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  • 15.03.2017 – 1. Bundesliga Damen

    Der TUSEM Essen zieht die Reißleine

    Der TUSEM Essen zieht die Reißleine Alena Lemmer und Nadine Bollmeier begeben sich mit dem TUSEM Esssen auf Abschiedstur (Aufnahme: Holger Straede)
    Frankfurt/Main. Teammanager Klaus Ohm vom TUSEM Essen hat bis zuletzt gehofft, den letzten Schritt nicht gehen zu müssen. Doch nun ist es amtlich, der Tabellensechste meldet in der Saison 2017/18 keine Mannschaft auf Bundesebene mehr. Nach dem TTV Hövelhof, der schon vor längerer Zeit seinen Ausstieg verkündete, herrscht leichte Katerstimmung in der Liga. Schon in dieser Serie wurde die Sollstärke von zehn Mannschaften nicht erreicht. Die Hoffnungen ruhen nun auf den Zweitligisten, dass das Aufstiegsrecht wahrgenommen wird. Auch hier müssen die Entscheidungen heute per Stichtag 15. März fallen. Und dabei kommt die Rückrunde jetzt erst richtig in Schwung, erstmalig sind alle neun Teams im Einsatz. Nahezu in jeder Begegnung ist der Ausgang ungewiss, sodass das Spannungsbarometer kräftig ausschlägt.
     

    Sonnabend, 18.30 Uhr: LTTV Leutzscher Füchse 1990 – TuS Bad Driburg

    Heimpremiere in der Rückrunde
     
    Schlusslicht LTTV Leutzscher Füchse 1990 eröffnet den Reigen von vier Heimspielen am Stück gegen den TuS Bad Driburg. In der Vorrunde traktierte der LTTV die Nerven der Kurstädterinnen beim 4:6 gewaltig. Das Handicap, Nina Mittelham vom TuS Bad Driburg meldet sich nach Verletzung mit softem Start zurück (Aufnahme: Holger Straede)dass beim TuS Shi Qi und Katharina Michajlova nicht richtig fit waren, nutzten die Messestädterinnen rigoros aus. Michajlova scheint ihr Verletzungstief überwunden zu haben, denn bei der Deutschen Meisterschaft in Bamberg bedeutete der Sieg im Viertelfinale gegen Julia Kaim (SV Böblingen) die Bronzemedaille. „Das war meine erste Einzelmedaille bei der nationalen Veranstaltung. Entsprechend groß war meine Freude. Ich fühle mich wieder in guter Form, denn gegen Leipzig konnte ich nur „schupfen“, keinen Vorhandball ziehen. Der DM-Erfolg beflügelt, und vielleicht können wir noch den dritten Tabellenplatz erobern“, erklärt die 28-Jährige. Kathrin Mühlbach zeigte eine begeisternde Partie gegen Nina Mittelham, die nur unglücklich mit 10:12 im fünften Satz verloren ging. „Aktuell erhole ich mich noch in Kolumbien, und ich werde erst kurz vor dem Punktspiel wieder zurück sein“, verrät die Nummer eins der Gastgeberinnen.
     
    Positive Signale sendet auch TuS-Spitzenspielerin Mittelham aus, die nach ihren Knochenprellungen in den Beinen wieder schmerzfrei spielen kann. „Nina ist seit einer Woche wieder beim Training, aber ihre Anweisung lautet eigentlich nur ein Spiel am Wochenende. Jetzt müssen wir schauen, wie wir die Kuh vom Eis bekommen, denn gegen die Messestädterinnen tun wir uns immer schwer. Da wir unbedingt gewinnen wollen, aber auch im zweiten Spiel gegen den ttc berlin eastside nicht wieder kampflose Spiele abgeben wollen, sitzen wir noch in der Zwickmühle. Eventuell reist Elena Waggermayer an, noch ist alles offen“, berichtet TuS-Manager Franz-Josef Lingens.
     

    Sonnabend, 18.30 Uhr: TV Busenbach – TUSEM Essen 

    Schwierige Grundlage für ein gutes Spiel
     
    Der TUSEM Essen sitzt vor einem großen Scherbenhaufen. An Normalität ist vor dem Spiel beim TV Busenbach nicht zu denken. Doch vielleicht hat die Entscheidung, nicht mehr für die Bundesliga 2017/18 zu melden, bei TUSEM-Teammanager Klaus Ohm Erleichterung ausgelöst. Die vielen, vergeblichen Versuche die Mannschaft zu retten waren zermürbend. „Ohne Moos nichts los“, sagt Ohm, und in diesen Worten lag maßlose Enttäuschung. So oder so wäre die Ausgangposition schwierig gewesen, denn Alena Lemmer hatte sich bereits dem Zweitligisten TSV 1909 Langstadt angeschlossen, weil das duale Studium mehr Zeit in Anspruch nimmt. Spitzenspielerin Barbora Balazova geht ins Ausland, und Su Yan beendet ihre Karriere. Doch durch die Hiobsbotschaft rückt alles in den Hintergrund, obwohl die zweite Saisonhälfte noch intensiv ist. „Die Pause war sehr lang, und mir fehlt gerade die Einschätzung in welcher Tanja Krämer will sich mit dem TV Busenbach heimstark präsentieren (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)Form sich die Spielerinnen befinden. Der TVB ist stets sehr heimstark, aber natürlich würden wir gern gewinnen“, meint Ohm.
     
    Bei den Busenbacherinnen präsentierte sich Mädchen-Nationalspielerin Jennie Wolf in Bestform. Die 17-Jährige holte bei den Italian Open in Lignano im Einzel und mit dem Team die Goldmedaille. Im Halbfinale gegen Ungarn gelang Wolf der Siegpunkt gegen ihre TVB-Kollegin Leonie Hartbrich. Und bei der Deutschen Meisterschaft durfte sich die Nummer eins Tanja Krämer über Bronze im Einzel und gemeinsam mit Jessica Göbel über Silber im Doppel freuen. Also konnte genügend Selbstvertrauen aufgebaut werden, denn das 0:4 im vorderen Paarkreuz war für die klare Niederlage der Hinrunde mit verantwortlich. „Grundsätzlich sind wir bei Heimspielen immer mehr als bemüht unseren Gegnern alles abzuverlangen. Doch Essen ist nicht unser Lieblingsgegner. Die überragenden Erfolge der letzten Wochen zeigen, dass wir an guten Tagen durchaus jedem Konkurrenten gefährlich werden können. Wie in jedem Spiel wird auch gegen den TUSEM der Wegweiser in den Doppeln liegen. Wenn wir da heile herauskommen, und nicht mit einem 0:2 beginnen, rechne ich mit einem engen Verlauf“, gibt sich Busenbachs Mannschaftsführerin Göbel optimistisch.
     

    Sonntag, 10.30 Uhr: SV Böblingen – SV DJK Kolbermoor

    Gute Stimmung in Böblingen
     
    Den Gegenpool zum TUSEM Essen bildet die SV Böblingen. Dort scheint die Sonne, die Welt ist nach zwei knappen Erfolgen zum Auftakt in die zweite Saisonhälfte mehr als in Ordnung. Mit 8:12 Punkten begibt sich der Tabellensiebte auf Tuchfühlung mit dem Mittelfeld. „Und bei uns ist die Mannschaftsplanung für die kommende Saison schon save, wir bleiben so zusammen. Theresa Kraft hat sich enorm entwickelt, Rosalia Stähr überzeugt an Position drei. Wir sind zufrieden, alles passt perfekt“, gibt Coach Andrzej Kaim bekannt.
     
    Die warmen Frühlingstemperaturen, die zum Wochenende erwartet werden, sollen in der Halle noch um ein paar Grad steigen, wenn der SV DJK Kolbermoor begrüßt wird. „Es wird bestimmt heiß. Das Hinspiel verlief Abwehrspielerin Rosalia Stähr will ihre zuletzt gute Leistung bestätigen (Aufnahme: Holger Straede)sensationell und absolut kriminell in der Schlussphase. Nach einem 0:2 in den Doppeln, führten wir 4:3. Und Theresa und mein Tochter Julia lagen in den finalen Einzeln 2:0 in den Sätzen vorn. Beide Spiele kippten zum 2:3, aber die dicke Chance zu einem 5:5 war da. Und das sollte auch diesmal nicht unmöglich sein. Unsere Gäste werden diesen engen Verlauf im Kopf gespeichert haben. Die beiden Siege zum Auftakt in die Rückserie haben uns mentale Stärke gegeben, es ist traumhaft“, verbreitet Kaim gute Laune und Lust auf eine sehenswerte Begegnung.
     
    SVB-Spitzenspielerin Qianhong Gotsch, zeigte in der Vorrunde gegen die zweifache Deutsche Einzel-Meisterin Kristin Silbereisen und Sabine Winter ihre Genialität mit zwei Punkten. „Und das Hongi gerade erst in Bingen beide Spitzenduelle 3:0 gewann ist schon beeindruckend. Doch Sabine und Kristin werden alles daran setzen, ihr gutes Image, exzellent gegen Abwehr unterwegs zu sein, wieder gerade zu rücken. Ansonsten wird sich die Umstellung bei unseren Gastgeberinnen zur Rückrunde eher positiv auswirken. Mit Rosalia Stähr rückte eine Defensivakteurin ins hintere Paarkreuz“, glaubt SV DJK-Vorstandsmitglied Frank Berger. Bernadett Balint habe harte Schläge, aber die Frage der Geduld werde sicher ein Thema. „Sibel Remzi kann mit viel Effet und trickreich agieren. Wir freuen uns auf ein tolles Match, und vielleicht kann sich Kristin oder die Mannschaft Kristin ein nachträgliches Geburtstaggeschenk bereiten“, ergänzt Berger.
     
     
     

    Sonntag, 14 Uhr: TuS Bad Driburg – ttc berlin eastside

    Dünne Personaldecke bei den Gästen
     
    Der amtierende Deutsche Meister ttc berlin eastside führt die Tabelle Georgina Pota will beim ttc berlin eastside für Stabilität sorgen (Aufnahme: Rainer Oppenheimer)souverän mit 20:0 Punkten an. Das Halbfinal-Hinspiel in der Champions-League wurde mit 3:2 bei der Linz AG Froschberg gewonnen, und trotzdem bleiben Trainerin Irina Palina Sorgenfalten vor der Partie beim TuS Bad Driburg nicht erspart. „Unsere Nummer eins Petrissa Solja spielte nach ihrem Muskelfaserriss in der Schulter gegen Linz das erste Mal wieder. Sie berichtete danach, dass es nicht schlimmer geworden sei. Chantal Mantz ist verletzt und fällt aus. Der Einsatz unserer Japanerin Yui Hamamoto ist fraglich. Es ist echt chaotisch, und es kann immer noch so viel passieren. Das wird die größte Gefahr vor der Partie in Bad Driburg. Doch egal wie groß die Hürden sind, wir werden sehen, dass nichts anbrennt“, sagt Palina, die dann wohl auch schon wieder ihren Schläger putzen darf. Mit der Deutschen Doppel-Meisterin Shan Xiaona und Georgina Pota stehen aktuell zumindest zwei fitte Stammakteurinnen zur Verfügung. 
     
    „Unsere Aufstellung gegen Berlin ist noch offen. Wir wollen dem Spitzenreiter und vor allem unseren heimischen Fans ein schönes Spiel bieten“, meint TuS-Manager Franz-Josef Lingens.
     

    Sonntag, 14.30 Uhr: TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – TTV Hövelhof

    Yuliya Simeonova-Schaar gibt ihr Ligadebüt
     
    Die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim steht vor der Partie gegen den TTV Hövelhof vor einem Déjà-vu-Erlebnis. In der Saison 2014/15 fiel Britt Eerland über einen längeren Zeitraum wegen einer Verletzung aus, jetzt muss Neuzugang Marie Migot weiter pausieren. „Marie hat Sportverbot, das werden wir bei einer so jungen Spielerin keinesfalls unterwandern. Wir wollen nichts riskieren, hoffen dass sie zum folgenden Doppelspieltag in Leipzig und Berlin Wan Yuan steht bei der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim im Fokus (Aufnahme: Petra Steyer)wieder aktiv eingreifen kann. Da wir kampflose Spiele vermeiden wollen, wird diesmal Yuliya Simeonova-Schaar ihre Ligapremiere feiern. Sie war immer schon bei den Heimspielen dabei, übernahm das Coaching. Und sie trug unser Trikot schon mal zu Oberligazeiten. Bringt aber Regionalligaerfahrung mit“, erläutert TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach.
     
    Im Hinspiel gelang der TTG ein Sieg, der auch diesmal angebracht wäre. Ausrutscher können sich die Bingerinnen nach der Niederlage in Böblingen nicht mehr leisten. Der dritte Tabellenplatz steht auf wackeligen Beinen. „Wir erwarten ein enges Spiel, vor allem die Abwehr-Abwehr-Duelle werden von hohem Interesse zwischen Ding Yaping und Svetlana Ganina sowie Wang Aimei werden. Wan Yuan ist an Position drei in guter Form, und das glatte 3:0 gegen Yvonne Kaiser war in der Vorrunde schon klasse. Aber die Tagesform wird sicher in dem einen oder anderen Spiel entscheidend werden“, rechnet Lautebach alles andere als mit einem Spaziergang.
     
    Die positive 3:1-Bilanz aus der Saison 2015/16 kam den Gästen durch das 2:6 in der Hinrunde abhanden. Yvonne Kaiser hatte bis dato Wan Yuan stets sicher im Griff. Also könnte sich in diesem Vergleich das Schlüsselspiel anbahnen. „Gegen Yuan habe ich durchaus noch eine Rechnung offen, aber Yuan hat sich im letzten Jahr deutlich weiterentwickelt und ist stärker geworden. Von daher kann ich meine Chancen nicht so genau einschätzen. Ich hoffe jedoch, dass ich mich besser verkaufen kann als im Hinspiel“, sagt Kaiser.
     
    TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier macht die Profibedingungen unter denen Wan trainiert für den Misserfolg bei Kaiser verantwortlich. „Yuko Imamura gewann leider auch erst zwei Einzel in der ganzen Saison. Zudem wird es oben schwer zu punkten. Ding Yaping ist immer für zwei Erfolge zu haben, und die Spiele gegen Hana Matelova sind keine Selbstläufer. Das 0:2 in den Doppeln brach uns das Genick, diesmal benötigen wir unbedingt ein 1:1. Über ein 5:5 wären wir hocherfreut. Wir wollen auf der Hut sein, die SV Böblingen rückt uns auf den Pelz“, schafft Borgmeier Motivation.

    Martina Emmert

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