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  • 12.03.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Favoriten lassen keine Punkte liegen

    Favoriten lassen keine Punkte liegen Shi Qi bleibt beim TuS Bad Driburg ohne Niederlage (Aufnahme: Holger Straede)

    Neu-Isenburg. Der TSV Schwabhausen hat die Gunst der Stunde nicht beim Schopf ergriffen und ging wieder einmal leer aus. Der TuS Bad Driburg opferte durch die verletzte Katharina Michajlova kampflose Punkte, aber Shi Qi und Sarah DeNutte ließen kein Manko zu. Gute Vorsätze lassen sich nicht immer in die Realität umsetzen. Diese Erkenntnis gewann der TV Busenbach gegen die TTG Bingen/Münster-Sarsmheim. Die beiden Gewinner bestätigten ihre Ambitionen im Kampf um den dritten Tabellenplatz.

    TSV Schwabhausen – TuS Bad Driburg: 3:6

    Shi Qi bewahrt die Gäste vor einem Remis

    Der TuS Bad Driburg meisterte die erschwerten Bedingungen durch zwei kampflos abgegebene Punkte beim TSV Schwabhausen letztendlich gut. Die Nummer vier Katharina Michajlova knickte am Donnerstag mit dem Fuß um und fiel aus. Ersatz war kurzfristig nicht zu finden.

    In einer spannenden Schlussphase lag für den Tabellenneunten ein Unentschieden durch Chantal Mantz in der Luft. Das Highlight der Partie entwickelte sich gegen Shi Qi beim 14:12, 9:11, 10:12, 14:16. Der fünfte Punkt war dem Konto der Bayerinnen schon gutgeschrieben. Im dritten Abschnitt ging Mantz ein 9:7 durch die Lappen, und im vierten Durchgang reichten sechs Satzbälle nicht zum 2:2-Ausgleich. Beim 14:14 nahm die Chinesin Time-Out. Obwohl Mantz mit eigenem Aufschlag das Spiel fortsetzte, machte Shi den Sack mit ihrem ersten Matchball zu. Der Jubel ihrer Mannschaftskolleginnen und Manager Franz-Josef Lingens schlug der Asiatin entgegen. „Der Verlauf war kurios, denn erst hatte Chantal einige Glückbälle auf ihrer Seite, dann erfolgte zum 14:15 ausgleichende Gerechtigkeit. Aber es war halt so wie immer, wenn man seine Chancen nicht nutzt, folgt die Strafe auf dem Fuß. Insgesamt konnten wir nur ein Einzel regulär gewinnen. Im Doppel sollte neben Christina Feierabend die Schwester von Chantal, Sarah Mantz antreten, aber der Punkt ergab sich ohne Spiel. Zu wenig für ein Unentschieden“, resümierte TSV-Pressesprecher Harald Dannhauer.

    Die Entscheidung zu Gunsten der Kurstädterinnen fiel im oberen Paarkreuz mit einem 3:1, denn Shi zeichnete sich beim ersten TuS-Sieg der Rückrunde gleich zweimal aus. Gegen Abwehrspielerin Yang Ting fand die Nummer zwei der Gäste längst das richtige Rezept, sodass ein glattes 11:7, 11:4, 11:5 herausprang. „Qi präsentiert sich extrem zuverlässig. Die Partie gegen Mantz stand unter dem Stern ein 5:5 zu verhindern, mit dem wir unter diesen Voraussetzungen auch hätten leben können. So sind wir natürlich sehr zufrieden“, sagte Lingens. Spitzenspielerin Nina Mittelham, die mit Shi außerdem das Doppel gewann, präsentierte sich beim 11:9, 14:12, 11:6 gegen Yang auf der Höhe. Im zweiten Durchgang riss die Nationalspielerin ein 2:6 herum. Weniger Glück mit ihren Aufholjagten besaß Mittelham im Prestigeduell gegen Mantz. Mantz, die nach der Saison dem Lockruf von Tabellenprimus ttc berlin eastside folgt, agierte beim 12:10, 11:9, 12:10 nervenstark. Im ersten Satz führte die Mädchen-Europameisterin von 2014 deutlich mit 7:2 und 10:8, im zweiten ebenfalls 7:2 und 10:5. Lediglich der dritte Durchgang bildete bis zum 8:8 eine Ausnahme. Beim 9:10 wehrte die 19-Jährige sogar einen Satzball ab. „Nina war gegen Mantz unsicher. Ihr unterliefen leichte Fehler. In der Endphase der Sätze war sie im Pech. Mit dem Erfolg gegen Yang machte Nina alles wett. Nicht ganz leicht gegen ein völlig anderes Spielsystem. Sie musste richtig arbeiten. Unsere Nummer eins benötigt dringend Erfolgserlebnisse wie diese“, erklärte Lingens.

    „Tinka unterliefen einige Rückschlagfehler, die ungewöhnlich bei ihr waren. Shi stand aber auch sehr nah am Tisch. Dadurch kamen die Returns extrem schnell zurück. Und Nina verteilte die Bälle gut, der finale Schuss nach ein, zwei Topspin-Angriffen kam zu hart. Gegen Chantal, die gern aus der Halbdistanz spielt, streute sie auch ansatzlose Stoppbälle ein“, analysierte Dannhauer.

    Vor Selbstbewusstsein strotzte beim Klub aus Nordrhein-Westfalen nicht ganz unerwartet Sarah DeNutte. Nach einer glänzenden Teamweltmeisterschaft blieben Christina Feierabend und abschließend Eva-Maria Maier gegen die Luxemburgerin ohne Möglichkeiten. „Christina war nicht ganz so chancenlos, aber individuelle Fehler wirkten sich gravierend aus. DeNutte platzierte die Bälle hervorragend, und Nervosität war bei ihr auch bei Rückständen nicht zu spüren“, so Dannhauer. „Sarah kennt momentan keine Angst. Sie war technisch ihren Gegnerinnen überlegen“, lobte Lingens.

    TV Busenbach – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: 0:6

    Gastgeberinnen erzielen keine Verbesserung

    Die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim marschierte beim TV Busenbach schnurstracks in Richtung Sieg analog der Vorrunde. Dabei wollten die Gastgeberinnen eigentlich den Beweis antreten, dass das 0:6 eine Eintagsfliege war. Doch bis zum 0:4 eröffnete sich lediglich bei Spitzenspielerin Tanja Krämer gegen Hana Matelova nach einem 2:0 und 7:3 eine Hana Matelova von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim wird für ihren unermüdlichen Einsatz belohnt (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)aussichtsreiche Chance. Die Auszeit brachte der Tschechin tatsächlich noch die erhoffte Wende, die sich zum 11:9, 11:8, 11:6 wie ausgewechselt präsentierte. Alle weiterten Partien bis zur Pause vereinnahmten die Bingerinnen mit einem 3:0.

    Beim TVB pausierte Debora Vivarelli, die im Hinspiel gegen Wan Yuan von einem Sieg weit entfernt war. Deshalb komplettierten Jennie Wolf und Katharina Sabo das rein deutsche Quartett im hinteren Paarkreuz. Doch auch Wolf setzte die Serie der glatten Niederlage fort. Von allen Ergebnissen bedeutete das 9:11, 8:11, 5:11 der Mädchen-Nationalspielerin wohl die größte Enttäuschung. Denn auch die 19-Jährige Ex-Busenbacherin Wan war ja gerade erst dem Jugend-Kader entflohen. Für den Lichtblick sorgte Sabo, die Dana Cechova mit einem 11:9, 9:11, 12:14, 11:9 in den fünften Satz drängte. Die routinierte Cechova klaute ihrer Gegnerin den dritten Satz nach einem 3:6 und 9:10, und fand auch im finalen Durchgang zum 6:1 einen fantastischen Start. Das Time-out nutzte Sabo nichts mehr. Und der mögliche Erfolg von Krämer nach einem 11:5, 11:7 gegen Abwehrass Ding Yaping blieb bedeutungslos.

    „Wir hatten eigentlich nicht erneut mit diesem klaren Durchmarsch gerechnet. Dana betreute Hana im Spiel gegen Krämer und hatte wohl die richtigen Tipps parat. Hana ist aber auch von Natur aus eine Kämpferin, die nie aufsteckt. Dana reiste heute erst an und war ein wenig müde. Sabo spielte richtig gut und verlangte ihr ein hohes Maß an Konzentration ab. Yuan blieb ruhig und glaubte an ihren Sieg, der ihr sehr gut tat. Die komplette Mannschaft lieferte eine überzeugende Leistung ab“, freute sich TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach.

    „Dass uns Bingen nicht liegt, ist kein Geheimnis. Um die Niederlage schöner zu gestalten, müssten wir irgendwie an einen Punkt kommen. Dann wird der Verlauf im zweiten Einzeldurchgang wesentlich enger. Tanja war dicht davor, doch nach einem 9:8 im dritten Satz unterlief ihr zum 9:9 ein Fehlaufschlag. Das war schon etwas ärgerlich. Katharina spielt fast immer gut, doch sie vergisst sich zu belohnen. Im fünften Abschnitt unterliefen ihr anfangs Flüchtigkeitsfehler, die man sich gegen Cechova nicht erlauben darf. Nach unserem 0:4 war es für Jennie im Prestigekampf gegen Wan nicht einfach. Die Gegnerin spielte bei dieser Führung natürlich viel lockerer. Nach Berlin bleibt die TTG wohl die einzige Mannschaft in der Liga wo wir nichts machen können, aber die Welt geht für uns nicht unter“, erklärte TV-Mannschaftsführerin Jessica Göbel.
     

    Martina Emmert

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