Suppliers' Pool:

Partner:

 
  • 21.02.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Der Deutsche Meister ttc berlin eastside wackelt, fällt aber nicht

    Der Deutsche Meister ttc berlin eastside wackelt, fällt aber nicht An Shan Xiaona vom ttc berlin eastside führt kein Weg vorbei (Aufnahme: Holger Straede)

    Neu-Isenburg. Die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim hat gegen den ttc berlin eastside seine beste Saisonleistung abgerufen, und den Gästen vor 275 Zuschauern alles abverlangt. Erst nach drei Stunden und zehn Minuten zog der Spitzenreiter den Kopf aus der Schlinge. Überragend agierte Shan Xiaona, die sich zu zwei Einzelsiegen durchbiss. Der TUSEM Essen behauptete sich wie erhofft gegen den TTV Hövelhof, der auf seine Nummer zwei Amei Wang verzichten musste. Der SV DJK Kolbermoor gab sich bei der SV Böblingen keine Blöße. Kristin Silbereisen leistete mit ihrem starken Auftritt gegen die Nummer eins Qianhong Gotsch den entscheidenden Beitrag zum glatten Sieg. Damit festigte der Tabellenzweite seine Position.

    SV Böblingen – SV DJK Kolbermoor: 2:6

    Kristin Silbereisen zeichnet sich aus

    Die SV Böblingen lieferte dem Tabellenzweiten SV DJK Kolbermoor in der Auftaktphase eine Partie auf Augenhöhe. Das Abwehrduo Qianhong Gotsch/Rosalia Stähr revanchierte sich gleich gegen Wenling Tan-Monfardini/Bernadett Balint für die Niederlage der Hinrunde. Ganz wichtig das 13:11 im ersten Durchgang nach Abwehr von zwei Satzbällen. „Hongi und Rosi wussten sich nach dem 1:3 zum 3:1 wesentlich zu steigern, auch taktisch klappte es hervorragend“, sagte SV-Trainer Volker Ziegler.

    Die Freude bei Gotsch verflog nach dem 11:13, 10:12, 11:6, 11:7, 4:11 gegen Kristin Silbereisen. Im ersten Abschnitt versäumte es diesmal die beste Spielerin der Liga einen von zwei Satzbällen zu nutzen. Aus einem 0:6 und 5:9 machte Gotsch im zweiten Durchgang noch ein 9:9. Silbereisen, die sich in der Vorrunde beim 1:3 von der unerwarteten Taktik ihrer Konkurrentin noch überrumpeln ließ, bewahrte die Ruhe. Auch nach dem 2:2. Zum 6:4 gelang das entscheidende Break im Fünften. Von diesem Knackpunkt erholte sich der Achtplatzierte nicht mehr. Sabine Winter tat sich gegen eine glänzend aufspielende Stähr zwar etwas schwer, gewann zum 11:7, 11:13, 11:4, 13:11Kristin Silbereisen vom SV DJK Kolbermoor freut sich über ihre Siege (Aufnahme: Rainer Oppenheimer) aber erwartungsgemäß Oberwasser. „Nach dem 2:0 spielte Silbereisen im fünften Satz wieder exzellent. Ein echter Champion wie Hongi erkannte das an, und erholte sich nach der Niederlage schnell. Rosi vergab gegen Winter im vierten Durchgang einen Satzball. Da hätte ich gern den entscheidenden Abschnitt gesehen“, resümierte Ziegler. Nach dem souveränen Punkt im Doppel von Winter/Silbereisen war die 3:1-Führung der Gäste perfekt.

    Die Nummer drei der Sportvereinigung Julia Kaim kehrte von den French Open in Metz mit der Mädchen-Nationalmannschaft rechtzeitig zurück. Im Gepäck befand sich die Bronzemedaille im Doppel, ein schöner Erfolg in einem erlesenen Teilnehmerfeld. In der Liga klappte es gegen Balint nicht so gut, obwohl der letzte Saisonerfolg Ende November 2015 gegen die Rumänin glückte. Die Schlüsselrolle spielte der dritte Satz beim 11:13 nach einem 7:3-Vorsprung. Balint gewann wie üblich an Zuversicht und holte mit einem glatten 11:3 schon das 5:1. Tan-Monfardini räumte Theresa Kraft keine Chance ein.

    135 Zuschauer freuten sich dann auf den Leckerbissen zwischen zwei Topspielerinnen der Liga. Winter legte ein 11:8 vor, doch Gotsch konterte mit einem 11:9, 11:4. Dieser Überlegenheit trotzte die 23-jährige Bayerin, sodass Gotsch nach einem 10:6 die Auszeit nutzte. Der Lauf von Winter war dadurch nicht zu unterbrechen, die nicht nur die vier Matchbälle vereitelte, sondern mit einem 12:10 ausglich. Silbereisen bestätigte ihre Spiellaune mit einem 3:0 gegen Stähr und machte den Sack zu. Das 7:11 von Winter, die damit den Gastgeberinnen den zweiten Punkt zugestand, fiel nicht weiter ins Gewicht. „Das Spiel von Hongi und Winter war ein tolles Finale. Beim 10:9 im vierten Abschnitt verschoss unsere Nummer eins einen hohen Ball, aber mir kamen nie Bedenken. Hongi war die komplettere Spielerin, und der taktische Plan funktionierte. Den hochfavorisierten Gästen lieferten wir ein intensives Match, sodass ich auf die Mannschaft stolz bin“, ergänzte Ziegler.

    „Mit dem 1:1 in den Doppeln konnten wir gut leben. Kristin agierte sehr stark, sehr konzentriert. Ein Sieg gegen Gotsch ist immer etwas Besonderes. Kristin bereitete ihre Aktionen ausgezeichnet vor. Bei ihren Schüssen erwies sie sich überaus treffsicher. Diese glänzende Form bestätigte sie gegen Stähr. Sabine erwischte nicht ihren besten Tag, aber auch einer Spitzenspielerin muss dies zugestanden werden. Die Mannschaft hat gewonnen, alles in Ordnung. Bernadett überzeugte von Anfang an, Kompliment. Der zweite Tabellenplatz sollte nicht mehr in Gefahr geraten“, erklärte SV DJK-Coach Nicole Hollo-Vaughan.

    TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – ttc berlin eastside: 3:6

    Bingerinnen leisten erbitterten Widerstand

    Eine Rekordkulisse in dieser Saison gab dem Topspiel zwischen der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim und dem Deutschen Meister ttc berlin eastside einen würdigen Rahmen. Und die Zuschauer sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn nach einem 0:2 in Doppeln bäumten sich Ding Yaping und Hana Matelova in einer unglaublichen Art und Weise auf. Matelova düpierte die Nummer 17 der Weltrangliste Solja mit einem 16:14, 11:5, 11:8. Im ersten Satz wehrte die Tschechin insgesamt sieben Satzbälle der Linkshänderin ab, bewies aber letztendlich, dass der Sieg der Vorrunde keine Eintagsfliege war. Abwehrspielerin Ding lieferte Shan Xiaona beim 9:11, 11:5, 11:8, 3:11, 7:4 ein Hanna Matelova von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim präsentiert sich in Topform (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)packendes und absolut hochklassiges Match. Beim 10:6 roch es nach dem 2:2-Ausgleich, doch die Penholderakteurin zog alle Register. Die zweifache Deutsche Meisterin und Team-Europameisterin überflügelte die Abwehrstrategin mit Offensivdrang zum 12:10.

    Georgina Pota fuhr den von ihr erwarteten Pflichtsieg gegen die Nummer vier der TTG Wan Yuan zum 4:1 ein. Am Nebentisch wurde dafür Dana Cechova von ihrer großen Fangemeinde beim klaren 3:0 gegen den japanischen Neuzugang der Bundeshauptstädterinnen Miyu Kato begeistert angefeuert.
    Dann rückten die Prestigeduelle im oberen Paarkreuz erneut in den Fokus. Shan machten im ersten Satz Schwankungen zu schaffen, sodass Matelova aus einem 7:10 ein 10:10 packte. Die Nummer 16 der Weltrangliste setzte zum 12:10, 11:4 nach. Matelova knickte jedoch nicht ein und verdiente sich mit einem 11:9 den Anschluss. Im vierten Durchgang spurtete die Nummer zwei der Bingerinnen zu einem 7:5 und 11:9. Soja musste parallel ihre ganze Konzentration gegen Ding aufbieten, denn im Hinspiel gingen beim 6:2 beide Gegenpunkte auf ihr Konto. Das wollte die amtierende Deutsche Meisterin nicht auf sich sitzen lassen, und holte zum 7:11, 11:5, 11:5 alles aus sich heraus. Die Führung rann Solja jedoch durch die Hände, einmal mehr bestätigte Ding zum 11:5 und 8:3 ihr großartiges Spielverständnis. Nach dem 11:7 bebte der Mäuseturm, das erste Heimspiel der Rückrunde gestaltete sich vollends nach dem Geschmack des Publikums. Erstmalig in dieser Saison geriet der Tabellenprimus richtig unter Druck. Diese Bürde trug Shan nach einem 1:4 zum 11:6 und 5:3 wahrhaft meisterlich.

    Cechova war es, die Pota nach einem 10:12, 11:9, 2:11, 11:9 in den fünften Satz drängte, und auch dort 10:6 in Führung lag. Wan hatte bereits ein 0:3 gegen Kato quittiert, die Niederlage war besiegelt. Vielleicht war dieses Fünkchen daran schuld, dass bei der Nummer drei der Bingerinnen der Faden doch noch zum 10:12 riss. „Die Halle war super voll, die Stimmung klasse. Ein absolut schönes Spiel. Zweifel kamen mir nicht wirklich auf. Nach dem Sieg von Nana gegen Matelova war ich mir sicher, dass wir gewinnen. Unsere Nummer zwei konnte dem Druck standhalten. Bei Matelova und Cechova war die gute WM-Vorbereitung mit der tschechischen Nationalmannschaft zu spüren. Sie machten eine tolle Arbeit, präsentierten sich bestens in Form. Das 0:3 von Petrissa gegen Matelova stört mich. Petrissa schenkte das Einzel nicht leichtfertig her, versuchte alles, aber die Höhe der Niederlage war schon unerwartet. Gina nahm abschließend gegen Cechova ein Time-out das half“, resümierte ttc-Trainerin Irina Palina.

    „Wir setzten den Berlinerinnen ganz schön zu. So dicht waren wir noch nie an einem Unentschieden dran. Zweimal konnten wir hohe Führungen nicht nach Hause bringen, das war der Knackpunkt. Hana agierte richtig stark, insbesondere natürlich gegen Solja. Auf jeden Fall machte die Begegnung Werbung für unseren Sport, und wir konzentrieren uns jetzt ganz auf die nächsten Aufgaben. Wir visieren nach wie vor den dritten Tabellenplatz an“, zeigte sich TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach keinesfalls enttäuscht.

    TUSEM Essen – TTV Hövelhof: 6:2

    Ein 0:2 in den Doppeln leitet die Niederlage ein

    Beim TTV Hövelhof fiel die Nummer zwei Aimei Wang krankheitsbedingt aus. Mit Spielertrainerin Jing Tian-Zörner rückte eine Defensivakteurin nach. Entsprechend benötigten Nadine Bollmeier/Alena Lemmer beim TUSEM Essen einige Zeit, um sich auf die veränderte Personallage einzustimmen. Nach einem 0:2 ergab sich gegen Svetlana Ganina/Zörner zum 12:10, 14:12, 11:6 eine haarscharfe Wende. Im dritten Satz standen die Essenerinnen nach einem 8:10 mit einem Bein schon im Aus, und im vierten Satz lautete der Zwischenstand 6:10. Zwei weitere Matchbälle wurden in der Verlängerungsphase abgewehrt. Barbora Balazova/Yin Na bescherten den Gastgeberinnen zum 2:0 einen Auftakt nach Maß. „Das Fehlen von Wang Yin Na vom TUSEM Essen sorgt für das Highlight der Partie (Aufnahme: Holger Straede)wussten die Gäste durchaus zu kompensieren, aber die Doppel bildeten schon den ersten Knackpunkt. Nadine und Alena stellten sich auf das Defensivduo gut ein. Dafür besaßen sie in ihren Einzeln Probleme sich an das schnelle Tempo zu gewöhnen. Nadine gelang das schließlich. Alena musste der Qualität von Van der Leur-Creemers Tribut zollen“, sagte TUSEM Teammanager Klaus Ohm. „Das Doppel hätten wir unbedingt nach Hause schaukeln müssen, dann wären wir im zweiten Einzeldurchgang hinten noch einmal an die Reihe gekommen“, bestätigte TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier die wichtige Phase.

    Die Partie drohte dem Aufsteiger nach einem 0:4 komplett aus dem Ruder zu laufen. Das Aufrücken von Yvonne Kaiser ins obere Paarkreuz bekam der Mannschaft nicht, obwohl sich die 23-Jährige beim 10:12, 9:11, 11:6, 3:11 gegen Bollmeier mehr als achtbar verkaufte. Balazova gab wie aus Sicht der Gäste befürchtet, eine Kostprobe ihres Könnens gegen defensive Systeme. Beim 1:3 verfügte Ganina gegen das Powerplay der Slowakin über keine adäquaten Gegenmittel. „Danach waren wir beruhigt“, so Ohm.

    Penholderspielerin Yin stellte sich gegen Tian-Zörner dann ebenfalls erst nach einem 0:2-Satzrückstand besser ein. Nach dem 11:5 im fünften Satz war die Freude zum 5:1 groß. Linda van de Leur-Creemers unterbrach mit einem 3:1 gegen Lemmer den Siegeszug der Essenerinnen, und Ganina landete eine Retourkutsche gegen Bollmeier. Bei diesen beiden Erfolgen sollte es bleiben, denn Balazova setzte mit einem 3:0 gegen Kaiser den Schlussstrich unter eine gelungene Mannschaftsleistung. „Das Match von Na war das Highlight der Partie. Sehr niveauvoll. Auch eine konditionelle Frage durch lange Ballwechsel. Was Tian-Zörner noch alles zurückbrachte war schon erstaunlich. Barbora musste sich durchaus strecken, das war auch kein Selbstläufer gegen Kaiser. Wir sind zufrieden und kämpfen weiter um den dritten Tabellenplatz.
    „Mit dem möglichen Punkt von Tian hätten wir eine kleine Chance gehabt. Wir verkauften uns teuer. Jetzt schauen wir Mannschaften entgegen die uns liegen, da müssen und werden wir wieder punkten“, meinte Borgmeier.
     

    Martina Emmert

    Weitere Informationen: