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  • 14.03.2016 – National

    Wer sind die DM-Favoriten? "Absagen können auch ein Vorteil sein"

    Wer sind die DM-Favoriten? Ralf Bonen (von links), Klaus Strack, Richard Prause, Thorsten List und Lei Yang beim Medientermin in Bielefeld (Foto: Hatke)

    Bielefeld. Vor den Nationalen Deutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende (18.-20. März) heben DTTB-Sportdirektor Richard Prause und Thorsten List vom Ausrichter SV Brackwede die Spannung der 84. Auflage des wichtigsten nationalen Turniers hervor. Lokalmatador Lei Yang, der 2008 in Hamburg fast allen die Show stahl, könnte in der Seidensticker Halle wieder überraschen. Beim Medientermin in den Räumlichkeiten der itelligence AG in Bielefeld lieferten sich die Teilnehmer, zu denen auch Klaus Strack (Geschäftsführung itelligence AG) und der stellvertretende WTTV-Präsident Ralf Bonen gehörten, bei einem spontanen Doppel sehenswerte Ballwechsel.

    „Absagen können auch ein Vorteil sein“

    Die Vorfreude auf die nationalen Titelkämpfe am Wochenende in Bielefeld ist groß – trotz der Nicht-Teilnahme von Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll sowie der drei Top-Damen Han Ying, Petrissa Solja und Shan Xiaona, die wegen den Olympischen Spielen an den parallel stattfindenden Kuwait Open an den Start gehen. Das bedeutet auch: Boll und Solja werden ihre Titel aus Chemnitz nicht verteidigen können.
    Zudem sind die Teilnehmerfelder ausgeglichen wie kaum zuvor. Sich auf Favoriten festlegen? Fast unmöglich. „Die ersten zwei Stunden war ich über die Nicht-Teilnahme der Fünf geschockt, doch mir wurde im Laufe der Zeit bewusst, dass die Absagen auch ein Vorteil sein können. Das ist die Chance, für andere Spieler, ihr bestes Tischtennis zu zeigen und für Überraschungen zu sorgen“, sagt Thorsten List, Abteilungsleiter Tischtennis beim NDM-Durchführer SV Brackwede.

    „Die Spieler wollen diesen Titel“

    Überraschungen sind bei Deutschen Meisterschaften häufig – so wie 2008, als Lei Yang, damals in der Oberliga aktiv, Timo Boll im Halbfinale bezwang und im Finale nur knapp gegen Torben Wosik verlor. „Ich frage mich bis heute, wie ich gegen Timo gewonnen habe. ‚Timo verliert gegen Oberligaspieler‘, hieß es da. Was haben nur die deutschen Fans gedacht? Mir war das ein bisschen unangenehm, aber ich habe mich auch über meine Leistung gefreut“, sagte Lokalmatador Lei Yang vom Drittligisten und NDM-Durchführerverein SV Brackwede beim Medientermin in Bielefeld. Der Ehemann von Topspielerin Han Ying, der für den DTTB auch als Honoratrainer im Einsatz ist, rangiert momentan auf Position 20 in der deutschen Rangliste und wird in der Seidensticker Halle einer von 16 gesetzten Akteuren sein.

    „Die Deutschen Meisterschaften sind Das nationale Turnier, die Spieler wollen diesen Titel“, betonte DTTB-Sportdirektor Richard Prause. Der DM-Zweite von 1993 erklärte auch noch mal die Absage der fünf Asse. „Nachdem wir den Termin für die NDM nach Rücksprache mit der ETTU bereits festgelegt hatten, hat die ITTF den Termin der Kuwait Open auf dasselbe Datum gelegt. Eine olympische Sportart wie Tischtennis, die gefördert wird, muss sich im olympischen Jahr diesem Joch beugen. Deshalb haben wir uns schweren Herzens dafür entschieden, mit einer kleinen Spieler-Auswahl in Kuwait an den Start zu gehen. Dabei geht es im Hinblick auf Rio um wichtige Weltranglistenpunkte und um eine möglichst gute Setzung.“

    Ralf Bonen, Stellvertretender Präsident des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV), hob die Bedeutung von Großveranstaltungen hervor. „Für uns sind die sportlichen Höhepunkte extrem wichtig, da sie eine große Wirkung auf die Öffentlichkeit haben. Sie geben uns die Möglichkeit, Werbung für unsere Programme im Bereich der Sportentwicklung zu machen und Interessenten zu gewinnen, gerade im Hinblick auf die Förderung von Ehrenamt und Kinder im Sport“, sagte Bonen. In den vergangenen Jahren fanden im WTTV-Gebiet schon die Team-Weltmeisterschaften (2012 in Dortmund) und der Men’s World Cup (2014 in Düsseldorf) statt.

    Klaus Strack von der Geschäftsführung der itelligence AG berichtete von den Tischtennis-Aktivitäten in seinem Unternehmen, wo für die Mitarbeiter sogar eine Platte für Pausen-Aktivitäten bereitsteht. „Work-Life-Balance spielt in unserer Firma eine wichtige Rolle. Deswegen gibt es bei uns einige Möglichkeiten, sich mit den Kollegen sportlich zu betätigen.“ Strack, früher mal in der Zweiten Liga und heute in der Verbandsliga aktiv, und Vereinskollege Thorsten List gaben im Doppel gegen die „Profis“ Richard Prause und Lei eine gute Figur ab (siehe Video unten).
     

    Die Statements in der Übersicht

    DTTB-Sportdirektor Richard Prause über die Nicht-Teilnahme von Ovtcharov, Boll sowie der drei Top-Damen
    Nachdem wir den Termin für die NDM nach Rücksprache mit der ETTU bereits festgelegt hatten, hat die ITTF den Termin der Kuwait Open auf dasselbe Datum gelegt. Eine olympische Sportart wie Tischtennis, die gefördert ist, muss sich im olympischen Jahr dem auferlegten Joch beugen. Deshalb haben wir uns schweren Herzens dafür entschieden, mit einer kleinen Spieler-Auswahl in Kuwait an den Start zu gehen. Dabei geht es im Hinblick auf Rio um wichtige Weltranglistenpunkte und um eine möglichst gute Setzung.

    Prause über den Stellenwert der NDM 2016
    Zwar müssen die WM-Teilnehmer ein klein wenig ihre Wunden lecken, aber sie freuen sich auf die NDM, denn die Deutschen Meisterschaften sind immerhin Das (!) nationale Turnier. Die Spieler wollen diesen Titel, es sind ja auch Spieler dabei, die schon mal Deutscher Meister geworden sind, wie Steffen Mengel, Bastian Steger, Kristin Silbereisen etc. Wir können uns auf spannende Titelkämpfe freuen.

    Lei Yang vom Drittligisten SV Brackwede über seine Sternstunde bei der NDM 2008 in Hamburg, als er in das Finale einzog
    Damals hatte ich mir gar keine Ziele gesetzt und wollte erst einmal aus der Gruppe kommen. Doch im Verlaufe des Turniers habe ich gemerkt, wie viel Sicherheit ich hatte. Ich frage mich aber bis heute, wie ich gegen Timo gewonnen habe. „Timo verliert gegen Oberligaspieler“, hieß es da. Was haben nur die deutschen Fans gedacht? Mir war das ein bisschen unangenehm, aber ich habe mich auch über meine Leistung gefreut.

    Lei Yang über seine Ziele bei der NDM 2016
    Mein erstes Ziel war zuerst einmal die Qualifikation für die NDM über die Westdeutschen Meisterschaften. Ich hätte nicht damit gerechnet dort zu gewinnen, aber das freut mich natürlich. Da die NDM wichtig für meinen Verein SV Brackwede sind, habe ich versprochen, mein Bestes für die Zuschauer zu geben. Ich hoffe, dass ich nicht zu nervös sein werde und gute Spiele abliefern kann.

    Klaus Strack von der Geschäftsführung der itelligence AG über seine NDM-Vorfreude

    Für mich als aktiver Spieler ist das einfach eine schöne Geschichte, dass die NDM vor der Haustür ausgetragen werden.

    Klaus Strack über Tischtennis in seinem Unternehmen und als Hobby
    Ich bin als Zwölfjähriger zum Tischtennis gekommen und habe immer noch viel Spaß daran. Nach einem anstrengenden Arbeitstag freue ich mich darauf, noch in die Halle zu fahren und den Schläger zu schwingen, um entspannter nach Hause zu meiner Familie zu kommen. Work-Life-Balance spielt in unserer Firma eine wichtige Rolle. Deswegen gibt es bei uns Möglichkeiten, sich mit den Kollegen sportlich zu betätigen. Wir haben eine Tischtennisplatte angeschafft, die bisher auf gute Resonanz stößt. Mein Ziel ist es, das Interesse der Mitarbeiter für Tischtennis zu wecken und meine Freude am Sport zu vermitteln. Sie merken dann auch, dass Tischtennis nicht mit Ping Pong vergleichbar sondern deutlich anspruchsvoller ist.

    Thorsten List, Abteilungsleiter Tischtennis SV Brackwede, über die NDM 2016 zum 125. Geburtstag der SVB
    Im Rahmen des Jubiläums fanden eine Reihe von Veranstaltungen in den verschiedenen Abteilungen der SV Brackwede statt. Die NDM im Tischtennis sind nun das Highlight und ein I-Tüpfelchen für den Verein.

    List über den Stand der Vorbereitungen und den Ticketvorverkauf
    Die Vorbereitungen laufen gut. Wir haben ein eingespieltes Team und gute Unterstützung durch den WTTV. Das man langsam ein bisschen unruhig wird, ist normal, denke ich. Der Ticketverkauf läuft bis einschließlich Donnerstag, 17. März. Ab Freitag gibt es dann Tickets an der Tageskasse. Wir hoffen auf 5000 bis 6000 Zuschauer an den drei Tagen, ähnlich wie bei den vergangenen Veranstaltungen.

    List über die Absage von fünf Stars
    Die ersten zwei Stunden war ich natürlich geschockt, doch mir wurde im Laufe der Zeit bewusst, dass das auch ein Vorteil sein kann. Das ist die Chance, für andere Spieler, ihr bestes Tischtennis zu zeigen und für Überraschungen zu sorgen.

    List über ein Wunschfinale bei den Herren
    Ich wünsche mir, das Ruwen Filus ganz weit kommt. Er bietet den Zuschauern einfach viele tolle und interessante Ballwechsel.

    Ralf Bonen, Stellvertretender Vizepräsident des WTTV, über die Bedeutung von Top-Events (2012 fand die Team-WM in Dortmund statt, 2014 der Men’s World Cup in Düsseldorf)
    Für uns sind die sportlichen Höhepunkte extrem wichtig, da sie eine große Wirkung auf die Öffentlichkeit haben. Sie geben uns die Möglichkeit, Werbung für unsere Programme im Bereich der Sportentwicklung zu machen und Interessenten zu gewinnen, gerade im Hinblick auf die Förderung von Ehrenamt und Kindern im Sport.

    Bonen über die Chancen der WTTV-Spieler in Bielefeld

    Mit Timo Boll haben wir leider denjenigen verloren, der uns möglicherweise den Titel gebracht hätte. Titelkandidaten haben wir mit Patrick Franziska, Benedikt Duda, Steffen Mengel. Vielleicht schafft es Lei Yang ins Halbfinale, wenn er wieder so ein Sahnetag erwischt und das Lampenfieber überwindet.
     

    Medientermin in Bielefeld - Doppel mit Richard Prause, Yang Lei, Thorsten List und Klaus Strack

    Michael Hatke / FL

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