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  • 19.03.2016 – Personalie

    Wenna Tu: Von Japan über China nach Deutschland

    Wenna Tu: Von Japan über China nach Deutschland Wenna Tu steht als jüngste Teilnehmerin in der Hauptrunde der besten 32 (Foto: Gabi Bender)

    Bielefeld. Wenna Tu ist mit ihren 13 Jahren die jüngste Teilnehmerin des Turniers und zog gestern als überraschende Gruppenerste in die Hauptrunde bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften der Aktiven ein. Das Mitglied im D/C-Kader des DTTB hat schon eine bewegte Vergangenheit hinter sich – im wahrsten Sinne des Wortes. Wennas Eltern stammen aus Malaysia, geboren wurde sie in Yokohama, im Alter von drei Jahren zog die Familie nach Shanghai, mit fünf nach Deutschland und lebt heute in Steinheim (Murr). Zwar sind ihre Eltern aus Malaysia, die Familie aber hat chinesische Wurzeln, im Hause Tu wird daher Chinesisch gesprochen. Mit ihrer Großmutter spricht Wenna sogar Kantonesisch, ein Dialekt, der vornehmlich im Süden Chinas verwendet wird. Ihr Vater arbeitet als Ingenieur bei Bosch, kam dadurch viel in der Welt herum. „Meine Eltern haben sich im Studium in Yokohama kennengelernt. Dort bin ich dann auch geboren“, erzählt die 13-Jährige.

    Über die mini-Meisterschaften zum Tischtennis gekommen

    Ihre Eltern hätten mit Tischtennis gar nichts am Hut gehabt, sagt die Spielerin des Drittligisten TB Wilferdingen. „Die mini-Meisterschaften in der Grundschule haben mich zum Tischtennis gebracht.“ Bei den minis fiel Wenna gleich auf, der TSG Steinheim lud sie zum Training ein. Da war das Talent schon acht, viele ihrer Konkurrentinnen haben früher begonnen. Kurze Zeit stand sie vor einer schweren Entscheidung: Tischtennis oder Leistungsschwimmen, das sie zuvor schon betrieben hatte. „Ich habe mich für Tischtennis entschieden, es macht mir mehr Spaß, ist abwechslungsreicher, nicht so einseitig“, sagt die Schülerin, deren drei Jahre ältere Schwester schwimmt und Fünfte ihres Jahrgangs bei den Deutschen Meisterschaften ist.

    Vorbild Liu Shiwen

    Die Entscheidung pro Tischtennis hat Wenna nicht bereut, sie wurde zweimal Deutsche Meisterin im Schülerinnen Doppel an der Seite ihrer Wilferdinger Teamkollegin Anastasia Bondareva. Im Einzel landete sie auf Platz drei, bei den Jugend-Europameisterschaften in Bratislava spielte sie sich ins Einzel-Achtelfinale vor. Mit dem TB Wilferdingen kämpft sie derzeit um den Klassenverbleib in der Dritten Bundesliga Süd. Mit ca. 14 Jahren Durchschnittsalter sind die Badener das wohl jüngste Bundesligateam aller Zeiten. Wenna Tu trainiert im Landesleistungszentrum in Böblingen, unter TTBW-Trainerin Evelyn Simon. Von Montag bis Freitag steht jeweils eine Einheit auf dem Plan, mittwochs sind es zwei, nachmittags und abends. Ihr großes Vorbild ist Liu Shiwen, die Weltranglistenerste, vierfache World-Cup-Siegerin und Mannschafts-Weltmeisterin mit China. Nicht überraschend, dass Wenna das Holz der Weltklasse-Athletin spielt. Eine kleine Fan-Base im Netz hat sie auch, eine frühere Steinheimer Teamkollegin richtete eine Facebook-Fanpage an, die regelmäßig mit Bildern und Berichten gepflegt wird.
    Den Weg Richtung Profi-Spielerin wird Wenna Tu bei allem Talent aber wahrscheinlich nicht einschlagen. „Die Schule ist mir schon sehr wichtig. Ich versuche aber, weiterhin beides unter einen Hut zu bekommen. Mal schauen, wie weit es geht“, sagt Wenna. Und Tischtennis-Deutschland ist gespannt, wie weit es für die jüngste Teilnehmerin bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften noch geht.

    FL

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