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  • 02.04.2016 – 1. Bundesliga Damen

    Alle Mannschaften sind im Einsatz

    Alle Mannschaften sind im Einsatz Abwehrspielerin Ding Yaping steht mit der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim vor einem wichtigen Spiel (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)

    Neu-Isenburg. Nach zahlreichen Großveranstaltungen auf nationaler und internationaler Ebene kehrt mit dem kommenden Spieltag wieder einmal Leben in das Oberhaus zurück. Die wichtigsten Entscheidungen im Meisterschaftsrennen sowie im Abstiegskampf sind allerdings schon für die Saison 2015/16 gefallen. Spitzenreiter ttc berlin eastside steuert bei vier Punkten Vorsprung, nach 2014, schnurstracks auf das begehrte Triple zu. Am Freitag haben die Bundeshauptstädterinnen im Rückspiel der Königsklasse gegen die Linz AG Froschberg das Finale klar gemacht. Der Tabellenneunte TSV Schwabhausen verkündete seinen Rückzug in die 2. Bundesliga, dafür meldete Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 erfreulicherweise für die 1. Liga. In den Fokus rückt das Tauziehen um den dritten Tabellenplatz. Mit der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim und dem TUSEM Essen stehen sich zwei Bewerber direkt gegenüber, wobei die Bingerinnen nach dem knappen 4:6 der Vorrunde noch eine Rechnung offen haben. Aber auch das Baden-Württemberg-Derby zwischen der SV Böblingen und dem TV Busenbach sorgt für Attraktivität.

    Sonntag, 10.30 Uhr: SV Böblingen – TV Busenbach

    Baden-Württemberg-Derby dient als Zuschauermagnet

    Mit einer Nasenlänge von einem Punkt liegt der TV Busenbach in der Tabelle vor der SV Böblingen. In der Vorrunde trennten sich die Teams mit einem Qianhong Gotsch von der SV Böblingen steht vor einer schweren Aufgabe (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)gerechten Unentschieden. Bei der Sportvereinigung gab Anja Schuh seinerzeit die Einzel kampflos ab. Die Ex-Busenbacherin Theresa Kraft trat nur im Doppel an. Julia

    Kaim auf der einen und Jennie Wolf auf der anderen Seite, landen erst in dieser Woche nach einem intensiven Lehrgang mit der Mädchen-Nationalmannschaft im chinesischen Chengdu wieder auf heimischen Boden. Um die 16-Jährige Wolf nach den Strapazen zu schonen, hätten die Gäste noch Debora Vivarelli in der Hinterhand. Die Nummer drei kam in der Rückserie allerdings erst einmal zum Einsatz. „Bei nur drei absolvierten Spielen nicht besorgniserregend. Es war von Anfang an klar, dass Debora nicht bei allen Partien präsent sein wird. Zuletzt befand sie sich in Italien in der Vorbereitung für die Olympia-Qualifikation. Bei Jennie gehen wir davon aus, dass sie nicht fit sein wird. Unser Ziel sollte es sein, mindestens das 5:5 der Hinrunde zu erreichen“, hofft TV-Mannschaftsführerin Jessica Göbel.

    Einen starken Auftritt legte die Busenbacherin Tanja Krämer gegen Qianhong Gotsch hin. Auch diesmal dürfen sich die Fans im Duell der zweifachen Bronzegewinnerin bei der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld gegen eine der besten Akteurinnen der Liga und Abwehrfuchs auf ein besonderes Schmankerln gefasst machen.

    „Bei uns stehen Hongi, Rosalia Stähr, Anja Schuh, Julia Kaim und Theresa Kraft bereit. Das komplette Team wird vor Ort sein. Gegen den Tabellennachbarn aus Waldbronn-Busenbach gibt es traditionell ein hochinteressantes und spannendes Match. Dabei freuen wir uns natürlich wieder auf eine tolle Zuschauerkulisse“, will SV-Trainer Volker Ziegler keine genaue Prognose wagen.

    Sonntag, 11 Uhr: ttc berlin eastside – TSV Schwabhausen

    Chantal Mantz stellt sich bei ihrem neuen Klub vor

    Den Tabellenvorletzten TSV Schwabhausen beschäftigt vor der Begegnung beim amtierenden Deutschen Meister ttc berlin eastside vor allem der logistische Kraftakt. Fünf bis sechs Stunden Anreise wollen gut geplant sein. „Berlin ist für uns das schwierigste Spiel, für Chancen die es nicht gibt. Ich wüsste nicht einmal, wo sich der Ehrenpunkt ergeben sollte. Unsere Spitzenspielerin Yang Ting muss am Sonnabend noch bis 17 Uhr arbeiten. Und auch Montag sind beruflich alle schon wieder gefordert. Da beinhaltete der vergangene Auswärtsdoppelpack schon schönere Momente. Phasenweise waren die Partien knapp und umkämpft. Und auch in den Doppeln waren Fortschritte zu erkennen. Die Leistungen waren völlig in Ordnung“, erklärt TSV-Trainer Alexander Yahmed.

    Auch die Nummer zwei Chantal Mantz verkaufte sich ansprechend. Die 19-Jährige präsentiert sich nach Bekanntgabe ihres Wechsels an die Spree erstmalig in ihrer neuen Wirkungsstätte. Das Interesse eine gute Visitenkarte abzugeben liegt nahe. „Chantal kann locker, auch mit viel Risiko, an die Aufgaben heran gehen. Ihre Gegnerinnen sind haushoch favorisiert. Da kann sie nicht viel falsch machen“, sagt Yahmed mit Überzeugung.

    Die Bundeshauptstädterinnen stehen in ihrer Doppelfunktion unter Volldampf. Trainerin Irina Palina vom ttc berlin eastside muss die Konkurrenz nicht fürchten (Aufnahme: Holger Straede)Am Freitag wurde die Linz AG Froschberg zum Halbfinal-Rückspiel in der Champions-League begrüßt. Die Nummer eins und Spielerin des Jahres 2015 Petrissa Solja durfte bei den Qatar-Open mit dem Sieg gegen die Nummer sechs der Weltrangliste Feng Tianwei aus Singapur im Viertelfinale wieder Selbstvertrauen tanken. In der Liga quittierte die Linkshänderin hingegen zuletzt vier Niederlagen am Stück. „Diese beiden Termine sind in Ordnung, da wir Sonnabend dann Luft haben. Es ist natürlich auch gut, dass mit Schwabhausen ein vermeintlich leichterer Konkurrent kommt. Es könnte auch der Fall eintreten, dass ich mal wieder selbst zum Schläger greife. Unter dem Strich kalkulieren wir trotzdem einen Sieg ein. Wir freuen uns auf Chantal. Ich habe zwar noch nicht mit ihr gearbeitet, aber Nachwuchsspielerinnen bringen immer frischen Wind mit. Das ist gut“, sagt ttc-Trainerin Irina Palina. Wesentlich mehr Kopfzerbrechen bereitet Palina die Verschiebung des Olympia-Qualifikations-Turniers. Aufgrund der Terroranschläge in Istanbul lautet der Termin nicht 6. bis 10. April, die Liga wäre spielfrei, sondern 12. bis 16. April. Sechs Partien, davon zwei mit Berliner Beteiligung stehen auf dem Plan. „Es sind ja nicht nur unsere Spielerinnen im Einsatz, fast jeder Verein ist davon betroffen. Alle suchen händeringend nach Ausweichmöglichkeiten. Das passiert wohl nur einmal im Leben, aber wir sind total dicht. Ich hoffe, dass sich daraus nicht noch entscheidende Nachteile für uns im Meisterschaftsrennen entwickeln“, erläutert Palina.

    Sonntag, 14 Uhr: TuS Bad Driburg – LTTV Leutzscher Füchse 1990

    Das Schlusslicht aus Leipzig verlängert um eine Saison

    Die LTTV Leutzscher Füchse 1990 haben sich mit der Entscheidung 1. oder 2. Liga in der Saison 2016/17 zu spielen schwer getan. „Da gab es schon diverse Gespräche, doch jetzt ist alles fix. Wir werden bleiben. Dafür ausschlaggebend war, dass wir unsere Nummer eins Kathrin Mühlbach gerne halten wollen. Auch Marina Shavyrina hätte unser Team sicher verlassen. Außerdem stärken uns unsere treuen Sponsoren weiter den Rücken. Da hätten wir eine Etage tiefer wohl Abstriche machen müssen“, nennt LTTV-Pressesprecher Christian Heck Gründe.

    Die sportlichen Aussichten sind Zukunftsmusik, erst einmal wartet Gastgeber TuS Bad Driburg. Und die Kurstädterinnen tragen ihr Haupt nach dem unerwarteten 6:1-Derbyknaller gegen den TTV Hövelhof kerzengerade. „Wir betonten oft, dass sich bei uns im hinteren Paarkreuz das Zünglein an der Waage ergibt. Diesmal wird sich die Ausbeute im Spitzenpaarkreuz richtungsweisend auswirken. Kathrin gestaltet ihre Spiele schnell, und ihre kurze Noppe auf der Rückhandseite sollte ihr durchaus Vorteile bringen. Marina lieferte auch gute Leistungen ab und sollte nicht chancenlos sein. Zusammen im Doppel ist für die Zwei immer ein Punkt drin“, kalkuliert Heck.Shi Qi vom TuS Bad Driburg will sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen (Aufnahme: Holger Straede)

    Im Hinspiel fehlte beim TuS die Nummer drei Sarah DeNutte, die mit einer 12:5-Bilanz aktuell unter den Top-Ten zu finden ist, und Nina Mittelham war nach ihrer Verletzungsarie noch nicht wieder fit. Also gehört die Favoritenrolle den Gastgeberinnen. Doch auch am 26. Oktober 2014 überraschten die Füchsinnen mit einem Sieg. „Wir wollen natürlich nachlegen, um das Trio im Kampf um den Bronzeplatz zu komplettieren. Unsere Gäste sind von Jahr zu Jahr stärker geworden, und wir hegen schon so unsere Erinnerungen. Deshalb werden wir auf der Hut sein und die Leipzigerinnen auf keinen Fall unterschätzen. Wir werden von eins bis vier antreten“, sagt TuS-Manager Franz-Josef Lingens.

    Sonntag, 14.30 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TUSEM Essen

    Spannung ist garantiert

    Das Spiel der Hinrunde tanzte zwischen den Kandidaten um den dritten Tabellenplatz auf des Messers Schneide, und eine überragende Barbora Balazova rettete nach einem 3:4-Rückstand dem TUSEM Essen den hauchdünnen Sieg. Dass die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim mit 382:380 Bällen gewann, war im Nachhinein überhaupt nicht tröstlich. Kein Wunder das die Scharte in heimischer Halle ausgebügelt werden soll. Auch wenn der Kampf Ist Su Yan beim TUSEM Essen erstmalig in der Rückrunde dabei? (Aufnahme: Holger Straede)nur um die goldene Ananas geht, präsentieren sich beide Mannschaften motiviert bis in die Haarspitzen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in Bingen schon mal einen Blumentopf gewonnen haben. Doch wir wollen unbedingt punkten, und ein 5:5 wäre sicher auch realistisch. Bingen ist ein Gegner, bei dem man zeigen muss, was man kann. Barbora ist in sehr guter Form, auch wenn ein Erfolg gegen Ding Yaping alles andere als ein Selbstläufer wird. Wir planen mit unserer Bestbesetzung, voraussichtlich auch mit Su Yan. Sie holte seinerzeit immerhin auch zwei Einzelpunkte. Unsere Nummer drei ist jedoch die große Unbekannte, weil sie lange kein Match absolvierte. Alena Lemmer siegte im finalen Spiel gegen Wan Yuan. Das temporeiche Spiel kommt ihr entgegen. Agiert eine Konkurrentin sehr variabel, wird es für die 18-Jährige schwieriger. Die TTG wird ein dicker Brocken“, meint TUSEM-Teammanager Klaus Ohm.

    „Die letzten Vergleiche verliefen immer ganz eng. Ein klares Ergebnis gab es nicht. Deshalb erwarten wir auch diesmal wieder eine heiße Auseinandersetzung. Für uns und unser Publikum ein echtes Highlight der Saison. Hohes Niveau und klasse Ballwechsel sind vorprogrammiert. Und der dritte Tabellenplatz ist für die drei Teams schon noch interessant. Essen steht vor einem hammerharten Restprogramm, deshalb könnten wir mit einem 5:5 gut leben“, erklärt TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach. Die Nummer zwei der Bingerinnen Hana Matelova erhielt wegen ihrem Tennisarm therapeutische Behandlungen, sodass ihr Einsatz nicht gefährdet zu sein scheint.

    Sonntag, 16 Uhr, SV DJK Kolbermoor – TTV Hövelhof

    Der Tabellenzweite aus Kolbermoor will den Ton angeben

    Bei der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld standen sich Sabine Winter und Kristin Silbereisen vom SV DJK Kolbermoor noch als Konkurrentinnen im Finale gegenüber. Gegen den TTV Hövelhof ziehen die Zwei wieder an einem Strang. „Kristin holte sich den Titel nach 2010 erneut. Gemeinsam ergab sich Kristin Silbereisen präsentiert sich beim SV DJK Kolbermoor in Galaform (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Bronze im Doppel. Was wollen wir mehr. Kristin wusste sich weiter zu steigern, und sie verfügt inzwischen über reichlich Erfahrung. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zahlt sich das verstärkte Training aus. Berlin wird die Saison durchziehen. Sie gewannen gegen uns im Pokal und im Ligarückspiel glücklich, sodass die Titelverteidigung in Ordnung geht. Gegen Hövelhof verfügen wir durch Sabine und Kristin über eindeutige Vorteile. Es gibt in der Liga kein besseres Spitzenpaarkreuz, das so hervorragend gegen Abwehr spielt. Vielleicht geben wir einen Punkt im Doppel und hinten ab. Ich finde es toll, was der Aufsteiger bietet und wie Klaus-Dieter Borgmeier alles managt, aber punkten sollen sie gegen uns nicht“, gibt sich SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger überaus zuversichtlich.

    Der Sechstplatzierte aus Hövelhof reist mit keinen utopischen Vorstellungen an, weiß genau was Winter und Silbereisen können. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich die Nummer zwei Aimei Wang im Einzel zurückmelden, die in Bad Driburg nur im Doppel antrat. „Unsere Spielertrainerin Jing Tian-Zörner versteht allerdings auch noch ihr Geschäft. Im unteren Paarkreuz würde sie kaum ein Spiel verlieren. Sie bereitete sich auf ihre Einsätze professionell vor. Dazu gehörte sogar ein Lauftraining, um die Kondition zu verbessern. Und ihre Abwehr ist vor allem für jüngere Gegnerinnen Gift. Sie agiert mit viel Köpfchen, packt in engen Phasen auch noch mal einen anderen Aufschlag aus. Das Jobsharing klappte zuletzt gut. Doch nicht die Niederlage in Bad Driburg liegt uns Magen, sondern die Niederlage zum Auftakt der Rückrunde in Böblingen. Da herrschte bei den Spielerinnen der Wohlfühlcharakter vor. Nach einer glänzenden Vorrunde könne nichts mehr passieren. In Kolbermoor hängen die Trauben natürlich so oder so hoch. Ein Kontrahent, der uns absolut nicht liegt. Wir hoffen zumindest auf den Ehrenpunkt“, blickt TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier voraus.
     

    Martina Emmert

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