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  • 07.02.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Der TUSEM Essen präsentiert sich wie aus einem Guss

    Der TUSEM Essen präsentiert sich wie aus einem Guss Ding Yaping und Wan Yuan von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim biegen einen nahezu aussichtslosen Rückstand im Doppel um (Aufnahme: Petra Steyer)

    Neu-Isenburg. Die TTG Bingen/Münster Sarmsheim hat sich von der SV Böblingen nicht zum Narren machen lassen. Der Sieg versetzte die Bingerinnen in eine prächtige Karnevalsstimmung. Ding Yaping und Wan Yuan gaben im Doppel nach einem 0:2-Satzrückstand gegen Qianhong Gotsch/Rosalia Stähr die entscheidende Vorlage. Der TUSEM Essen nahm sich mit der Revanche gegen den TV Busenbach nicht zu viel vor. Dass die Gäste aber nur mit dem Ehrenpunkt abgespeist wurden, überraschte dann schon.

    SV Böblingen – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: 3:6

    Qianhong Gotsch im Einzel eine Klasse für sich

    Wie schon so oft in dieser Saison stellten die Doppel die Weichen. Eine herbe Enttäuschung ergab sich für Qianhong Gotsch/Rosalia Stähr von der SV Böblingen, die zum 11:7, 11:7 Ding Yaping/Wan Yuan von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim sicher im Griff hatten. Das 8:11 regte erst einmal nicht zur Besorgnis an, aber dann schwammen dem Abwehrduo die Felle nach einem 10:6 zum 12:14 im vierten Durchgang davon. In der Verlängerung lag das SV-Duo noch zweimal vorn. Zum 7:4 wurde die ausgelassene Chance augenscheinlich gut weggesteckt. Doch das Gäste-Doppel schaffte nach einem 10:8 und schließlich 14:12 erneut das Kunststück einen Rückstand auszubügeln und die Nerven im Zaum zu hielten. „Das Doppel ist uns entglitten. Nach einem langen Ballwechsel und einer gelben Karte für Wan verselbstständigte sich das Spiel. Taktisch hatte ich keinen Zugriff mehr“, erklärte SV-Trainer Volker Ziegler. Dana Cechova/Hana Matelova setzten Julia Kaim/Theresa Kraft mit einem 3:1 schachmatt.

    Dem Jubel der Erleichterung ließ Wan dann nach dem spannenden Prestigesieg der beiden Youngsters gegen Kaim freien Lauf. Nach einem 11:5, 12:10, 9:11 entwickelte sich der vierte Satz für beide Seiten zur Achterbahnfahrt. Das glücklichere Ende zum 13:11 nahm die Nummer vier der TTG für sich in Anspruch. Kaim baute sich ein 4:1 auf, nach dem 4:6 wuchsen die Hoffnungen beim 8:7 und 10:9, sich zumindest in den Entscheidungssatz zu retten. Die Seifenblase zerplatzte, und die TTG stürmte zum 5:1. Ding und Cechova hatten sich an der klaren Führung beteiligt.

    Im Gegenzug blieb es Gotsch vorbehalten ihre beiden Spitzenduelle mit 3:0 überaus deutlich zu dominieren, und ihre fantastische Bilanz auf 19:2 in die Höhe zu schrauben. „Bislang gab es zwischen Hongi und Ding immer ein enges, spannendes Drama, deshalb kann ich mich an diese Souveränität nicht erinnern. Unsere in diesem Fall sehr gute, taktische Marschrichtung, setzte Hongi perfekt um“, sagte Ziegler. Diese beiden Punkte waren es auch, die die Gastgeberinnen am Leben erhielten. Stähr bog gegen Matelova nach einem 12:10, 11:7, 7:1 auf die Siegerstraße ein. Eine eindrucksvolle Revanche lag Qianhong Gotsch von der SV Böblingen zelebriert Tischtennis von einem anderen Stern (Aufnahme: Petra Steyer)also in der Luft, doch plötzlich ging der Tschechin ein Licht auf. Nach einem 8:10 drehte die 25-Jährige zum 12:10, 11:1 auf. Stähr entwickelte Ehrgeiz, obwohl sich Kaim trotz bravouröser Leistung inzwischen gegen die erfahrene Cechova mit 0:3 geschlagen geben musste. Mit einem 11:9 verdiente sich Stähr ihren Erfolg. „Die ganze Mannschaft unterstützte Rosalia, der der Sieg gebührt. Das Kompliment richte an das Team für ihre Art und Weise. Das Ergebnis ging in Ordnung, stark agierte Cechova, die nichts zuließ. Letztendlich besaßen wir weniger Möglichkeiten als in der Vorrunde. Wir versuchen weiter alles und werden kämpferisch nicht nachlassen“, resümierte Ziegler.

    „Die Leistung der gesamten Mannschaft war zufriedenstellend. Im Doppel, das sich hin und her schaukelte, verfügten wir endlich mal über das Quäntchen Glück. Yuan bekam die gelbe Karte, weil sie sich ärgerte und den Ball mit dem Fuß wegschoss. Also nichts Gravierendes. Unsere Überlegenheit im hinteren Paarkreuz gab den Ausschlag. Yuan setzte sich allerdings gegen Kaim zunehmend unter Druck. Dass Yuan diesen Erfolg schaffte, war für sie sehr wichtig. Hongi spielte extrem stark, das mussten wir akzeptieren“, sagte TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach.

    TUSEM Essen – TV Busenbach: 6:1

    Nadine Bollmeier trumpft auf

    Der TUSEM Essen wartete gegen den TV Busenbach mit einer konzentrierten Leistung auf, die für eine geplante Revanche auch von Nöten war. Die TUSEM-Verantwortlichen ließen Su Yan pausieren und vertrauten Alena Lemmer sowie Yin Na im hinteren Paarkreuz. Und Lemmer war es, die zum 4:1 einen wichtigen Punkt markierte. Mit einem ganz souveränen 11:9, 11:5, 11:4 bestätigte die Nummer drei gegen Jennie Wolf ihre gute Form. „Jennie kam verletzt vom Lehrgang. Ihr bereiteten Schmerzen im Oberschenkel Probleme. Es war klar, dass sie kaum eine Möglichkeit besitzen würde. Von daher relativierte sich ihre Niederlage, auch im Doppel“, kommentierte TV-Mannschaftsführerin Jessica Göbel. Na schloss sich mit einer ausgezeichneten Vorstellung an, und kaufte Debora Vivarelli nach einem 8:11, 8:11 zum 11:5, 11:6 Zug um Zug den Schneid ab. Im Entscheidungssatz legte die Penholderakteurin ein 5:1 vor, die Würfel fielen mit einem 11:3 in ihre Yin Na vom TUSEM Essen bewährt sich dank einer taktischen Veränderung (Aufnahme: Holger Straede)Richtung. Bei der Italienerin riss der Faden komplett, das 1:5 bedeutete die Entscheidung. „Yin nutzte ihre Chance. Sie wurde zunehmend sicherer, stand besser zum Ball, den sie gut blocken konnte“, lobte TUSEM-Teammanager Klaus Ohm. „Na stellte sich taktisch um. Debora punktete erst viel mit ihrer Vorhand, dann kam sie aus den Rückhand-Rückhand-Duellen nicht mehr heraus. Ihre Leistung war nicht schlecht, aber Yin spielte den Tick konstanter“, resümierte Göbel.

    Der Auftakt in den Doppeln begann mit einem erfreulichen 3:0 von Barbora Balazova/Na. Kein neues Experiment, aber zumindest erfolgreich. Nadine Bollmeier, die den Gastgeberinnen im Hinspiel beim 3:6 nicht zur Verfügung stand, entpuppte sich mit einem 3:1 gegen Jessica Göbel zur erhofften Verstärkung. Balazova startete dann auch gegen Tanja Krämer zum 11:8, 11:5, 8:3 kräftig durch. Doch die Linkshänderin ließ die Zügel zu früh schleifen, Krämer kramte ihre kämpferische Leidenschaft zum 12:10, 11:8 hervor. „Krämer nahm eine Auszeit, das war der Knackpunkt, es wurde eng“, sagte Ohm. Im fünften Abschnitt präsentierte sich die Slowakin wachsam und siegte mit einem 11:7. „Tanja lag beim 4:2 und 7:8 noch gut im Rennen. Auch ich hatte das erste Mal ein gutes Gefühl gegen Balazova, aber nach dem 10:12, 11:8 war die Partie zu Ende“, so Göbel. Dafür sorgte Bollmeier schließlich mit einem 13:11, 9:11, 11:9, 11:5 gegen Krämer.

    „Unsere Niederlage fiel ein, zwei Punkte zu hoch aus. Unter dem Strich spielten wir nicht schlecht. Bis auf Jennie unterlagen wir in keinem Match 0:3. Hervorragend war das Doppel von Tanja und mir, nachdem wir im ersten Satz gegen Bollmeier/Lemmer keine Chancen hatten“, ergänzte Göbel.

    „Wir sind natürlich sehr zufrieden. Dass Nadine mit von der Partie war, wirkte sich wie erhofft, zum Vorteil aus“, meinte Ohm abschließend.

    Martina Emmert

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