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  • 24.12.2008 – Personalie

    Happy birthday, Istvan Korpa – und mach's gut!

    Happy birthday, Istvan Korpa – und mach's gut!
    Gelnhausen. Wer ihn kennt, spricht von ihm als einem „noblen Charakter“. Er hat eine ruhige Art, ist ausgestattet mit viel Charme und einem feinsinnigen Humor, mit dem sein Gesprächspartner jederzeit rechnen muss. Er ist eloquent, stets freundlich und immer aufmerksam. Als Trainer verfügt er über ein enormes Fachwissen, lässt bei allem Erfolgsdruck nie die menschliche Komponente vermissen. Er ist ein akribischer Arbeiter, was Spielanalysen und Statistik betrifft, ein Taktikfuchs, der immer die Ruhe bewahrt, die seine Schützlinge am Tisch benötigen: Istvan Korpa. Am 24. Dezember wird der dienstälteste Bundestrainer des DTTB 63 Jahre und geht zum Ende des Jahres in den vorzeitigen Ruhestand.
     
    In den 1960er-Jahren gehörte der im serbischen Senta geborene Korpa, als jugoslawischer Staatsbürger ungarischer Nationalität, zu den weltbesten Tischtennisspielern. 18 Titel gewann er bei den jugoslawischen Meisterschaften. Von 1961 bis 1973 war er Nationalspieler für sein Land. 1962 gewann er den Mannschaftstitel bei den Europameisterschaften und wurde an der Seite von Edvard Vecko Zweiter im Doppel. 1964, 1970 und 1972 gab es für sein Team weitere Silbermedaillen. Im Einzel zog er 1970 ins Finale ein, wo er erst vom Schweden Hans Alsér gestoppt wurde, den er im Mannschaftsfinale noch hatte bezwingen können. Bei den Weltmeisterschaften erkämpfte er mit seinem Team 1969 und 1971 Bronze. Im Einzel und Doppel zog er insgesamt fünfmal in ein WM-Viertelfinale ein.

    Trockene Angriffsschläge, „riskanter half-volley Kernschuss“

    „Er war ein Spieler mit einer technisch wunderbaren Rückhand und trockenen Angriffsschlägen“, erinnert sich DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb. Das Fachmagazin „Deutscher Tischtennis-Sport“ lobte unter anderem bei der EM 1970 seinen „schnell geschlagenen, riskanten half-volley Kernschuss“. Die Böblinger Zeitung attestierte ihm beim Europe Top 12 1973 den „härtesten Vorhandschuss im Teilnehmerfeld“ sowie ein „stilistisch schönes, aber manchmal zu geradliniges Spiel“.
     
    1973 zog Istvan Korpa mit seiner Familie nach Deutschland – mit Ehefrau Cirila, gebürtige Pirc, ebenfalls eine jugoslawische Spitzenspielerin und den damals vier bzw. zwei Jahre alten Kindern Christian und Sabina. Bei den Weltmeisterschaften in Sarajewo hatte Korpa das Angebot von Peter Wolf, Inhaber der Tischtennismarkenartikelfirma „Gewo“ in Gelnhausen erhalten, als Repräsentant für das Unternehmen zu arbeiten und gleichzeitig für die FTG Frankfurt an der Spitzenposition in der Bundesliga zu spielen. „Wir haben zu diesem Zeitpunkt schon überlegt, etwas anderes zu machen. Die Zeit als Nationalspieler sollte langsam zu Ende gehen“, erinnert sich seine Frau. Ein Angebot aus Spanien schlug die Familie aus – wegen der damals noch herrschenden Francodiktatur, aber auch wegen der Entfernung. „In Deutschland waren wir näher an der Familie in Slowenien. Außerdem waren unsere Möglichkeiten in Deutschland sehr gut, auch für die Kinder. Wir bereuen diesen Schritt keine Sekunde.“
     
     
     
    Repräsentant für "Gewo": In den dts-Ausgaben der 1970er-Jahre gab es mehrere ganzseitige Anzeigen mit Istvan Korpa
    Tiefpunkt 1983, Höhepunkt 2004

    Am 1. April 1975 begann seine lange und erfolgreiche Karriere beim Deutschen Tischtennis-Bund: Istvan Korpa wurde als Assistent von Bundestrainer Christer Johansson berufen. Wie Johansson war Korpa der „Mann für alles“, da es die Bundestrainer für die verschiedenen Altersklassen und Geschlechter in dieser Zeit noch nicht gab. 1979 wurde er Bundestrainer für die Herren, mit denen er bei den Europameisterschaften 1980 (Engelbert Hüging, Heinrich Lammers, Joachim Leiß, Wilfried Lieck, Peter Stellwag) erst im Finale durch ein knappes 4:5 Schweden unterlag. Bei den Weltmeisterschaften in Tokio 1983 folgte der, wie er ihn selbst nannte „absolute Tiefpunkt“: der Abstieg aus der ersten Kategorie nach einer Niederlage gegen eine eigentlich zweitklassige dänische Mannschaft, die einen 0:4-Rückstand im Abstiegsspiel noch in ein 5:4 gegen Georg Böhm, Peter Stellwag und Ralf Wosik verwandelte. Korpa bot dem DTTB-Präsidium daraufhin den Rücktritt an. Das Gremium um Präsident Hans Wilhelm Gäb nahm das Gesuch nicht an, strukturierte das Trainerteam jedoch neu. Unter anderem wurde Charles Roesch Cheftrainer, Korpa übernahm die Damen. Olga Nemes gewann mit ihm an der Box 1989 das Europe Top 12 in Hannover, ein Jahr danach belegte sie Rang zwei. 1986 hatte die Damen-Mannschaft die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften erkämpft, zwei Jahre danach führte er die junge Nicole Struse behutsam ins EM-Aufgebot der Erwachsenen.

    „Um etwas wegstecken zu können, gehört eigentlich auch immer dazu, dass man als Trainer seine Gefühle nach außen hin ziemlich gut verstecken kann“, offenbarte Korpa einmal im Interview. Das Geheimnis seiner großen Ruhe lag in seiner Beherrschtheit. So lag es nahe, dass er sich auch bei den Spielerinnen und Spielern früh für mentales Training stark machte. Ein weiteres Credo: „Konflikte sollte man intern austragen, Probleme intern lösen.“ Er lege Wert auf ein ausgeprägtes Vertrauensverhältnis zu den Spielern. „Da kann man nicht mit jedem Problem zur Presse laufen."

    1991 übergab Korpa die Damen an den heutigen Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig. Eva Jeler war zu diesem Zeitpunkt Cheftrainerin. Istvan Korpa wechselte in den Nachwuchsbereich – mit Erfolg. Unter anderem gewann ein 14-jähriger, äußerst talentierter Linkshänder namens Timo Boll 1995 drei Titel bei den Jugend-Europameisterschaften in Den Haag: im Schüler-Einzel, im Doppel und mit der Mannschaft (Boll, Lars Hielscher, Zoltan Fejer-Konnerth, Benjamin Gerold). Der Grundstein für das Erfolgsduo Korpa/Boll war gelegt. Noch mehr Team-Gold gab es bei den Jungen 1996, 1997 und 1998 sowie weiteres Edelmetall in den Individualwettbewerben, darunter dreimal Gold und dreimal Silber für Boll, der in seiner Schüler- und Jugendzeit in Europe insgesamt neun Mal ganz oben auf dem Treppchen stand.

    Erfolgreiches Duo: Korpa/Boll
     
    Bei den Herren sollte sich der Medaillenregen fortsetzen. 2001 siegte die DTTB-Auswahl in der Europaliga. Im Jahr 2002 gewann Timo Boll seine ersten Europameistertitel bei den Erwachsenen, im Einzel und im Doppel zusammen mit Zoltan Fejer-Konnerth. Mit der Mannschaft gab es 2002 und 2003 Silber. 2004 war wohl der größte Triumph in Korpas DTTB-Karriere: Boll, Fejer-Konnerth, Jörg Roßkopf, Torben Wosik und Christian Süß gewannen völlig überraschend die Silbermedaille bei den Weltmeisterschaften in Katar und wurden erst im Finale von den überragenden Chinesen gestoppt. Der Gewinn der Silbermedaille war bis dahin der größte Erfolg einer deutschen Mannschaft seit 1969. Auf die Frage, ob der „Architekt dieser Mannschaft auch ein wenig stolz“ sei, antwortete Istvan Korpa: „Absolut – auf meine Spieler und das Erreichte bin ich sogar sehr stolz. Das ist ohne Frage der bedeutendste Erfolg in meiner nun 29-jährigen Laufbahn als Trainer für den Deutschen Tischtennis-Bund. Ich bin sehr bewegt von dem, was hier in Doha passiert ist: Vom historischen Sieg über Schweden über die Leistung meiner Mannschaft generell bis hin zum Gewinn der Silbermedaille – alles hat gepasst!“ Im August saß Korpa erneut als Coach von Timo Boll an der Box. Bei den Olympischen Spielen in Athen besiegte Boll zwar Weltmeister Werner Schlager aus Österreich, musste sich im Viertelfinale jedoch Schwedens Superstar Jan-Ove Waldner bei dessen Abschiedsspielen geschlagen geben.
     
    Nach dem Olympiazyklus wechselte der damals 59-Jährige auf eigenen Wunsch (Korpa: „Ich bin nicht amtsmüde, aber ich denke, es sollte nach Athen ein jüngerer deutscher Trainer die Herren-Nationalmannschaft für die nächste olympische Periode bis Peking 2008 übernehmen.“) an seinen letzten DTTB-Einsatzort, zurück zu den Jungen, denn der Nachwuchs lag ihm immer am Herzen. Unter seiner Regie gab es bei den Jugend-Europameisterschaften vier Medaillen für die DTTB-Jungen: Gold für Dimitrij Ovtcharov, Silber für Patrick Baum, Bronze für Alexander Krieger sowie Platz zwei mit dem Team.
     
    Ende 2004 führte er Baum zum WM-Titel
     
    Bei den Weltmeisterschaften gab es Bronze im Gemischten Doppel (Amelie Solja/Dimitrij Ovtcharov) und für die Jungen-Mannschaft  nach einem 2:3 gegen Chinas Nachwuchs (Korpa: „Nie waren wir so nah dran, China zu schlagen.“). Der große Triumphator der Jugend-WM von China sollte jedoch Patrick Baum sein, der das erste und bisher einzige Individualgold für Europa holte. Das erhoffte EM-Gold gab es für die Jungen-Mannschaft im Juli 2006 mit Dimitrij Ovtcharov als Führungsspieler sowie Bronze für Ovtcharov und Ruwen Filus im Einzel. Im Dezember verabschiedete sich Ovtcharov aus der Nachwuchsklasse mit zwei dritten Plätzen bei der WM in Kairo (Mannschaft und Einzel). Nach einem Umbruchjahr gab es für die Jungen-Auswahl (Erik Bottroff, Philipp Floritz, David Steinle, Patrick Franziska, Christoph Schmidl) bei der EM in Terni 2008 überraschend Bronze. „Der dritte Platz war meine Wunschvorstellung“, kommentierte Korpa. Mit dem fünften Platz mit der Mannschaft und dem Achtelfinaleinzug Patrick Franziskas im Einzel bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Madrid übergab Istvan Korpa das Team an seinen Nachfolger, Georg Imhof.
     
    Die vielen Podestplätze bei internationalen Meisterschaften der Erwachsenen und im Jugendbereich sind ebenso ungezählt wie die vielen Arbeitsstunden und Fahrtkilometer, die Istvan Korpa in seiner 33-jährigen Amtszeit für den Deutschen Tischtennis-Bund geleistet hat.
     
    Mehr Zeit für die Familie
     
    Sein schönster privater Moment war wohl die Geburt seiner Kinder Christian und Sabina. Trotz der Tischtennisvorbilder in der eigenen Familie haben beide nie ernsthaft mit dem Tischtennisspielen begonnen. Christian Korpa nutzte die örtliche Nähe zum Tennisplatz, Sabina entschied sich für den Mannschaftssport Basketball. Die inzwischen achtjährige Enkelin Lena spielt schon wie ihr Vater Tennis. „Aber jetzt, wo der Opa in Rente ist… Wer weiß?“, sagt Cirila Korpa, seine Frau, lachend. Das Paar ergänzt sich glänzend: „Er ist der ruhende Pol, ich bin die Hektische in der Familie, bei der immer alles schnell, schnell gehen muss.“
     
    Die vielen verpassten Geburtstage und Familienfeiern wird Istvan Korpa nicht aufholen können, „aber ich freue mich, dass wir nun mehr Zeit zusammen und mit der Familie verbringen können“, so Cirila Korpa. Konkrete Pläne haben die beiden nicht, wissen aber, dass sie viel gemeinsam verreisen wollen. In der Vergangenheit war seine Frau selten mit ihm bei Großveranstaltungen – trotz der eigenen Erfahrung als langjährige Nationalspielern. „Weil er immer mit der Mannschaft zusammen war, wäre es für mich so gewesen, als würde ich alleine verreisen“, erklärt sie. Trotzdem: Ihre eigene Erfahrung als Spielerin sei eine große Hilfe gewesen, zum einen als Gesprächspartnerin nach Dienstschluss, zum anderen, weil sie so das nötige Verständnis für seine Arbeit leichter aufbringen konnte. „Es ist nicht immer leicht, wenn jemand so viel unterwegs ist. Aber wir wussten ja, dass das dazu gehört. Außerdem hat er es gerne gemacht.“ Das haben alle gemerkt, Spielerinnen und Spieler, seine Trainerkollegen im In- und Ausland und die Funktionäre auf verschiedenen Ebenen. Um es mit DTTB-Ehrenpräsident Hans Wilhelm Gäb zu sagen: „Danke, Istvan! Und komm ab und zu bei uns vorbei!"
     

    DTTB-Prominenz über Istvan Korpa

    Ich hatte das Vergnügen, Istvan schon als aktiven Spieler zu kennen, als einen der "in den sechziger Jahren weltbesten Spieler" (Wikipedia), ein Mann mit einer technisch wunderbaren Rückhand und trockenen Angriffsschlägen. Er spielte nicht nur fabelhaft, sondern er war auch ein Gentleman des Sports, fair und gelassen in jeder Situation - selbst als er bei den Europameisterschaften in Berlin 1962, wo er mit dem  jugoslawischen Team das Championat gewann, gegen mich im Einzel eine schwache Stunde hatte. Dass wir ihn für die Arbeit im DTTB erben konnten, war ein Gewinn für unseren nationalen Sport - Generationen haben von ihm gelernt und von seinem Wissen profitiert. Wir werden ihn vermissen, und manche werden erst nach seinem Abschied spüren, was wir an diesem bescheidenen Könner verloren haben. Danke, Istvan! Und komm ab und zu bei uns vorbei!"
    Hans Wilhelm Gäb, DTTB-Ehrenpräsident
     
    "Im Auftreten ist er leise und bescheiden, gemessen am Erfolg seiner Arbeit aber sehr laut und im positiven Sinne großspurig. Wir können nur herzlichen Dank für eine hervorragende Arbeit und ein jederzeit angenehmes kollegiales Zusammenarbeiten sagen."
    Thomas Weikert, DTTB-Präsident
    Wir haben Istvan als einen von Ernsthaftigkeit und Loyalität geprägten Trainer kennen gelernt, der - so lange wir dabei sind - jede Aufgabe, die ihm als Bundestrainer zugeteilt wurde, mit großem Erfolg durchgeführt hat. Seine absolut professionelle Einstellung zum Beruf schätzen wir sehr. Wegen seiner bescheidenen und einfühlsamen Art gegenüber Dritten, aber auch seines feinen trockenen Humors haben wir ihn auch als Mensch und Kameraden schnell ins Herz geschlossen.

    Istvan, wir wünschen dir für deine Zukunft im neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute und viel Freude bei gemeinsamen Aktivitäten mit deiner Familie. Du wirst doch aber dem Tischtennis nicht ganz den Rücken kehren, oder? Irgendwie können wir gar nicht glauben, dass du wirklich schon das Rentenalter erreicht hast, und Tischtennis nun zum reinen Hobby wird. 
    Heike und Jürgen Ahlert, DTTB-Vizepräsidenten Leistungssport bzw. Jugend
     
    Istvan hat mich in meiner DTTB-Zeit durch seine hohe, von der Spitzensport-Praxis geprägte Fachkompetenz, seine pädagogischen Fähigkeiten, seine ruhige, besonnene Art, seine unbeirrbare ethische Haltung und seine Menschlichkeit beeindruckt. Er war deshalb für das Coaching im Frauen- und Jugend-Tischtennis in besonderer Weise prädestiniert.
    Norbert Wolf, DTTB-Generalsekretär 1982 - 1990
     
    Ich habe Istvan Korpa als einen Weltklasse-Coach erlebt, der sowohl national als auch international von Aktiven und Trainerkollegen gleichermaßen wegen seiner fachlichen und menschlichen Qualitäten immer sehr geschätzt wurde. Diese Qualitäten wie Kompetenz, Einsatz, Ausgeglichenheit, Fairness, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Verantwortungsbewusstsein, Loyalität und Teamfähigkeit habe auch ich immer sehr geschätzt. Ich bin deshalb dankbar für unsere immer angenehme und sehr erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten zwanzig Jahren. Seiner Frau Cirila und ihm wünsche ich für die nächsten Jahre alles Gute und hoffe, dass wir uns das ein oder andere Mal wieder sehen  werden.
    Dirk Schimmelpfennig, DTTB-Sportdirektor
    Ich kenne ihn, seit ich zehn oder elf war. Wir waren sogar eine Zeitlang im selben Verein. Als Spieler hat er für mich das schönste Tischtennis aller Zeiten gespielt. Das war pure Ästhetik. Ich habe ihn immer bewundert. Später ist er mein Kollege beim DTTB geworden. Er war ein fantastischer Kollege. Seine fachlichen Ratschläge sind für mich bis heute nicht mit Gold aufzuwiegen. Er fand immer die richtigen Worte zur rechten Zeit. Es gibt niemanden, dessen Rat ich so schätze wie den von Istvan Korpa. Wenn ich nicht weiterwusste, konnte ich ihn fragen und war sicher, dass er mir die richtige Richtung würde weisen können. Er ist ein unglaublicher Fachmann, ein super Kollege – und ein guter Freund.
    Eva Jeler, DTTB-Mädchen-Bundestrainerin und Nachwuchskoordinatorin
    In meiner Zeit als Damen-Bundestrainer habe ich unglaublich von Istvans Erfahrung und seinem Wissen profitiert. Er war für mich oftmals ein sehr ausgleichender Faktor.
    Richard Prause, Herren-Bundestrainer
     
     
    Ich habe ihn immer als sehr guten Trainer empfunden, der seine Person nie in den Vordergrund gestellt hat. Dass er selbst mal ein sehr guter Spieler war, konnte man deutlich merken. Er hatte viel Erfahrung, Geduld und Einfühlungsvermögen und hat immer zuerst an die Sportler gedacht. Auch als Mensch ist er ein Vorbild mit einer tollen Persönlichkeit.
    Nicole Struse, mehrache Europameisterin und deutsche Rekordmeisterin
    Istvan hat als Trainer eine so große Erfahrung, dass er sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Außerdem bereitet er sich immer perfekt auf die Spiele vor. Er ist ein sehr netter Mensch, und ich hoffe, dass er die Zeit jetzt auch ohne Tischtennis genießen kann.
    Jörg Roßkopf, Doppel-Weltmeister 1989, Rekordnationalspieler und DTTB-Herren-Assistenztrainer

     
    Meine Erinnerungen an Istvan sind nur die Besten. Stets ruhig und bescheiden. Nie im Vordergrund stehend. Manchen Funktionären war er eher zu ruhig, mir hat er aber so gefallen. Die schlechtesten Erinnerungen habe ich aber an seine Frau. Eine einzige Begegnung hatte ich mit ihr – nämlich an der Platte – und die habe ich verloren!
    Ella Lauer, langjährige Damenwartin des Deutschen Tischtennis-Bundes
     
    Als Spieler war er mit seiner Hammer-Vorhand bei allen Spielern auf der Welt gefürchtet. Auch bei mir hat er Angst und Schrecken verbreitet. Er war ein sehr kooperativer, hilfsbereiter, zuverlässiger Kollege. Schade, dass er aufhört. Ich hätte gerne noch länger mit ihm zusammengearbeitet. Ich wünsche ihm für seinen weiteren Lebensabschnitt alles, alles Gute, vor allem Gesundheit. Danke für alles, Istvan!
    Günter „Kö“ Köcher, langjähriger Weggefährte Korpas als Spieler und DTTB-Jugendsekretär
     
    Istvan Korpas herausragende Eigenschaft ist seine Ruhe. Auch in hektischen Phasen von Wettkämpfen bleibt er ansprechbar für Journalisten. Diese Ruhe kann sich auch auf seine Spieler übertragen, die durch einen allzu temperamentvollen Coach wohl eher nervös werden. Menschlich bescheiden, zurückhaltend, nie den Mittelpunkt oder eine Bühne für sich suchend. Fachlich ist er sicher ein sehr guter Trainer – mich hat er allerdings nie gecoacht.
    Roman Bonnaire, Sportchef des Saarländischen Rundfunks, ehemaliger Spitzenspieler und langjähriger Tischtenniskommentator
     
    Unter den Journalisten bin ich gewiss einer, der ihn am längsten kennt, seit 1973 – und ganz sicher derjenige, der ihn am meisten schätzt. Den Begriff “nobler Charakter“ habe ich am ehesten mit seiner Person verbunden: Bei Erfolgen blieb er bescheiden, in schwarzen Stunden übernahm er Verantwortung. Selbstkritisch, stets hilfsbereit und loyal arbeitete er für den DTTB – und brachte viele spätere Spitzenspieler nach oben. Nie habe ich gehört, dass sich Istvan Korpa in der Öffentlichkeit negativ über einen seiner Schützlinge geäußert hat.
    Manfred Schäfer, langjähriger Chefredakteur des Fachmagazins „deutscher tischtennis-sport“ und Leiter der DTTB-Öffentlichkeitsarbeit
    SH
    Fotos: dts, DTTB