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  • 23.03.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Der TSV Schwabhausen verabschiedet sich

    Der TSV Schwabhausen verabschiedet sich Yang Ting tritt mit dem TSV Schwabhausen in der Saison 2016/17 in der 2. Bundesliga an (Aufnahme: Holger Straede)

    Neu-Isenburg. Die Würfel beim TSV Schwabhausen sind gefallen. Der Tabellenneunte hat nicht mehr für das Oberhaus in der Saison 2016/17 gemeldet. Mit den Partien beim TTV Hövelhof und bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim starten die Bayerinnen am Osterwochenende ihre Auswärtsserie. Drei weitere Spiele folgen, ehe zu Hause Anfang Mai gegen die SV Böblingen ein Schlussstrich gezogen wird. Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Ost-Westfalen-Derby zwischen dem TuS Bad Driburg und dem TTV Hövelhof. Und Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 begrüßt mit dem TUSEM Essen einen hohen Favoriten. Die SV Böblingen und Spitzenreiter ttc berlin eastside begegnen sich nicht planmäßig am Sonntag. Aufgrund diverserer Verpflichtungen der Spielerinnen wurde die Begegnung auf den 17. April verschoben.

    Sonnabend, 16 Uhr: TTV Hövelhof – TSV Schwabhausen
    Sonntag, 14.30 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TSV Schwabhausen

    Keine Perspektive

    Der TSV Schwabhausen ist nicht der erste Verein, der in den vergangenen Jahren einen Rückschritt vollzieht. Nach den renommierten Klubs FSV Kroppach und TTSV Saarlouis-Fraulautern fiel auch die Bundesligatruppe des NSC Watzenborn-Steinberg auseinander. Da vorläufig noch keine Aufsteiger in Sicht sind, steuert die Liga wieder einmal auf eine reduzierte Sollstärke zu. „Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet. Nach dem Wechsel von Chantal Mantz zum ttc berlin eastside hätten wir uns keinen adäquaten Ersatz für das obere Paarkreuz leisten können. Es wäre von Anfang an klar gewesen, welche Tabellenposition uns in der Serie 2016/17 gehört. Wir wollen unseren Start in der 2. Bundesliga positiv vermarkten. Wir sind schon immer ein Ausbildungsverein gewesen, und wir kommen unseren Talenten wie Natalia Mozler, Andrea Welz und Sarah Mantz einfach entgegen. Wir haben das Thema eingehend mit Yang Ting, Eva-Maria Maier und Christina Feierabend besprochen. Unsere Nummer eins Yang Ting, wie auch alle anderen, werden bleiben. Tinka wohnt hier, und wir waren ihr beruflich behilflich. Wir schnürten für sie ein Gesamtpaket“, erklärt TSV-Trainer Alexander Yahmed.

    Da fällt es sicher allen Beteiligten trotzdem nicht leicht, den Faden noch einmal vor den beiden Auswärtspartien aufzunehmen. „Wir haben bei der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld viel geredet. Ich habe daran gearbeitet, dass die Spannung hochfährt. Wir wollen bis zum Saisonende noch unsere bestmögliche Leistung abrufen. Unsere Gegner sind jedoch Topfavoriten. Da gibt es auch kein vielleicht oder aber. Ich hatte schon in der Vorrunde die Stärke von Aufsteiger TTV Hövelhof prognostiziert. Und sie spielen gegen unsere Systeme auch noch besonders gut. Die TTG Bingen/Münster-Beim TTV Hövelhof bleibt der Einsatz von Wang Aimei bis zur letzten Minute vakant (Aufnahme: Petra Steyer)Sarmsheim kämpft um den dritten Tabellenplatz. Dieser Gegner ist einfach stärker als wir“, blickt Yahmed voraus.

    Der TTV Hövelhof betrat die Erstligabühne beim TSV Schwabhausen, mühte sich zu einem knappen 6:4. Dabei markierte die inzwischen freigestellte Andrea Bakula noch beide Einzelpunkte. Die Karten werden also neu gemischt, doch auch die Gäste beschäftigt ein Handicap. „Wang Aimei ist noch nicht hundertprozentig fit. Ihren Trainingsrückstand hat sie noch nicht komplett aufgearbeitet. Das ist im Hinblick auf unser Prestigederby gegen den TuS Bad Driburg kein Bluff. Ihr Einsatz und der eventuelle Umfang an diesem Doppelspieltag wird sich erst ganz kurzfristig entscheiden“, sagt TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier, der aber betonte, dass beide Punkte fest eingeplant seien.

    Wan Yuan von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim präsentiert sich frisch dekoriert (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim löste der Deutsche Meistertitel im Doppel von Wan Yuan zusammen mit Chantal Mantz vom TSV Schwabhausen große Freude aus. „Die Beiden spielten während ihrer Jugendzeit schon öfter zusammen. Waren sogar schon Deutsche Meister bei den Mädchen. Der Erfolg im Halbfinale gegen die klaren Favoritinnen Sabine Winter/Kristin Silbereisen (SV DJK Kolbermoor) war schon eine riesengroße Überraschung, der sicher für Rückenwind sorgen wird und anspornt“, berichtet TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach.

    Aber auch die Nummer drei Dana Cechova durfte als neue Tschechische Meisterin jubeln. Ihre Teamkollegin Hana Matelova hatte wegen leichten Schulterproblemen auf einen Auftritt in ihrer Heimat verzichtet, um das Risiko einer ernsthaften Verletzung zu reduzieren.

    Ein Prophet ist für die TTG-Vorgabe in Bayern nicht nötig, denn einen Ausrutscher will sich der Tabellenvierte auf keinen Fall erlauben. „Danach folgen für uns die wichtigen Partien im Kampf um Rang drei. Da wollen wir vorher nichts anbrennen lassen“, bestätigte Lautebach.

    Sonnabend, 18.30 Uhr: LTTV Leutzscher Füchse 1990 – TUSEM Essen

    Gäste planen einen Sieg fest ein

    Der Träger der roten Laterne, die LTTV Leutzscher Füchse 1990, sind in den vergangenen Jahren härteerprobt. Die Aussichten in den meisten Partien sind eher trübe, trotz einer Leistungsverbesserung seit dem Aufstieg. Der 9. September 2012 bleibt ein historisches Datum. Denn das Quartett aus Mitteldeutschland betrat mit überwiegend heimischen Spielerinnen beim TUSEM Essen das Parkett der Eliteliga. Und fuhr mit dem Ehrenpunkt im Gepäck nach Hause. Die Ziele haben sich kaum verändert, jeder Zähler wird im Fuchsbau frenetisch bejubelt werden. „Der Termin ist sicher nicht günstig, wir hoffen aber trotzdem auf eine gute Stimmung. Präsident Christian Klas ist Kathrin Mühlbach von den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 macht sich als gute Doppelspielerin einen Namen (Aufnahme: Holger Straede)allerdings mit unserem Verein in Luxemburg beim Inter-Cup dabei. Wir müssen unsere Position nicht schön reden, der Tabellendritte ist deutlicher Favorit“, so LTTV-Pressesprecher Christian Heck.

    Die Nummer eins Kathrin Mühlbach bewies mit der Silber-Medaille im Doppel bei der Deutschen Meisterschaft zusammen mit Yuko Imamura (TTVg WRW Kleve) ihre blendende Form. „Kathrin war total glücklich, denn damit konnte nicht gerechnet werden. Dafür machte Anna-Marie Helbig in Bielefeld ein grippaler Infekt zu schaffen. Ihr Einsatz wird vom Genesungsverlauf abhängen. Sonst steht Maria Pia Lorenzotti Gewehr bei Fuß“, gibt Heck Auskunft. Und einer Pressemitteilung war zu entnehmen, dass Mühlbach inzwischen einen ganzen Medaillens(ch)atz hütet. 2010 triumphierte sie an der Seite von Sabine Winter (SV DJK Kolbermoor), 2011 holte Mühlbach mit Winter Bronze, ebenso 2014 mit der Ex-Bingerin Zhenqi Barthel. Die 24-Jährige dürfte sich den Titel Doppelspezialistin wohl verdient haben.

    Als ausgezeichnetes Pflaster erwies sich auch für TUSEM-Spitzenspielerin Nadine Bollmeier die Seidensticker Halle in Bielefeld. Nach ihrem Sieg 2014 beim Bundesranglistenfinale in Bayreuth belegte die frühere Nationalspielerin Platz drei im Einzel und zusammen mit Tanja Krämer (TV Busenbach) im Doppel. „Wir haben uns für Nadine natürlich sehr gefreut. Kathrin Mühlbach ist für uns oben, also auch für Barbora Balazova, eine Gefahrengröße. Da tun sich die Beiden immer schwer, aber alles andere als ein Sieg wäre eine herbe Enttäuschung. Wir wollen den dritten Tabellenplatz so lange wie möglich verteidigen“, lässt TUSEM-Teammanager Klaus Ohm keine Zweifel zu.

    Sonntag, 14 Uhr: TuS Bad Driburg – TTV Hövelhof

    Jeder fünf Ostereier wäre in Ordnung

    Die Umstellung auf die Sommerzeit kostet den TTV Hövelhof eine Stunde Regeneration, vielleicht nicht ganz unwichtig vor dem brisanzbehafteten Ost-Westfalen-Derby beim TuS Bad Driburg. Das Duell der Hinrunde zählte mit drei Stunden und 45 Minuten beim 5:5 zu den intensivsten Spielen der gesamten Saison. „Nach unserer 4:1-Führung entwickelte sich noch ein echter Krimi. Keiner möchte in dieser Partie verlieren. Es geht um die Vorherrschaft“, bekräftigt TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier den Charakter dieser Begegnung. Das Fragezeichen um Aimei Wang könnte sich als das Zünglein an der Waage entpuppen. „Fällt unsere Nummer zwei aus, ist der TuS objektiv betrachtet oben besser. Ein Unentschieden würde ich deshalb sofort unterschreiben, denn wir haben schon 12:12 Punkte. Unser Ziel als Aufsteiger die Klasse zu halten haben wir souverän gepackt“, meint Borgmeier.

    Eventuell schütteln die Gäste aber mit Spielertrainerin Jing Tian-Zörner auch ganz bewusst einen Joker aus dem Ärmel. Ein Aspekt, den der TuS ins Kalkül zieht. Die ehemalige Nummer vier der Weltrangliste und Abwehrakteurin verfügt auch im Alter von 53 Jahren immer noch über ein gutes Auge und feines Händchen.

    Bei den Gastgeberinnen bleibt abzuwarten wie die Nummer eins Nina Mittelham den Jetlag nach den Qatar-Open in Doha verkraftet. Die Deutsche Meisterschaft verlief für die Nachwuchshoffnung nach dem 3:4 gegen Natalia Nina Mittelham vom TuS Bad Driburg unterliegt noch Leistungsschwankungen (Aufnahme: Holger Straede)Mozler (TSV Schwabhausen) in der 1. Hauptrunde frühzeitig im Sande. „Danach verkroch sich Nina in ihrem Schneckenhaus. Ganz klar, diese Niederlage kam zum absolut falschen Zeitpunkt. Ihr fehlt einfach das Selbstvertrauen. Gegen defensive Spielsysteme zieht sie ihr Spiel super auf und präsentiert sich wie Yang Ting (TSV Schwabhausen) erfolgreich. Aber sowie die Ballwechsel schnell werden ist ihre Unsicherheit zu spüren. Da Nina erst am Sonnabend zurückkehrt, müssen wir abwarten. Auf jeden Fall will Shi Qi noch eine Extra-Trainingseinheit einlegen, um gegen die Abwehrspielerinnen Svetlana Ganina und vermutlich Aimei Wang gewappnet zu sein. Qi hat sehr daran gearbeitet sich gegen dieses Systeme zu verbessern“, lobt TuS-Manager Franz-Josef Lingens, der auch mit einem Remis leben könnte. „Die Begegnung wird mit Sicherheit wieder sportlich fair verlaufen. Die Qualität zwischen Angriff und Abwehr lässt tolle Spiele und viel Spannung erwarten“, schürt Lingens das Interesse der Fans.




     

    Martina Emmert

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