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  • 10.02.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Tabellenführer startet endlich in die Rückrunde

    Tabellenführer startet endlich in die Rückrunde Yui Hamamoto hat sich beim ttc berlin eastside zu einer Spitzenkraft gemausert (Aufnahme: Holger Straede)

    Neu-Isenburg. Das schwere Zugunglück in Bad Aibling, ganz in der Nähe von Kolbermoor, hat auch die Verantwortlichen beim SV DJK betroffen gemacht. In manchen tragischen Momenten rücken sportliche Erfolge und Ambitionen auf Titelgewinne weit in den Hintergrund. Dennoch plant der Tabellenzweite beim TuS Bad Driburg einen sicheren Sieg ein. Der LTTV Leutzscher Füchse 1990 begrüßt den ttc berlin eastside mal wieder zum Ostderby, und wie schon in den vergangenen Jahren könnte der Unterschied zwischen dem Schlusslicht und dem Spitzenreiter nicht größer sein.

    Sonnabend, 18.30 Uhr: LTTV Leutzscher Füchse 1990 – ttc berlin eastside

    Jeder Satzgewinn ein Erfolg

    Termine, Termine haben beim ttc berlin eastside den Auftakt in die zweite Saisonhälfte verzögert. Die Bundesliga scheint bei der mit Weltklasse-Stars gespickten Mannschaft schon fast zur Nebensache zu werden, doch nun fällt der Startschuss mit dem Derby bei den LTTV Leutzscher Füchsen 1990. Die Leipzigerinnen saugen bei 0:20 Punkten jeden noch so kleinen, positiven Akzent genüsslich auf. Und so freuen sich Anna-Marie Helbig und Huong Do Thi über ihre Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft am 18. bis 20. März in Bielefeld. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen gewann Helbig die Mitteldeutsche Meisterschaft vor Do Thi. Maria Pia Lorenzotti stand dem heimischen Duo in nichts nach und holte sich bei der Meisterschaft in Südamerika Bronze im U21-Wettbewerb. „Berlin ist für uns vielleicht nicht das wichtigste Spiel, aber doch immer ein Highlight für alle Zuschauer und Helfer im Verein, wenn so viele Topspielerinnen zu uns kommen. Dass sie bei uns nicht unbedingt richtig ernst machen, wissen beide Seiten. Wir hoffen aber trotzdem auf ein schönes Spiel. Wer bei uns antritt ist noch offen. Sollte ich zum Einsatz kommen, würde ich Huong Do Thi von den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 hat sich für die Deutsche Meisterschaft qualifziert (Aufnahme: Holger Straede)lieber gegen Yui Hamamoto oder Georgina Pota spielen. Irina Palina liegt mir als Abwehrspielerin nicht“, erklärt die Nummer vier Do Thi.

    „Im sportlichen Bereich könnte ein Leistungsunterschied wohl kaum größer sein. Wir freuen uns aber auf die Creme de la Creme der Liga. Auch wenn ttc-Trainerin Irina Palina selbst zum Schläger greift, wovon wir ausgehen, bedeutet ihre Spielweise ein Augenschmaus. In der Regel ist gegen Berlin nicht nur unser Stammpublikum da, sondern auch viele Interessierte finden den Weg in unsere Halle. Wir können locker aufspielen. Unser Trainer Kai Wienholz bestätigte noch einmal, dass das 0:6 der Vorrunde eines der besten Partien der Mannschaft gewesen sei“, sagt LTTV-Pressesprecher Christian Heck.

    Nachdem Petrissa Solja das Europe Top-16 in Portugal krankheitsbedingt canceln musste darf spekuliert werden, dass der Tabellenprimus nicht in Topbesetzung antritt. „Petrissa hatte viel um die Ohren, auch Presse- und Fototermine standen an. Ihr fehlte zuletzt einfach die Zeit in Ruhe mal eine Woche zu trainieren. Der Rücken von Georgina Pota scheint stabil zu sein, bleibt aber wohl eine Schwachstelle. Wir haben ja schon im Laufe der Saison gesehen, wie schnell wir in eine Unterbesetzung geraten können. Ich werde auf jeden Fall versuchen noch ein wenig vor dem Spiel zu trainieren. Und wenn wir alle eine normale Leistung abrufen, dann sollten wir keine Probleme bekommen“, berichtet Palina.

    Yui Hamamoto entwickelte sich im letzten halben Jahr rasant. Die 17-Jährige qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft bei den Damen. „Bei den Mädchen schaffte Yui es nicht. Es nahmen rund 40 Akteurinnen in Japan teil. Yui spielt fantastisch, sie gewann ja auch den U21-Wettbewerb der German Open. Sie hat die Herausforderung, dass sie nicht unsere Sprache spricht, eine andere Mentalität besitzt, perfekt gemeistert. Sie ist an dieser Bewährungsprobe gewachsen, hat den Druck angenommen. Sie verfügt über einen starken Kopf, ist selbstbewusster geworden. Sie war selbst überrascht, dass sie zuletzt so gut spielte. Wir waren neulich zusammen mit dem Mannschaftsbus rund 600 Kilometer alle zusammen unterwegs. Auch das kannte Yui überhaupt nicht. Sie fliegt sonst nur oder saß nie länger als 150 Kilometer im Auto“, lobt Palina die Nummer vier.

    Sonntag, 14 Uhr: TuS Bad Driburg – SV DJK Kolbermoor

    Ein, zwei Ehrenpunkte sollen es diesmal werden

    Nach sechs Auswärtspartien in der Hinrunde gibt sich der TuS Bad Driburg über ein Heimspiel zum Start in die Rückrunde positiv gestimmt. Mit dem SV DJK Kolbermoor und dem ttc berlin eastside warten allerdings gleich zwei dicke Brocken auf die Kurstädterinnen. „Da können wir uns mit der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim auf eine Stufe stellen, die auch ein schweres Auftaktprogramm bewältigen muss. Auch wenn wir dann voraussichtlich 11:11 Punkte haben, wollen wir im Kampf um die Plätze drei bis sechs am Ball bleiben. Für unsere Nummer eins Nina Mittelham sind diese Begegnungen genau die richtige Vorbereitung für die Mannschafts-Weltmeisterschaft in Kuala Lumpur“, sagt TuS-Manager Franz-Josef Lingens.

    Im Hinspiel gab es für den TuS beim 0:6 nichts zu holen, die Partie wurde Sarah de Nutte vom TuS Bad Driburg will sich revanchieren (Aufnahme: Holger Straede)schnell unter dem Tenor außer Spesen nichts gewesen abgehakt. Sarah de Nutte ließ allerdings gegen Bernadett Balint beim 13:15 im fünften Satz einen Matchball liegen. Auch das Doppel von Mittelham/Shi Qi ging knapp verloren. „Ein, zwei Ehrenpunkte wären o.k., mehr malen wir uns nicht aus“, hofft Lingens, dass die Mannschaft zumindest gut mithalten kann.

    Die Oberbayerinnen stehen vor einer Serie mit vier Partien in fremden Hallen, die in Bad Driburg erfolgreich eröffnet werden soll. Die Nummer drei Wenling Tan-Monfardini muss ihre Konzentration suchen, denn die Gedanken gehören Tochter Gaia, die beim Bundesranglisten-Finale der Mädchen in Neuenstein vor einer wichtigen, nationalen Herausforderung steht. „Sabine Winter erzielte bei ihrer Premiere beim Top 16 mit Platz sechs ein tolles Ergebnis. Kristin Silbereisen fehlte in der entscheidenden Phase nur ein Satzgewinn. Auch wenn sie selbst nicht ganz zufrieden war, habe ich selten jemanden erlebt, der so fokussiert und konsequent an sich arbeitet und auftritt. Unsere Spielerinnen stehen schon alle im Wettkampf, während der TuS erst in die Rückrunde startet. Wir verfügen über fünf Zähler Vorsprung, wie erwartet nehmen sich unsere Verfolger gegenseitig die Punkte weg. In Nordrhein-Westfalen peilen wir einen klaren Sieg an, entsprechend unserer Qualität und unserem Selbstbewusstsein“, sagt SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger, der sich tief erschüttert über das Zugunglück in seiner Nähe äußerte.

    Martina Emmert

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