Suppliers' Pool:

Partner:

 
  • 26.03.2016 – International

    Qatar Open: Ovtcharov beeindruckt beim 4:1 über Olympiasieger/Halbfinale gegen den Weltmeister

    Qatar Open: Ovtcharov beeindruckt beim 4:1 über Olympiasieger/Halbfinale gegen den Weltmeister Willensstark und erfolgreich: Ovtcharov bezwingt Olympiasieger (Foto: ms)

    Doha. Europameister Dimitrij Ovtcharov ist mit einem eindrucksvollen 4:1-Erfolg über Olympiasieger Zhang Jike in das Halbfinale der mit 220.000 dotierten Qatar Open eingezogen und fordert am Sonntag um 11.40 Uhr deutscher Zeit mit Weltmeister Ma Long einen weiteren Topchinesen zum Duell heraus. Das Spiel wird wie alle Begegnungen des Finaltags live im Webfernsehen des Weltverbandes ITTF auf itTV übertragen. Für Deutschlands beste Damen, Han Ying und Petrissa Solja, waren die Viertelfinal-Hürden aus dem Reich der Mitte in Gestalt von Weltmeisterin Ding und der Weltranglistenersten Liu Shiwen allerdings heute zu hoch.

    Ovtcharov besiegt den Olympiasieger in der Manier eines Champions

    Das Ende des Matches hätte eindrucksvoller die herausragende Leistung des Weltranglistenfünften nicht unterstreichen können. Der Düsseldorfer, der zuletzt im Team-WM-Finale von 2014 Zhang Jike bezwingen konnte und in der Vorwoche das Duell bei den Kuwait Open nur hauchdünn mit 8:11 im Entscheidungssatz quittieren musste, beherrschte nach verlorenem ersten Satz (5:11) das Match gegen den Weltmeister von 2011 und 2013 klar in den drei Folgedurchgängen (11:7, 11:6, 11:7). Im fünften Satz schien er bei einer 5:3-Führung einem deutlichen Sieg entgegenzueilen, als eine Auszeit durch Cheftrainer Liu Guoliang Wirkung zeigte und Zhang Jike nach 7:1-Punkten in Folge bei 10:6 den Anschluss zum 2:3 viermal auf dem Schläger hatte. 

    Ovtcharov, der wegen einer Rückenmuskelzerrung mit Nervenreizung drei Wochen pausierte und erst seit zwei Wochen wieder im Training ist, reagierte in der Manier eines Champions: Mit zwei exzellent platzierten Rückschlägen zwang er zunächst Zhang Jike zu schnellen Fehlern, bei 8:10 und eigenem Service schloss er anschließend zwei sehenswerte Ballwechsel mit unerreichbaren Rückhand- beziehungsweise Vorhandschlägen zum 10:10 ab. Kurz darauf verwandelte der Düsseldorfer seinen ersten Matchball zum 4:1-Gesamterfolg. Der World-Cup-Dritte von 2013 und 2015 hatte allen Grund, von seiner eigenen Leistung angetan zu sein: "Das war ein absolutes Topspiel von mir. Ich habe selbst nicht geglaubt, dass ich nach meiner Zwangspause schon wieder eine solche Leistung abrufen kann. Aber so ist Sport: Manchmal ist es wohl besser, auch mal zu pausieren, als immer nur zu trainieren, um dann mit einer Leistungsexplosion zurückzukehren." Ovtcharov gesteht ein, sich vor dem Match nicht unter Druck gesetzt zu haben: "Ich hatte ja nichts zu verlieren und bin auf die Bälle draufgegangen, habe gut platziert und bin viel Risiko eingegangen. Das hat sich am Ende ausgezahlt."

    Bundestrainer Roßkopf: "Dima nimmt viel aus den beiden Turnieren mit"

    Dass der Sieg gegen die laut Weltrangliste derzeitige Nummer vier des chinesischen Teams der Superstars hoch einzuschätzen ist, hatte Cheftrainer Liu Guoliang mit der Nominierung des als exzentrisch geltenden Olympiasiegers für das WM-Finale gegen Japan und Zhang selbst mit seinem Titelgewinn bei den Kuwait Open vor einer Woche unter Beweis gestellt, als er mit seinen Landsleuten Ma Long und Fan Zhendong die derzeitigen Führenden in der Weltrangliste klar bezwang. Ovtcharov: "Zhang Jike ist ein absoluter Champion, der zuletzt wieder bewiesen hat, dass bei den Topevents mit ihm zu rechnen ist. Er kann sich sicherlich weiter steigern, aber das erhoffe ich von mir selber auch." Auf das bevorstehende Duell mit Weltmeister Ma Long, gegen den er in den letzten Matches deprimierend klare Niederlagen kassiert hatte, blickt Ovtcharov gelassen: "Der Sieg heute gibt mir viel Selbstvertrauen in der  olympischen Saison. Ich bin froh, dass nach meiner Verletzung der Körper hält. Ich versuche mich nun heute gut zu regenerieren, um dann gegen Ma Long am Sonntag einen besseren Job zu machen, als mir das zuletzt gelungen ist."

    Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf lobte seinen Schützling: "Das ist ein sehr wichtiger, richtig guter Sieg für Dima. Das gibt ihm selbst sehr viel Selbstvertrauen, und davon profitiert auch unsere Mannschaft. Außerdem ist es es immer gut, wenn man auch mal in die chinesische Mannschaft etwas Unruhe bringen kann. Es war auch ein wichtiger Erfolg für Dimas Kopf, nachdem er ein paar Wochen mit der Ungewissheit leben musste, wie es seinem Rücken geht und wo er nach der Pause spielerisch stehen wird." Roßkopf weiter: "Dima hat taktisch sehr gut gespielt. Wir haben vor dem Viertelfinale viel über das Match bei den Kuwait Open gesprochen, die richtigen Schlüsse daraus gezogen und das eine oder andere verändert. Natürlich kann Zhang Jike noch einen Tick besser spielen, als er das heute gemacht hat, aber das kann Dima auch. Es ist das Wichtigste, dass man aus solchen Turnieren etwas mitnimmt, und Dima nimmt von den beiden Turnieren sehr, sehr viel mit."

    Solja dicht vor Satzgewinnen gegen die Nummer eins der Welt

    Ausgeschieden waren im Viertelfinale Deutschlands Damen. Die erst 22-jährige Supertechnikerin Petrissa Solja zeigte allerdings vor allem in den nur mit zwei Punkten Differenz verlorenen Sätzen eins und vier gegen World-Cup-Siegerin Liu Shiwen Ballwechsel auf Augenhöhe und brachte auch die derzeit weltbeste Spielerin ein ums andere Mal in Bedrängnis. Solja war trotz der Niederlage sehr zufrieden mit ihrem Auftritt: "Ich habe teilweise doch ganz gut gespielt und es waren sehr gute Ballwechsel dabei. Shiwen hat sehr feste Bälle und man muss jede Chance gegen sie nutzen, um selbst aktiv zu sein, sonst schlägt es ein. Zwei Sätze hätte ich aber auch durchaus gewinnen können." Solja beobachte: "Ich habe schon gemerkt, dass auch ihr Trainer auf der Bank richtig heiß wurde. Sie musste schon alles geben. Das Turnier war sehr gut für mich."

    Die hochtalentierte Weltranglisten-13., die bei der WM in Malaysia mit den Japanerinnen Kasumi Ishikawa und Ai Fukuhara bereits die aktuellen Nummern vier und fünf der Welt bezwungen hatte, hatte zuvor am Morgen im Achtelfinale ihrem vehementen Anlauf auf die Top 10 einen Erfolg über die Weltranglisten-Sechste Feng Tianwei (Singapur) hinzugefügt. Damit bezwang Solja innerhalb kürzester Zeit genau jene drei Spielerinnen, denen als einzige in den vergangenen Jahren vereinzelt auch Erfolge über Chinas Superstars gelangen, so wie vor Wochenfrist Feng im Vierteflinale der Kuwait Open gegen Zhu Yuling: "Gegen Feng wusste ich, das ich gute Chancen habe, hatte aber am Anfang einen kleinen Fehlstart. Dann fand ich besser ins Spiel, bis ich bei 2:1-Führung und 10:4 nochmal eine Zeit den Faden verloren habe." Aber auch diese Situation meisterte Solja mit Bravour: "Ich habe mich aber dann gefangen. Und danach habe ich auch gespürt, dass sie überhaupt kein richtiges Mittel mehr gegen mich gefunden hat."

    Han Yings Sondertraining gegen die Weltmeisterin

    Deutschlands Weltklasse-Abwehrspielerin, die bei den Grand Finals im Dezember Weltmeisterin Ding Ning beim 2:4 in ernsthafte Bedrängnis gebracht hatte, kassierte diesmal in der Vorwoche in Kuwait und nun in Katar deutlich Niederlagen gegen die Chinesin. Ding Ning gelangt es in beiden Viertelfinalbegegnungen wesentlich besser als in Lissabon, kräfteraubende, lange Ballwechsel auf ein Minimum zu reduzieren. Han Ying, derzeit die Nummer elf der Welt, hatte aber eine sehr plausible Erklärung dafür parat, warum die Niederlage gegen die Linkshänderin diesmal deutlicher aus: "Ich wusste nach dem letzten Match vor einer Woche ohnehin, dass sie nun sehr gut weiß, wie sie gegen mich spielen muss und dass es deshalb ein sehr sehr schweres Spiel wird. Deshalb habe ich diesmal etwas weniger wert auf meine Abwehr gelegt und lieber die seltene Gelegenheit genutzt, um auch in einem Match auf diesem Niveau ein paar technische Dinge auszuprobieren und umzusetzen, die ich im Training bereits einzustudieren versuche."

    Motivation und Hausaufgaben für DTTB-Asse

    Han und Solja nehmen hohe Motivation, aber auch Hausaufgaben von den Qatar und Kuwait Open mit in das Trainingszentrum der Nationalmannschaft nach Düsseldorf. Denn obwohl die sportliche Bilanz mit Niederlagen allein gegen die Nummern eins, zwei und drei der Welt mehr als sehenswert ist und unterstreicht, dass die beiden DTTB-Asse derzeit keine Nichtchinesin fürchten müssen, die Nahostreise markierte in den klar verlorenen Duellen mit Liu Shiwen (Solja in Katar), Ding Ning (Han Ying in Kuwait ) und Zhu Yuling (Solja in Kuwait) auch noch einmal die Überlegenheit der Ausnahmeathletinnen aus dem Reich der Mitte. Solja sieht Möglichkeiten, wie der Abstand verringert werden könnte: "Ich kann natürlich auch noch viel an mir selbst arbeiten und mein Spiel verbesseren. Hätte man aber ähnliche Gegner auf häufiger im Training zur Verfügung, könnte ich mich auch an ein solches Niveau gewöhnen. Das wäre sehr wichtig."

    Nur der Weltranglisten-Zweite stoppt Dudas Siegeszug

    Erst im Achtelfinale war am Vormittag vom Weltranglisten-Zweiten Fan Zhendong der überraschende Siegeszug von Benedikt Duda bei den Qatar Open gestoppt worden. Der 119 Plätze im ITTF-Ranking hinter Fan notierte Bergneustädter blieb gegen Chinas designierten Nachfolger auf den derzeit durch Ma Long besetzten Tischtennis-Thron zwar chancenlos, darf jedoch durchaus mit ein wenig Stolz auf die Siege der ersten beiden Tage blicken, bevor er hochmotiviert wieder in den harten Trainingsalltag zurückkehrt. Der 21-Jährige sorgte zunächst in der Qualifkation bei seinen Erfolgen über das 62 Plätze besser notierte Abwehrass Wang Yang (Slowakei/) und den 27 Positionen höher eingestuften Altmeister He Zhiwen (Spanien) für Aufmerksamkeit, bevor ihm gestern in der ersten Hauptrunde mit dem unerwarteten 4:2 über den Weltranglisten-14. Jung Young Sik (Südkorea) sein bislang größter Erfolg gelang. 

    Zur Homepage der Qatar Open

    Die Ergebnisse der Deutschen am 26.3.

    Herren-Einzel

    Viertelfinale
    Dimitrij Ovtcharov - Zhang Jike CHN 4:1 (-5,7,6,7,10)

    Achtelfinale
    Dimitrij Ovtcharov - Jakub Dyjas POL 4:0 (3,7,9,7)
    Benedikt Duda - Fan Zhendong CHN 0:4 (-5,-3,-6,-5)

    Die Ergebnisse im Herren-Einzel

    Damen-Einzel

    Viertelfinale
    Petrissa Solja - Liu Shiwen CHN 0:4 (-10,-2,-4,-11)
    Han Ying - Ding Ning CHN 0:4 (-5,-4,-6,-4)

    Achtelfinale
    Petrissa Solja - Feng Tianwei SIN 4:2 (-8,8,14,11,-8,10)
    Han Ying - Seo Hyowon KOR 4:0 (10,7,7,5)

    Die Ergebnisse im Damen-Einzel

    Die Spiele am Finaltag

    Herren-Einzel

    Finale
    15.50 Uhr

    Halbfinale
    11.40 Uhr: Dimitrij Ovtcharov - Ma Long CHN
    12.30 Uhr: Fan Zhendong CHN - Xu Xin CHN

    Die Ergebnisse im Herren-Einzel

    Damen-Einzel

    Finale
    15 Uhr

    Halbfinale
    10.00 Uhr: Liu Shiwen CHN - Zhu Yuling CHN
    10.50 Uhr: Ding Ning CHN - Tie Yana HKG

    Die Ergebnisse im Damen-Einzel

    Herren-Doppel

    Finale
    14.30 Uhr: Fan Zhendong/Zhang Jike CHN - Koki Niwa/Maharu Yoshimura JPN

    Die Ergebnisse im Herren-Doppel

    Damen-Doppel

    Finale
    14.00 Uhr: Ding Ning/Liu Shiwen CHN - Ai Fukuhara/Mima Ito JPN

    Die Ergebnisse im Damen-Doppel

    Die bisherigen Ergebnisse der Deutschen

    Herren-Einzel

    1. Runde (beste 32)
    Patrick Franziska - Chuang Chih-Yuang TPE 1:4 (-7,7,-7.-7,-4)
    Dimitrij Ovtcharov - Kenta Matsudaira JPN 4:2 (12,-10,9,5,-9,1)
    Ricardo Walther - Andrej Gacina CRO 3:4 (7,-9,-11,-8,8,3,-5)
    Benedikt Duda - Jung Youngsik KOR 4:2 (-6,10,-6,8,6,9)

    Die Ergebnisse im Herren-Einzel

    Damen-Einzel

    1. Runde (beste 32)
    Petrissa Solja - Misaki Morizono JPN 4:3 (5,11,-5,-7,10,-14,11)
    Shan Xiaona - Yui Hamamoto JPN 3:4 (-10,10,5,5,-9,-4,-9)
    Han Ying - Kinga Stefanska POL 4:0 (8,3,9,5)

    Die Ergebnisse im Damen-Einzel

    Damen-Doppel

    Achtelfinale
    Shan Xiaona/Petrissa Solja - Cheng I-Ching/Huang Yu-Hua TPE 3:0 (8,8,9)

    Viertelfinale
    Shan Xiaona/Petrissa Solja - Natalia Partyka/Katarzyna Grzybowska POL 0:3 (-10,-10,-5)

    Die Ergebnisse im Damen-Doppel

    Herren-Einzel, Qualifikation

    2. Runde (64)
    Ricardo Walther - Alexandre Robinot FRA 4:2 (6,-9,-1,6,5,4)
    Patrick Franziska - Benedek Olah FIN 4:1 (10,6,11,-3,3)
    Benedikt Duda - Wang Yang SVK 4:0 (5,5,11,5)
    Steffen Mengel - Benjamin Brossier FRA 4:3 (-5,-2,-1,10,5,10,4)

    3. Runde (32)
    Ricardo Walther - Jiang Tianyi HKG 4:3 (8,-10,9,10,-4,-7,8)
    Patrick Franziska - Alexey Liventsov RUS 4:0 (10,11,8,13)
    Benedikt Duda - He Zhiwen ESP 4:3 (-10,-9,10,13,-8,9,11)
    Steffen Mengel - Jakub Dyjas POL 1:4 (-9,-12,8,-7,-8)

    Die Ergebnisse im Herren-Einzel (Qualifikation)

    Damen-Einzel, Qualifikation

    2. Runde (64)
    Nina Mittelham - Miyu Maeda JPN 0:4 (-5,-7,-6,-9)

    Die Ergebnisse im Damen-Einzel (Qualifikation)

    U21 Damen

    Achtelfinale
    Nina Mittelham - Yui Hamamoto JPN 2:3 (8,8,-5,-6,3)

    Die Ergebnisse im U21-Turnier der Juniorinnen

    Das Aufgebot des DTTB bei den Qatar Open (23.-27. März)

    Herren: Dimitrij Ovtcharov (Orenburg, Russland), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Patrick Franziska (beide Borussia Düsseldorf), Steffen Mengel (TTC Schwalbe Bergneustadt), Ricardo Walther (TTC Schwalbe Bergneustadt)

    Damen: Han Ying (Tarnobrzek/Polen), Petrissa Solja (ttc berlin eastside), Shan Xiaona (ttc berlin eastside), Nina Mittelham (Tus Bad Driburg)

    Trainer: Richard Prause (DTTB-Sportdirektor), Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer), Jie Schöpp (Damen-Bundestrainerin)

    Schiedsrichter: Markus Baisch (Oberschiedsrichter)

    ms

    Weitere Informationen: