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  • 20.02.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Leipzigerinnen werden für unermüdlichen Einsatz belohnt

    Leipzigerinnen werden für unermüdlichen Einsatz belohnt Marina Shavyrina von den LTTV Leutzscher Füchse 1990 lässt die Bäume in den Himmel wachsen (Aufnahme: Holger Straede)

    Neu-Isenburg. Das Schlusslicht der Liga, die LTTV Leutzscher Füchse 1990, hat seine vielversprechende Leistung gegen Berlin in das Duell gegen den Tabellenneunten TSV Schwabhausen transportiert. Nicht nur Anna-Marie Helbig strahlte nach dem Siegpunkt, sondern bei der ganzen Mannschaft gab es kein Halten mehr. Die mehr als 100 Zuschauer verwandelten den Fuchsbau in einen Hexenkessel und 2:22 Punkte lassen Hoffnungen sprießen, obwohl die Bayerinnen noch knapp die Nase vorn haben.Tabellenführer ttc berlin eastside weist auf seinem Konto 22:0 Zähler vor, und war beim TuS Bad Driburg zu keinen Gastgeschenken bereit. Wie schon in der Hinrunde wurde der Gegner mit der Höchststrafe abgefertigt. Der Spitzenreiter steigerte sich zum letzten Spiel und hatte die Aufgabe nach rund zwei Stunden erledigt. Sarah DeNutte zeigte gegen die Japanerin Miyu Kato eine ausgezeichnete Vorstellung, doch ihre erst 16-jährige Konkurrentin freute sich schließlich bei ihrer Ligapremiere über den Erfolg im fünften Satz.

    TuS Bad Driburg – ttc berlin eastside: 0:6

    Miyu Kato überzeugt auf Anhieb

    Wie eine aufgereihte Perlenkette hat sich der Deutsche Meister ttc berlin eastside beim TuS Bad Driburg Punkt für Punkt erspielt. Wie erwartet sehr souverän, sodass die Gastgeberinnen nicht den Hauch einer Chance erhielten. Und die kleinen Glücksmomente auch einfach nicht nutzten. Im Doppel kamen Sarah DeNutte/Katharina Michajlova gegen Georgina Pota und Debütantin Miyu Kato nach einem 7:11, 6:11 stärker auf und verkürzten mit einem 11:9. Aus einem 1:5 wurde ein 10:8, doch die Zwei ließen sich zum 11:13 im vierten Abschnitt überflügeln.

    In den Einzeln gab das ttc-Spitzenduo Shan Xiaona und Petrissa Solja keinen Satz verloren. Shi Qi durfte gegen die Deutsche Meisterin Solja im zweiten Durchgang beim 12:14 daran schnuppern, mehr aber nicht. Die Chinesin wusste zwei Satzbälle nicht zu nutzen, die Linkshänderin war im richtigen Moment zur Stelle. Das 4:0 zur Pause war wieder einmal der Beleg für die drückende Überlegenheit der Bundeshauptstädterinnen. „Die Qualität von Petrissa und Nana war schon stark. Das viele Training im Vorfeld der Mannschafts-Weltmeisterschaft in Kuala Lumpur wirkte sich, auch vor den Augen von Ligaleiter Gert Selig, sehr positiv aus“, sagte ttc-Trainerin Irina Palina anerkennend.

    Georgina Pota vom ttc berlin eastside gewinnt ohne Probleme (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Im unteren Paarkreuz deutete sich bei DeNutte die Wende nach einem 10:3 zum 10:9 gegen Kato an. Zum 11:9 rettete die Luxemburgerin den Satz, danach gab es für die 23-Jährige, außer einem 9:9 im dritten Durchgang, erst einmal nicht viel zu holen. Die Kurstädterin ließ jedoch nicht locker, obwohl Solja schon Nina Mittelham mit einem 3:0 besiegt hatte. (Kam dann nicht mehr in die Wertung) Nach einem 1:6 fischte sich DeNutte mit einem 11:9 den vierten Abschnitt und erfreute mit ihrem Kampfgeist auch die Zuschauer. Im Entscheidungssatz blieb nach einem 2:6 und 5:10 die Aufholjagd zum 7:11 erfolglos. Die Japanerin schloss den Kreis in Vertretung von Yui Hamamoto nahtlos. „Die Nervosität war bei Miyu schon zu spüren. Sie bevorzugt das schnelle, offensive Spiel. Für das schwere Match morgen in Bingen war ihr Erfolg für das Selbstvertrauen wichtig“, zeigte sich Palina zufrieden. Leichtes Spiel hatte auch Georgina Pota beim 11:3, 11:4, 11:7, sodass der Ehrenpunkt beim TuS ein Wunschgedanke blieb.

    „Das Ergebnis spricht natürlich für sich, aber bei uns waren durchaus gute Ansätze zu sehen. Phasenweise hielten wir ordentlich mit. Und gegen andere Kontrahenten wäre uns nach gelungenen Aktionen der Punkt sicher gewesen, doch die Spielerinnen aus Kolbermoor und Berlin hielten immer noch bessere Antworten parat. Sarah verkaufte sich hervorragend, auch im Doppel lag ein 2:2-Zwischenstand drin. Qi besaß Satzbälle gegen Solja. Nina agierte sehr stabil, aber Shan beeindruckte mich schon sehr. Wir sind nicht unzufrieden, haben die beiden dicksten Brocken in der Rückrunde hinter uns“, erklärte TuS-Manager Franz-Josef Lingens.
     

    LTTV Leutzscher Füchse 1990 – TSV Schwabhausen: 6:3

    La-Ola-Welle mit den Fans

    Im Kellerduell zwischen den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 und dem TSV Schwabhausen gerieten die Zuschauer wegen Marina Shavyrina aus dem Häuschen. Die Russin blieb in der Regel hinter ihren Möglichkeiten zurück, schaffte es häufig nicht, die Taktik konsequent durchzuhalten. Gegen Chantal Mantz, Mädchen-Europameisterin von 2014, glückte der Punkt zum Unentschieden mit einem 6:11, 11:4, 11:4, 11:7. Der Knoten war nicht nur bei der Nummer zwei nach ihrem erst zweiten Saisonsieg geplatzt, sondern die Null gehörte endlich der Vergangenheit an.

    Den Fans stockte zuvor schon einmal der Atem, und zwar beim 11:10 im fünften Satz zu Gunsten von Huong Do Thi. Mucksmäuschenstill verharrte das Publikum, das das 12:10 und die 4:2-Führung frenetisch bejubelte. Die Rechnung von Trainer Kai Wienholz ging damit auf, der auf das heimische Quartett setzte. Die Südamerikanerin Maria Pia Lorenzotti pausierte. Do Thi versetzte den Gästen damit einen Stich, denn in der Hinrunde hatte sich Maier mit zwei Einzelsiegen zur Matchwinnerin entpuppt. Der fünfte Abschnitt stand von Beginn auf des Messers Schneide, beim 7:7 zahlte sich das Time-out zum 9:7 aus. Nach einem 10:8-Vorsprung war beim 10:10 erst einmal alles wieder offen.

    In der Schlussphase schlugen die Messestädterinnen aus diesen beiden Triumphen noch größeres Kapital. Doch anfangs hätte der Schiedsrichter getrost das Formular aus dem ersten Vergleich nutzen können. Ein starker Auftritt in den Doppeln brachte dem Schlusslicht ein 2:0. Kathrin Mühlbach/Marina Shavyrina nutzten ihren fünften Matchball gegen Yang Ting/Maier, und Helbig/Do Thi zitterten sich im fünften Durchgang zum 11:9 gegen Chantal Mantz/Feierabend. LTTV-Spitzenspielerin Mühlbach erhöhte gegen Mantz auf 3:0. Nach einem 9:11 wackelte bei der 24-Jährigen auch der vierte Abschnitt, der nach einem 9:10 zum 12:10 jedoch noch erfolgreich ausging. Abwehrspielerin Yang Ting zeichnet sich in beiden Einzeln aus (Aufnahme: Holger Straede)

    Abwehrspezialistin Yang war es, die für die Bayerinnen gegen Shavyrina und Mühlbach überzeugte, aber auch das konnte unter dem Motto - das hatten wir schon einmal – übernommen werden.

    Helbig ging schließlich mit einem komfortablen 5:3 in das Match gegen Maier, mit der die Nummer drei noch ein Hühnchen rupfen wollte. Nach einem 5:11, 11:9 rief die Mitteldeutsche Meisterin eine enorme Energieleistung ab. Nach einem 2:6 wehrte Helbig fünf Satzbälle in Folge ab, um sich zum 18:16 die 2:1-Führung zu sichern. Parallel setzte Do Thi nach einem 9:11 gegen Feierabend Kräfte zum 11:5, 12:10 frei. Feierabend spürte den zunehmenden Druck, ließ sich ein 9:3 im dritten Satz entreißen. Die Nerven aller Beteiligten lagen blank, als Maier mit einem 11:7 das 2:2 erzielte, und Do Thi mit einem 8:11 ebenfalls den Satzausgleich quittierte. Wie schon beim 4:6 im ersten Vergleich aus Sicht der Füchsinnen nahm die Dramatik in den finalen Einzeln weiter zu. Helbig war es dann, die den Freudentanz bei den Gastgeberinnen mit einem 11:6 auslöste, aber auch Do Thi war beim 8:4 auf einem guten Weg.

    „Uns fielen gleich mehrere Steine vom Herzen, wir können es noch gar nicht richtig fassen, sind sprachlos. Müssen dieses Ereignis erst einmal sacken lassen. In der Schlussphase spitze sich die Partie zu, aber unsere Zuschauer peitschten die Mädels nach vorn, waren das fünfte Rad am Wagen. Marina stellte mit dem Sieg gegen Mantz die Weichen. Aber die Anerkennung gebührt der gesamten Mannschaft, die endlich einmal an einem Strang zog“, resümierte LTTV-Pressesprecher Christian Heck.

    „Die Leistung aus dem Berlin-Spiel puschte unseren Gegner wie befürchtet maßgeblich. Nur ein paar unglückliche Bälle gaben den Ausschlag. Der Sieg der Leipzigerinnen war nicht unverdient, dennoch wäre ein Unentschieden gerechter gewesen. Uns ging die Sicherheit in der Tabelle verloren, aber noch liegen wir vorn. Da müssen wir jetzt durch. Dass wir den Abstand zum Achten SV Böblingen nicht verringern konnten ist allerdings schon etwas bedauerlich“, kommentierte TSV-Manager Helmut Pfeil.

    Martina Emmert

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