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  • 22.02.2016 – Personalie

    ITTF prüft neue Testmethode gegen Belag-Manipulation

    ITTF prüft neue Testmethode gegen Belag-Manipulation So geht's nicht! Boll kritisiert Belag-Tuning (Foto: ITTF)

    Berlin/Düsseldorf. Der Weltverband hat auf die öffentliche Kritik von Rekord-Europameister Timo Boll reagiert. ITTF-Präsident Thomas Weikert, in dieser Thematik schon vor seiner Präsidentschaft ein beständiger Mahner, intensiviert die Anstrengungen des Weltverbandes auf der Suche nach technisch machbaren Kontrollmöglichkeiten. Boll hatte in einem Interview unerlaubtes Belag-Tuning bei Spitzensportlern kritisiert.

    Er hatte lange gegenüber der Öffentlichkeit geschwiegen. Im großen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bei den German Open in Berlin Ende Januar ist es dann aus Timo Boll herausgeplatzt: „Die Schläger, die bisher kontrolliert wurden, waren im Test alle regelkonform. Aber 80 Prozent - so meine Schätzung - entsprachen dennoch nicht den Regeln.“ Es geht um unerlaubtes Belag-Tuning. Durch das Auftragen von Substanzen auf den Schwamm, was in jeglicher Form verboten ist*, wird der Katapult-Effekt des Belags vergrößert. Spieler verschaffen sich dadurch unerlaubte Vorteile bei Schlaghärte und Geschwindigkeit, fielen aber bei den offiziellen Messungen nie auf.

    Der Rekord-Europameister hat es selbst erlebt: „Ich habe schon mit dem Material von Spielern gespielt, die ihre Beläge nachbehandelt haben. Das war schon ein gewisser Unterschied“, sagte er der FAZ.

    ITTF berät bei der WM über neue Kontrollmöglichkeiten

    Der Weltverband prüft nun kurzfristig neue Kontrollmöglichkeiten. "Wenn die ganze Sache mit einem vertretbaren Aufwand umzusetzen und zu finanzieren ist, wird niemand etwas dagegen sagen", so ITTF-Präsident Thomas Weikert. Sein Präsidium wird eine zusätzliche Testmethode bei seiner Sitzung im Rahmen der Team-Weltmeisterschaften intensiv diskutieren. „Wir werden nicht direkt nach der WM das passende Verfahren präsentieren können. Wir suchen schon eine ganze Weile danach. Es ist nicht einfach, die richtige Testmethode für die Nachbehandlung mit ganz unterschiedlichen Substanzen zu finden.“

    Bisher werden weltweit MiniRAE Lite-Geräte eingesetzt, die zur Bekämpfung des gesundheitsschädlichen Frischklebens entwickelt wurden und die die Einhaltung des Grenzwertes für flüchtige organische Verbindungen im Material messen.

    "Mehr als auf das Problem hinzuweisen, kann ich nicht tun“, sagt Boll. „Ich kann nur hoffen, dass die ITTF eine Lösung findet bei der Kontrollmethode. Wären dann die Strafen bei einem Verstoß streng genug, würde es wohl keiner mehr wagen, gegen die Regeln zu verstoßen. An sich ist Tischtennis ein sehr fairer Sport. Im Sport ist es aber auch fast normal, dass Sportler die Grenzen ausreizen."

    Hintergrund

    Seit dem 1. September 2010 gelten die strengeren Regelungen der ITTF zur Schlägerkontrolle zeitgleich zur internationalen Ebene auch für den Bereich des Deutschen Tischtennis-Bundes. Bei der Mannschafts-WM in Moskau 2010 verschärfte der Weltverband die Grenzwerte bei den Belagmessungen (getestet werden zum Beispiel der Anteil flüchtiger organischer Verbindungen, die Belagdicke und die Ebenheit des Belags) und gravierende Sanktionen für positive Belagkontrollen, also beanstandete Schläger, beschlossen.

    Im Frühjahr 2007 hatte die ITTF einschneidende Änderungen der Regelungen zum Kleben von Schlägerbelägen beschlossen. Die Zulassung von Klebern wurde eingestellt. Das bis dahin übliche "Frischkleben" wurde nach einem Stufenplan schrittweise aus den Sporthallen verbannt.

    Aus den Internationalen Tischtennis-Regeln, Teil A, Absatz 4 Schläger:
    *4.7 Das Belagmaterial muss ohne irgendeine physikalische, chemische oder sonstige Behandlung verwendet werden.

    Hintergründe, Entwicklungen, Regelgrundlagen: Die Schlägertest-Richtlinie des DTTB

    Links

    SH