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  • 17.03.2016 – National

    DM in Bielefeld: Hochklassiger Sport trotz Fehlens mehrerer Stars

    DM in Bielefeld: Hochklassiger Sport trotz Fehlens mehrerer Stars Siegte im DM-Finale 2010 gegen Petrissa Solja: Kristin Silbereisen (Foto: ms)

    Bielefeld. Die Deutschen Meisterschaften in Bielefeld vom 18. bis 20. März stehen vor dem Beginn unter keinem guten Stern. Mitte Februar war klar, dass die Zuschauer in der Seidensticker Halle auf fünf Cracks würden verzichten müssen: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland), Timo Boll (Düsseldorf), Han Ying (Tarnobrzeg, Polen), Shan Xiaona und Petrissa Solja (beide Berlin). Grund sind die parallel zur DM stattfindenden Kuwait Open, für die der immer noch stark erkältete Rekord-Europameister Boll inzwischen ebenso abgesagt hat wie für die in der Woche danach stattfindenden Qatar Open.

    Am Mittwoch erreichten den Deutschen Tischtennis-Bund und Turnierdurchführer SV Brackwede auch die Absagen beider in Bielefeld Topgesetzter, vom Deutschen Einzel-Meister 2011 und 2012, Bastian Steger, und der zweifachen Finalistin Irene Ivancan. Der Bremer Steger muss eine Erkältung auskurieren, Ivancans Istanbuler Spitzenklub Fenerbahce kann an diesem Wochenende in der türkischen Liga nicht auf seinen Star verzichten. „Deutsche Meisterschaften spiele ich immer gerne. Dieser Titel ist etwas sehr Schönes. Aber es geht einfach nicht“, bedauerte der zweifache EM-Halbfinalist Steger. Die Setzposition eins übernehmen nun ihre Nationalteamkollegen Ruwen Filus (Fulda) und Sabine Winter (Kolbermoor).

    Vier ehemalige DM-Titelträger am Start / Franziska denkt nicht über Favoritenrolle nach

    Trotz der Ausfälle werden am Turnierende nicht zwangsläufig ganz neue Namen zur Gravur in den Eberhard-Schöler- (Herren-Sieger) bzw. Agnes-Simon-Wanderpokal der Damen anstehen. Mit Steffen Mengel (Bergneustadt, Meister im Jahr 2013) und Zoltan Fejer-Konnerth (DT Diddeleng, Luxemburg, 2000) sind ebenso Titelträger vergangener Meisterschaften am Start wie mit Kristin Silbereisen (Kolbermoor, 2010) und Tanja Krämer (Busenbach, 2008).

    Neben Filus und Mengel machen sich aus dem A/B-Kader von Bundestrainer Jörg Roßkopf Patrick Franziska (Düsseldorf), Patrick Baum (Caen, Frankreich), Benedikt Duda (Bergneustadt) und Ricardo Walther (TTC Schwalbe Bergneustadt) berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der ewigen Bestenliste der nationalen Titelkämpfe. Die Nummer vier der deutschen Rangliste, Franziska, sieht sich nach eher mäßigen Leistungen zuletzt bei der Team-WM und in der Bundesliga TTBL nicht in der Favoritenrolle. "Darüber denke ich gar nicht erst nach. Ich habe mir nichts Großes vorgenommen, werde einfach nur von der ersten Runde an kämpfen."

    Lokalmatador Lei Yang für Durchführer Brackwede am Start

    Die SV Brackwede hofft bei den Herren auf ihren Drittligaspieler und Lokalmatador Lei Yang, der es 2008 in Hamburg völlig überraschend ins NDM-Finale geschafft hatte, unter anderem mit Siegen über Timo Boll und Jörg Roßkopf.

    Bei den Damen konkurrieren mit Winter und Silbereisen aus Coach Jie Schöpps Kader Nina Mittelham (Bad Driburg), Chantal Mantz (Schwabhausen), Alena Lemmer (Tusem Essen) und Yuan Wan (Bingen-Münster/Sarmsheim) um die vorderen Plätze. Ein Auge halten sollten die Fans auch auf die Busenbacher Ex-Nationalspielerinnen Jessica Göbel und Tanja Krämer sowie die Bundesranglistenfinalsiegerin von 2014 und dreifache Deutsche Doppel-Meisterin Nadine Bollmeier (Essen).

    Olympia ist Schuld an der Abwesenheit von Ovtcharov, Solja und Co.

    Die Olympischen Spiele haben den Tischtennis-Terminkalender 2016 auf den Kopf gestellt. Wegen der Sommerspiele in Rio im August und der zuvor notwendigen Olympia-Qualifikationsturniere wurden die Weltmeisterschaften vorverlegt (28. Februar bis 6. März) und liegen damit auf dem sonst üblichen Termin für nationale Meisterschaften. Erst nachdem der DTTB den Termin für seine Titelkämpfe – wie viele andere europäische Nationen auch – auf Mitte März verschoben hatte, legte der Weltverband ITTF die Ansetzung der World Tour fest, zu der die Kuwait Open gehören. Anders als sonst üblich gibt es in diesem Jahr kein für nationale Meisterschaften reserviertes Wochenende, an dem der internationale Spielbetrieb ruht.

    Sportdirektor Prause: „Keine leichte Entscheidung“

    „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, hat DTTB-Sportdirektor Richard Prause schon im Februar erklärt. „Wir müssen unseren Top-10-Herren und den drei besten Damen die Chance geben, gerade bei den sechs Super-Series-Turnieren wichtige Weltranglistenpunkte zu sammeln, um damit eine gute Team-Setzposition für Olympia zu sichern und zusätzlich den Vergleich mit den übrigen Besten der Welt zu suchen.“

    Auch ohne Ovtcharov, Solja und Co. weist Prause, selbst Einzel-Finalist von 1993, darauf hin: „In Bielefeld werden wir hochklassigen Sport sehen, denn der Deutsche-Meister-Titel ist ein Prestigeerfolg, mit dem sich jeder Profi gerne schmückt.“

    Zeitplan / Live-Streaming, Live-Ticker und Ergebnisse / Eintrittskarten noch zu haben

    Die NDM beginnt am Freitag um 14 Uhr mit Vorrundenspielen in jeweils acht Vierergruppen bei Damen und Herren. Die jeweils Gruppenersten und -zweiten qualifizieren sich für die Hauptrunde. Je 16 Gesetzte stehen bereits im 32er-Hauptfeld, für die das Turnier mit den Doppelwettbewerben am Samstag startet. Am zweiten Turniertag sind drei Einzel- und drei Doppel-Runden vorgesehen. Der Sonntag gehört den Halbfinals und Endspielen.

    Bei den 84 nationalen Titelkämpfen in Bielefeld gibt es von Freitag bis Sonntag ein Live-Streaming an bis zu zwei Tischen, sowie einen Live-Ticker. Auch Eintrittskarten für alle Turniertage in der Seidensticker Halle sind noch zu haben - Informationen auf der Turnier-Homepage des Durchführers.

    Zu den Ansetzungen und Ergebnissen

    SH

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