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  • 23.01.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Der LTTV Leutzscher Füchse 1990 greift ins Leere

    Der LTTV Leutzscher Füchse 1990 greift ins Leere Yin Na vom TUSEM Essen meldet sich erfolgreich zurück (Aufnahme: Holger Straede)

    Neu-Isenburg. Der TUSEM Essen hat die Rückrunde mit dem erhofften Sieg beim Tabellenneunten TSV Schwabhausen eröffnet. Barbora Balazova war von den Ungarn Open rechtzeitig zurück, und beteiligte sich maßgeblich am deutlichen Resultat. Yin Na freute sich über ein positives Comeback. Dem TV Busenbach bescherte ein 2:0 in den Doppeln sowie Jennie Wolf den Triumph gegen Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990. Die Leipzigerinnen hängen in der Warteschleife fest, der erste Punktgewinn will einfach nicht glücken. Spitzenspielerin Kathrin Mühlbach zeichnete sich in beiden Einzeln aus.

    TSV Schwabhausen – TUSEM Essen: 2:6

    Gäste spielen in engen Phasen mit Biss

    Zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte gab es für den abstiegsbedrohten TSV Schwabhausen gegen den TUSEM Essen keinen Blumentopf zu gewinnen. Die Essenerinnen präsentierten sich im oberen Paarkreuz mit Nadine Bollmeier und Barbora Balazova bestmöglich besetzt. Und auch ohne Su Yan ließ der Fünftplatzierte nur zwei Gegenpunkte zu. Für die Gastgeberinnen siegreich zeigte sich Christina Feierabend mit einem 3:1 gegen Alena Lemmer. Die Nummer vier ließ sich von den zuletzt guten Leistungen ihrer jungen Konkurrentin nicht nervös machen und gewann 7:11, 11:8, 11:7, 11:5. Feierabend glückte damit die Revanche für die knappe Niederlage der Hinrunde. Außerdem überzeugte Abwehrass Yang Ting mit einem 3:0 gegen Bollmeier im Spitzeneinzel. „Uns war klar, dass wir gegen Essen nichts reißen, aber Christina war sicher der Lichtblick. Dass sie näher am Tisch und nicht nur aus der Halbdistanz agierte, war richtig“, erklärte TSV-Pressesprecher Harald Dannhauer. „Alena konnte nicht ganz frei spielen. Ihre Niederlage war für uns kein Drama“, berichtete TUSEM-Teammanager Klaus Ohm.

    Bis zum 0:4 tasteten sich die Bayerinnen dreimal in die Verlängerung eines Satz vor, aber über ein 2:0 freuten sich die Gäste. Yang Ting/Eva-Maria Maier scheiterten nach einem 10:12, 7:11, 10:8 im Doppel mit 12:14 gegen Balazova/Yin. Chantal Mantz/Feierabend besaßen ihre größte Chance im ersten Abschnitt. Nach einem 7:10 punkteten die Beiden gegen Bollmeier/Lemmer zum 11:10. Doch mit 14:12, 11:9, 11:9 hatte schließlich das TUSEM-Duo die Nase vorn. „Das war das erste Mal in dieser Saison, dass wir beide Doppel gewannen“, freute sich Klaus Ohm. „Für uns war der Verlauf symptomatisch. Unsere Verantwortlichen haben unsere Doppelmisere sicher im Blick und werden sich Gedanken machen“, meinte Dannhauer.

    Balazova kam bei den Ungarn Open gleich die Ehre zuteil Erfahrungen gegen das japanische „Wunderkind“, die erst 15-Jährige Mima Ito zu sammeln. Gegen die German Open Gewinnerin von 2015 zog sich die Slowakin beim 2:4 achtbar aus der Affäre. Durch das frühe Aus war ihr Auftritt in Schwabhausen nicht gefährdet, gegen Abwehrspielerin Ting ergaben sich für die Nummer zwei zum 2:11 Anlaufschwierigkeiten. Dieser Anstoß genügte um hellwach zu werden und deutlich mit 3:1 zu gewinnen. Diesem Powerplay hatte Tinka nichts mehr entgegen zu setzen. Ohne Mühe siegte Bollmeier, wie schon in der Hinrunde, gegen Mantz. „Balazova stellte sich taktisch gut um, servierte Tinka auch kurze Bälle. Obwohl sie flink auf den Beinen war, der Weg von hinten ans Netz war oft zu lang. Chantal unterliefen gegen Bollmeier viele, leichte Fehler. Da war Land unter bei ihr. Sie traf die Bälle oft mit der Schlägerkante, an ihren Reaktionen ließ sich ihre Unzufriedenheit ablesen. Das änderte sich gegen Balazova, da war Chantal gut unterwegs und bot entsprechend Paroli“, kommentierte Dannhauer.

    Bei Maier lebte gegen Yin beim 5:8 im vierten Satz der Kampfgeist auf. Auch zwei Matchbälle wehrte die 19-Jährige ab, aber mit einem 13:11 hielt sich die Penholderakteurin zum 5:1-Zwischenstand schadlos. Für das i-Tüpfelchen sorgte Balazova in einem sehenswerten Match mit 11:7, 12:10, 10:12, 11:6 gegen Mantz. „Der Sieg von Na nach einer längeren Spielpause war überaus erfreulich. Ihre Gegnerin kam mit ihrem Spielstil nicht klar. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass sie die Partie verlieren könnte. Barbora benötigte im ersten Einzel einen Satz ums sich warm zu schießen. Und Abschnitt drei gegen Mantz verlief eng. Dabei lag Barbora auch schon 7:3 vorn. Im vierten Durchgang zog sie Vorteile daraus, dass sie Linkshänderin ist. Wir sind froh über den gelungenen Start in die Rückserie“, sagte Ohm.

    TV Busenbach – LTTV Leutzscher Füchse 1990: 6:3

    Jennie Wolf macht von sich Reden

    Im Kampf um den Klassenerhalt konnte Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 seine Fesseln nicht lösen und scheiterte beim TV Busenbach traditionell knapp. Die Gastgeberinnen verzichteten auf die Italienerin Debora Vivarelli, und vertrauten im hinteren Paarkreuz auf Jennie Wolf und Katharina Sabo. Eine gute Wahl, wie sich zum 2:0 in den Doppeln herausstellen sollte. Die Konstellation passte zudem, denn Tanja Krämer/Jessica Göbel punkteten gegen das vermeintlich stärkere Leipziger Duo Kathrin Mühlbach/Marina Shavyrina glatt mit 3:0. Wolf/Sabo, die erst zum zweiten Mal in dieser Saison zusammen antraten, düpierten Anna-Marie Helbig/Huong Do Thi mit einem 11:7, 10:12, 11:6, 11:9. Im vierten Durchgang entwickelte sich eine vielversprechende Möglichkeit der Messestädterinnen, die wie schon des Öfteren ungenutzt blieb. Nach einer 7:4-Führung winkte zumindest der Entscheidungssatz.

    In der ersten Einzelrunde versuchten die Gäste die Bodenhaftung nicht gänzlich zu verlieren, Helbig lieferte sich mit Sabo einen Kampf auf Biegen und Brechen. Nach dem 6:6, 6:8 im fünften Satz war das Time-Out bei der Leipzigerin fällig. Zur richtigen Zeit, denn danach verbuchte Helbig drei Punkte zum 9:8. Sabo reagierte prompt mit ihrer Auszeit, doch der Lauf von Helbig ließ sich nicht mehr stören. Die Einzel-Landesmeisterin von Sachsen präsentierte Jennie Wolf vom TV Busenbach behauptet sich beim Siegpunkt knapp (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)sich cool und markierte mit einem 11:8 das 2:4. Drehte den Spieß der Vorrunde um, und bewahrte ihre Mannschaft vor einem aussichtslosen Rückstand.

    Den Vorsprung für den TVB baute Krämer gegen Shavyrina und Wolf gegen Do Thi mit exzellenten Leistungen aus. Beim LTTV war Kathrin Mühlbach nicht zu bremsen, die Nummer eins setzte sowohl Göbel als auch Krämer in umkämpften Partien schachmatt. Die Revanche gegen Göbel nahm nach einem 11:8, 10:12, 12:10 ihren Lauf. Im vierten Satz gewann Mühlbach zum 7:4 Oberwasser, bewahrte beim 9:9 zum 11:9 die Ruhe. Den Pflichtsieg zum 5:3 vereinnahmte TVB-Mannschaftsführerin Göbel gegen Shavyrina. Die Russin landete in dieser Serie überhaupt erst einen Einzelsieg. Die Nummer zwei in Watte zu packen, ihr Mut zuzusprechen, fruchte bislang nicht.

    Dafür ging Helbig in das entscheidende Match gegen Wolf zum 11:8, 10:8 mit viel Selbstbewusstsein. Das Spiel drohte nach dem 10:12, 7:11, 5:7 schon zu kippen, aber diesmal behielt Helbig nach dem 10:8 zum 11:8 die Übersicht. Die Dramatik spitze sich zu, denn am Nebentisch lag Do Thi mit 11:7, 8:11, 11:9, 7:5 gegen Sabo in Front. Nach 0:18 Punkten lag auf einmal der erste Saisonerfolg mit einem Unentschieden beim Tabellensiebten, trotz Fehlstart, in greifbarer Nähe. Die Nummer vier der Messestädterin siegte 11:5, doch der Jubel blieb aus. Helbig geriet 3:7 in Rückstand, beim 7:9 war noch einmal alles drin. Die 16-jährige Mädchen-Nationalspielerin gab sich jedoch keine Blöße und verbuchte mit einem 11:7 den sechsten Punkt, die Niederlage von Sabo kam nicht mehr in die Wertung. „Ich war echt am Drücker, eigentlich hätte ich gegen Wolf schon das 2:0 machen müssen. Ihre Körpersprache war zu diesem Zeitpunkt nicht gut. Das war der Knackpunkt. Letztendlich waren es die berühmten ein, zwei Bälle, die uns fehlten. Der Tischtennis-Gott ist wirklich nicht auf unserer Seite. Es wirkte sich sicher auch aus, dass es ein Auswärtsspiel war. Wir waren doch ein wenig müde. Über den Sieg gegen Sabo habe ich mich sehr gefreut“, meinte Helbig. „Mein Vater übernahm das Coaching, weil unser Trainer Kai Wienholz krank das Bett hüten musste. Auch meine Schwägerin war mit, vielleicht ein gutes Omen. Die Spiele gegen Jessica und Tanja stehen immer bei 50:50. Es gelang mir erst zum zweiten Mal, beide in einem Match zu besiegen. Leider trafen wir die Doppel nicht wie gewünscht“, ergänzte Mühlbach, die beteuerte, dass die Niederlage nichts an der guten Stimmung im Team ändern würde.

    „Unsere Zuschauer bekamen durchaus etwas geboten, aber letztendlich lief alles perfekt. Das 2:0 in den Doppeln war natürlich hervorragend, und die zwei Punkte gegen Shavyrina fuhren wir wie geplant ein. Kathrin spielte sehr, sehr gut. Debora hatten wir für diese Begegnung nicht vorgesehen. Wir waren uns relativ sicher, dass wir auch so gewinnen. Jennie agierte gegen Helbig zwischenzeitlich etwas zu hektisch, machte einfache Fehler. Doch in Drucksituationen ruft sie ihre beste Leistung ab. Ich betreute sie und war zuversichtlich. Obwohl es auch ihr Anspruch sein sollte, dass sie beide Einzel in diesem wichtigen Spiel zu ihren Gunsten abschloss, Hut ab. Denn grundsätzlich tun wir uns gegen Helbig immer schwer. Wir sind mit dem Auftakt zufrieden“, sagte Spitzenspielerin Krämer.

    Martina Emmert

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