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  • 07.11.2009 – Jugend

    Überraschendes Gold für Theresa Lehmann und Theresa Kraft im Teamwettbewerb

    Bratislava. Der Jubel war nicht nur bei Theresa Lehmann und Theresa Kraft (beide Baden-Württemberg) nach dem 3:2-Finalsieg gegen Kroatien A im Teamwettbewerb bei den 13. Internationalen Schüler-Meisterschaften groß, sondern auch bei Bundestrainerin Dana Weber. „Die Goldmedaille ist eine große Überraschung. Die Beiden haben aber einfach sehr, sehr gut gespielt“, war die Begeisterung bei Dana Weber nicht zu überhören. Die Nummer eins der Kroatinnen, Mateja Jeger, die Anfang des Jahres bereits das Europe Top 10 in Rotterdam spielte, konnte ihre beiden Einzel dann auch gewinnen. Doch die beiden Deutschen nutzten ihre Chance gegen Lea Rakovac. Außerdem überzeugten sie mit einem glatten Erfolg im Doppel. „Die beiden Theresa`s sind gut eingespielt, das machte sich bemerkbar“, sagte Weber.
     
    Im Einzelwettbewerb bekamen die Schülerinnen viel Gegenwind zu spüren. Theresa Kraft (Baden-Württemberg) knüpfte jedoch an ihre hervorragende Form, die sie am vergangenen Wochenende beim Top 48-Turnier an den Tag gelegt hatte, an. Sie erkämpfte sich mit einem Sieg gegen die Nummer zwölf der Europarangliste, Ekaterina Guseva aus Russland, und einem hauchdünnen 11:8, 7:11, 7:11, 11:9 und 13:11 gegen die Tschechin Kristyna Stefcova Platz eins in ihrer Gruppe. Nach einem Freilos gewann sie auch ihr Spiel der ersten Hauptrunde sicher mit 3:1 und steht nun im Achtelfinale. „Guseva war hier an Position zwei gesetzt, und sie war bei der Europameisterschaft Drittplatzierte. Theresa
    spielt auf einem absolut guten Niveau, das ist wirklich erfreulich“, berichtete die Bundestrainerin.
     
    Mühelos qualifizierte sich Yuko Imamura (WTTV) für das Hauptfeld. Sie bestätigte ihre gute Form nach einem Freilos in der zweiten Runde mit einem deutlichen 3:0 gegen Alja Kovac aus Bosnien-Herzegowina und steht im Achtelfinale. „Auch Yuko spielt auf einem hohen Level“, lobte Weber.
     
    Ihre Vereinskameradin beim TuS Uentrop, Nina Mittelham (WTTV), musste mit Rang zwei in der Gruppenphase vorlieb nehmen. Sie quittierte gegen Pinja Eriksson aus Finnland ein unglückliches 8:11, 11:9, 11:4, 1:11 und 12:14. Mittelham holte sich anschließend ein 3:1 in der ersten Hauptrunde gegen die Weißrussin Katsiaryna Baravok, doch die Rumänin Irina Ciobanu war danach doch noch eine Nummer zu groß für die Deutsche.
     
    Theresa Lehmann (Baden-Württemberg) schaffte Platz zwei in ihrer Gruppe mit jeweils einem deutlichen Sieg und einer ebenso klaren Niederlage. Das 7:11, 6:11 und 3:11 gegen die Rumänin Irina Ciobanu, die in der Europarangliste auf Position 15 notiert ist, kam nicht unerwartet. In der ersten Hauptrunde siegte Lehmann gegen die Tschechin Stefcova mit 11:1, 11:13, 11:8, 9:11 und 11:9. Danach kam dann gegen die Russin Rossikhina nach einem 11:9, 11:9 noch mit 6:11, 2:11 und 8:11 das Aus. „Theresa hat auf keinen Fall enttäuscht. Sie hat auch im Teamwettbewerb wichtige Punkte erspielt. Und dieses Turnier ist mit der europäischen Elite besetzt“, meinte Weber zufrieden.
     
    Im Doppel zogen Imamura/Mittelham mit einem 3:1 gegen die Tschechinnen Denisa Hoskova/Karolina Mynarova in das Achtelfinale ein. In der ersten Runde besaßen sie ein Freilos. Über Langeweile können sich Lehmann/Kraft bei diesem Turnier nicht beklagen, mussten sie doch schon im Teamwettbewerb sehr viele Spiele bestreiten. Auch sie rückten nach einem Freilos in das Achtelfinale vor. Gegen die Weißrussinnen Alina Arlouskaya/Katsiaryna Baravok erspielten sie sich ein 5:11, 15:13, 11:5, 8:11 und 11:6.
     
     
     
    Für das Schüler-Quartett verlief der Einzelwettbewerb alles andere als positiv, denn lediglich Liang Qiu (Baden-Württemberg) überstand seine Gruppenspiele ohne Not. Liang, als ältester deutscher Teilnehmer, verfügt auch über die größte Erfahrung. In diesem überaus hochkarätig besetzten Feld ein wesentliches Kriterium, um sich für das Hauptfeld zu qualifizieren. „Liang wusste trotzdem noch nicht ganz zu überzeugen. Er spielt das Europe Top 10-Turnier im kommenden Jahr, da muss er jetzt zeigen was er kann und sich steigern“, sagte Bundestrainer Klaus Schmittinger.
     
    Dang Qiu (Baden-Württemberg) konnte seine Penholder-Schlägerhaltung nicht als Trumpf in den Ring werfen, denn  er belegte mit nur einem Sieg Platz drei in seiner Gruppe. Damit glückte ihm zum vergangenen Jahr keine Verbesserung, als er sich bis in die zweite Hauptrunde vorspielte. „Das war schon enttäuschend. Dang merkt, dass es nicht so leicht ist, denn auch seine Kontrahenten verstehen schon etwas vom Tischtennis. Viel mehr als die Schlägerhaltung macht sich die teilweise körperliche Überlegenheit seiner Gegner bemerkbar. Der Tscheche Jakub Seibert ist fast doppelt so groß wie Dang“, erklärte Schmittinger. Dennoch sei ein Auf und Ab in der Leistung in diesem Alter nicht unnormal. „Da gibt es schon mal eine Durststrecke, die wir richtig analysieren müssen und eventuell auch einmal etwas verändern“, berichtete der Bundestrainer. Teilweise sei die Betreuung auch nicht ganz einfach gewesen, da in zwei Hallen gespielt werde, die ein paar Minuten auseinander liegen. „Deshalb musste Dang und auch Dominik teilweise alleine spielen, was sie aber auch lernen müssen“, sagte Schmittinger.
     
    Kilian Ort (Bayern) scheiterte in der Gruppe knapp, denn das entscheidende Spiel zum Weiterkommen verlor er gegen den Slowaken Patrik Vlacuska nach einem 13:11, 11:5 unglücklich mit 11:13, 7:11 und 3:11. Für seine Premiere bei einem internationalen Turnier machte Ort seine Sache gut, denn auch dem Franzosen Mehdi Bouloussa, Nummer 26 der Europarangliste, knöpfte er einen Satz ab. In seinem dritten Einzel siegte er glatt mit 3:0. Mit nur einem Erfolg auf seinem Konto musste auch Dominik Scheja (Hessen) die Segel in einer stark besetzten Gruppe streichen. „Die beiden Neulinge haben einen tollen Mannschaftskampf gezeigt und bis zur letzten Runde sah es so aus, als wenn sie den Sprung in die Hauptrunde erreichen könnten. Kilian führte im dritten Satz auch noch 7:3, und Dominik hat mit dem Sieg gegen den Serben Valentin Nadnemedi gezeigt, dass er aus Niederlagen etwas lernt. Im Mannschaftswettbewerb scheiterte er noch 0:3. Das war sehr erfreulich“, meinte der Bundestrainer.
     
    Im Doppel blieben Liang und Dang Qiu mit einem Sieg in der zweiten Runde gegen die Rumänen Adrian Costea/Sedan Orazali mit einem 8:11, 11:6, 13:11, 5:11 und 11:6 im Geschäft. Sie erreichten damit das Achtelfinale.
    Gleich in der ersten Runde stiegen Ort/Scheja ein, die sich gegen die Slowaken Patrik Vlacuska/Roman Rezetka mit einem 9:11, 11:8, 14:12 und 11:8 knapp behaupteten. Mit einem Sieg gegen die Polen Jakub Dyjas/Michal Bankosz rückten auch sie in das Achtelfinale vor.
     
     
    Martina Emmert