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  • 09.03.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Die Entscheidung naht

    Die Entscheidung naht Miyu Kato vom ttc berlin eastside steht vor einer großen Herausforderung (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)

    Neu-Isenburg. Der amtierende Deutsche Meister ttc berlin eastside hat in dieser Saison schon die ein oder andere Unwegsamkeit perfekt ausmanövriert und steht nicht zu Unrecht mit 24:0 Punkten programmgemäß an der Tabellenspitze. Deshalb benötigt der SV DJK wohl schon das Wunder von Kolbermoor, wenn im Gipfeltreffen die Überraschung passieren soll. Zumindest das Stresspotential ist bei den Gastgeberinnen höher, die am Freitag im Halbfinale der Champions-League bei der Linz AG Froschberg zudem eine schwere Aufgabe vor der Brust haben. Mit Chantal Mantz vom TSV Schwabhausen gibt der Klub eine Neuverpflichtung für die Saison 2016/17 bekannt. Nach dem Highlight der Team-Weltmeisterschaft in Kuala Lumpur, in Verbindung mit den sicher unvergesslichen Eindrücken außerhalb der Halle, fordern nun die Vereine wieder größtmöglichen Einsatz. Denn auch der TUSEM Essen, die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim und der TuS Bad Driburg verfolgen für sich im Kampf um den dritten Rang ein lohnenswertes Ziel.

    Sonntag, 14 Uhr, ttc berlin eastside – SV DJK Kolbermoor

    Schlagerspiel beim Titelverteidiger

    Der ttc berlin eastside trat nicht nur einmal meisterlich auf, denn keine personellen Probleme oder Rückstände in einem Satz bedeuteten ein Hindernis. Auch das harte Match bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim deichselte der Tabellenprimus zum Guten, die weiße Weste hielt. Vor dem eventuell schon entscheidenden Ligamatch stehen die Berlinerinnen in der Königsklasse im Rampenlicht. „Wir versuchen nach 2014 noch einmal das Triple zu schaffen. Nach dem Sieg im Pokalwettbewerb sind die Chancen aussichtsreich“, hofft ttc-Trainerin Irina Palina.

    Verfolger SV DJK Kolbermoor ist aber noch längst nicht müde sich gegen dieses Bollwerk zu stemmen. Im Pokal deutete sich die Sensation nach einer 2:0-Führung im Halbfinale schon an. Das 2:6 vor eine rekordverdächtigen Kulisse von 445 Zuschauern war in der Hinrunde dann schon eher ernüchternd. Und inzwischen ist auch klar, ganz ohne Schützenhilfe kommen die Oberbayern auch bei einem Sieg nicht an die Macht. Das hervorragende Spielverhältnis der Bundeshauptstädterinnen ließe sich auch bei einem 6:0 nicht knacken. „Der erste Vergleich kam für ein Spitzenspiel für uns viel zu früh. Kristin Silbereisen steckte mitten in ihren Abschlussprüfungen zur Kristin Silbereisen vom SV DJK Kolbermoor signalisiert Kampfbereitschaft (Aufnahme: Petra Steyer)Physiotherapeutin. Auf ihre Leistung bei der WM können Sabine Winter und Kristin stolz sein. Sabine besiegte mit der Koreanerin Yang Haeun die Nummer 14 und Kristin mit Ai Fukuhara aus Japan die Nummer vier der Weltrangliste. Unsere Gastgeberinnen sind Favorit, aber wir wollen ihnen ein spannendes Spiel liefern. Unser Team geht mit dem Wissen ins Rennen, das sie den Gegner schon einmal auf der Pfanne hatten, dass sie punkten können. Und dann wird die Entscheidung in der Meisterschaft vertagt noch einmal richtig interessant“, meint SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger. Mit Günter Lodes wird auch der Vorsitzende beim Auswärtsauftritt präsent sein.

    Kristin Silbereisen hat sich längst in Kolbermoor an ihre neue Heimat gewöhnt, und trifft deshalb locker an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte ein. Auch die WM-Strapazen verkraftete die 30-Jährige gut. Ein doppelter Punktgewinn wäre als vorgezogenes Geburtsgeschenk perfekt. „Wir sind Profis und können schnell umschalten. Natürlich ist die WM im Hinterkopf, aber jedes Spiel ist ein Neues. Wir wissen, dass die Deutsche Meisterschaft schwer wird, und wir Außenseiter sind. Wir wollen es unseren Gegnerinnen aber nicht zu leicht machen. Für einen Sieg muss 120 Prozent alles passen, und so etwas ist nie einfach. Wir kämpfen und schauen was am Ende dabei herausspringt“, erklärt Silbereisen.

    „In der Liga verhält es sich zum Pokal mit nur drei Spielerinnen ganz anders. Der Start wird extrem wichtig. Wenn wir zum 1:3 mit einer Krise beginnen, kann der Konkurrent über sich hinauswachsen. Beim 2:2 ist alles in Ordnung, fantastisch wäre natürlich ein 4:0. Es ist ganz schwierig den Ausgang vorherzusehen. Die Tagesform entscheidet absolut. Wir spielen an Position vier wieder mit Miyu Kato“, wagt Palina keinen genauen Tipp.
    Am Rande der Vorbereitungen zu diesem Highlight in heimischer Halle bestätigte der Verein mit der Mädchen-Europameisterin von 2014 Chantal Mantz vom TSV Schwabhausen einen Neuzugang. Die B-Kader Athletin wird im Frühjahr ins Leistungszentrum nach Düsseldorf ziehen und als Sportsoldatin ihren Dienst bei der Bundeswehr antreten, lautet die offizielle ttc-Presseerklärung. „Chantal soll bei uns behutsam aufgebaut werden und sich auch auf ihre internationale Karriere konzentrieren können“, so ttc-Präsident Alexander Teichmann. „Bei uns lernt Chantal auch mit dem Erfolgsdruck im hinteren Paarkreuz umzugehen. In Schwabhausen erwartet von ihr an Position zwei keiner zwingend einen Punkt“, erklärt Palina die veränderten Ansprüche. Außerdem verlängerte die Ungarin Georgina Pota bereits ihren Vertrag mit dem amtierenden Meister. Die Verhandlungen mit den drei weiteren Topstars Petrissa Solja, Shan Xiaona und Yui Hamamoto seien auf einem guten Weg.

    Sonnabend, 14.30 Uhr: TSV Schwabhausen – TuS Bad Driburg

    Yang Ting will positive Bilanz aufstocken

    Der TSV Schwabhausen erlebte mit der Niederlage im Kellerduell gegen die LTTV Leutzscher Füchse 1990 den Tiefpunkt der bisherigen Saison. Da kamChantal Mantz verlässt den TSV Schwabhausen nach nur einer Saison (Aufnahme: Holger Straede) der Aufstiegsverzicht von Zweitliga-Tabellenprimus TuS Uentrop wohl gerade zur richtigen Zeit. Die Bayerinnen können sich mit einem Zähler vor den Messestädterinnen erst einmal noch in Sicherheit wiegen. Gegen den TuS Bad Driburg gab es in der Hinrunde nichts zu holen, doch an eigenen Tischen schürt Trainer Alexander Yahmed die Motivation und Kampfbereitschaft stets besonders.

    „Für uns spielt es keine Rolle, ob Chantal nach Berlin oder zu einem anderen Verein wechselt. Wir legen keinem Talent Steine in den Weg, wenn sie sich verbessern können. Bei uns sind halt die Perspektiven begrenzt, das war auch bei Sabine Winter (Kolbermoor) schon so. Bei uns konnte sich Chantal vorne zumindest mit starken Gegnerinnen messen“, kommentiert TSV-Abteilungsleiter Helmut Pfeil den Wechsel nach nur einer Saison.

    „Schwabhausen ist eines von drei Spielen, bei denen wir eine Übernachtung einplanen. Wir nehmen den Konkurrenten absolut ernst. Die Nummer eins Yang Ting hat uns schon ganz schön das Leben schwer gemacht“, erklärt TuS-Manager Franz-Josef Lingens. Vorgestern kam Spitzenspielerin Nina Mittelham aus Malaysia zurück, im Gepäck nicht nur Sportkleidung und Schläger, sondern auch Schulbücher. „Nina schreibt diese Woche ihre Abiturarbeit in Deutsch, also war auch Lernen angesagt. Körperlich ist sie fit, und sie wird sicher positive Akzente anstreben. Unsere Nummer drei Sarah DeNutte bestätigte ihren erfreulichen Sprung nach oben. Dank ihrer 10:0-Bilanz stieg Luxemburg bei der WM in die Gruppe A auf“, zeigt sich Lingens begeistert, der von einer Favoritenrolle in Schwabhausen spricht.

    Sonnabend, 18.30 Uhr: TV Busenbach – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim

    Gastgeberinnen wollen sich teurer verkaufen

    Bei der Frage nach einem Streichergebnis würde der TV Busenbach wohl einstimmig das 0:6 bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim nennen. Deshalb muss man kein Prophet sein, dass Jessica Göbel & Co diese Jessica Goebel und ihr Team vom TV Busenbach haben noch etwas gut zu machen (Aufnahme: Holger Straede)Katastrophe an eigenen Tischen nicht auf sich sitzen lassen wollen.

    „Für uns lief in der Vorrunde einfach alles perfekt, aber wir stellen uns diesmal auf einen härteren Gang ein. Wenn wir irgendwie zwei Punkte mitnehmen könnten wären wir sehr zufrieden. Die Höhe wäre dann zweitrangig“, stellt sich auch TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach auf verstärkten Gegenwind ein.

    „Das klare Ergebnis in der Hinrunde war schon eine Überraschung. Aber ich sehe uns auch diesmal im Vorteil. Ein, zwei Gegenpunkte liegen für unsere Gastgeberinnen drin, aber an einem Sieg für uns hege ich keine Zweifel“, glaubt die Nummer drei der Bingerinnen Dana Cechova, die mit einer 13:5-Serie eine ausgezeichnete Saison abliefert.

    Sonntag, 14 Uhr: TTV Hövelhof – LTTV Leutzscher Füchse 1990

    Messestädterinnen sind guter Laune

    Den grandiosen Erfolg unter dem Jubel der heimischen Fans gegen den TSV Schwabhausen hat Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 in den letzten drei Wochen in vollen Zügen genossen. Denn ob sich die positiven Linda van de Leur-Creemers plant mit dem TTV Hövelhof einen Pflichtsieg ein (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Schlagzeilen beim TTV Hövelhof fortsetzen lassen, bleibt fraglich. „Der Mannschaft fiel wirklich ein großer Stein vom Herzen, der ihnen noch einmal einen Schub bringen kann. Sie erhielten die Bestätigung, dass sie nicht nur mithalten, sondern auch gewinnen können“, blickt LTTV-Pressesprecher Christian Heck zurück. Beim Aufsteiger warten jedoch eher die ungeliebten Defensivsysteme, vor allem Svetlana Ganina drückte Kathrin Mühlbach und Marina Shavyrina ihren Stempel auf. „Das nackte Ergebnis war mit 1:6 deutlich, aber schon beide Doppel verloren wir knapp in fünf Sätzen. Marina agierte zuletzt gegen Chantal Mantz (Schwabhausen) so stark. Wir hoffen, dass bei ihr der Knoten nachhaltig platzte. Und es muss uns doch endlich einmal gelingen den Fluch abzuschütteln und die Palace der Abwehrspielerinnen zu durchbrechen. Unser Trainer Kai Wienholz wird keinen unbedingten Handlungsbedarf sehen, an der Aufstellung etwas zu ändern. Gerade für Anna-Marie Helbig und Huong Do Thi wäre es wichtig mit einem Erfolg im Rücken das nächste Spiel anzugehen“, sagt Heck.

    „Wir spielten zu Beginn der Saison gegeneinander. Unsere Euphorie nach dem Aufstieg und dem Blitzstart mit 6:0 Punkten ließ uns auch in Leipzig entsprechend selbstbewusst agieren. Wir hätten aber durchaus beide Doppel abgeben können. Inzwischen etablierten wir uns mit zehn Punkten, da offenbart sich zum LTTV ein gebührender Abstand. Doch irgendwie kommen wir in der Rückrunde nicht richtig in Tritt. Nach zehn Wochen absolvieren wir erst das dritte Spiel. Eine Niederlage wäre eine Enttäuschung, auch wenn wir voraussichtlich Aimei Wang noch schonen. In Essen lief es auch ohne unsere Nummer zwei nicht so schlecht“, gibt sich TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier optimistisch.

    Sonntag, 15 Uhr: TUSEM Essen – SV Böblingen

    Essenerinnen wollen Tabellenplatz drei verteidigen

    Der TUSEM Essen verfügt auf dem dritten Tabellenplatz momentan über drei Punkte Vorsprung gegenüber den zwei schärfsten Verfolgern. Die haben sich allerdings schon Niederlagen gegen das Topduo der Liga abgeholt, während der TUSEM diese schwierigen Partien noch vor sich hat. Also stellt sich das Alena Lemmer vom TUSEM Essen will sich erfolgreich präsentieren (Aufnahme: Holger Straede)Polster keinesfalls als Ruhekissen dar. Und gegen die SV Böblingen darf sich keinesfalls Bruder Leichtfuß einschleichen. Wie schnell eine Begegnung mit Beteiligung der besten Spielerin im Oberhaus, Qianhong Gotsch, aus dem Ruder laufen kann, erfuhr der TTV Hövelhof.

    In der Vorrunde startete Anja Schuh nach einer langen Krankheitspause bei der Sportvereinigung einen zaghaften Versuch, der aber schon im Doppel scheiterte. Kampflose Punkte resultierten daraus. Inzwischen ließ Rosalia Stähr im oberen Paarkreuz hinter Gotsch mit hervorragenden Leistungen aufhorchen. „Barbora Balazova ist gut in Form. Sie hat sich vorgenommen auch gegen Gotsch zu gewinnen. Nadine Bollmeier ist bewusst, dass zwei schwere Einzel auf sie warten. Alena Lemmer präsentiert sich stabil, da bin ich absolut beruhigt. Deshalb kam auch Su Yan in der Rückrunde bislang noch nicht zum Einsatz. Wir hatten sie in erster Linie verpflichtet, falls Alena wegen Verletzungen ausfällt. Da gibt es klare Absprachen, die wir einhalten“, erläutert TUSEM-Teammanager Klaus Ohm, der im hinteren Paarkreuz ein Plus auf dem Weg zum Sieg sieht. „Wir müssen uns sehr wachsam zeigen, und mit einem klaren Resultat rechne ich nicht“, ergänzt Ohm.

    „Die Mannschaft aus Essen ist favorisiert, dennoch versuchen wir das Spiel offen zu gestalten. Wir werden konzentriert zu Werke gehen. Der Verlauf im hinteren Paarkreuz wird für uns wichtig werden“, sagt SV-Trainer Volker Ziegler.

    Martina Emmert

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