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  • 26.05.2008 – Deutsches Tischtennis-Zentrum

    Das Deutsche Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf wird zwei Jahre alt.

    Das Deutsche Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf wird zwei Jahre alt.


    Düsseldorf. Ortstermin in Düsseldorf: Die heiße Phase der Olympia-Vorbereitung ist in vollem Gange und so absolvieren in diesen Tagen nicht allein die Internatskinder im Deutschen Tischtennis-Zentrum (DTTZ) ihr wöchentliches Trainingspensum.
    Auch die nationalen Spitzenkräfte um Timo Boll, Christian Süß und Wu Jiaduo schwitzen hier für den letzten Schliff auf dem Weg nach Peking. In der großen Trainingshalle, in der, wie bei großen internationalen und nationalen Turnieren mittlerweile üblich, auch roter Spezialboden verlegt ist, schinden sich die Nationalspieler von heute und morgen.

    Umzug von Heidelberg nach Düsseldorf
    Dagegen wirkt Florian Noé (Foto), der das Treiben etwas abseits aus sicherer Entfernung beobachtet, angenehm ruhig. Der ehemalige Teilzeitinternatsleiter des WTTV ist seit Juni 2006 Organisationsleiter des DTTZ und dabei vor allem für das Internat und somit für die Koordination der DTTB-Angelegenheiten im Zentrum verantwortlich. „Ich bin so ein bisschen Mädchen für alles“, sagt er und lacht.

    Mit dem Neubau des DTTZ an das alte Tischtennis-Zentrum vollzog man vor zwei Jahren den Schritt vom Teilzeitinternat des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes zum heutigen Voll- und Teilzeitinternat, das vom DTTB geführt wird.
    „Meine Aufgabe war es, das Teilzeitinternat am Landesleistungsstützpunkt des WTTV ab 2001 aufzubauen und später mit dem Umzug des Vollinternats aus Heidelberg für eine nahtlose Integration in das bestehende Verbundsystem Schule – Leistungssport in Düsseldorf zu sorgen.“
    Keine einfache Umstellung. „Wir mussten alle unsere Erfahrungen machen“, so Noé. „Die Dimensionen der Aufgaben und Abläufe haben sich doch deutlich vergrößert“, da zusätzlich zu den Bundesstützpunktgruppen der Damen und Herren auch noch der Großteil aller Bundeskaderlehrgänge im DTTZ stattfinden, „aber das Zentrum läuft von Woche zu Woche immer besser.“

    Internat mit zurzeit fünf Mädchen und sechs Jungen
    Neben Noé beschäftigt der DTTB im DTTZ noch drei weitere hauptamtliche Mitarbeiter: Den Pädagogischen Leiter, Martin Mittendorf, den Internatstrainer Zhu Xiaoyong und Bundesstützpunkttrainer Wang Zhi. Bezuschusst werden diese Stellen von der Sportstiftung Nordrhein-Westfalen. Zum festen Team des Internats gehören zudem zwei FSJler, die bei der Betreuung der Jugendlichen und in der Organisation mitverantwortlich sind. Abseits der Trainingszeiten gestalten sie das Freizeitprogramm, leisten Hausaufgabenhilfe, haben organisatorische Aufgaben und sind Ansprechpartner in allen Lebensfragen.

    Elf Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren wohnen derzeit im Internat des DTTZ. Fünf Mädchen und sechs Jungen. Eine von ihnen ist Katharina Michajlova (Foto) aus Gelsenkirchen. Die 19-Jährige war bereits im Internat in Heidelberg und zog vor zwei Jahren mit dem ganzen Tross nach Düsseldorf um. „Ich kann mich hier ganz auf Tischtennis konzentrieren“, lobt sie die Einrichtung. „Ich habe gute Trainingspartner und ein perfektes Umfeld.“

    Wie alle anderen Internatsschüler besucht auch Katharina eine Partnerschule in Düsseldorf. Nach dem Unterricht geht es zur ersten Trainingseinheit in die Halle. Dann stehen Hausaufgaben auf dem Programm. „Wir achten sehr darauf, ob neben den Trainingsleistungen auch die Schulleistungen stimmen“, erläutert Mittendorf. Für Katharina ist es dieser Tage nicht leicht, das erforderliche Trainingspensum und die schulischen Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. Sie steckt mitten im Abitur.

    Wie es danach weitergeht, muss Katharina noch entscheiden. „Ich will mich eigentlich für zwei Jahre auf Tischtennis konzentrieren, vielleicht studiere ich auch parallel. Mal schauen.“ Für die kommende Saison hat sie bereits beim Zweitligisten SG Marßel Bremen unterschrieben. Im Internat wird Sie dann aber nicht mehr wohnen. Nach dem Schulabschluss zieht sie in eine eigene Wohnung in Düsseldorf.

    „Eines der besten Leistungszentren in Europa“
    Im Internatstrakt des DTTZ hat auch Dirk Schimmelpfennig ein Arbeitszimmer, das er sich mit Organisationsleiter Noé teilt. Durch die großen Fenster taucht die Mittagssonne den Raum in helles Tageslicht. Der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes ist für die DTTB-Gesamtleitung im Zentrum verantwortlich. „Ich bin mit der positiven Entwicklung in den letzten zwei Jahren, in denen das Zentrum jetzt besteht, sehr zufrieden“, zieht er Bilanz. Doch auch Schimmelpfennig verweist auf anfängliche Startschwierigkeiten. „Wir sind auf einem guten Weg, aber wir müssen uns weiter verbessern. Die Schaffung eines Zentrums in dieser Größenordnung ist mit positiven, aber auch negativen Erfahrungen verbunden, aus denen wir wieder lernen können.“

    Alles unter einem Dach
    Am Bundesstützpunkt in Düsseldorf trainieren neben den Internatsschülern auch die Damen- und Herrentrainingsgruppen des DTTB sowie der Landesleistungsstützpunkt und das Teilzeitinternat des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes. Das Zentrum bietet allen hervorragende Voraussetzungen.

    „Wir haben hier alles unter einem Dach“, so Schimmelpfennig. „Perfekte Trainingsbedingungen, Ärzte, Physiotherapie, Kraftraum, Sauna, sogar eine Kantine. Mit dem DTTZ haben wir eines der besten und anerkanntesten Leistungszentren in Europa geschaffen.
    Deshalb überrascht es nicht, dass die meisten europäischen Olympiateilnehmer, sowohl Damen als auch Herren, ihre finale Vorbereitung Ende Juli in Düsseldorf durchführen. Wir mussten einigen Interessierten sogar absagen.“

    Kleine Baustellen
    Lediglich einige kleine Baustellen in den Außenbereichen zeugen noch davon, dass das Zentrum den Kinderschuhen noch nicht ganz entwachsen ist. Spätestens im Sommer werden aber auch diese Maßnahmen abgeschlossen sein. Dann können Florian Noé und sein Team bereits weitere Jugendliche im Internat begrüßen, die in einem optimalen Umfeld für eine internationale Karriere arbeiten.

    MO