolbermoor – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

    Klassiker verspricht beste Qualität

    Der SV DJK Kolbermoor hat beim Final Four in Hannover bewiesen, dass der Tabellenführer ttc berlin eastside und schließlich dreifache Pokalgewinner nicht unverwundbar ist. Nach einer 2:0-Führung ergab sich das 2:3 nur hauchdünn. Die Enttäuschung war da, aber der Haussegen hängt beim Zweitplatzierten noch lange nicht schief. In der Liga verbleibt eine Chance auf den Titelgewinn, doch der Abstand von zwei Punkten darf sich nicht vergrößern. Eine Drucksituation, der sich Sabine Winter & Co gleich gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim ausgeliefert sehen. Das 6:4 im ersten Vergleich zu Gunsten der Bayerinnen hatte es nach einem 2:0 in den Doppeln mit Höhen und Tiefen in sich. „Das wird gleich das Highlight der Rückrunde für uns. Wir hätten 5:5 spielen oder sogar 4:6 verlieren können. Unser Erfolg stand auf Messers Schneide, denn Bernadett Balint gewann das finale Einzel mit 11:9 im fünften Satz gegen Wan Yuan“, rekapituliert SV DJK-Vorstandmitglied Frank Berger.

    Ihre Ausnahmeposition in Bayern bestätigte Winter gerade erst mit dem dreifachen Triumpf bei der Landesmeisterschaft. „Sabine hatte die Idee, im Doppel mit unserer erst 13-jährigen Laura Tiefenbrunner anzutreten. Das war eine schöne Maßnahme und tolle Leistung“, berichtet Berger, der sich auf den sportlich hochwertigen Charakter gegen die Bingerinnen freut. „Eine Prognose ist schwierig, beide Konkurrenten sind gleichwertig“, betont das Vorstandsmitglied noch einmal.

    Dana Cechova von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim präsentiert sich im Hinspiel bärenstark (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Bei den Bingerinnen bereiten sich Hana Matelova und Dana Cechova bei den Ungarn Open auf das harte Spiel in Kolbermoor vor und reisen direkt von dort aus an. „Uns liegt die weite Fahrt und der späte Spielbeginn ganz schön im Magen. Zwischen fünf und sechs Stunden müssen wir einplanen. Im sportlichen Bereich ist unser Gastgeber durch den Zugewinn von Kristin Silbereisen stärker geworden, für mich die zweitbeste Mannschaft der Liga von Anfang an. Wir wollen Platz drei oder vier belegen, wollen möglichst wieder gut mithalten. Doch dafür benötigen diesmal unbedingt einen Doppelpunkt. Der Rest lässt sich partout nicht vorhersagen. Nur, dass Sabine Winter extrem gut gegen unser Abwehrass Ding Yaping spielt ist gewiss. Doch vielleicht kann unsere Nummer eins sich taktisch etwas einfallen lassen, um den Lauf von Winter zu stören. Hana lieferte oben eine ausgezeichnete 9:6-Bilanz ab, besiegte starke Gegnerinnen. Mal schauen was geht“, sind die Angaben vom TTG-Vorsitzenden Joachim Lautebach nicht neu, treffen den Nagel aber auf den Kopf.
     

    Martina Emmert

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