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  • 24.01.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Die SV Böblingen landet starke Revanche

    Die SV Böblingen landet starke Revanche Rosalia Stähr von der SV Böblingen setzt Glanzlichter (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)

    Neu-Isenburg. Für die SV Böblingen hat die Rückrunde explosionsartig mit einem unerwarteten Sieg beim Aufsteiger TTV Hövelhof begonnen. Bis zum 4:0 bekamen die Gastgeberinnen kein Bein an die Erde. Qianhong Gotsch und Rosalia Stähr überrollten den TTV fast im Alleingang. Das Spitzenduo blieb gemeinsam im Doppel sowie den vier Einzeln ohne Niederlage. Analog dieser Begegnung konnte sich auch der SV DJK Kolbermoor auf Sabine Winter und Kristin Silbereisen im oberen Paarkreuz verlassen. Die Zwei waren die Garanten zum Sieg gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim.

    TTV Hövelhof – SV Böblingen: 2:6

    Qianhong Gotsch und Rosalia Stähr bilden eine Macht

    Der TTV Hövelhof trat gegen die SV Böblingen zum 0:2 in den Doppeln ganz schön ins Fettnäpfchen. Noch in der Hinrunde war bei gleicher Konstellation, wenn auch knapp, ein 2:0 herausgesprungen. Der Auftakt passte für Svetlana Ganina/Aimei Wang im Duell der vier Abwehrspielerinnen gegen Qianhong Gotsch/Rosalia Stähr, außerdem von Yvonne Kaiser/Linda van de Leur-Creemers gegen Julia Kaim/Theresa Kraft perfekt in die Schublade klassischer Fehlstart. Dieser sollte sich zu einer kalten Dusche ausweiten.
    Im oberen Paarkreuz präsentierten sich Stähr und Gotsch taktisch gut vorbereitet, spielten zudem mutig. Lediglich die Nummer zwei gab gegen Ganina einen Satz preis, Hongi siegte glatt 3:0. Der Schock nach dem 0:4-Rückstand saß tief.

    Nach der Pause spannte Kaiser die heimischen Fans lange auf die Folter, doch der fünfte Matchball im vierten Abschnitt fand gegen Kraft zum 15:13 endlich sein Ziel. Van de Leur-Cremer befand sich nach einem 7:4 im vierten Satz gegen Kaim ebenfalls auf der Siegerstraße, doch bis zum 13:13 hieß es zittern. Mit einem 15:13 verkürzte die niederländische Nationalspielerin.

    Das Aufflackern war erst einmal nur von kurzer Dauer, denn die beste Spielerin der Liga blieb auch gegen Ganina ohne Satzverlust. Nach einem 11:9, 11:4 machte Gotsch aus einem 5:8 ein 11:8. Das 5:2 bezeichnend für den gesamten Spielverlauf. Der sichere Vorsprung beflügelte auch Stähr bei ihrer Aufgabe gegen Wang. Nach einem 11:8, 7:3 war es jedoch auf einmal die Nummer zwei der Gastgeberinnen die 10:9 und 11:10 führte. Doch wie gewonnen so zerronnen die Böblingerin legte ein 13:11 zum 2:0 vor. Der Sieg von Kaiser gegen Kaim (zählte dann nicht mehr) entfachte bei Wang den Kampfgeist, der sich zu einem 11:8, 11:6 auswirkte. Nach einem 0:3 glückte Stähr zum 7:5 schließlich das entscheidende Break. Dreieinhalb Stunden Spielzeit waren nach dem 11:7 vorbei. Ganz erstaunlich, in der Hinrunde quittierte Stähr noch ein 0:3 gegen Wang.

    „Überraschungen sind das Beste im Sport, und wir überprüften dreimal, ob das Ergebnis auch korrekt war. Die Mannschaft wusste, dass Potential in ihr steckt. Bei Hongi ist eine hervorragende Leistung schon Standard, aber Rosalia agierte in zwei Zeitspielen mit viel Geduld und mentaler Stärke phänomenal. Die Zwei riefen einhundertzwanzig Prozent ab. Aus den beiden Doppelniederlagen der Vorrunde nahmen beide Ensembles wichtige Erkenntnisse mit, auch das funktionierte viel besser. Durch unseren deutlichen Vorsprung machten wir die Gegnerinnen nervös. Auch Theresa und meine Tochter Julia spielten richtig gut. Alle Sätze verliefen eng und hätten auch zu unseren Gunsten ausgehen können. Wir sind alle begeistert“, zeigte sich Coach Andrzej Kaim gut gelaunt.

    „Einige hatten dieses Spiel anscheinend gar nicht richtig auf dem Schirm. Unsere Niederlage bedeutete einen Schlag ins Kontor. Wenigstens ein Doppel hätte kommen müssen, aber da spielten wir grottenschlecht. Dennoch war ein 5:5 nicht ausgeschlossen. Dann schlug allerdings unsere Kalkulation gegen Stähr zu punkten fehl. Aimei bog den dritten Satz noch um, und im entscheidenden Durchgang lag sie 5:4 vorn. Dann verschoss sie einen turmhohen Ball. Statt 6:4 lautete es 5:5. Das war unser Genickbruch. Bei unseren Gästen lieferten alle vier Spielerinnen eine gute Leistung ab, von daher war der Sieg nicht unverdient“, erklärte TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier.

    SV DJK Kolbermoor – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: 6:2

    Sabine Winter und Kristin Silbereisen bleiben unantastbar

    Rund 250 Zuschauen bildeten für den SV DJK Kolbermoor die gewohnt starke Rückendeckung. Die sehenswerten Ballwechsel gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim wollten sich die treuen Fans nicht entgehen lassen. Die kamen dann auch auf ihre Kosten, denn Nationalspielerin Sabine Winter zelebrierte mal wieder Tischtennis vom Feinsten. Kristin Silbereisen stand dieser Topleistung in nichts nach. Zusammen verbuchten die Beiden ein 3:1 im Doppel gegen Ding Yaping/Wan Yuan. Winter punktete glatt 3:0 gegen Hana Matelova, und Silbereisen stoppte nach einem 10:3 im vierten Satz die Aufholjagt von Abwehrspielerin Ding mit einem 11:9 buchstäblich in letzter Sekunde. Nach der Niederlage im Hinspiel ein erfreulicher Sieg aus Sicht der SV DJK-Neuverpflichtung. Das 3:1 war unter Dach und Fach und sollte sich als entscheidende Grundlage erweisen. Den bis dato einzigen Gegenpunkt verdienten sich die Tschechinnen Matelova/Dana Cechova mit einem 3:1 Kristin Silbereisen avanciert beim SV DJK Kolbermoor zur Matchwinnerin (Aufnahme: Holger Straede)gegen Bernadett Balint/Wenling Tan-Monfardini. Nach einem 2:9. 9:10 war die Freude über das 12:10 groß.

    Cechova kassierte mit einem Arbeitssieg gegen Balint das zweite Erfolgserlebnis. Nach einer 2:0-Satzführung kam die Rumänin immer stärker auf und glich mit einem 11:8, 11:8 aus. Dann musste bei Balint wohl der Verlauf aus dem Doppel ins Gedächtnis zurückgekehrt sein, denn nur so ließ sich das 9:4, 10:7, 11:13 erklären. Wan verkaufte sich gegen die routinierte Tan-Monfardini beim 10:12, 11:7, 8:11, 11:13 teuer. Immerhin vereitelte die 18-jährige Bingerin vier Matchbälle.

    Wie aus einem Guss trumpften dann Winter und Silbereisen auch in der zweiten Einzelrunde auf. Während Winter ihre Qualitäten gegen Ding mit einem 3:0 bestätigte, musste Silbereisen über die volle Distanz von fünf Sätzen gegen Matelova gehen. Ein 7:4 im dritten Durchgang blieb zum 9:11 nicht ohne Nachwehen. Erst nach einem 0:5 fing sich die Nummer zwei der Bayerinnen zum 11:6 wieder. Spannung war bis zum 15:13 angesagt. Beide Konkurrenten verfügten über Matchbälle, das glücklichere Ende gehörte der Gastgeberin.
    „Der gesamte Verlauf war spannend, leider verloren wir die beiden Schlüsselpartien gegen Silbereisen. Sie agierte sehr stark, sehr überlegt. Insgesamt war Kolbermoor den Tick besser. Unsere Leistung passte dennoch, wir sind nicht enttäuscht. Es waren schöne Spiele“, kommentierte TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach.

    „Das abschließende Einzel von Kristin war das Highlight der Partie, Spitz auf Knopf bis zum letzten Ballwechsel. Kristin war mit zwei hart erkämpften Erfolgen unsere Matchwinnerin. Wobei die Punkte von Sabine keinesfalls selbstverständlich waren. Das war einfach nur großes Kino von ihr. Weltklasse auch ihr Doppel. Die Zwei ergänzen sich nicht nur spielerisch, sie motivieren und puschen sich auch gegenseitig. Bernadett machen wir überhaupt keinen Vorwurf, im Gegenteil. Wir freuen uns, dass sie ein Level erreicht hat, um eine namhafte Spielerin wie Dana an den Rand einer Niederlage zu bringen. Die Niederlage fiel für die Bingerinnen sicher etwas zu hoch aus, aber tolles Entertainment“, analysierte SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger.

    Martina Emmert

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