Patrick Franziska (Foto: Steinbrenner)
German Open: Patrick Franziska unterliegt nach großem Kampf im Halbfinale mit 2:4 gegen Xu Xin

Franziska: „Ich hoffe, Timo ist stolz auf mich“

Marco Steinbrenner 25.03.2018

Bremen. Diese Niederlage strahlte wie ein Sieg: Vor 4.800 begeisterten Zuschauern unterlag Patrick Franziska im Halbfinale der German Open in einem Duell auf Augenhöhe dem favorisierten Weltranglisten-Fünften Xu Xin knapp in sechs Sätzen. Das mit 235.000 Dollar dotierte Platinum Turnier der World Tour verzeichnete mit insgesamt 13.200 Besuchern eine neue Bestmarke. 

Ratschläge von Timo Boll

Die Situation am Sonntagmorgen im Teamhotel unweit der Bremer ÖVB Arena war alles andere als alltäglich. Timo Boll, der bei den German Open am Vorabend im Viertelfinale gegen Ma Long (China) mit 2:4 verloren hatte, wünschte dem einzig verbliebenen Deutschen im Herren-Einzel, Patrick Franziska, alles Gute und gab dem Doppel-Europameister vor dem Duell mit dem Doppel-Weltmeister noch einige Ratschläge mit auf den Weg: Franziska: Timo sagte mir, ich solle mich gut bewegen und meinen Gegner häufig in der Vorhand anspielen.“ Die Ratschläge des Weltranglistenersten vor dem Halbfinale gegen Xu Xin (China) brachten nur fast den gewünschten Erfolg. Der 25-Jährige verpasste den Sprung in das Endspiel in einer hochklassigen, ausgeglichenen Partie mit 11:9, 6:11, 8:11, 11:8, 5:11 und 7:11. „Ich hoffe, dass Timo trotzdem stolz auf mich ist“, sagte der Bundesligaspieler aus Saarbrücken nach einem der größten Erfolge seiner Laufbahn mit einem Lächeln im Gesicht und gab zu: "Es war schon ein ungewohntes Gefühl, als letzter Europäer bei einem der Topturniere gegen die Asiaten spielen zu dürfen“.

Franziska will noch schneller werden

Als Xu Xin im sechsten Satz seinen dritten Matchball zum Einzug in das Endspiel verwandelt hatte, war Patrick Franziska zunächst aber die Enttäuschung anzumerken. „Aber das ist ja ganz normal nach einer Niederlage“, stellte die Nummer 30 der Weltrangliste klar. Mit einigen Minuten Abstand war bereits die Zufriedenheit über das Geleistete bei ihm eingekehrt. „Taktisch habe ich Xu Xin Paroli geboten und ein tolles Spiel gemacht. Ich konnte ihn gut beschäftigen. Ein bisschen war ich sogar selbst überrascht, dass ich so lange auf einem so hohen Niveau dagegen halten konnte.“ Einen kleinen Makel an seinem heutigen Match fand Franziska dann aber doch. „Ich muss noch an meiner Schnelligkeit arbeiten, um in Zukunft auch die langen Ralleys gegen ihn zu gewinnen.“ Was zweifellos stimmte: Sobald Ballwechsel in Topspin-Duelle übergingen, machte der der Weltranglistenfünfte aus dem Reich der Mitte so gut wie keine Fehler mehr.

Franziska: "Bremen wird mir lange in Erinnerung bleiben"

Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf lobte Franziska: "Das war ein hochklassiges Spiel. Patrick hat vom ersten bis zum letzten Ballwechsel sehr gut agiert und sich viele starke Punkte erspielt. Er hat insgesamt ein sehr gutes Turnier gespielt. Bereits sein Sieg in der Qualifikation über den Südkoreaner Jang Woojin hat gezeigt, wie gut er sich entwickelt hat. Er hatte bei der WM noch ganz klar gegen ihn verloren." Danach ging es bis zum Halbfinale Schlag auf Schlag: In der Runde der besten 32 behielt Franziska über den verletzten Dimitrij Ovtcharov, der bei einem 1:2-Rückstand aufgeben musste, die Oberhand. Anschließend folgten im Achtel- und Viertelfinale Siege über Marcos Freitas (Portugal) und Kristian Karlsson (Schweden) und damit über die Nummern 13 und 17 der Welt. Nach sechs harten Turniertagen bilanzierte Franziska:„Insgesamt war das ein Superturnier für mich, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.“ 

Im zweiten Halbfinale setzte sich Weltmeister und Olympiasieger Ma Long erwartungsgemäß mit 4:2 gegen Wong Chun Ting (Hongkong) durch.

Herren-Einzel
Halbfinale

Patrick Franziska GER - Xu Xin CHN 2:4 (9,-6,-8,8,-5,-7)
Ma Long CHN - Wong Chun Ting HKG 4:2 (4,11,2,-9,-4,9)

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