Martina Erhardsberger vom TTC Langweid (Foto: Steinbrenner)
Topfavorit TTC Langweid in der Verfolgerrolle / Fünfkampf um zwei Abstiegsplätze

Süd: NSU Neckarsulm auf dem Weg in die 2. Bundesliga

Marco Steinbrenner 23.12.2017

Frankfurt am Main. Ein Duell im Kampf um den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga zeichnet sich nach der Hinrunde in der 3. Damen-Bundesliga Süd ab. Die NSU Neckarsulm gab in den neun Begegnungen nicht einen Punkt ab und führt souverän die Tabelle an. Der zu Saisonbeginn als Topfavorit auf den Titel gehandelte TTC Langweid folgt mit einem Rückstand von zwei Zählern auf Position zwei. Spannung verspricht auch der Abstiegskampf. Insgesamt fünf Teams befinden sich in Gefahr.

NSU Neckarsulm gewinnt das Spitzenspiel gegen den TTC Langweid mit 6:1

„Bei uns lief alles optimal“, strahlt Frank Hessenthaler, Betreuer der NSU Neckarsulm, nach der ersten Saisonhälfte. Neun Spiele – neun Siege: Der Tabellensechste der Vorsaison ist bislang das Maß aller Dinge. Lediglich zum Saisonstart gegen den Aufsteiger TTC Bietigheim-Bissingen hatte der Liga-Primus beim 6:4-Sieg kleinere Schwierigkeiten. Anschließend folgten souveräne Erfolge. Das gilt auch für den Vergleich mit dem Zweiplatzierten TTC Langweid, der in eigener Halle sensationell deutlich 6:1 besiegt wurde. Allerdings gewannen die Gastgeberinnen vier der sechs Begegnungen erst im Entscheidungsdurchgang. Der Umsetzung des Saisonziels, Platz eins oder zwei belegen zu wollen, steht nichts im Weg.

Durchaus zufrieden mit Rang zwei und 15:3 Punkten zeigt sich Martina Erhardsberger, die als Nummer vier des TTC Langweid mit 9:3 Spielen die beste Bilanz in Reihen des Zweitliga-Absteigers aufzuweisen hat. Neben der Niederlage in Neckarsulm reichte es gegen den SV DJK Kolbermoor II nur zu einem 5:5-Unentschieden. Die deutliche Schlappe beim Spitzenreiter befindet sich noch im Hinterkopf. „Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen. Gegen eine starke Mannschaft aus Neckarsulm konnten wir leider nicht die beste Leistung zeigen“, stellt Erhardsberger klar und verrät für die ausstehende Rückrunde: „Wir wollen weiterhin vorne mitspielen.“

Als Aufsteiger belegt der SV DJK Kolbermoor II mit 12:6 Zählern einen sehr guten dritten Rang. Dementsprechend erfreut zeigt sich auch Trainer Michael Fuchs. „Wir sind mit dem bisherigen Abschneiden überaus zufrieden und gleichzeitig auch überrascht.“ Als „sehr positiv“ bezeichnete der Coach die Punkteteilung gegen den TTC Langweid. „In dieser Partie war durchaus auch ein Sieg möglich.“ Dass es gegen den Tabellensiebten TTG Süßen eine 3:6-Niederlage gab und im letzten Hinrundenspiel gegen den Vorletzten BSC Rapid Chemnitz nur ein 5:5-Unentschieden heraussprang, bewertet Fuchs keinesfalls als negative Überraschung. „Diese Ergebnisse zeigen vielmehr, dass die Liga sehr ausgeglichen und jeder Gegner gefährlich ist.“

Der TuS Fürstenfeldbruck ist auf einem guten Weg, das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen. 10:8 Punkte bedeuten aktuell Position vier. „Dieses Resultat übertrifft unsere Erwartungen“, berichtet Trainerin Sandra Peter und hebt aber gleichzeitig mahnend den Zeigefinger: „Der Vorsprung zum neunten Platz beträgt nur vier Zähler. Wir dürfen uns nicht viele Ausrutscher erlauben.“ Die erst 15-jährige Chinesin Li Qian Wang überzeugte als Spitzenspielerin mit einer 11:5-Bilanz und verlor keine Partie gegen eine gegnerische Nummer zwei. Da Li aufgrund ihres Drei-Monats-Visums für Deutschland nun wieder in die Heimat zurück muss, wird mit Yuan Hui Wei eine zwei Jahre ältere Spielerin aus Asien in Fürstenfeldbruck aufschlagen.

Abstiegskampf verspricht viel Spannung / VfL Sindelfingen wartet noch auf den ersten Saisonsieg

„Das waren zwei ganz wichtige Erfolge“, atmete Alexander Yahmed, Trainer des Fünften TSV Schwabhausen II (9:9 Zähler), nach den Siegen zum Abschluss der Hinrunde gegen die TTG Süßen (6:4) und den BSC Rapid Chemnitz (6:1) ganz tief durch. „Trotzdem muss weiterhin aufgepasst werden, dass wir nicht in Abstiegsgefahr geraten.“ Spitzenspielerin Christina Feierabend führte die Mannschaft in diesen beiden Partien mit einer 2:0-Bilanz ebenso zum Sieg wie beim TuS Fürstenfeldbruck (6:2). „Bislang sind wir mit unserem Abschneiden zufrieden“, sagt Mannschaftsführerin Cristina Tugui, die im unteren Paarkreuz erst eine Begegnung verlor. „Viele Spiele waren sehr umkämpft. Deshalb erwarte ich eine genauso spannende Rückrunde.“

Bereits beim Neuling und Sechstplatzierten TTC Bietigheim-Bissingen (7:11 Punkte) beginnt die Abstiegszone, denn schließlich beträgt der Vorsprung zum vorletzten Rang lediglich einen Zähler. „Wir hatten einen sehr guten Start, konnten das Niveau aber nicht im weiteren Verlauf der Vorrunde halten“, sagt der Vorsitzende Matthias Grünenwald. „Dies hat sicherlich auch mit dem unerwarteten und unentschuldigten Fernbleiben unserer Nummer eins, Ina Karahodzina, zu tun.“ Auf der anderen Seite machen, so der Vereins-Boss weiter, „die starken Auftritte von Annett Kaufmann Lust auf mehr“. Das große Nachwuchstalent kam in ihren sechs Einsätzen zu einer 5:4-Bilanz und wird fest den Platz von Paloma Ballmann einnehmen.

„Die erste Saisonhälfte verlief für uns sehr unglücklich“, sagt Katharina Binder, Mannschaftsführerin der TTG Süßen, nach 6:12 Punkten und Rang sieben. Bei den 4:6-Niederlagen gegen den TuS Fürstenfeldbruck, BSC Rapid Chemnitz und TSV Schwabhausen II sei ebenso mehr möglich gewesen wie bei den 5:5-Unentschieden gegen den TTC Bietigheim-Bissingen sowie TV 1921 Hofstetten. Durch die Erfolge zum Ende der ersten Serie gegen den SV DJK Kolbermoor II (6:3) und Schlusslicht VfL Sindelfingen (6:0) habe sich das TTG-Team aber noch „vier wichtige Punkte erspielen können. Damit sind wir noch voll dabei, den Klassenerhalt auch zu schaffen.“ In der Rückrunde wird eventuell Ann-Katrin Ziegler in „ein paar Spielen“ zum Einsatz kommen. Die Abwehrspielerin fehlte in den bisherigen neun Begegnungen.

Wie die TTG Süßen stehen auch beim TV 1921 Hofstetten 6:12 Punkte auf dem Konto. Trotz des achten Platzes fällt das Fazit von Abteilungsleiter Lothar Wolz durchaus positiv aus. „Wir sind mit unserer Vorrunde gar nicht so unzufrieden. Das Team war mit fast allen Gegnern auf Augenhöhe und hat sich sehr ordentlich verkauft.“ Mit ein wenig mehr Glück wären, so Wolz, „sicherlich zwei, drei Punkte zusätzlich drin gewesen“. Nach zuvor vier Remis und vier Niederlagen wurde im letzten Hinrundenspiel beim TTC Bietigheim-Bissingen mit 6:3 der erste Saisonsieg eingefahren. Bei Julia Janitzek ist wieder ihre alte Verletzung aufgetreten. Sie wird in der Rückrunde durch Anna-Luisa Herrmann ersetzt. Herrmann kam schon in fünf Partien zum Einsatz, wartet nach sieben Einzeln aber noch auf ihren ersten Sieg. „Einige Male fehlten nur Kleinigkeiten. Der erste Erfolg ist nur eine Frage der Zeit“, blickt Lothar Wolz optimistisch in die Zukunft.

Als dritte Mannschaft nach der TTG Süßen und dem TV 1921 Hofstetten holte auch der BSC Rapid Chemnitz sechs der bislang möglichen 18 Zähler. Aufgrund des schlechteren Spielverhältnisses belegt das BSC-Team den neunten und damit vorletzten Tabellenplatz. „Mit diesem Abschneiden können wir natürlich nicht zufrieden sein“, sagt Mannschaftsleiterin Kirstin Neubert. „Leider hatten wir mit vielen Erkrankungen und Verletzungen zu kämpfen.“ Auch eine, so Neubert, „große Doppelschwäche“ habe zum bisherigen Abschneiden geführt. Doch die Mannschaft gibt sich nicht auf. „Wir werden in der Rückrunde neu angreifen und hoffen auf den Klassenerhalt.“

Ein 5:5-Remis gegen den TV 1921 Hofstetten und acht deutliche Niederlagen: So sieht die Bilanz des Tabellenletzten VfL Sindelfingen nach der ersten Saisonhälfte aus. „Aufgrund des Rückzugs von Topspielerin Xu Yanhua war uns klar, dass wir von Anfang an gegen den Klassenerhalt spielen würden“, verrät Betreuer Bernd Petsche. „Dass wir jedoch nur einen Punkt einfahren würden, war trotzdem nicht die Erwartung.“ Nach einjähriger Pause kam Natalie Richter wieder schnell in Tritt und macht, so Petzsche, „Hoffnung für die zweite Serie“. Maria Schuller wird aus der Reserve verstärkt zum Einsatz kommen. „Mit ihrer Erfahrung als Abwehrspielerin hoffen wir, dass sie den einen oder anderen Punkt im zweiten Paarkreuz beisteuern kann.“ Sollte es dem Team aus Sindelfingen gelingen, den aktuellen Fünf-Punkte-Rückstand zu den davor platzierten Mannschaften aufzuholen, „hoffen wir, dass auch Xu Yanhua vereinzelt zur Verfügung stehen wird“.

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