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  • 02.03.2016 – Weltmeisterschaften, Herren

    Sportdirektor Richard Prause: "Wir sind sehr enttäuscht und ernüchtert"

    Sportdirektor Richard Prause: Deutschland ist ausgeschieden (Foto: ms)

    Kuala Lumpur. "Wir sind sehr enttäuscht und ernüchtert." Sportdirektor Richard Prause fand deutliche Worte für den verpassten Einzug in die Endrunde der besten 12 Mannschaften. Der 3:2-Sieg Deutschlands über Schweden zum Vorrundenabschluss der Team-WM in Kuala Lumpur blieb Makulatur, allein ein 3:0 oder 3:1 hätte den Finalisten von 2014 noch in die K.-o.-Runde um Edelmetall katapultiert. Der Sturz des WM-Zweiten von 2014, 2012 und 2010 ist tief: Als Vierter der Gruppe B hinter Frankreich und den punktgleichen Teams von Schweden und England warten statt der Medaillenmatches die zähen Spiele um die Plätze bis 13 bis 20 auf die DTTB-Auswahl. Erster Gegner am Freitag ist Weißrussland oder Italien.

    Die Hoffnung der wenigen deutschen Fans, die sich auf den leeren Rängen der Malawati Arena verloren, ihr Team doch noch um Medaillen spielen zu sehen, währte kaum 90 Minuten. Zwar hatte Bastian Stegers starke Leistung und der 3:0-Erfolg über Jon Persson (nach 6:10 in Durchgang eins) für eine perfekte Ausgangsposition gesorgt. Ruwen Filus (gegen Kristian Karlsson) und Steffen Mengel (gegen Mattias Karlsson) fehlte anschließend jedoch das notwendige Quäntchen Glück, von sieben in zwei Begegnungen gespielten Sätzen verloren die Deutschen nach großem Kampf fünf in der Verlängerung. Der Sturz auf den vierten Rang in der Gruppe B war zu diesem Zeitpunkt Gewissheit, die folgenden Siege von Filus über Persson und Steger über Karlsson bereicherten nur die Statistik. Steger vermochte sich deshalb auch nicht zu freuen: "Für mich zählt hier nur der Erfolg mit dem Team, egal ob ich aufgestellt bin oder nicht, egal ob ich gut spiele oder nicht. Und da haben wir unser Ziel nicht erreicht."

    Richard Prause kein Freund von Statistik, aber der klaren Worte

    Bemüht man die Statistik, so muss man lange zurückblättern, um Platzierungen des Herren-Teams jenseits der Einstelligkeit zu finden. 1983 in Tokio stieg Deutschland als 15. aus der 1. Kategorie ab, nachdem es eine 4:0-Führung im entscheidenden Spiel gegen Dänemark nicht hatte nutzen können und 4:5 unterlag, zwei Jahre später in Göteborg spielte es in der 2. Kategorie und schaffte mit Rang 17 die bestmögliche Platzierung, seit 1987 kämpft es somit ununterbrochen in der 1. Division um den Titel.

    Enttäuschung auch bei den Verantwortlichen, Sportdirektor Richard Prause und Herren-Bundestrainer Jörg roßkopf (Foto: ms)Der Sportdirektor des DTTB ist zwar kein Freund der Statistik, fand jedoch für das Abschneiden der Herren-Mannschaft klare Worte: "Das ist ein bitteres Ergebnis. Wir sind sehr enttäuscht und ernüchtert und müssen nun sehr genau analysieren, woran das gelegen hat. Es ist natürlich nicht ausreichend für unseren Anspruch, in der Championships Division am Ende nur um die Plätze 13 bis 20 zu spielen. Das müssen wir beim nächsten Mal wieder korrigieren." Dass der Weltranglistenfünfte Dimitrij Ovtcharov wegen einer Rückenverletzung nicht zur Verfügung stand und Timo Boll, der am Donnerstag die vorzeitige Rückreise nach Deutschland antreten wird, in Malaysia mit einer starke Erkältung zumeist das Bett hüten musste, lässt Prause allein als Erklärung nicht gelten. "Natürlich kann keine Mannschaft den Ausfall eines überragenden Spitzenduos verdauen. Aber wir haben einen Kader mit vielen sehr guten Spielern, deshalb suchen wir nicht nach Ausreden: Das Ergebnis ist enttäuschend."

    Ungewohnte Drucksituation für die Spieler

    Stegers 3:0-Sieg und die anschließende 10:9-Führung von Ruwen Filus, "das war vielleicht die kleine Chance, die wir heute nicht genutzt haben", sagte Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf nach dem Match, und ergänzte: "Wir haben unsere Chancen gehabt, aber sie ausgelassen, das war leider symptomatisch für uns bei dieser WM. Deshalb dürfen wir auch nicht über den vierten Platz jammern, denn unter dem Strich haben sich - zumindest bei dieser WM - Frankreich, Schweden und England verdient vor uns gespielt. Das müssen wir anerkennen."

    Der Rekordnationalspieler, der im Jahr 2000 am selben Ort mit dem DTTB-Team im Viertelfinale gestanden hatte, analysierte den bislang bittersten Moment in seiner Karriere als Bundestrainer gefasst: "Wir sind natürlich ungemein enttäuscht. Wir haben aber unmittelbar vor dem Turnier gesagt, dass wir Erster bis Dritter in der Gruppe werden wollen, es im schlechtesten Fall in Anbetracht der Situation ohne Ovtcharov und mit einem nicht fitten Timo Boll diesmal aber auch der vierte Platz in werden kann. So ist es leider auch gekommen." Roßkopf weiter: "Die Qualität der übrigen Spieler ist aber hoch genug, sie haben jedoch nicht ihre beste Leistung abgerufen und sind teilweise wohl auch mit der ungewohnten Drucksituation nicht fertig geworden. Daran müssen wir arbeiten."

    Roßkopf: "Für Olympia müssen wir uns nun ganz brav hinten anstellen"

    Die Fans litten mit der deutschen Mannschaft (Foto: ms)Seit der ersten Niederlage im Finale der EM 2014 gegen Gastgeber Portugal sind Titel und große Siege für den ehemaligen Seriensieger auf dem alten Kontinent nicht mehr die Normalität. In Lissabon, aber auch bei den European Games in Baku, bei der EM in Jekaterinburg und nun auch bei der WM in Kuala Lumpur verhinderten gesundheitliche Sorgen jeweils das Antreten der DTTB-Formation in Bestformation und optimaler Verfassung. Roßkopf: "Siege sind für uns keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht, wenn einer oder beide Spitzenspieler ausfällt. Wir sind verwundbarer geworden, wie man bei der EM 2014 und 2015 sowie bei den European Games gesehen hat, und das wissen auch alle." In Bezug auf die Olympischen Spiele sagt Roßkopf: "Nach dem Ergebnis bei dieser WM müssen uns jetzt erst einmal ganz brav hinten anstellen, bevor wir wieder irgendwann über eine Medaille reden dürfen. Dima muss wieder gesund werden, Timo hatte im Herbst die erste größere Operation seiner Karriere. Er braucht noch Zeit und muss sich an diese Situation gewöhnen. Aber den Zeitpunkt hatten wir bewusst im September gewählt, damit er hoffentlich bis Olympia wieder topfit werden kann."

    Nun um die Rände 13 bis 20

    Die Runde um die Ränge 13 bis 24 läuft nach einem ähnlichen System ab wie die um die WM-Medaillen: Die Gruppenvierten, unter anderem Deutschland, stehen direkt im Viertelfinale, spielen deshalb de facto auch nur um die Ränge 13 bis 20. Die Fünften und Sechsten spielen im Achtelfinale. Nur die Partie um Platz 13, das "untere Finale", findet nicht statt. Das deutsche Team trifft am Freitag auf den Sieger der Partie Italien vs. Weißrussland.
    Das Spielsystem auf der ITTF-Website

    Platzierungsrunde, Ränge 13-20
    Freitag, 19.30 Uhr (12.30 Uhr GER): Deutschland vs. Sieger Weißrussland/Italien
     

    Deutschland - Schweden 3:2
    Bastian Steger - Jon Persson 3:0 (10,1,4)
    Ruwen Filus - Kristian Karlsson 1:3 (-12,-9,7,-2)
    Steffen Mengel - Mattias Karlsson 0:3 (-12,-12,-11)
    Filus - Persson 3:2 (-9,8,-15,5,6)
    Steger - K. Karlsson 3:2 (8,-7,5,-7,4)

    Frankreich - Dänemark 3:0
    England - Malaysia 3:0

    Endstand der Vorrunde

    Gruppe A: 1. China, 2. Nordkorea, 3. Österreich, 4. Tschechien, 5. Taiwan, 6. Griechenland
    Gruppe B: 1. Frankreich, 2. Schweden, 3. England,  4. Deutschland, 5. Dänemark, 6. Malaysia

    Gruppe C: 1. Japan, 2. Polen, 3. Portugal, 4. Ukraine, 5. Weißrussland, 6. Singapur
    Gruppe D: 1. Südkorea, 2. Hongkong, 3. Kroatien, 4. Russland, 5. Rumänien, 6. Italien

     

    Die deutschen Spiele Herren und Damen in chronologischer Reihenfolge

    Sonntag, 28. Februar, 1./2. Runde

    DTTB-Damen – Thailand 3:0
    Irene Ivancan - Nanthana Komwong 3:0 (7,8,9)
    Petrissa Solja - Suthasini Sawettabut 3:0 (5,6,3)
    Sabine Winter - Tamolwan Khetkhuan 3:0 (6,3,11)

    Japan – Tschechien 3:0
    Nordkorea – Brasilien 3:0

    DTTB-Herren – Dänemark 3:1
    Bastian Steger - Mikkel Hindersson 3:2 (3,-9,7,-7,4)
    Patrick Franziska - Claus Nielsen 3:2 (-8,-11,6,1,6)
    Ruwen Filus - Jonathan Groth 0:3 (-7,-5,-3)
    Bastian Steger - Claus Nielsen 3:0 (6,8,7)

    Schweden – England 3:1
    Frankreich – Malaysia 3:0

    DTTB-Damen – Tschechien 3:0
    Petrissa Solja - Hana Matelova 3:1 (8,-5,11,10)
    Irene Ivancan - Renata Strbikova 3:2 (9,-9,7,-4,6)
    Sabine Winter - Iveta Vacenovska 3:1 (-4,9,4,14)

    Japan - Brasilien 3:0
    Nordkorea - Thailand 3:0

    Montag, 29. Februar, 2./3. Runde

    DTTB-Herren - Malaysia 3:0
    Steffen Mengel - Muhammad Ashraf Haiqal 3:0 (2,4,2)
    Ruwen Filus - Leong Chee Feng 3:0 (7,4,7)
    Timo Boll - Ibrahim Muhd Shakirin 3:0 (6,5,9)

    Frankreich - England 3:0
    Schweden - Dänemark 3:0

    DTTB-Damen – Brasilien 3:2
    Kristin Silbereisen - Bruna Takahashi 2:3 (-7,5,4,-2,-8)
    Irene Ivancan - Gui Lin 3:0 (8,8,5)
    Nina Mittelham - Caroline Kumahara 0:3 (-6,-10,-7)
    Ivancan - Takahashi 3:0 (6,6,3)
    Silbereisen - Gui 3:1 (-6,4,5,3)

    Japan - Nordkorea 3:0
    Tschechien - Thailand 3:1

    DTTB-Herren – Frankreich 1:3
    Steffen Mengel - Simon Gauzy 2:3 (-8,-5,7,10,-3)
    Timo Boll - Emmanuel Lebesson 0:3 (-7,-7,-8)
    Ruwen Filus - Benjamin Brossier 3:0 (5,6,2)
    Gauzy - Boll 3:2 (-13,4,-5,9,8)

    Schweden - Malaysia 3:0
    England - Dänemark

    Dienstag, 1. März, 4. Runde

    DTTB-Herren – England 1:3
    Bastian Steger - Paul Drinkhall 2:3 (6,-5,-7,2,-8)
    Ruwen Filus - Liam Pitchford 3:1 (3,-3,5,10)
    Patrick Franziska - Samuel Walker 1:3 (-6,-5,12,-4)
    Bastian Steger - Liam Pitchford (-8,-7,4,-8)

    Schweden - Frankreich 2:3
    Dänemark - Malaysia 3:1

    DTTB-Damen – Nordkorea 0:3
    Sabine Winter - Ri Mi Gyong 0:3 (-8,-9,-3)
    Petrissa Solja - Ri Myong Sun 1:3 (7,-12,-7,-3)
    Irene Ivancan - Kim Song I 1:3 (-10,7,-4,-9)

    Japan - Thailand 3:0
    Tschechien - Brasilien 3:0

    Mittwoch, 2. März, 5. Runde

    DTTB-Herren - Schweden 3:2
    Bastian Steger - Jon Persson 3:0 (10,1,4)
    Ruwen Filus - Kristian Karlsson 1:3 (-12,-9,7,-2)
    Steffen Mengel - Mattias Karlsson 0:3 (-12,-12,-11)
    Filus - Persson 3:2 (-9,8,-15,5,6)
    Steger - K. Karlsson 3:2 (8,-7,5,-7,4)

    Frankreich - Dänemark 3:0
    England - Malaysia 3:0

    Endstand in der Gruppe B
    1. Frankreich, 2. Schweden, 3. England,  4. Deutschland, 5. Dänemark, 6. Malaysia

    DTTB-Damen – Japan 19.30 Uhr (12.30 Uhr)

    Endrunde

    Donnerstag, 3. März

    Achtelfinale
    03.00 GER (10.00 MAS): Damen -Mannschaft, 2 Tische
    06.00 GER (13.00 MAS): Damen-Mannschaft, 1 Tisch
    06.00 GER (13.00 MAS): Herren-Mannschaft, 2 Tische
    09.30 GER (16.30 MAS): Damen-Mannschaft, 1 Tisch
    09.30 GER (16.30 MAS): Herren-Mannschaft, 2 Tische

    Viertelfinale, Teil 1
    12.30 GER (19.30 MAS): Damen-Mannschaft, Viertelfinale, 2 Tische
    ________________________________________

    Freitag, 4. März

    Viertelfinale, Teil 2
    03.00 GER (10.00 MAS): Damen -Mannschaft, 1 Tisch
    06.00 GER (13.00 MAS): Herren-Mannschaft, 1 Tisch
    06.00 GER (13.00 MAS): Damen-Mannschaft, 1 Tisch
    09.30 GER (16.30 MAS): Herren-Mannschaft, 2 Tische
    12.30 GER (19.30 MAS): Herren-Mannschaft, 1 Tisch

    Halbfinale, Teil 1
    12.30 GER (19.30 MAS): Damen-Mannschaft, 1 Tisch
    ________________________________________

    Spiele um die Plätze 13 bis 20, Viertelfinale
    DTTB-Herren, 12:30 Uhr GER (19:30 MAS), Nebenhalle

    Samstag, 5. März

    Halbfinale, Teil 2
    06.00 GER (13.00 MAS): Herren-Mannschaft, 1 Tisch
    09.30 GER (16.30 MAS): Damen-Mannschaft, 1 Tisch
    12.30 GER (19.30 MAS): Herren-Mannschaft, 1 Tisch
    ________________________________________

    Spiele um die Plätze 13 bis 20, Halbfinale
    DTTB-Herren, 9:30 Uhr GER (16:30 MAS), Nebenhalle

    Ein Finale um Platz 13 gibt es nicht. Beide Endspiel-Teilnehmer werden in der WM-Wertung als 13. geführt.

    Sonntag, 6. März, Finale

    07.30 GER (14.30 MAS): Damen-Mannschaft, 1 Tisch
    12.30 GER (19.30 MAS): Herren-Mannschaft, 1 Tisch

    ms

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