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  • 22.02.2016 – One Game. One World.

    Vorsitzender aus der Türkei, Jugendwart aus Sri Lanka, Kassenwart aus Polen

    Vorsitzender aus der Türkei, Jugendwart aus Sri Lanka, Kassenwart aus Polen Der Integrationspreis 2016 der Stadt Mönchengladbach ging an den DJK Rheydt (Foto: Jörg Knappe)

    Neu-Isenburg/Rheydt. Der Sport kennt keine Barrieren. Was zählt ist einzig Miteinander, Spaß und Spiel. Ein Verein, in dem Integration vorbildlich gelebt wird, ist der DJK Rheydt. Die Stadt Mönchengladbach hat dem Verein unlängst den Integrationspreis verliehen. Beeindruckt war die Jury von der Vielfalt und Nachhaltigkeit des Miteinanders. Mehr als 60 Prozent der Mitglieder haben einen Migrationshintergrund.

    Die drei Buchstaben DJK stehen für „Deutsche Jugendkraft“ und stehen damit auch für einen Verband, den 1920 ein Vorsteher der christlichen Kirche gegründet hat. Eine Tradition, die noch heute erkennbar ist, wenn man die Tischtennis-, Volleyball- und Boule-Abteilung der DJK Rheydt anschaut. Doch die Verantwortlichen um Geschäftsführer Norbert Weyers schaffen es gleichzeitig, mit den modernen Anforderungen an einen Sportverein Schritt zu halten: Weil Migranten, Flüchtlinge und sozial Schwächere in vorbildlicher Weise durch den Sport integriert werden, erhielt die DJK den Integrationspreis der Stadt Mönchengladbach 2016 – samt 500 Euro Preisgeld.

    14 Projekte, Vereine und Einzelpersonen waren für den Integrationspreis nominiert. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners lobte die DJK Sportfreunde 08 bei der Preisverleihung im Gladbacher Jugendclubhaus Westend für die „Vielfalt der Migrationshintergründe und Religionen der Menschen, die in friedlichem Miteinander den Verein führen und Sport ausüben.“ Seit etwa 42 Jahren ist Norbert Weyers im Sportverein aktiv und sorgt heute dafür, dass in der Turnhalle an der Waisenhausstraße alles in Bewegung bleibt. „Integration ist bei uns ganz normaler Alltag, eine normale Geschichte“, sagte der Geschäftsführer und Referent des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes.

    DJK ist der „größte tamilische Verein“

    Viele Jugendliche mit Migrationshintergrund sind dort unter der Woche beim Training und am Wochenende bei den Spielen zu sehen. Mehr als 60 Prozent der Mitglieder haben einen Migrationshintergrund. Kein Wunder, immerhin bilden Ausländer im Mönchengladbacher Stadtgebiet einen Anteil von etwa 10 Prozent. Spätestens an der Tischtennisplatte oder auf dem Volleyballfeld sind alle Barrieren überwunden. Scherzhaft nennen sie sich selbst den „größten tamilischen Verein außerhalb von Sri Lanka“, sagte Weyers.

    Sogar die Vereinsführung ist multikulturell aufgestellt: Bülent Bagir heißt der 1. Vorsitzende und stammt aus der Türkei, Zanggeeth Shanmugarajah ist Jugendwart und aus Sri Lanka, Martin Niegot der Kassenwart aus Polen. Das Tischtennis-Material stellt der Klub den Mitgliedern, die noch keinen eigenen Schläger haben. Auch die 500 Euro, die der Integrationspreis in die Kasse spült, wird für neues Material eingesetzt – und für den Ausbau der neuen Boule-Abteilung, der mit einem Aktionstag im April fortgeführt wird. In Rheydt freut man sich über den Preis. Ein Ansporn für Veränderung ist er aber nicht. Die DJK wird das kulturelle Miteinander genauso weiterfördern, wie es seit Jahrzehnten vorbildlich geschieht.
     

    Über die DTTB-Kampagne "One Game. One World."

    Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) hat die Kampagne "One Game. One World." in Leben gerufen. Die Grundbotschaft von "One Game. One World." lautet: „Jeder Mensch soll die Chance haben, Tischtennis zu spielen – am besten im Verein“. Der DTTB möchte gemeinsam mit seinen gut 9500 Vereinen einen Beitrag zur interkulturellen und sozialen Öffnung über Tischtennis leisten. Gleichzeitig sollen die Chancen, die eine Öffnung mit sich bringt, genutzt werden. One Game. One World. umfasst verschiedene Maßnahmen. Es gibt materielle Unterstützung (TT-Set, Spiel-mit-Schläger, usw.), Willkommenstage in den Vereinen sowie Aus- und Fortbildungen auch speziell im Bereich Integration. Vor allem in der Flüchtlingshilfe war die DTTJ bereits aktiv. Neben Material-Sets gibt es auch eine Handzettel-Vorlage in vier Sprachen. Die Flyer können an Flüchtlinge und in Heimen verteilt werden.
    Weitere Infos zur Kampagne in unserem Newsletter Sportentwicklung.

    One Game. One World. ist eine Kampagne der Deutschen Tischtennis-Jugend (DTTJ) im DTTB. Die Maßnahmen werden unterstützt durch die Deutsche Sportjugend (dsj).

    Jessica Balleer / FL

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