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  • 29.01.2016 – Spezial

    Weltklassespieler zu Gast beim "Tag der Schulen"

    Weltklassespieler zu Gast beim Viel Spaß hatten 500 Kinder beim "Tag der Schulen" (Fotos: ms)

    Berlin. Star hautnah – dies konnten die Teilnehmer am "Tag der Schulen" bei den German Open in Berlin erleben. Niemand Geringerer als Dimitrij Ovtcharov stattete dem Event einen Besuch ab. Die Kinder waren begeistert: nicht nur für Autogramme stand der Star zur Verfügung, sondern auch als Spielpartner.

    Heinrich, Imram, Lukas und Leon sind aufgeregt. Die Zehnjährigen dürfen sich mit Dimitrij einen Schlagabtausch liefern. „Das ist ein ganz Guter“, meint Lukas fachmännisch. „Manchmal schaue ich Tischtennis im Fernsehen. Da habe ich ihn schon gesehen.“ Trotzdem staunten die Schüler der 5. Klasse der Bernhard Grizmek-Schule nicht schlecht, als sie hörten, dass es sich bei Dima nicht nur um den derzeit besten deutschen Spieler handelt, sondern er auch amtierender Europameister und der viertbeste Spieler der Welt ist. Ob das auch Ansporn war, dass sie gleich nach Dimas Besuch voller Elan wieder an die Tischtennistische eilten?

    Marita Bugenhagen, Leiterin des Ressorts Breitensport beim Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) und seit Jahren Organisatorin dieses Events, kann wieder einmal sehr zufrieden mit der Resonanz sein. Knapp 500 Schüler aus acht Schulen sind mit ihren Lehrern und Betreuern der Einladung des Deutschen Tischtennis-Bundes gefolgt und in die Max-Schmeling-Halle gekommen. Der „Tag der Schulen“ ist nach wie vor ein Angebot, das gerne von den Schulen angenommen wird. Zur Unterstützung stehen den DTTB-Mitarbeitern in Berlin 24 junge Leute vom Bundesfreiwilligendienst und zehn Volunteers zur Seite, die sich engagiert um die Dritt- bis Neuntklässler kümmern.

    Willkommensklasse mit Flüchtlingen in der Max-Schmeling-Halle / "Ich vermisse Syrien"

    Dimitrij Ovtcharov und Sport1-Reporterin Nele Schenker beim Tag der SchulenDieses Jahr waren auch Willkommensklassen mit Flüchtlingskindern dabei. Eine der Lehrerinnen, Frau Djurdjev betreut die Willkommensklasse der Rudolf-Wissell-Schule mit zurzeit 15 Kindern. „Ausflüge machen, die Stadt kennenlernen und Veranstaltungen wie diese hier zu besuchen, das ist für die Kinder wichtig. Das gibt auch Gesprächsstoff, um Deutsch zu lernen. Denn unser Fokus liegt auf dem Erlernen der deutschen Sprache. Und die Kinder lernen, sich in der für sie fremden Umgebung zurecht zu finden.“ Die Kinder der Willkommensklasse sind zwischen 8 und 11 Jahren. „Manche sind schon 6 Monate hier, andere erst seit ein paar Wochen“, berichtet die Klassenlehrerin. „Guten Tag, ich bin Hamzeh“, begrüßt mich einer der Schüler der Willkommensklasse. Der 11-jährige Syrier besucht die Schule erst seit 5 Monaten. In erstaunlich gutem Deutsch erzählt er: „Ich bin in Deutschland mit meiner Mutter und meinen zwei Brüdern. Ich bin der Älteste. Mein Vater ist noch in Syrien.“ Obwohl er bisher nur positive Erfahrungen gemacht hat „Die deutschen Menschen sind alle nett zu mir“, fällt es ihm nicht immer leicht, hier zu leben. „Ich vermisse Syrien“, meint er denn auch. Doch an Tagen wie heute hat er viel Spaß. Obwohl er in Syrien nie mit Tischtennis in Berührung kam, ist der Sport inzwischen nicht mehr neu für Hamzeh. „Wir haben einen Park neben dem Haus, in dem ich wohne. Dort kann ich auch Tischtennis spielen. Ich habe sogar meinen eigenen Schläger mitgebracht“, hebt er ihn stolz in die Luft. Dann mischt er sich wieder unter seine Klassenkameraden.

    Kampf gegen den Roboter

    Konzentration ist beim Tischtennis gefragtIn der Halle herrscht fröhliches Treiben. An allen Stationen sind die Mädchen und Jungen eifrig dabei, sich zu messen oder gegen Ballroboter zu kämpfen. Es ist eine Freude, sie zu beobachten. Die 12-jährige Sonia hat sich dem Rundlaufturnier angeschlossen. Nur zwei Mädchen sind unter den 22 Kindern, die sich um den Tisch versammelt haben. Sie schlägt sich sehr gut. Erst als Drittletzte scheidet sie aus. „Wir haben dieses Halbjahr in einem Wahlpflichtfach Tischtennisunterricht gehabt“, erklärt sie ihr gutes Abschneiden. „Deshalb sind wir heute auch hier.“ Und schon flitzt sie davon zur zweiten Runde. Und wieder behauptet sie sich hervorragend unter den Jungs. Dieses Mal scheidet sie erst als Viertletzte aus. Die Siebtklässlerin ist noch ganz außer Atem. Doch sie ist nicht zu bremsen. „Jetzt gehe ich erst einmal zur Ballmaschine“, verabschiedet sie sich schnell.

    "Tisch treffen wichtiger als Geschwindigkeit"

    Da läuft mir Marit über den Weg. Die Neunjährige hat ganz glühende Bäckchen. „Ich war schon am Ballroboter, habe das Sportabzeichen gemacht und gehe jetzt zu dieser Station“, sprudelt es aus ihr hervor, während sie auf die Ballmaschine zeigt, bei der die Geschwindigkeit des gespielten Balls gemessen wird. Tischtennis spielt sie in einer Schul-AG. Als Marit an der Reihe ist, macht sie ihre Sache sehr gut. Jeder Ball landet korrekt auf der anderen Seite des Tisches. Allerdings wird keine Geschwindigkeit angezeigt, was ihre Freude über die zurückgespielten Bälle jedoch nicht schmälert. „Die Geschwindigkeit wird erst ab 30 km/h angezeigt“, erläutert Benedikt, der Volunteer, der die Station betreut. „Wir erklären den Kindern, dass es wichtiger ist, den Ball auf den Tisch zu spielen. Im Spiel muss er ja auch auf dem Tisch landen.“ Marit hat das verstanden und auch so umgesetzt. „Doch die Jungs denken da oft anders. Sie möchten vor allem eine hohe Geschwindigkeit erreichen“, fährt Benedikt fort. „Da ist es ihnen ganz egal, ob sie den Tisch treffen oder nicht.“

    Eigenen Ansteckbutton kreieren

    Auch das TT-Sportabzeichen konnte abgelegt werdenWer noch eine kleine Erinnerung mitnehmen möchte, konnte sich einen eigenen Ansteckbutton kreieren. Der Ideenreichtum der Kinder ist groß. Die Namen werden kunstvoll mit Blümchen oder anderen Verzierungen geschmückt. Und auch der „Oberboss“ und die „Supernase“ fehlen nicht. Anna will ihre Mutter überraschen. „Guck, ich habe da gleich Mamas Name draufgeschrieben“, kommentiert die Zweitklässlerin ihren Button. Inmitten von aufgemalten Tischtennisbällchen prangt das Wort „Mama“.

    Rackedino lässt die Kinder strahlen

    Inzwischen dreht auch Rackedino, das nicht nur bei Kindern immer wieder beliebte Maskottchen, seine Runde. Plötzlich steht ein zierliches Mädchen neben ihm und schaut ruhig und respektvoll zu ihm auf. Und schon hat Dino die kleine Emelie ebenfalls entdeckt und beugt sich zu ihr herunter. Spontan schlingt die Kleine die Arme um Dinos Hals und drückt ihn glückstrahlend an sich. Von Frau Peukert erfahre ich dann: „Emelie ist geistig behindert. Die Neunjährige ist eins von zwei Inklusionskindern in meiner Klasse. Bei einer Klassenstärke von 16 Schülern können wir das gut leisten.“ Die Lehrerin unterrichtet nicht nur Mathematik, sondern ist auch ausgebildete Sonderpädagogin an der Rudolf-Wissell-Schule. Doch heute steht für die Kinder, die in die Max-Schmeling-Halle gekommen sind, Mathe hintenan. Heute geht es für die Kinder um Spaß an Tischtennis. Und wenn man sich die Kinder anschaut, ist dieses Ziel wieder einmal voll erreicht worden.

    Barbara Link

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